Foto des Monats:
Unerhört reduziert

Schwarz-Weiss-Bilder stehen hoch im Kurs. Franz Bogners reduziertes Schilfgras hat im August das Rennen der fokussiert-Konkurrenz gemacht.

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Wir bitten um Entschuldigung für die massiv verspätete Meldung über das Siegerbild der August-Version der fokussiert.com-Fotokonkurrenz – unter anderem war ich vollkommen mit meinem neuen Job und einem Fotoworkshop auf Hawaii beschäftigt.

Aber die Kritiker haben gewählt, und oben aus schwang eine Fotografie, die durch ihre extreme Reduktion besticht:Franz Bogner sagt über seine Aufnahme:


Ein Schilfbestand im klaren, niedrigen Wasser des Weissensees in Kärnten spiegelte sich wunderbar auf der fast stillen Wasseroberfläche. Mich erinnerte das ganze an asiatische Schriftzeichen und so versuchte ich in der SW-Umsetzung besonders die Kontraste heraus zu arbeiten, ohne den Wassereindruck gänzlich verschwinden zu lassen.

Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob es die Umwandlung in Schwarz-Weiss überhaupt gebraucht hätte: Die Aufnahme besticht grundsätzlich durch die Mischung aus Einfachheit und Komplexität,indem nur sehr wenige Linien eine ganze Landschaft, aber auch eine Stimmung wiedergeben – sehr schön getroffen, wunderbar umgesetzt. Und damit die hundert Euro für den August wert.

Auf den Rängen hinter Franz liegen die Fotografien von Gregor John, der für einen Freund BMX-Radfahrer fotografiert hat –

Dieses Foto jedoch war für MICH. Mich hat die Struktur der Architektur sehr beeindruckt, und der Zusammenhang mit meinem Sport war das i-Tüpfelchen.

Andi Wenter hat nicht nur mich, sondern auch eine Mehrheit der anderen Kritiker mit diesem unbenannten Nagetier entzückt, das schwierig zu fotografieren gewesen sei:

Unser kleiner Held hielt dann doch einen Augenblick still, denn ihm dürfte etwas besonders peinlich gewesen sein.

Immer wieder überraschend und erfreulich sind die Arbeiten von Bodo Viebahn. Im August hat er uns mehrere abstrakte Fotografien mit Bewegungsunschärfe zukommen lassen, und diese hier – allerdings eine Montage und damit wohl mehr etwas in der Kategorie „Digitale Kunst“, hat viel Aufmerksamkeit erhalten:

Dieses Bild ist Teil einer Serie mit dem Titel „Rosentanz“. Ich habe als Experiment zur Abstraktion einen Rosenstrauss in Bewegung mit Langzeitbelichtungen aufgenommen. Bei diesem Bild habe ich dann doch noch das Bedürfnis gehabt, eine Rose aus diesem Strauß an einer Stelle einzumontieren, an der ihre Bewegungsspuren zu sehen waren.

Andre Kayser hat mit einem ebenso einfachen wie verblüffenden Bild en fünften Platz belegt. Er sagt dazu nur „Aufgenommen in der National Gallery in Washington.“ Ich habe mehr Worte gebraucht.

Wir danken für die Teilnahme, die Diskussionen über unsere Kritiken und die grossartigen, interessanten oder beispielhaften Bilder. Und wir freuen uns, wenn ihr uns mehr davon zukommen lasst.

Auch wenn hier in der Monats-Ausscheidung nur die besten gewinnen können, werden wir immer wieder auch Bilder besprechen und analysieren, die es vielleicht nicht in die Endrunde schaffen. Deswegen bitte keine Hemmungen: Schickt uns, was ihr gerne beurteilt haben möchtet.

1 Antwort
  1. CorinneZS says:

    Die wenigen Worte Andre Kaysers zu seinem Bild sind denn auch ein Mangel, der fast schon einer Täuschung gleich kommt, hat er doch schlicht eine herausragende Lichtskulptur fotografiert. Dass es dabei zu schönen Lichteffekten kommt, ist zu erwarten. Das Bild ist trotzdem schön – aber ehrlich ist anders. (Details siehe Kommentar bei der Bildkritik.)

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