Dramatische Skyline:
Vor Ort – mit Kamera

Es ist schlimmer, keine Bilder zu machen als schlechte. Deshalb sollte man immer seine Kamera dabei haben.

[textad]newyorksky-Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dr. Timo Kaan).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto habe ich nach einem schrecklich verregneten Sommertag 2010 in New York gemacht. Den ganzen Tag hat man sich nur mit Regencape und wasserdichten Schuhen herausgetraut, keine Touristen unterwegs – und noch eine Karte für das Empire-State Building. Kaum jemand da oben – außer einem einsamen, nassen Wärter – und plötzlich riss der Himmel über dem Hudson auf! Nur für ganz wenige Sekunden sah es aus, als Schickte der Himmel einen Gruß nach unten. Zum Glück war das richtige Objektiv auf meiner Nikon…

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Dr. Timo Kaan:

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Und wer seine Kamera nicht dabei hat, der bestraft sich selbst. Wie oft hätte ich mich anfangs selbst ohrfeigen können, weil ich sie das eine Mal dann doch zu Hause gelassen hatte? Da war das dramatische Wolkenspiel über einem Sumpf hier in der Nähe mit Farben, die mir heute noch vor Augen sind. Ich mußte daran vorbeifahren. Oder das seltsam deplatzierte Schild am Straßenrand. Als ich, dieses Mal mit Kamera bewaffnet, wieder hinkam, war es weg.

Dein Foto beweist einmal mehr, daß es sich lohnt, auch beim schlechtesten Wetter seine Kamera immer mitzuführen. Man weiß nie, was sich einem an dem Tag noch an Motiven bieten wird. Die meisten ernsthaften Fotografen, die ich kenne, haben zumindest eine kleine Kompaktkamera, die sie immer in der Tasche haben. So auch ich.

Du hast hier Geduld bewiesen, und diese hat sich ausgezahlt. Noch dazu in einer buchstäblich dramatischen Weise. Glückwunsch zu diesem meines Erachtens gelungenen Schnappschuß. Die Farben wirken stark und kontrastieren gut mit dem Sonnenstrahl, der sich doch noch seinen Weg durch die Wolkendecke gekämpft hat.

New York - mit geradem HorizontOhne das Fisheye hättest Du die Szene so nicht aufnehmen können. Daß sich die höchsten Gebäude in der Bildmitte befinden, war wegen Deines Standpunktes nicht zu vermeiden – einer dieser Fälle, in denen das egal ist; das Foto zu beschneiden, hätte hier auch nichts Positives beigetragen.

Das einzige, was ich anders gemacht hätte, ist, den Horizont geradezurücken. Auch wenn es sich um einen Schnappschuß handelt, hier stört mich die schiefe Ebene.

In der Rubrik „Bildkritik“ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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2 Antworten
  1. DKlein says:

    Hammereffekt !

    Ouvertüre zu „Independence Day“

    Lichtgewitter aus zerklüftetem Wolkengebirge.
    Donnernd fährt hernieder der strafende Blitz eines zürnenden Zeus – auf die verdorbene Stadt.

    Wären Hudson und Horizont gerade – wäre die Kontrastdynamik
    nach viel höher gewesen – einerseits.
    Aber andererseits wird in vielen Trailern und Animationen die Satellitenperspektive herangezogen – die Erde, eine bebaute, kugelige Angelegenheit, die demnächst etwas erleben wird, das von oben kommt.
    Diese Perpektive ist mittlerweile so vertraut, daß dem eigentlich zu stark verkrümmten Horizont viel von diesem Störpotential genommen wird.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Nachdem mein Skyscraper Bild aus New York bereits im Fotowettbewerb gewonnen hat (ich erwähnte es hier im Blog) ist nun auch die entsprechende Bildkritik online gegangen. Wie immer – sehr informativ und vor allem so, dass man sich auf das nächste Fotomotiv freut. Der Link zur aktuellen Bildkritik ist hier. […]

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