Fensterfront mit Fluchtpunkt:
Der Sonne entgegen

Wenn man mit perfekter Symmetrie spielt, muß man diese auch ein-/durchhalten.

[textad]Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Borg Enders). Kommentar des Fotografen:

Die Spiegelung des Hamburger Hafens an einem Winterabend in der Glasfront des Dockland Gebäudes. Ich habe hier die Linien der Gebäudekonstruktion veruscht zu nutzen, um die Elemente in der Spiegelung zu unterstützen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Borg Enders:

Der Hamburger Hafen einmal ganz anders. Dein Foto ist ein gutes Beispiel dafür, daß auch oft dargestellte Motive noch anders bearbeitet werden können, wenn man nur ein Auge dafür hat. In dieser Spiegelung wirkt diese Industrielandschaft nicht nur attraktiv und interessant, sondern beinahe romantisch, weil man erst beim zweiten Hinschauen sieht, daß um den Sonnenuntergang herum Ladedocks etc. sind.

Insgesamt gefällt mir Dein Foto also sehr gut, insbesondere die Idee der Aufnahme an sich. Was mir allerdings sofort auffiel:

Die Symmetrie, die Du angestrebt hast, wurde nicht durchgehalten. Die Linien zwischen dem Glas streben nach oben und bilden damit Geraden, die einem bestimmten Fluchtpunkt entgegen laufen. Der andere liegt in der Landschaft selbst, fällt aber optisch nicht so ins Gewicht, weil das von der Fassade vorgezeichnete Raster so markant ins Auge springt.

Wenn man Hilfsgeraden über das Foto legt, wird einem sehr schnell klar, daß das Gebäude nicht vollkommen gerade aufgenommen wurde, sondern leicht nach links gekippt ist. Man sieht ebenfalls, daß der Beschnitt nach rechts nicht dem links entspricht. Auch ragt das Ufer links in die Fensterscheibe hinein, wo ich die Fortsetzung der dunklen Linie des Quais erwartet hätte. Die Verzerrung ist höchstwahrscheinlich u.a. auf die gewählte Brennweite von 18 mm zurückzuführen, und auf die körperlichen Begrenzungen – man kommt an die Fassade nur so und so weit heran, und wenn man einen Schritt nach rechts macht, verschiebt sich etwas links im Fenster…

Hinsichtlich dieser Herausforderungen hast Du das Motiv so gut getroffen, wie Dir möglich war, und mit ein bisschen Nachbearbeitung wird die Symmetrie auch so perfekt, wie man das erwartet hätte. Etwas entstrecken, so beschneiden, daß die Kante links der rechts entspricht, und vielleicht sogar die helle Stelle am Quai links so abdunkeln, daß sie optisch nicht mehr so auffällt.

In der Rubrik „Bildkritik“ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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11 Antworten
  1. Dietmar says:

    Ich war doch doch etwas zu schnell und hätte mal das Dockland-Gebäude ansehen sollen…

    Dann – in Zusammenhang mit Überkopf – ist die Sache klar. Kommt man aber nicht unbedingt drauf, da solche Fassaden doch eher die Ausnahme sind.
    Also: 1 Bild. (Und doch iritiert mich die Spiegelung…)
    Gruß
    Dietmar

    Antworten
  2. Borg Enders says:

    Hallo Herr Brotzler,
    vielen Dank für ihre Anmerkung zu meiner Homepage.
    Ich finde es schade, dass sie die Seite als Textlastig ansehen.
    Mein Ziel ist es zu jedem meiner Bild einen hoffentlich meistens nützlichen Text beizustellen.
    Eigentlich sehr ähnlich zu dieser Seite.
    Ich bin bestimmt nicht auf den Niveau der Fotografen, die hier bei Fokussiert Bilder kommentieren, denke aber das gerade für viele Fotografie-Einsteiger meine Seite durchaus nützliche Hinweise und Tipps enthält.

    Hier übrigens noch ein anderes Foto aus der Serie:
    http://www.panthermedia.net/index.php?page=image_preview.php&image=4625562&slideshow=1

    MFG Borg Enders

    P.S.: auf ihrer Seite ist übrigens sehr schade, dass man in ihrem Portfolio nicht zurück blättern kann.

    Antworten
    • Dr. Thomas Brotzler says:

      „auf ihrer Seite ist übrigens sehr schade, dass man in ihrem Portfolio nicht zurück blättern kann“

      Bei der Bildervorschau auf meiner künstlerischen Homepage arbeite ich mit einer Variante des Lightbox-Scripts, so daß die Fotos beim Anklicken aufpoppen und sich der Hintergrund abdunkelt – dies allerdings nur bei aktiviertem Javascript, worauf ich dort auch hinweise. Nach Escape oder „Schließen“ verschwindet das vergrößerte Bild und die Portfolioseite zeigt wieder aufgehellt.

      Dies ist eine durchaus gängige Technik bei Onlinegalerien. Übrigens bin ich (in Hinblick auf Ihren überarbeiteten Kommentar) Fotograf und Webdesigner, habe es insofern selbst in der Hand …

  3. Dr. Thomas Brotzler says:

    „… finde ich ergibt sich so ein sehr spannendes Foto …“

    Nun denn. Es mag ja angehen, seiner Begeisterung über das eigene Werk in der Öffentlichkeit Ausdruck zu verleihen. Wozu bräuchte es dann aber eigentlich noch positive Kritik der Betrachter, die sich zudem durch eine lange und textlastige Webseite durchkämpfen müssen?

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  4. augi says:

    Das ist kein Gitter.
    Ein Klick auf den Link zu den Bildern des Fotografen hätte gereicht. Denn da schreibt er: „Auch wenn ich normalerweise ein Anhänger der Methodik bin ein Bild am PC nur zu Verbessern und nicht zu verändern, konnte ich mich bei diesem Foto dann doch nicht zurückhalten.

    In der Realität ist diese Glasfront ein Teil des Gebäudes Dockland in Hamburg und ragt über das Wasser hinaus. Dadurch ist im Originalbild die Spiegelung des Hafens auf dem Kopf.

    Die Darstellung auf dem Kopf ist nun natürlich nicht besonders ansprechend, so dass ich das Bild um 180° horizontal gedreht habe. In Zusammenhang mit dem Stilmittel der Spiegelung finde ich ergibt sich so ein sehr spannendes Foto.“
    (…)

    Antworten
  5. Dietmar says:

    Hi!
    Helft mir mal!
    Wenn das Gebäude senkrecht steht, die Fenster senkrecht eingebaut sind, der Fotograf unten steht und ziemlich steil nach oben fotografiert: woher kommt das Bild des Hafens??
    Falls Ausfallswinkel immer noch gleich Einfallswinkel ist, gucke ich so wie dargestellt in den Himmel. Trotzdem sehe ich hier ein Bild des Hafens, wie er aus Augenhöhe praktisch horizontal gesehen ausieht.
    Sind hier nicht doch zwei Fotos im Spiel?
    Oder bin völlig verkehrt in meiner Wahrnehmung??
    Gruß
    Dietmar

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