Ohne Aureolen und Unwirkliche Farben:
HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 3/3

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt.

(Zu Teil 1 und Teil 2)

4. Nachbearbeitung in Photoshop
Dieses ist der Punkt, vor dem viele Fotografen bereits mit der Beareitung fertig sind, dabei fängt die Nachbearbeitung hier erst wirklich an. Insbesondere Amateure belassen es bei dem, was die HDR-Software „ausspuckt“, und das ist in der Regel von Auraeffekten und Quietschfarben geplagt, die das Bild künstlicher erscheinen lassen, als es sein müßte. Schnee etwa wird gerne grau, wie man hier sehr gut erkennen kann.

Bei diesem Beispiel fallen VIER Dinge ganz spontan ins Auge:
[1] Der Schnee hat einen eindeutigen Grauschleier bekommen.
[2] Auch wenn Nebel über dem Wasser, Wald usw. hängt, hat er sich stellenweise in Auraeffekte „verwandelt“.
[3] Durch die HDR Umwandlung ist viel Rauschen ins Bild gekommen. Außerdem befinden sich Elemente im Foto, die unerwünscht sind (hier zwei Äste).
[4] Der Horizont ist nicht vollständig gerade.

Das einzige, was hier bei der Aufnahme hätte korrigiert werden können, ist die leichte Neigung des Horizontes. Alles andere kann in der Nachbearbeitung leicht behoben werden.

Das Ziel bei einem guten HDR sollte sein, es so natürlich wie möglich wirken zu lassen. Der Eindruck der Unwirklichkeit, den diese Bilder sowieso schon haben, sollte dahingehend hervorgehoben werden, daß sie gewissermaßen wie eine vierte Dimension ihrer selbst wirken, und nicht wie schlecht angemalt.

Man benötigt dazu ein Programm, das mit Lagen/Ebenen arbeitet, denn das Ziel ist hier, einzelne Bereiche so zu kombinieren, daß ein glaubhafter Gesamteindruck entsteht. Ich persönlich benutze hierfür Photoshop und habe über all die Jahre nichts finden können, das diese Software schlägt.

a. Schritt 1: Alle Aufnahmen in eine Datei integrieren
Öffne die Datei, die Du gerade als TIF abgespeichert hast. In diese als Ebenen integriert/kopiert werden jeweils eine Version der unter-/über- und normal belichteten Aufnahme, soweit diese dazu dienen sollen, das HDR zu korrigieren. Diese sollte man sich genauestens anschauen und notieren, welche Bereiche man in das HDR Bild integrieren möchte. Ich habe mich hier dazu entschlossen, nur die normal- und überbelichtete Versionen als Lagen/Ebenen zu integrieren.

b. Schritt 2: Beheben von Bildrauschen
HDR Bearbeitung bringt extrem viel Bildrauschen mit sich. Ich habe ein Werkzeug für das Beheben von Bildrauschen, das als Plugin in Photoshop integriert ist – Noise Ninja. Man kann Bildrauschen auch anders beheben, aber Noise Ninja war das beste, was ich finden konnte. Meistens genügt es, das zu akzeptieren, was Noise Ninja als Korrektur anbietet. Nur in extremen Fällen ist es notwendig nachzulegen.

Hier der Vergleich (vorher/nachher):

Noise Ninja verändert die Lage/Ebene, auf die es angewandt wird, destruktiv – mit anderen Worten, es wirkt auf diese direkt ein, ohne wie bei Nik Filtern automatisch eine Kopie zu erstellen.

c. Schritt 3: Umbennenung der Ebenen, Elementauswahl, Maskierung
Wenn das Bildrauschen im HDR korrigiert ist, kann man mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Insbesondere wenn man die Kamera nicht stillgehalten hat, sind die Aufnahmen nicht vollständig kongruent. Das muß behoben werden, bevor man anfängt, sie als Lagen im selben Bild miteinander zu verschmelzen.

