Porträtfoto:
Sanft im Getreidefeld

Sanft sollte dieses Porträt eines jungen Mädchens sein – und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch durch Kontrastarmut und geringe Tiefenschärfe erreicht. Nur der bei Porträts so wichtige Gesichtsausdruck sitzt noch nicht ganz.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Petra Jaldon).

Kommentar des Fotografen:

Eine meiner ersten Porträtaufnahmen, die mir am besten gefallen hat! Ich wollte dieses sanfte Mädchen (13J., Model)irgendwie in eine sanfte Umgebung einbetten! Mit dem weichen Abendlicht konnte ich meine Idee gut umsetzen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Petra Jaldon:

Sanft sollte dieses Portrait eines jungen Mädchens sein, und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch erreicht. Das Foto ist durch die Abendsonne sehr weich von hinten angeleuchtet, erzeugt so an den Armen einen leichten Lichtsaum, und das Getreidefeld scheint von innen zu leuchten.

Teilweise ins Weiße überstrahlt, aber bei diesem Motiv nicht weiter schlimm. Tiefes Schwarz ist im Foto dagegen gar nicht enthalten, und so wirkt das Bild etwas kontrastarm, was dem „sanften“ Look natürlich entgegen kommt.

Gelungen ist auch die Tiefenwirkung durch die geringe Blende zum einen, die den Hintergrund in viele grüne Kreise (Bokeh) auflöst und zum anderen durch die unscharfen Ähren im Vordergrund. Ein klassisches Hilfsmittel für solche Zwecke aus der Fotografentrickkiste, was auch hier wirkungsvoll seinen Dienst tut.

Das junge Mädchen hält die Hände entspannt hinter dem Kopf und lächelt. Doch halt: So ganz entspannt sieht der Gesichtsausdruck nicht aus. Auch wenn die Körperhaltung Entspannung suggeriert, kommt davon bei der Mimik nichts an. Hier hätte die Fotografin durch konkrete Anweisungen an das Modell mehr aus dem Gesicht herauskitzeln müssen.

Sie hätte ihr bildlich eine entspannende Situation beschreiben können, an die das Model denken soll, hätte vorschlagen können, den Kopf weiter in den Nacken zu legen und die Augen mehr in den Himmel schweifen zu lassen. Oder sie hätte Witze erzählen können, um statt des vorsichtigen Lächelns ein richtig herzhaftes Lachen zu erhalten.

Aber das sind Kleinigkeiten im insgesamt sehr gelungenen Foto.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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13 Antworten
  1. EFP-Eye Flash Photo says:

    das modell ist hübsch..die natur super schön
    dann gehts los ..das modell hätte sich eindrehen können für mehr dynamic..man hätte mit einem einfachen reflektor das gesicht aufhellen können und so augenlicht für mehr leben erzeugen..man hätte sie gegen das sonnenlicht setzen können um licht in die haare zu bekommen..so hat es was von nem handyfoto das ne freundin gemacht hat

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  2. Christian Siebold says:

    Die Lichtstimmung und die Farbgebung gefällt.Auch die Unschärfe und Tiefenschärfe passt zu der gewollten Sanftheit. Das Mädel müsste sich etwas mehr entspannen. Wirkt wie eine auswendig gelernte Pose; das passt nicht zu der (natürlichen)Stimmung und wirkt gekünstelt. Dafür ist aber nicht unbedingt ein Lachen notwendig.

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  3. Reinhard Witt says:

    Um noch mal auf die Schärfe auf den Augen zurück zu kommen :-) So allmählich gebe ich es auf… mir Gedanken darüber zu machen wenn sogar Profis das nicht schaffen…
    Aber das ist natürlich hier etwas völlig anderes… Oder?? Nennt man das in diesem Bild künstlerische Freiheit… Ehrlich gesagt, ich kann nicht mehr. Wozu all die Lehrbücher, all das Wissen, all die Regeln… WOZU??? Damit man das alles in der Fashionfotografie anbringen kann wo gar keine Regeln gelten außer einer: Be creative!
    http://www.rachor-photography.com/big/portrait.htm

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  4. Christian Gruber says:

    Etwas mehr Raum in Blickrichtung und eine dazu passende Bildaufteilung in richtung klassischer goldener Schnitt bringen sicher noch etwas mehr Spannung ins Bild.
    Verbessert gehört jedenfalls noch der Weißabgleich (zu gelbstichig) und auch die Lichter(reflexion) beim linken Ellbogen sollte man wegklonen.

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  5. Petra Jaldon says:

    Hallo zusammen

    Ich möchte mich bei allen für die kritik bedanken, denn nur eine echte auseinandersetzung damit, wird mich weiterbringen und ich kann es beim nä mal nur besser machen und meine leidenschaft so vorantreiben!
    Ich wünsche euch weiterhin ein gutes auge und händchen….

