Strandbild:
Kontraste wollen bewältigt werden

Sonnenuntergänge sind sicherlich die beliebtesten Urlaubsmotive, doch mitunter auch die schwierigsten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sebastian Arnold).

Kommentar des Fotografen:

Sonnenuntergang in Thailand. Als ich ein paar Bilder machen wollte setzte sich meine Freundin auf die im Sand liegenden Steine. Dies wurde dann auch spontan das erste Bild. Es gefällt mir auch recht gut jedoch denke ich immer es wäre etwas mehr rauszuholen gewesen, auch wenn es kein geplante Bildkomposition war. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen was ich hätte besser machen können oder evtl. noch durch Nachbearbeitung rausholen kann.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Sebastian Arnold:

Sonnenuntergänge sind sicherlich die beliebtesten Urlaubsmotive, doch mitunter auch die schwierigsten.

Ich würde sagen, Sebastian, du hattest schon mal Glück, dass sich deine Freundin (freiwillig oder unfreiwillig?) als Model zur Verfügung stellte. Denn Sonnenuntergänge nur um des Untergangs willens sind oftmals im Nachhinein enttäuschend anzusehen. Auch bei diesen Motiven bedarf es eines Aufbaus nach den Regeln der Bildgestaltung:

Das heißt, wir brauchen einen Vordergrund, hier die Frau und einen Hintergrund, hier der Wald auf der anderen Seite des Wassers, um etwas Tiefe ins Bild zu bringen. Es fehlt ja bei der Fotografie bisher noch immer die dritte Dimension. Das Bild am Strand zeigt schon ganz gut die abendliche Stimmung, gut gewählt war auch der Zeitpunkt des Auslösens, als die Sonne etwas hinter der Wolke versteckt war. Das mindert schon ein wenig die extremen Kontraste.

Trotz allem hast du noch reichlich Probleme die Sonne nicht nur als weißen Punkt und die Schatten als schwarze Löcher einzufangen. Du hast dich für die Sonne entscheiden und damit die dunklen stellen absaufen lassen. In meinem Beispiel habe ich das noch etwas verstärkt, den Horizont gerade gerichtet und die Person entsprechend der Drittel-Regel etwas an den Bildrand gesetzt. Das Panoramaformat finde ich noch mal etwas anders, auch wenn dadurch der Horizont ziemlich in die Mitte gerückt wird. Guckt mal, wie euch das Format zusagt.

Strabndbild im Querschnitt

Auch hier, wie im Ursprungsbild von Sebastian, führen die hellen Linien des Strandes und der Wellen noch auf die Person im Vordergrund hin und von dort verfolgen wir ihren Blick in Richtung Sonnenuntergang. Die Blickführung passt also.

Das Problem der Kontrastbewältigung könntest du durch HDR-Aufnahmen lösen. Dafür müsste aber deine Freundin etwas länger still sitzen, sollte aber auch kein Problem sein.

So, ich hoffe du hast noch etwas von dem Getränk am Strand abbekommen und konntest mit meinem Text etwas anfangen.

In der Rubrik „Bildkritik“ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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