Ich habe mich wie oben angedeutet ansonsten entschlossen, nur die sehr helle und die normale Aufnahme mit dem HDR zu „verheiraten“. Die helle habe ich als Lage hier „snow“ genannt, weil ich sie dazu benutzen will, den Schnee von grau in weiß zurückzuverwandeln. Die andere Lage habe ich in „forest“ umgetauft, weil sie dazu dienen wird, die Auraeffekte im Wald zu beheben.

Als ersten Schritt versieht man die oberste Ebene, hier „snow“, mit einer Maske und füllt diese mit Schwarz. Man wechselt die Vordergrundfarbe auf weiß, wählt den Pinsel als Werkzeug aus und stellt sicher, daß er eine Transparenz von 50% hat. Außerdem sollte man Härte auf 0% stellen. Man „malt“ jetzt mit diesem Pinsel auf der Maske an den Stellen in weiß, die man wieder sichtbar machen möchte.

Durch die Wahl eines weichen, halb transparenten Pinsels gelingt dieses auf eine Weise, die natürlicher wirkt, als wenn man einen harten, voll sichtbaren gewählt hätte – das Ziel ist ja, ein glaubhaftes Endergebnis zu erhalten. Währen der Bearbeitung wechsle ich oft zwischen schwarz und weiß hin und her. Ich variiere auch die Größe des Pinsels, je nachdem, wie das Motiv gestaltet ist. Wenn man mehr Detail braucht, sollte man selbstverständlich einen kleineren Pinsel benutzen.

Wenn der Schnee korrigiert ist, holt man die Ebene namens „forest“ in den Vordergrund, versieht auch diese mit einer Maske, die sodann mit Schwarz ausgefüllt wird und fängt ebenfalls an, auf ihr in gleicher Weise wie beim Schnee den Wald zu korrigieren. Ich habe hier einen größeren Pinsel benutzt und nur in groben Zügen korrigiert. Als letzten Schritt habe ich alle Lagen in eine neue zusammengezogen und die ursprünglichen Lagen unsichtbar gemacht (siehe das „Auge“ links neben den Lagen).

Der Grund hierfür ist, daß ich vor jedem neuen Schritt, der das Bild destruktiv verändert, den vorherigen dadurch bewahre, daß ich eine Kopie erstelle. Ausnahme ist Noise Ninja, da das Bild in diesem Zustand oft nicht brauchbar ist. Man hätte allerdings auch dort die Ebene zuerst duplizieren können.

Man kann zwar in Photoshop schrittweise zurückspringen, aber wenn die Datei einmal abgespeichert ist und geschlosen wurde, lassen sich Veränderungen, die die Lage/Ebene selbst betreffen (also „destruktiv“ auf deren ursprünglichen Zustand einwirken), nicht mehr rückgängig machen.

Als nächstes nehme ich den Rand weg, der sich durch die Bearbeitung mit Photomatix in jedes Bild schleicht. Dann werden die störenden Äste im linken Teil des Fotos „ausradiert“, indem ich andere Bildteile darüberkopiere.


Und im letzten Schritt wird die leichte Verschiebung des Horizontes korrigiert. Ich kopiere wiederum die Lage und lasse die ursprüngliche optisch verschwinden. Dann rotiere ich das Bild so, daß es gerade wirkt und schneide es aus, damit die weißen Ränder, die durch die Verschiebung entstanden sind, wegfallen. Ich habe mich letztlich auch dazu entschlossen, das Foto oben noch etwas mehr zu beschneiden, damit der Horizont eher im Goldenen Schnitt liegt.

Das Endergebnis kann sich sehen lassen!

 

Mehr lesen

Leserfoto: Bild des Monats November

21.1.2013, 0 KommentareLeserfoto:
Bild des Monats November

Die Beurteilung ist abgeschlossen: Die Wahl für das Bild des Monats November ist auf den Hund um High Noon gefallen, den wir hier bereits kennenlernen durften.

Leserfoto: Der Alien-Käfer auf dem fremden Planten

28.12.2012, 1 KommentareLeserfoto:
Der Alien-Käfer auf dem fremden Planten

Das Spiel mit den Größenverhältnissen macht aus etwas Wüste, paar Gräsern und einem Scarabaeus eine kleine Fantasiewelt.

Bildbearbeitung: Digitale Filmkornsimulation (2)

14.11.2012, 4 KommentareBildbearbeitung:
Digitale Filmkornsimulation (2)

Der nachfolgende Artikel unseres Gastautors Dr. Thomas Brotzler befaßt sich mit der digitalen Filmkornsimulation. Im zweiten Teil geht es um die praktische Verwendung dieser Technik.

Teil 1 von 2: Ebenenmasken – Eine Einführung

18.12.2012, 2 KommentareTeil 1 von 2:
Ebenenmasken – Eine Einführung

Dank Ebenenmasken im Photoshop können wir gezielt einzelne Bereiche nach unseren Wünschen bearbeiten, ohne dadurch das Originalbild zu zerstören.

Leserfoto: Minimalistisches Landschaftsfoto – Mehr Farbintensität

15.10.2012, 3 KommentareLeserfoto:
Minimalistisches Landschaftsfoto – Mehr Farbintensität

Die einfachsten Kompositionen sind oft die besten. Manchmal können Landschaftsfotos so schon fast abstrakt wirken.

5.9.2012, 2 KommentareLeserfoto:
Gebäudeschnappschuß – Gerne oben etwas dunkler

Kleine Mängel in der Aufnahme können in der Nachbearbeitung ohne weiteres behoben werden.

Teil 2 von 2: Ebenenmasken – Eine Einführung

26.12.2012, 3 KommentareTeil 2 von 2:
Ebenenmasken – Eine Einführung

Dank Ebenenmasken im Photoshop können wir gezielt einzelne Bereiche nach unseren Wünschen bearbeiten, ohne dadurch das Originalbild zu zerstören. In diesem Teil geht es um die selektive Helligkeits- und Kontrastkorrektur.

1.8.2012, 3 KommentareLeserfoto:
Märchenwald

In der neuseeländischen Mythologie wird erzählt, dass Tāne, der Gott des Waldes den ersten Menschen erschaffen haben soll. Und beim Anblick dieses Mächrenwaldes will man dem Mythos Glauben schenken.

Ohne Aureolen und Unwirkliche Farben: HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

6.6.2012, 3 KommentareOhne Aureolen und Unwirkliche Farben:
HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt. Teil 2/3

Leserfoto: Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

5.2.2013, 2 KommentareLeserfoto:
Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

Formen und Farben vermitteln ein Gefühl für die Natur und das auch in einer Stadt

Leserfoto: Bild des Monats November

21.1.2013, 0 KommentareLeserfoto:
Bild des Monats November

Die Beurteilung ist abgeschlossen: Die Wahl für das Bild des Monats November ist auf den Hund um High Noon gefallen, den wir hier bereits kennenlernen durften.

Gute Aussichten 2012/2013: Sieben Preisträger

3.12.2012, 1 KommentareGute Aussichten 2012/2013:
Sieben Preisträger

Gute Aussichten 2012/2013: Sieben Preisträger wurden ausgewählt in der neunten Auflage des Wettbewerbs für die neue, die junge deutsche Fotografie.

Leserfoto: Standhafte Möwen - schräg im Wind

15.2.2013, 4 KommentareLeserfoto:
Standhafte Möwen - schräg im Wind

Der kreative Einsatz von Farben und Bildaufbau entbinden den Fotografen nicht von den restlichen technischen Anforderungen an ein gelungenes Foto.

Leserfoto: Minimalistisches Landschaftsfoto – Farbe und Stimmung

17.1.2013, 3 KommentareLeserfoto:
Minimalistisches Landschaftsfoto – Farbe und Stimmung

Manchmal genügen zehn Sekunden.

