KEYSTONE präsentiert World Press Photo 12:
fokussiert.com verlost Eintritte

Samuel Aranda hat das beste Pressefoto des Jahres 2011 geschossen. Der World Press Photo Contest ist der renommierteste Pressefoto-Wettbewerb der Welt. Eine internationale 19-köpfige Jury prämierte die besten Werke in 9 Kategorien aus 101‘254 Vorschlägen, eingereicht von 5‘247 Fotografen aus 124 Ländern.

Das Siegerbild, welches letzten Oktober in der New York Times abgebildet wurde, zeigt eine Frau in Vollschleier, die in einer zum Lazarett umgebauten Moschee in Sanaa ihren verletzten Sohn im Arm hält. Dieser leidet nach einer Demonstration während der Massenproteste gegen den inzwischen abgetretenen Herrscher Ali Abdullah Salih an den Folgen von Tränengas.

Das Bild ist in Inhalt und Farbgebung sehr schlicht gehalten: nur die beiden Protagonisten sind zu sehen. Die verschleierte Frau lässt aber auf den ersten Blick erahnen, dass es sich hier um eine Szene im Nahen Osten handeln muss. Sie trägt weisse Handschuhe, wie wir sie aus Spitälern kennen, diese lassen auf ein Lazarett schliessen. Man kann weder das Gesicht der Frau, noch das des verletzten Mannes erkennen und dennoch ist spürbar, dass der Mann leidet. Durch diese bildgestalterische Zensur behalten die beiden Menschen auf dem Bild ihre Anonymität – was sie noch zerbrechlicher scheinen lässt.

«Das Foto steht für die gesamte Region», begründete Jurymitglied Koyo Kouoh. Gemäss Jury symbolisiert die Fotografie die Proteste in Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen und Syrien und damit auch den gesamten arabischen Frühling.

Der Sieger ist ein 33-jähriger Fotograf aus Spanien. Mit 19 Jahren begann Aranda für spanische Zeitungen zu fotografieren und bereits in Alter von 21 Jahren reiste er erstmals in den Nahen Osten, um für die spanische Nachrichtenagentur EFE über den Israelisch-Palästinensischen Konflikt zu berichten. Heute arbeitet Samuel Aranda als freier Mitarbeiter für die New York Times und El Magazin de la Vanguardia und berichtet vom aktuellen Weltgeschehen aus Spanien, Pakistan, Gaza, Libanon, Irak, Palästina, Marokko, Westsahara und China.

World Press Photo dank Keystone in der Schweiz
Die Wanderausstellung mit diesem und weiteren prämierten Werken gastiert in rund 100 Städten in weltweit 45 Ländern. Keystone holt die Ausstellung World Press Photo vom 3. 5. 2012 bis 28. 5. 2012 zum fünften Mal nach Zürich – als eine der ersten Stationen der weltweiten Tournee. Grund genug, bei fokussiert den Mai zum Monat der Reportagefotografie zu ernennen. Mit verschiedenen Beiträgen zum Schwerpunkt Fotoreportage stellen wir bekannte Fotoreporter vor und zeigen den Alltag dieser Bildjournalisten auf.

Ausserdem verlosen wir 3×2 Tickets für die World Press Photo Ausstellung: Einfach diesen Artikel kommentieren und mit etwas Glück zwei Eintritte gewinnen.

Datum
03.05.2012 – 28.05.2012

Veranstaltungsort
im Papiersaal im Shilcity, 8045 Zürich

Eintrittspreise
Ausstellung: CHF 10.-, ermässigt CHF 5.-
Lecture und Ausstellung: CHF 15.-, ermässigt CHF 10.-
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gratis

8 Antworten
  1. Markus Kohlhoff says:

    Das Erste, an was ich denken musste, war die Pieta, also die Mutter Gottes, welche ihren vom Kreuz abgehängten Sohn beweint. Dass dieses Motiv offensichtlich nicht von Christen, sondern Menschen des „konkurrierenden“ Islam ausgefüllt wird, macht das Bild für mich stark und steht eindrücklich als eine Metapher dafür, dass Leid keine Religions- oder Staatszugehörigkeit kennt. Ein Anti-Kriegs-Bild.
    Formal, soweit man das bei Pressebildern überhaupt anmerken kann, hätte ich mir gewünscht, dass der Fotograf den Personen noch etwas mehr Raum gegeben hätte. Vielleicht wäre dann die Dreieckskomposition stärker herausgekommen – ohne abgeschnittene Arme.

    PS: Mich ebenfalls von der Verlosung ausschließen.

    Antworten
  2. Uwe says:

    Dieses Foto ist wirklich schlicht, aber sehr selbstredend. Finde es sehr gelungen. Hoffe das ich auch einmal so fotografieren kann, denn ich bin jetzt gerade einmal seit knapp 2 Jahren dabei. Mich würde die Ausstellung schon.

    Antworten
  3. migu says:

    War vor vier Jahren in Amsterdam an der World Press Photo Ausstellung. Unglaublich Eindrücklich…

    Dieses Jahr ist eigentlich geplant, die Ausstellung in Zürich anschauen zu gehen – und der Gewinn von Eintritten würde ich natürlich gerne nehmen um so meine Motivation dahin zu fahren wirklich auf 100% zu schrauben.

    Obwohl, 10.- um die Bilder ausgedruckt zu bestaunen ist ja auch nicht zu viel verlangt.

    Antworten
  4. Andi says:

    Freue mich auf die Bilder und die Ausstellung, schon C’est la vie im Landesmuseum hat Lust auf mehr Pressefotografie gemacht. Gewinnen wäre natürlich auch ganz nett.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Szenen aus dem Arabischen Frühling – eine dieser Aufnahmen wurde an der World Press Photo zum Pressefoto des Jahres gekürt. Ein Gespräch über Angst, Privatsphäre und das Geheimnis seines Erfolges. Interview: […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *