Nachttischlampen-Foto:
Stimmungsvolles Licht

Ein guter Fotograf kann mit jeder Kamera gute Bilder machen, und oft bringen Improvisationen erst den gewünschten Erfolg. Luana Colaci ist es gelungen, auch mit einfachsten Mitteln eine sehr stimmungsvolle Aufnahme ihrer Freundin aufzunehmen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Luana Colaci).

Kommentar des Fotografen:

Mein Bild ist entstanden, während ich versuchte, gute und spezielle Bilder von meiner Freundin für den privaten Gebrauch zu schiessen. Ich habe experimentiert, und da ich als Fotoausrüstung nur meine Nikon d5000 mit einem Objektiv habe, beleuchtete ich das Bild mit einer Tischlampe.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Luana Colaci:

Möchten wir ein stimmungsvolles Porträt einer jungen Frau machen, so haben wir zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten:

Wir könnten mit grossem technischen Aufwand (Blitzgeräte, Studiolicht, Dauerlicht, Visagistin, Stylistin, edle Location u.a.) eine geeignete Lichtsituation schaffen und das Modell so perfekt wie möglich aufnehmen.

Wir können aber auch einen völlig anderen Weg beschreiten, uns ganz mit der vorhandenen Situation begnügen und mit einfachsten Mitteln arbeiten. Dann ist unser Ziel, nicht eine technisch perfekte Aufnahme zu machen, sondern ein möglichst authentisches und stimmungsvolles Bild aufzunehmen.

Luana Colaci hat diesen Weg gewählt und es ist ihr ein sehr stimmungsvolles Bild ihrer Freundin geglückt. Eingesetzt hat sie dazu nur das Licht einer Taschenlampe und die Kamera. Dafür hat sie versucht, eine sehr ausdrucksstarke Aufnahme zu machen, was ganz gut gelungen ist.

Die Bildgestaltung erachte ich hingegen noch nicht als optimal. Der dunkle Bereich auf der linken Seite trägt nichts Wesentliches zum Bild bei und kann abgeschnitten werden. Der sehr helle Gegenstand unter dem Arm lenkt den Blick des Betrachters zu stark ab und sollte in der Bildbearbeitung entfernt werden (besser wäre es gewesen, diesen Gegenstand schon vor der Aufnahme zu entfernen).

Beschnitten und retuschiertAuch der helle Bereich im Hintergrund recht oben stört und kann durch ein lokales Abdunkeln in seiner Wirkung zurückgenommen werden. Ich habe zum Vergleich die von mir so bearbeitete Version hochgeladen.

Fazit: In der Fotografie ist weniger oft mehr, und gerade die Beschränkung auf einfache Mittel bietet häufig die Chance auf ausdrucksstarke und wirkungsvolle Aufnahmen. Die Unterschiede in der Fotografie liegen meistens nicht bei der Ausrüstung, sondern beim Können des Fotografen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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4 Antworten
  1. Freddie says:

    Ein Hingucker. Auch die Dame, die Stimmung, die Aussage und die Situation sind außergewöhnlich.

    Wieder mal eine Anregung für mich selber, außerhalb des Mainstreams zu denken und zu fotografieren.

    Antworten
  2. Luana Colaci says:

    Zuerst einmal ein grosses Dankeschön für die Kritik.

    Da ich erst seit 5 Monaten eine Spiegelreflex besitze, und über jeden Tipp, jede Anregung froh bin, und daraus lernen möchte, habe ich das Bild hier eingereicht.

    An der Bildgestaltung sieht man, dass ich selbst noch zu wenig perfektionistisch bin. Ich gebe mir mühe, ein möglichst gutes Bild zu machen, und lasse es dann leider in der Nachbearbeitung schleiffen, ich bearbeite meist nur licht, weil ich mich noch zu wenig mit Retusche auseinandergesetzt habe. Ich möchte das aber jetzt mehr tun.

    Ich bi n mit aller Kritik absolut einverstanden, und bedanke mich noch für die guten anspornenden Worte.

    Luana C.

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