11.1.2013, 4 KommentareLeserfoto:
Ein neuer Blick auf die Tower Bridge

Es ist gar nicht so einfach, häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten in einem ungewöhnlichen Blickwinkel festzuhalten. Bei der Tower Bridge hat es der Fotograf hier mit einer Kombination aus Langzeitbelichtung, Tempo und Farbmischung geschafft.

Landschaftsfoto in HDR: Farbe und Stimmung

2.11.2012, 4 KommentareLandschaftsfoto in HDR:
Farbe und Stimmung

Wenn HDR gut gemacht ist, verstärkt der Effekt im Bild bereits angelegte Stärken. Das allein macht allerdings noch kein perfektes Foto.

Ohne Aureolen und Unwirkliche Farben: HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

6.6.2012, 3 KommentareOhne Aureolen und Unwirkliche Farben:
HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt. Teil 2/3

Landschaftsfotografie: Plastische Küste

8.2.2012, 3 KommentareLandschaftsfotografie:
Plastische Küste

Ohne Extreme in den Kontrasten des Motivs ist kein HDR notwendig. Eine Aufnahme in RAW reicht bereits für vieles.

26.2.2013, 14 KommentareLeserfoto:
Die verborgenen Schnappschüsse der Festplatte

Oft ist von längst verloren geglaubten Perlen der Fotografie die Rede, die jahrelang unbemerkt auf der heimischen Festplatte schlummerten und erst durch eine spätere Bildbearbeitung zu vollem Glanz emporsteigen. Nur: Nicht jedem Foto ist dieses Märchen vergönnt.

Digitale Nachbearbeitung von Fotos: Das Salz in der Suppe

6.2.2013, 3 KommentareDigitale Nachbearbeitung von Fotos:
Das Salz in der Suppe

Die Digitalfotografie ermöglicht uns, „einfach mal drauflos zu schiessen“ und anschliessend zu löschen, was nicht gefällt. Oft tritt dabei der Akt des Fotografierens an sich in den Hintergrund. Aber auch in Zeiten der Digitalfotografie hat ein gutes Bild unsere volle Aufmerksamkeit beim Fotografieren verdient.

Bildbearbeitung: Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (1)

16.1.2013, 3 KommentareBildbearbeitung:
Abwedeln und Nachbelichten in der Digitalfotografie (1)

Der nachfolgende Artikel unseres Gastautors Thomas Brotzler befaßt sich mit den Möglichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens. Im heutigen ersten Teil geht es um die Herkunft und Bedeutung dieser Technik. Im folgenden zweiten Teil werden praktische Aspekte mit einem Bearbeitungsbeispiel aufgezeigt

6.3.2013, 6 KommentareLeserfoto:
wunderschöne, klirrende Kälte

Der Schnee blendet, die Luft ist klirrend kalt und die Landschaft ist in blaues Licht getaucht. Doch wie zeigt man Kälte in Schwarz/Weiss?

20.2.2013, 2 KommentareLeserfoto:
Bild des Montas Dezember

Jeden Monat erhalten wir eine Vielzahl Bildeinsendungen zur Besprechung in unserer Kategorie Bildkritik. Die Autoren von fokussiert.com wählen sich ein Bild aus, welches sie sich gerne genauer anschauen möchten und beschreiben dann, was der Fotograf gut gemacht hat und wie er vielleicht mit einem kleinen Schritt nach links einen optimaleren Ausschnitt hätte kreieren können oder mit etwas mehr - oder manchmal auch weniger - Bildbearbeitung noch mehr aus seinem Bild herausgeholt hätte.

