Leserfoto:
Landschaftsfoto – Zu viel Mitte

Wenn man die Zeit hat, ein Foto perfekt zu kombinieren, sollte man sich diese auch nehmen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Arnold).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Arnold).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist ein HDR aus einer 5er Belichtungsreihe und mit Photomatix zusammengesetzt. Als Objektiv ist ein Sigma 10-20 an einer Sony Alpha 55 zum Einsatz gekommen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Arnold:

Ich freue mich persönlich immer, wenn ich ein perfekt nachbearbeitetes Foto sehe, besonders, wenn es sich um ein Genre handelt, das oft von Mängeln geplagt wird. Du hast hier ein HDR eingereicht, das NICHT an den üblichen Dingen krankt, die man sonst zu sehen bekommt: Grauschleier, Aureolen, unwirkliche Farben. Die Farben in Deinem Bild sind zwar auch unwirklich, aber man kann sie fast glauben. Das Wasser ist weich gezeichnet, der Horizont leuchtet in Pastellfarben.

Man kann sich hier darüber streiten, ob Du eher ein Postkartenmotiv fotografiert hast – das ist meines Erachtens Geschmackssache, denn ob Klischee oder nicht, Postkartenmotiv oder nicht entscheidet letztlich der jeweilige Betrachter.

Was mir jedoch negativ ins Auge sprang war die Anordnung der Steine im Vordergrund. Dadurch, daß Du dich auf ein paar wenige Gestaltungselemente beschränkt hast, fallen diese natürlich um so mehr auf. Und mir fällt auf, daß der dunkle Stein im Vordergrund statisch in der Mitte liegt. Er gehört dort visuell nicht hin; jedes Mal, wenn ich das Foto sehe, möchte ich ihn nach links verschieben. Und das wäre ganz einfach möglich gewesen, indem Du einen kleinen Schritt nach rechts machst. Dann wäre der Stein nach links gewandert und die Statik, die das Foto schon an sich hat, weil eben nichts passiert, wäre nicht noch negativ verstärkt worden. Das hätte dann ungefähr so ausgesehen (ich habe das Foto aus Anschauungsgründen lediglich links beschnitten, der Effekt ist nicht der gleiche):

Du kannst Dir bei einer Aufnahme dieser Art in aller Ruhe aussuchen, wo Du stehst und wann Du auf den Auslöser drückst. Nichts passiert so schnell, daß Du diese Überlegungen nicht anstellen kannst. Die Art der Aufnahme sagt mir, daß das auch passiert sein muß – aber der Schluß, den Du kompositionell gezogen hast, war nicht richtig.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.

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5 Kommentare

  1. Hm, für mich ist diese Bildkritik ein passables Beispiel für „ein gutes Bild einfach mal gut sein lassen.” Der Vorschlag zum Bildbeschnitt macht genau eines kaputt, was mir an der Hauptaufnahme am meisten gefällt: die Weite der landschaftlichen Situation und die Diagonale, die perfekt kreiiert wird vom vorderen Stein zum hinteren Einland im Wasser, der Weg also, der perfekt von der Sonne beschienen ist.

    Frau Dittmann, bei allem Respekt zu Ihrem subjektiven Empfinden. Das Bild oben ist absolut gelungen, stimmig und genau richtig so. Die Mitte passt hier durch die offensichtlich Dynamik der Elemente im rechten Teil des Fotos. Man muss Fotos nicht kaputt kritisieren, einfach mal sagen: perfekt so! ;-)

  2. Ich finde Sofie Dittmann hat in ihrer Bildbesprechung die wesentlichen Punkte angesprochen: perfekte Nachbearbeitung und unausgewogene Komposition. Da stimme ich ihr voll zu.

    Leider ist der Versuch nicht geglückt, durch Beschneiden eine Alternative aufzuzeigen.

    So viel Stein braucht einfach mehr Meer. Und weil Steine von Natur aus nicht dynamisch sind, hätte ich einen Standpunkt gewählt, von dem aus sie ein solides Dreieck bilden.

    Falls man dem Bild etwas Gutes tun will, könnte man eine stärkere Vignettierung hinzufügen, um die Bildelemente optisch besser zusammen zu halten.

    • Uwe, ich stimme mit Dir voll überein. Das Problem in Fällen wie diesen ist ja auch, daß ich nichts habe, woraus ich ein Alternativbeispiel konstruieren könnte. Der Beschnitt zeigt trotzdem, was passiert wäre, wenn der Stein entsprechend angeordnet gewesen wäre.

    • Sofie, das Problem Alternativvorschläge zu visualisieren ist gar nicht so einfach zu lösen. Ab und zu reicht es, das eingereichte Bild zu beschneiden, die Tonwerte anzupassen, oder Bildteile nachzubelichten. Das lässt sich ganz gut bewerkstelligen, jedoch hat es auch seine Grenzen, denn unterschiedliche Monitoreinstellungen sowie die jeweiligen Lichtsituationen am Arbeitsplatz beeinflussen die Wahrnehmung von Farben und Kontrasten.

      Bei Vorschlägen zum Bildaufbau fände ich eine einfache Handskizze (vorher/nachher) unverfänglich und hilfreich.

  3. Ich würde beide Bilder haben wollen. Hätte ich das selber fotografiert (auch wenn es böse klingt): Ich hätte den Fehler gemacht, und wäre einen Schritt nach rechts gegangen. Dann wäre es zwar das perfekte Wallpaper geworden, aber nicht mehr das perfekte Foto.

    Ich frage mich ja nur, wo man gestanden wäre, wäre man ein zwei Schritte weiter nach rechts gegangen ;-) Kam da schon Wasser? War das überhaupt vernünftig begehbar? Ich denke so oft: Ach, hätt ich da jetzt eine Brücke, oder könnt ich das nur von dieser oder jener Seite fotografieren…

    Trotzdem – ich finde Sophie hat einerseits recht, andererseits hat das aufgenommene Bild auch seine Berechtigung. Schade, daß meine Kamera noch kein HDR kann. Die Bilder hier sind ja überhaupt total interessant.

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