State of the Art Photography:
Der Zustand der Fotokunst

Wohin entwickelt sich die künstlerische Fotografie? Das Düsseldorfer NRW-Forum versucht eine aktuelle Standortbestimmung – Titel „State of the Art Photography“.

[textad]Alex Grein: Terra V (2010), © Alex Grein

Mitten im digitalen Wandel zeigen 41 Fotografinnen und Fotografen mit ihren Arbeiten eine Zustandsbeschreibung der Fotokunst. Ausgewählt wurden sie unter anderem von Andreas Gursky oder F.C. Gundlach.

„Die Zukunft liegt nicht in der reinen Fotografie, sondern in der freien Kunst“, so sieht es Andreas Gursky (fokussiert.com: Die „Strufskys“). Er war Teilnehmer am Advisory Board der Ausstellung „State of the Art Photography“. Neben ihm und Gundlach fragte das NRW-Forum außerdem Thomas Seelig, Andréa Holzherr, Thomas Weski, Udo Kittelmann und Werner Lippert nach den Fotografen, die die Diskussion der kommenden Jahre bestimmen werden.

Andreas Mühe: Mooslahnerkopf aus der Serie Obersalzberg (2010) © Andreas MüheAlex Prager: Barbara, aus der Serie Week-End, 2009 
© Alex Prager, Courtesy of the Artist and Yancey Richardson Gallery

Bei Durchsicht der Ausstellung lässt sich eine Renaissance der klassischen Fotografie-Themen wie Landschaft oder Porträt ablesen. Das hört sich erstmal nach nichts Neuem an. Aber die Blickwinkel und die Konzepte haben sich verändert. So scheinen etwa die Landschaftsbilder von Alex Grein ganz in der Nachfolge von Caspar David Friedrichs zu stehen. Die Bilder sind jedoch aus Fragmenten zusammengesetzt, die die Fotografin etwa bei Google Earth gefunden hat. Wir sehen diese Landschaften auch auf Alex Greins Website.

Ein weiterer Trend sind geradezu „wissenschaftliche“ Bildkonzepte, wie eine Recherche auf den Spuren der Menschheit oder den Biografien von Jugendlichen. Diese Fotografien sind vergleichbar mit dem Ergebnis eines Wissenschaftlers und Forschers, sie sind von dokumentarischen Wert und bekennen sich zur ästhetischen Dimension.

Asger Carlsen: Aus der Serie Hester (2008-2011) © Asger CarlsenSo stellt etwas Sanna Kannistos regelrechte biologische Untersuchungen an. Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse erforschten den Wohnturm „Ponte City“ in südafrikas Hauptstadt Johannesburug als Ikone der Skyline. Olaf Otto Becker beschäftigt sich mit den Spuren, die die wachsende Überbevölkerung in der Landschaft hinterlässt (fokussiert.com: Im Schlauchboot vor Grönland – und weitere Beiträge).

Zur Ausstellung erschienen ist der Bildband State of the Art Photography (Affiliate-Link), Verlag Feymedia, Düsseldorft 2012. Alle 41 Künstler werden vorgestellt, mit Bio- und Bibliografien und Abbildungen ihrer Arbeiten. Der Band ist damit ein Kompendium zum aktuellen Zustand der Fotokunst.

Heidi Specker: Via Napione 2, Motiv XIII (2010) © Heidi Specker, Courtesy Brancolini Grimaldi / © VG Bild-Kunst Bonn, 2012Weitere Künstler in der Ausstellung:
Peter Ainsworth, Laura Bielau, Miriam Böhm, Elina Brotherus, Bianca Brunner, Stefan Burger, Asger Carlsen, Katalin Deér, Martin Denker, Jan Paul Evers. Daniel Gordon, WassinkLundgren, Harry Gruyaert, Oliver Helbig, Ulrich Hensel, Stefan Hostettler, Pepa Hristova, Annette Kelm, Jeremy Kost, Mischa Kuball, Edgar Leciejewski, Tim Lee, Maziar Moradi, Armin Morbach,Taiyo Onorato / Nico Krebs, Rico Scagliola / Michael Meier, Anja Schori, Jeremy Shaw, Arne Schmitt, Jacob Aue Sobol, Kathrin Sonntag, Mikhael Subotzky / Patrick Waterhouse, Pinar Yolaçan, Anna Vogel, Moritz Wegwerth.

State of the Art Photography
Bis 22. Mai
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf
+49 (0)211-89 266 90, museum@nrw-forum.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 – 20 Uhr, Freitag 11 – 24 Uhr

NRW-Forum Düsseldorf
Alex Grein

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