Fotografien aus 24 Stunden – Glanzlichter

22.12.2012, 0 KommentareFotografien aus 24 Stunden – Glanzlichter

Fotografien aus 24 Stunden: die einen glänzen, während die anderen leuchten oder auf Erleuchtung warten

Teil 1 von 2: Ebenenmasken – Eine Einführung

18.12.2012, 2 KommentareTeil 1 von 2:
Ebenenmasken – Eine Einführung

Dank Ebenenmasken im Photoshop können wir gezielt einzelne Bereiche nach unseren Wünschen bearbeiten, ohne dadurch das Originalbild zu zerstören.

Ohne Aureolen und Unwirkliche Farben: HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

6.6.2012, 3 KommentareOhne Aureolen und Unwirkliche Farben:
HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 2/3

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt. Teil 2/3

Ohne Aureolen und Unwirkliche Farben: HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 1/3

5.6.2012, 6 KommentareOhne Aureolen und Unwirkliche Farben:
HDR (High Dynamic Range) richtig bearbeitet. Teil 1/3

HDR oder „high dynamic range“ ist eine Bearbeitungsweise für Fotos, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Man sieht HDR Bilder überall, und wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „WOW!“ Effekt. Teil 1/3

Leserfoto: Regeln kennen und brechen

15.1.2013, 3 KommentareLeserfoto:
Regeln kennen und brechen

Man darf nicht an sich zweifeln, wenn einem (s)ein Bild gut gefällt, obwohl es nicht alle Regeln der Gestaltung berücksichtigt.

Bildbearbeitung: Digitale Filmkornsimulation (2)

14.11.2012, 4 KommentareBildbearbeitung:
Digitale Filmkornsimulation (2)

Der nachfolgende Artikel unseres Gastautors Dr. Thomas Brotzler befaßt sich mit der digitalen Filmkornsimulation. Im zweiten Teil geht es um die praktische Verwendung dieser Technik.

7.8.2012, 9 KommentareFotografieren:
Nachtfotografie mit digitaler Ausrüstung (3)

11 Kommentare

  1. Ein subtiles Manifest gegen Augenkrebs erzeugende HDRs. Vielen Dank.

    Aber nicht zum Thema HDR sondern zum Thema Ausrichten des Horizonts hätte ich einen Hinweis, denn als Beispiel dafür eignet sich Ihr Bild besonders.

    Wenn der Horizont keine Anhaltspunkte zum Ausrichten liefert, hilft, falls vorhanden, das Spiegelbild in einer Wasserfläche.
    Denn die gedachte Linie zwischen einem Punkt im Raum (hier z.B. eine Astgabel) und seinem Spiegelbild auf einer waagerechten Fläche, ergibt immer eine Senkrechte.

    Je nach Aufnahmewinkel und Brennweite wird diese Methode nur in der Nähe der vertikalen Mittelachse des Bildes zuverlässig funktionieren (stürzende Linien).

    Für das Beispielbild (finale Version) ergibt sich mit dieser Methode ein “Fehl”-Winkel von ca. 1,5 Grad im Uhrzeigersinn.

    • Interessant! Ich bin nicht so geometrisch in Fällen wie diesen, wenn auch Geometrie/Mathematik im Gymnasium vor ca. 500 Jahren mit mein bestes Fach war! Ich ziehe im Normalfall in Photoshop grüne Leitlinien durchs Foto, indem ich auf ein Lineal am Rand klicke und dann ins Foto hinein bewege. Nach diesen richte ich dann Linien im Foto aus, die GERADE sein sollten – wie eben der Horizont hier.

      Mittlerweile korrigiere ich den Aufnahmewinkel allerdings lieber in Lightroom, weil ich dann die Ränder nicht noch einmal extra beschneiden muß.

    • Mittlerweile korrigiere ich den Aufnahmewinkel allerdings lieber in Lightroom, weil ich dann die Ränder nicht noch einmal extra beschneiden muß.

      Viele Wege führen nach Rom. Auch der Filter “Objektivkorrektur” in Photoshop bietet hier Nützliches, indem man mit der Maus ein Lot ziehen kann und das Bild dann entsprechend gedreht und vergrößert wird.

