Konzeptfoto:
Blickfang im Feld

Dieses Bild hat einige Zutaten für ein gutes Foto: Ein blickwürdiges, etwas ungewöhnliches Motiv, eine passend eingesetzte Schärfentiefe und eine Reduktion der Farben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Catherina Stuckmann).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Catherina Stuckmann).

Kommentar des Fotografen:

Als ich dieses Foto aufnahm, hatte ich die genaue Idee schon einige Zeit vorher im Kopf, als Vorlage hatte ich auch ein ähnliches Bild. Nur auf der Vorlage sah man eine bunte Blumenwiese und die Kamera war genau in der Mitte, was mir dann nicht so gefallen hat. Bei meinem Bild wollte ich es so minimalistisch wie möglich hinkriegen und die Kamera auch in den Goldenen Schnitt bekommen. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Catherina Stuckmann:

Dieses Bild hat einige Zutaten, die ein gutes Foto ausmachen. In Kürze wären das ein blickwürdiges, etwas ungewöhnliches Motiv, eine passend eingesetzte Schärfentiefe (bzw. hier eher Schärfenuntiefe) und eine Reduktion der Farben. Selbstverständlich gibt es Beispiele gelungener Fotografie, in denen genau die Gegenteile das gelungene Ergebnis ausachen, aber wichtig ist oftmals das Zusammenspiel verschiedener Zutaten, die in anderer Kombination oder bei anderen Motiven total unpassend wären.

Im gezeigten Foto hat Catherina Stuckmann zwei Hände fotografiert, die eine altmodische Kamera über dem nicht sichtbaren Kopf und über die hohen Halme in einem grünen Weizenfeld halten. Allein das Motiv birgt Komik, weil es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre der Kopf eines stehenden Menschen unsichtbar. Selbst wenn man merkt, dass der Kopf sicher im Weizenfeld versteckt ist, amüsiert das Bild, weil es eine eher seltene, ungewöhnliche Art des Fotografierens wäre und auch wie eine Persiflage auf heimlich fotografierende Papparazzi wirkt.

Die auf Grüntöne reduzierte Farbpalette lenkt den Blick zuverlässig auf den einzigen dunklen und durch die nackten Arme zugleich kontrastreich hellen Fleck im Bilde: Die Kamera. Diese ist geradezu klassisch an der Bildstelle festgehalten worden, an der sich der horizontale und vertikale “Goldene Schnitt” treffen; ein Verhältnis von Bildteilen, was Betrachter meist als besonders harmonisch empfinden.

Der geringe Blendenwert von 1.8 sorgt für starke Tiefenwirkung im Bild und lässt den Betrachter so in die Fotografie eintauchen, als würde er die sichtbare Kamera ebenfalls mit der Kamera über Kopf fotografieren.

Leicht verbessert werden könnte noch die Ausrichtung der Kamera, sodaß sie direkt in die Richtung des Betrachters zeigt. Aber auch ohne diese Änderung ist es ein sehenswertes Foto, welches sich bestimmt gut in Übergröße an der Wand eines Fotostudios machen würde.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. Hallo,

    danke für die Fotokritik! :)

    Da ich nichts mit angegeben habe, ist hier etwas verspätet der Link zu Flickr: http://flickr.com/photos/…et-72157626863709419
    Wenn ihr wollt, könnt ihr euch auch meine anderen Bilder anschauen.

    Catherina

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