Einführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling

Der folgende Artikel richtet sich an Fotografinnen und Fotografen, die sich für Food Fotografie und Styling interessieren und damit Erfahrungen sammeln möchten.

Food Fotografie ist eine Kunst für sich, wie viele andere Genres innerhalb dessen, was man mit Kameras alles ablichten kann. Wenn man an Essen und Aufnahmen desselben denkt, kann schnell der Eindruck aufkommen, es handele sich ja „nur“ um ein Stilleben – und streng genommen ist es das auch, allerdings ein spezielles. Das Ziel der Food Fotografie ist, das dargestellte Gericht oder die dargestellten Zutaten möglichst so aussehen zu lassen, daß der Betrachter nicht nur einen Eindruck des Lammragouts, Weins oder Müeslis gewinnt, sondern daß ihm das Wasser im Mund zusammenläuft und er versucht ist, was er da sieht auch zu probieren und/oder zu kaufen. Das ganze soll also möglichst lecker und ansprechend aussehen, und damit es diesen Ansprüchen genügt, greifen professionelle Food Stylisten schon mal tief in die Trickkiste.

Ich selbst war geschockt, als ich zum ersten Mal sah, was hinter den Kulissen mit den leckeren Brathühnchen, dem Eis usw. so alles angestellt wird. Da werden aus rohen Hühnern „knusprige“ Broiler gezaubert, indem man so lange mit Lebensmittelfarbe und Bunsenbrennern nachhilft, bis das ganze täuschend echt aussieht. „Eiskrem“ wird aus ziemlich unleckeren Zutaten zusammengemixt, und damit die Milch so hübsch vom Löffel „tropft“, nimmt man eben statt Milch Klebstoff. Der verhindert auch, daß sich die Cornflakes innerhalb kürzester Zeit in Matsch verwandeln.

Food Stylisten waren oft in ihrem früheren Leben ausgebildete Köche und Bäcker, und haben daher einen ausgeprägten Sinn dafür, wie Essen am besten in Szene gesetzt werden sollte. Daß sie dafür auf besagte Trickkiste zurückgreifen müssen, liegt unter anderem daran, daß Essen – und besonders frisches Gemüse etc. – schnell nicht mehr appetitlich wirkt. Eis schmilzt, Bier verliert in kurzer Zeit seine Krone, und wenn man echte Eiswürfel in Getränke gibt, wirken sie nicht durchsichtig, sondern weiß.

Die meisten Fotografen, die beispielsweise daran denken, ein Food Blog anzufangen, brauchen sich über die Trickkiste keine Sorgen zu machen – sie sollten sich nur darüber im klaren sein, wie Profibilder zustande kommen, und warum sich eben das eigene Bierbild von dem in der Werbung unterscheidet. Man benötigt zwar ein paar Dinge, um gute Food Fotos zu schießen, aber nicht unbedingt einen Bunsenbrenner (außer, man möchte Crème Brulée machen). Ich habe die wichtigsten Aspekte hier aufgelistet:

  • Kenne Deine Kamera
  • RAW und JPEG
  • Stativ und Fernauslöser
  • Requisiten
  • Licht und Beleuchtung
  • Komposition
  • Nachbearbeitung

Im nächsten Artikel zu diesem How-To, der in einer Woche erscheint, werden diese Aspekte noch ausfühlich durchleutet und beschrieben.

 

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13 Kommentare

  1. Da ich selber ausgebildeter Koch und leidenschaftlicher Hobbyfotograf bin, ist das für mich ein sehr interessantes Thema. Hab auch schon viel rumprobiert und es ist wirklich nicht so einfach wie man denken mag.

    • Das müssen viele Leute feststellen, die an die Sache mit der Haltung herangehen, “es ist ja nur Essen”. Wie bereits bemerkt ist das Internet VOLL von richtig schlechten Essensfotos. Hast Du eine Webseite? Mich würden Deine Fotos interessieren. Schick mir einfach eine Mehl.

  2. Einige persönliche Gedanken dazu, ohne Bekehrungs- und Fingerzeigabsicht:

    1.
    Die Kunstfertigkeit, etwas schön in Szene setzen zu wollen und können, erkenne ich an – auch in diesem Bereich, denn ich mache es mit meinen Themen (Landschaft, Nacht, Straße) ja auch nicht anders. Auch ich hörte in diesem Rahmen schon, daß eine schlichte Betonwand überhaupt erst in der bildnerischen Übersetzung eine Ansehnlichkeit bekäme …

    2.
    Doch wäre der Zweck des Ganzen nicht darauf ausgerichtet, andere zu täuschen (Werbung als legaler Betrug)? Also eine zwangsläufig der Enttäuschung anheimfallende Illusion zu schaffen, daß das Gekaufte bzw. zu Essende mit dem Abgebildeten irgendetwas zu tun hätte?

    • Es gibt im Amerikanischen den Begriff “truth in advertising”, also Wahrheit in der Werbung, und das Konzept existiert in dieser oder anderer legaler Version anderswo auch. Es ist darum OK, Eiskrem aus sonstwas “herzustellen”, wenn man die Schokosoße darauf verkaufen will. Wenn man allerdings die EISKREM verkaufen will, muß das, was man ablichtet, auch das Produkt sein. Was dann wiederum spezielle Herausforderungen stellt.

      Ich persönlich denke, daß Fotografie immer irgendwo Illusion ist – über den Gedanken, daß hier Realität geboten wird, sind wir glaube ich alle bereits hinweg. Denn auch bei Dokumentarfotos siehst Du immer nur das, was der Fotograf beschlossen hat aufzunehmen. Du kannst darum auf eine grüne Wiese schauen und wirst nicht sehen, daß am Baum rechts, der nicht drauf ist, jemand hängt. Überzogen gesagt.

    • Interessantes Video zum Entstehen wirklich professioneller Essensfotos: http://www.youtube.com/watch?v=oSd0keSj2W8

  3. @Thomas: Bedenke, dass auch die Aktfotografie versucht, besonders die positiven Seiten eines Models ins rechte Licht zu rücken. Deshalb von Betrug zu sprechen, weil eine bloße Abbildung es darauf anlegt, Lust- und Geschmacksempfindungen hervorzurufen, finde ich nicht gerechtfertigt.

    Zwischen kunstfertiger Täuschung und unmoralischem Betrug liegen Welten, da sind wir doch einer Meinung?

  4. Hallo Uwe …

    Ich war durchaus besorgt, daß meine Ausführungen unter 2 als “moralischer Appell” ausgelesen werden könnten. Deswegen hatte ich ja den Vorspann dazugeschrieben – eine persönliche Meinung, auf eine temporäre Ratlosigkeit verweisend …

    Auf Deine Frage hin: ja, ich vermag den Unterschied oft zu erkennen. Ich sehe aber auch Beispiele, in denen die Manipulation vorrangig ist oder möglicherweise beide Feststellungen zutreffen (was dann der schwierigste Fall ist) …

    Thomas

    • Ich weiß nicht mehr wie der Typ hieß, aber sie haben vor ein oder zwei Jahren jemandem seinen World Press Award aberkannt, nur weil er das Foto dramatisch beschnitten hatte. Der Fotograf ist immer derjenige, der entscheidet was wann aufgenommen wird, und wie es nachbearbeitet wird.

    • Es handelte sich um ein Foto von Stepan Rudik, dem 2010 der 3. Platz in der Kategorie “Sport Features” aberkannt wurde. Nicht nachbearbeiten und beschneiden waren Grund der Disqualifikation, sondern das Wegstempeln eines Bildteils. Weitere Infos bei Freelens.

    • Ja, Du hast recht. Das Foto war beschnitten UND ein Teil war weggestempelt. Ich hatte mich damals anderweitig darüber ausgelassen, daß die Änderung nichts anderes darstellte, als was man in der Dunkelkammer auch hätte machen können. Und insofern halte ich das für legitim. Es war ja nicht so, daß das Foto radikal verändert wurde. Aber Regeln sind eben Regeln, und wenn man dagegen verstößt, wird man disqualifiziert.

  5. Ich sehe es nicht als Täuschung. Es ist in meinen Augen Kunst Bilder von Speisen zu machen was schon allein von hinschauen Lust auf mehr macht. Jetzt hab ich Hunger … Mahlzeit

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