Architektur-Schnappschuß:
Funkturm in „Anlehnung“

Der Blick nach oben und entsprechende Ausrüstung können aus bekannten Motiven immer noch Neues herausholen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Westphal).

Kommentar des Fotografen:

Bildtitel: Stütze Tja, hab halt versucht den Punkt zu finden, wo die Turmspitze, das „Kugelelement“ (sorry, ich bin in Funkturm-Architekturterminologie – schönes Wort auch – nicht bewandert) und das Dachelement so im Einklang sind, dass der Eindruck des gegenseitigen Abstützens entsteht.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Alexander Westphal:

Bei diesem Foto hatte ich zuerst vermutet, es handele sich um eine Montage. Ich weiß nicht, welchen Funkturm Du hier fotografiert hast (Berlin?), aber die Art, wie er sich an das Dachelement „anlehnt“, war etwas, was ich in einer Aufnahme wie dieser nicht erwartet hätte:

Man kann eben mit entsprechender Ausrüstung und einem guten Auge auch noch aus vielfotografierten Motiven etwas Neues herausholen, wenn man sich bemüht.

Durch die gewählte Brennweite und die Größe der Objekte bilden sie ein Dreieck, in dem sich weitere Dreiecke befinden. Die Tatsache, daß sie nach unten hin in die jeweiligen Ecken verlaufen, bedeutet, daß Du dir, auch wenn es sich eher um einen Architektur-SCHNAPPSCHUSS handelt, genaue Gedanken hinsichtlich der Komposition gemacht hast, anstatt einfach auf den Auslöser zu drücken.

Kontrastverlauf verstärktDas einzige, was ich persönlich noch nachbearbeitet hätte, ist der Kontrastverlauf im Bild – der Himmel rechts ist dunkler als links, wo die Sonne stand. Die gewählte Brennweite hat eine Vignettierung mit ins Bild gebracht, die hier aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Allerdings spielst Du hier mit geometrischen Elementen, hauptsächlich den oben erwähnten Dreiecken. Du hast auch erwähnt, Photoshop benutzt zu haben, doch kann ich eine Farbkorrektur etc. nicht wirklich erkennen.

Da Du dem ganzen sowieso einen surrealen Touch verliehen hast, hätte ich das persönlich noch verstärkt, indem ich den Himmel so weit wie möglich uniform aussehen lasse und im Gegensatz dazu etwa den Turm selbst noch aufhelle. Das hätte dann etwa so ausgesehen:

Das ist aber wohl eher Geschmackssache.

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2 Antworten
  1. Alexander Westphal says:

    Hallo!
    Zunächst einmal vielen Dank für den Kommentar. Hat mich sehr gefreut.
    Es handelt sich in der Tat um den Berliner Funkturm.
    Zu der Vignettierung: Kann sein, dass schon eine Vignettierung durch das Objektiv vorhanden war (oft sitzt auch die Geli-Blende etwas falsch, was ich immer erst zu spät bemerke), es ist aber auch gut möglich, dass ich noch zusätzlich mit Lightroom (das angesprochene Photoshop besitze ich gar nicht) noch etwas Vignette hinzugefügt habe. Ich weiss es nicht mehr. Ich erstelle eh viele Versionen von Bildern, die mir gefallen, aber ich merke mir nicht, was ich genau gemacht habe. Sättigung und dergleichen verändere ich eigentlich immer.
    Du erkennst einen surrealen Touch – hmm, den habe ich bis jetzt gar nicht wahrgenommen, aber es stimmt, er ist da, wenn auch unbeabsichtigt.
    Ich habe einfach nur hochgeschaut und bemerkt, dass sich die Bauelemente bei einem bestimmten Standpunkt „berühren“ – das fand ich toll. Und ich wundere mich, weshalb ich im Internet noch nicht tausende solcher Bilder gesehen habe – das drängt sich doch geradezu auf. Deshalb finde ich das Bild selber ganz interessant, aber auch nicht sooo dolle :-)
    Trotzdem, danke für die Besprechung. Toll!
    Es grüsst ganz lieb
    Alexander

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