Minimalistische Abstraktion:
Einfach genügt

Die effektvollsten Bilder sind oft die am einfachsten komponierten.

Kommentar des Fotografen:

Innen oder außen?

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Becker:

Dein Foto beweist einmal mehr, daß effektvolle Bilder nicht kompliziert sein müssen. Im Gegenteil, manchmal reicht eine Ecke und die Fähigkeit, etwas in ihr zu sehen. Mir gefällt an Deinem Foto genau das. Einfach, trotzdem viel Stimmung im Bild, und man kann immer noch als Betrachtender darin “hängenbleiben”. Die strenge Symmetrie ist hier nicht langweilig – im Gegenteil, das Bild würde ohne sie nicht wirken.

Das Körnige des Fotos paßt meines Erachtens wunderbar, und auch die Helligkeit etc. würde ich genauso lassen. Bei einem Bild dieser Art muß man allerdings bei der Aufnahme, wie auch bei der Nachbearbeitung auf bestimmte Dinge mehr achten, denn durch das Minimalistische fällt dem Betrachter manches verstärkt auf.

Erstens einmal hast Du dem eingereichten Bild einen doppelten Rahmen hinzugefügt (schwarz innen, weiß außen). Auch wenn das digital ohne weiteres möglich ist und man es allerorten sieht, würde ich es generell vermeiden. Es fügt dem Foto nichts hinzu, was es aufwerten würde. Für mich ist das Effekthascherei. Das Bild ist an sich gut, es bedarf dieses Elementes nicht, und Du bringst damit unnötigerweise zusätzliche Dinge ins Bild.

Es fällt weiterhin ein Schatten rechts unten auf, der für mich störend wirkt. Ob er bei der Aufnahme vermeidbar war, kann ich im Nachhinein nicht beurteilen, hätte ihn aber spätestens bei der Nachbearbeitung zumindest abgemildert. Und last but not least hätte ich das Bild oben etwas beschnitten, denn der Schwerpunkt liegt für mein Empfinden etwas zu tief.

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4 Kommentare

  1. Carsten
    schrieb am 6. November 2011 um 12:45 Uhr (#)

    minimalistisch gut! Trotzdem könnte ich mir hier aber auch einen ganz anderen Bildschnitt vorstellen, der alle Linien in die Ecken führt. Du solltest es mal ausprobieren. Ich denke, das das Bild insgesamt dadurch aufgewertet würde!

    1. Michael Becker
      schrieb am 13. November 2011 um 16:06 Uhr (#)

      Hallo Carsten,
      die Linien oben in den Ecken enden zu lassen gefiel mir nicht so gut, allerdings hätte ich den oberen Teil des Bildes etwas weiter beschneiden sollen.
      Danke für deinen Kommentar!
      Grüße aus dem Bergischen Land von
      Michael

  2. Wolfgang
    schrieb am 9. November 2011 um 09:56 Uhr (#)

    Die Idee, eine Zimmerecke mit verräucherter Rauhfasertapete als minimalistisches Kunstwerk zu fotografieren, finde ich total klasse :-)
    Das einzige, was mich an dem Bild irritiert, ist die Tatsache, dass die Anordnung der drei Linien ganz leicht nach rechts gedreht ist. Dadurch, dass es nur ein wenig ist, wirkt es auf mich störend. Wenn schon streng symmetrisch, dann auch richtig ;-)

    Viele Grüße
    Wolfgang

    1. Michael Becker
      schrieb am 13. November 2011 um 16:14 Uhr (#)

      Hallo Wolfgang,
      da die Abweichung tatsächlich nur sehr gering ist und die eigendlichen Aussage des Bildes nicht beeinträchtigt, habe ich darüber hinweggesehen.
      Danke für deinen Kommentar!
      Grüße aus dem Bergischen Land von
      Michael

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