    Liebe grüsse
    Petra Jaldon

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  6. Peter Lustig says:

    Man kann bei diesem Bild über die Technik diskutieren. Aber entscheidender finde ich, was das Bild aussagt. Mir sagt das Bild: da war ein Fotograf und ein Model die Porträtbilder im Freien machen wollten. Das wird auch nicht spannender, wenn das Mädchen ihren Kopf in den Nacken legt oder herzhaft lacht. Ein Bild dieses Mädchens in ihrem eigenen Zimmer fände ich beispielsweise sehr viel interessanter als diesen Fotolia-Abklatsch. Sicherlich ist das Bild schön, aber Schönheit an sich ist meistens auch außerordentlich langweilig.

    Liebe Grüße,
    Peter

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  7. Michael Krämer says:

    Ich lese ja gerne die Profibewertungen und halte auch viel von den abgegebenen Meinungen hier, aber diesmal bin ich auch komplett anderer Meinung. Die ganze „Bildführung“ stimmt hier für mich nicht, es erscheint alles auf einer Ebene, was man natürlich machen kann, aber so wird hier wird das Hauptmotiv, das Portät versteckt, gerät fast schon in den Hintergrund. Man könnte es natürlich als Verschmelzung mit der Natur sehen, aber auch das wäre in meinen Augen misslungen. Dem Modell gebührt mehr Raum.

    Ansonsten schließe ich mich den Kommentaren der „Kritiker“ an.

    Micha

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  8. Wolfgang says:

    Mir ging es auch nicht darum, die Fotografin bzw. ihre Leistung schlecht zu machen, sondern darum, dass der „Profi“ hier ein Bild auf eine Weise beurteilt, die ich unverständlich finde.
    Gerade, weil es um „eine der ersten Porträtaufnahmen“ ging, hätte hier eine fundierte, freundliche Kritik der entscheidenden Punkte meiner Ansicht nach mehr geholfen als ein Lob, das einen schalen Geschmack hinterlässt.

    Gruß
    Wolfgang

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  9. Reinhard Witt says:

    Sicher, sie sagt ja auch *eine meiner ersten Porträtaufnahmen* Wir sind alle mal klein angefangen. Doch dazu gehört auch sein Handwerkzeug zu beherrschen. Wenn schon so viel Licht vorhanden war, wozu dann noch auf ISO 400 gehen. Bei 80mm Brennweite wäre auch noch 1/90 sec. aus der Hand möglich. Also warum nicht ISO 100? Dann kommt zudem auch noch die Belichtungskorrektur ins Spiel. Es ist durchaus möglich ohne Blitz Kontrast in den dunkleren Tönen zu bringen ohne das das Bild gleich an „Leichtigkeit“ verliert.
    Und ein Aspekt ist auch nicht von der Hand zu weisen. SPASS muss es machen – schließlich soll ja das Modell wieder kommen. Und wie viel Spaß wird es denn wohl machen, wenn die nächsten Aufnahmen um ein vielfaches besser werden?
    Viele Probleme bei Bildern könnten schon viel früher gelöst werden, wenn man sich VOR so einem Shooting mit der Bedienungsanleitung und Trockenübungen beschäftigt. Doch das findet meist selten oder überhaupt nicht statt. Erlebe ich immer wieder.
    http://www.album.de/bild.cfm?action=act_images_details&imageID=2074813&type=original&albumID=57467
    Was den Ausdruck angeht: Wenn es auch für das Modell das erste Mal war, dann muss man schon Verständnis aufbringen. Nicht alle Mädchen sind Grinsekatzen… :-)
    Auf mich wirkt das Bild auch völlig unscharf, nicht nur in den Augen. Das kann aber auch andere Gründe haben. Front oder Backfokus, der AF hat sich irritieren lassen, oder oder oder… viel zu oft liegt das Problem HINTER der Kamera :-)

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  10. Uwe S. says:

    Auch wenn bei diesem Bild die Kontraste etwas flau geraten sind, was man ja noch in der Bildbearbeitung korrigieren könnte, hat das Bild für mich eine aufschlussreiche Botschaft: Fotografin und Model hatten Spaß beim Shooting.

    Also einfach weiter machen und dabei spielerisch den einen oder anderen Trick ausprobieren. Dann dürften schon bald ganz bezaubernde Portraits entstehen.

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  11. Wolfgang says:

    Ich erlaube mir, ganz anderer Meinung zu sein als der Profi. Bei allem Verständnis für das Anstreben von „Sanftheit“ sollte man nicht übersehen, dass der Fokus auf den Ellenbogen sitzt und nicht bei den Augen, wo er bei einem solchen Proträt hingehört. Die unscharfen Augen finde ich irritierend.
    Die Lichter sind ausgefressen und mich stört das z.B. sehr, vor allem bei den überstrahlenden Ähren vor dem Körper.
    Das angeblich weiche Abendlicht empfinde ich als gelbstichig und meiner Meinung nach leidet das Porträt erheblich unter dem Fehlen von dunklen Tonwerten.

    Das Foto ist für mein Empfinden einfach überbelichtet, mit schlechtem Weißabgleich und an den wesentlichen Stellen unscharf.

    Gruß
    Wolfgang

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