  2. Also den Grauschleiher und die Auraeffekte sind wirklich auf den ersten Blick zu erkennen. Aber Respekt, dass du die die leichte Verschiebung des Horizontes gesehen hast. Gibt dem Ganzen nochmal eine natürlichere Tiefe.

    • Danke! Mit der Zeit lernt man, darauf zu achten. Hier hätte ich das bei der Aufnahme gleich sehen müssen – aber erstens war es bitterkalt, und zweitens ist die Verschiebung ja auch nur LEICHT. Und dann hat es sich ja letztlich noch zu Lernzwecken verwenden lassen.

  3. Vielen Dank für diesen schönen Übersichts- und Einstiegsartikel, liebe Sofie. Dein Ansatz, die HDR-Technik zur behutsamen Erweiterung des kameratechnisch begrenzten Dynamikumfangs (und damit zur wirklichen Bildverbesserung) zu nutzen, spricht mir ganz aus dem Herzen.

    Thomas

    • Ich kann das Kompliment nur zurückgeben – Deine HDR Bilder sind das Beispiel dessen, was ich hier “gekonnte Nachbearbeitung” nenne. Genau SO sollten HDRs aussehen! :)

    • Vielen Dank für dieses Lob.

      Ich möchte gerne noch anmerken, daß die Schwarzweißfotografie (mit der ich mich ganz überwiegend beschäftige)in Hinblick auf die von Dir angesprochenen Themen ein durchaus dankbares Terrain ist: zum einen münden die üppigen Farben beim HDR-Ausgangsbild naturgemäß nicht in Quietschigkeit, sondern bieten eine gute Basis für die Aussteuerung der Farbkanäle; zum anderen läßt sich ein gewisser Teil des Bildrauschens durch die abschließende Filmkornsimulation elegant und stimmig überdecken.

      Die artefaktsärmsten Ergebnisse beim HDR-Ausgangsbild und besten Voraussetzungen für die Nachbearbeitung erzielt man nach meiner Erfahrung übrigens, indem man Photomatix nicht mit RAW-, sondern mit in ACR bereits entwickelten und leicht farbentrauschten 16-Bit-TIFF-Dateien beschickt und das Ergebnis der Rückrechnung in den Niederkontrastraum ebenfalls als 16-Bit-TIFF-Datei abspeichert.

      Thomas

    • Ja, wenn man in Schwarzweiß umwandelt kann Bildrauschen sogar erwünscht sein. Deshalb wirken ja Bühnenaufnahmen mit ISO 1600 so retromäßig. Du hast ja wirklich das ganze in eine Wissenschaft für sich umgewandelt – ich selbst bin aus Zeitgründen mit meinem vereinfachten Arbeitsablauf bisher ganz zufrieden…

    • Du hast ja wirklich das ganze in eine Wissenschaft für sich umgewandelt

      Ich habe es bei Rolf Walther in Mainz gelernt …

      ich selbst bin aus Zeitgründen mit meinem vereinfachten Arbeitsablauf bisher ganz zufrieden

      Das stimmt, für eine umfangreiche Postproduction ist es wohl zu zeit- und rechnerintensiv …

      Thomas

  4. Sehr schönes Tutorial für alle, die mal in HDR Aufnahmen reinschnuppern wollen und sicherlich auch noch einige Tipps für quietschfarben-verehrende “Profis” :)

    Als kostenfreie Alternative zu Photoshop kann ich ansonsten noch Gimp empfehlen. Nicht ganz so Nutzerfreundlich, allerdings (nach einer mittelfristigen Eingewöhnungszeit) ebenfalls ein mächtiges Bildbearbeitungstool.

    MfG
    Basti

Ein Pingback

  1. [...] den Rest. Das Bild wird schlußendlich als 8-bit TIF abgespeichert.Morgen geht es weiter mit Teil 3 zur HDR-Fotografie. Twittern Flattr.flattr{margin-top:0px !important}Mehr [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder