Romney Müller-Westernhagen:
Natürliche Portraits

Für eindrucksvolle Portraits braucht es oft nicht sehr viel. Wenn aber hinter der Kamera eine Künstlerin mit prominentem Nachnamen und vor dem Objektiv weitere Prominente stehen, dann ist die Aufmerksamkeit gewiss. In der Berliner Galerie Camera Work ist vom 11. August bis 22. September die weltweit erste Ausstellung der Photographin Romney Müller-Westernhagen zu sehen.


Die Einzelausstellung «Beyond Faces» gibt Einblick in das Wirken der Künstlerin als Porträtphotographin, die mit dem Musiker Marius Müller-Westernhagen verheiratet ist. In der Ausstellung sind über 40 Konterfeis von Persönlichkeiten aus Politik, Schauspiel, Kunst, Sport oder Alltag zu sehen: unter anderem der SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, ein tätowierter Gangster aus Kapstadt, Boxweltmeister Wladimir Klitschko oder Marius Müller-Westernhagen.

Romney Müller-Westernhagen ist in New York geboren und aufgewachsen. Sie studiere Modeillustration und Grafikdesign. Inspiriert und gefördert von ihrem Ehemann, entwickelte sich bei der Autodidaktin Romney ein stetig wachsendes Interesse am Medium der Photographie. Die ersten Veröffentlichungen hatte Romney im Liedtextbuch «Mein Herz, dein Blut. Neue Texte» von Marius Müller-Westernhagen. Weitere photographische Arbeiten von ihr erschienen dann in seinen CD-und DVD-Booklets, bis sie sich schließlich 2011 auch für das Coverphoto des Albums «Hottentottenmusik» verantwortlich zeigt. Im selben Jahr wurde ihr Photoband «Auf der Straße mit Westernhagen. Das Leben auf Tour – ein Blick hinter die Kulissen» veröffentlicht.

Romney Müller-Westernhagen: «Beyond Faces»
WLADIMIR KLITSCHKO POST#19CMARIUS MUELLER WESTERNH#198Jens L. 10/2011STEINMEIER

Ihre Portraits zeichnen sich durch die Konzentration auf den Menschen vor der Kamera aus. Sie kommt ihnen ganz nahe und arbeitet oftmals die Besonderheit der zum Betrachter sprechenden Augen der Porträtierten heraus. «Sie verzichtet bewusst auf störendes Beiwerk im Arrangement, um den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Ein schelmisch lachender Joschka Fischer, ein melancholisch blickender, sensibler Jens Lehmann oder einfach aus dem Alltag gegriffene faszinierende Gesichter, die Romney beeindrucken: Photographiert werden ihre Porträts oft in ihrer privaten Umgebung. Durch diese intime Atmosphäre ohne künstliches Licht oder anwesende Assistenten entsteht ein unbefangener Raum, der Natürlichkeit zulässt», wie es in der Ankündigung heißt.

Das macht die Arbeiten von Romney Müller-Westernhagen so sehenswert.

Romney Müller-Westernhagen: «Beyond Faces»
11. August – 22. September 2012
CAMERA WORK • Kantstraße 149 • 10623 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 11–18 Uhr

 

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3 Kommentare

  1. “Wenn aber hinter der Kamera eine Künstlerin mit prominentem Nachnamen und vor dem Objektiv weitere Prominente stehen, dann ist die Aufmerksamkeit gewiss.”

    Und damit ist eigentlich alles gesagt zu diesen Fotografen. :-)

    Auch schön das Zitat aus dem Begleittext: “Sie verzichtet bewusst auf störendes Beiwerk im Arrangement, um den Blick für das Wesentliche zu bewahren. (Durch die) intime Atmosphäre ohne künstliches Licht oder anwesende Assistenten entsteht ein unbefangener Raum, der Natürlichkeit zulässt”

    Was bei jedem unbekannten Fotografen als amateurhaft ausgelegt werden würde.

    • Hallo Marc,

      diese Fotos hätten ohne die prominenten Namen wohl sicher nicht die Aufmerksamkeit bekommen. ABER die Fotos zeigen ein künstlerisches Konzept und eine bewusste Gestaltung und eine gekonnte Ausarbeitung. Das macht sie aus meiner Sicht sehens- und erwähnenswert, nicht die prominenten Namen der Fotografin und der abgebildeten Personen.

      Die Portraits gehen – wegen der bewussten Gestaltung – über das amateurhafte hinaus. Allerdings – und auch das finde ich das Schöne daran – mit einem Aufwand, den jeder Amateur ebenfalls betreiben kann.

      Für mich sind diese Aufnahmen Anschauungs- und Lehrmaterial und Ansporn im eigenen Kreis mit den vorhanden Mitteln ebenso ausdrucksstarke Portraits zu machen.

  2. vielleicht bin ich voreingenommen, weil ich denke, dass prominenz allzu oft kreativität ersetzt. vielleicht bin ich auch verkorkst, weil ich gerade seit stunden über seiten großartiger fotografen surfe. und vielleicht kann man sich kommentare nach über einem monat auch sparen. aber: ungefähr so würde ich 08/15 definieren. minimalismus muss halt nicht immer leica M9 sein. manchmal doch eher holga. ein künstlerisches konzept könnte ich da nur mit sehr viel wohlwollen hineininterpretieren und das fehlt mir ehrlich gesagt (weil: siehe oben).

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