Leserfoto:
Wegweiser in Schwarzweiß – Und jetzt was?

Manchmal kommen auch einfache Kompositionen “einfach nicht rüber”.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christopher Rohde).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christopher Rohde).

Kommentar des Fotografen:

Ein Rest von Zivilisation symbolisiert dieser “Wegweiser” für mich. Wichtig und interessant fand ich das Gras im unteren Bereich. Die Betonung durch die Schärfe liegt deshalb dort. Ich mag auch das man nicht erwartet das dort solche Gas oder Wasserleitungen verlaufen, das dort so eine technisierte Welt vorhanden ist.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Christopher Rohde:

Man sollte immer und überall eine Kamera griffbereit haben, denn man weiß nie, was einem an Motiven über den Weg läuft. Und als Teil dieser Philosophie gefällt mir Dein Foto zunächst außerordentlich gut. Es genügt schon, ein Smartphone oder ein iPhone dabeizuhaben, denn die Kameras sind mittlerweile so gut, daß man damit wirklich brauchbare Bilder machen kann. Du hattest sogar Deine Canon dabei, mußt also “auf der Pirsch” gewesen sein. Ich selbst gehe gerne auf “photo walks” oder Fotospaziergänge, und lasse mich dabei von dem leiten und beeinflussen, was mir unterwegs begegnet.

Allerdings bedeutet das nicht, daß alles und jedes, was einem auf einem Fotospaziergang begegnet, auch automatisch ein gutes Motiv abgibt. Du hast Dir hier zugegebenermaßen zwar Gedanken gemacht, aber da ich diese grundsätzlich zunächst nicht kenne, wenn ich Dein Bild betrachte, muß ich mir meine eigenen machen.

Erst einmal zur Komposition. Einfache Kompositionen sind oft die besten, und diese hier ist sehr minimalistisch gehalten, was durch den Schwarzweiß-Effekt noch unterstrichen wird, da Farbe oft ablenkt. Der Pfosten ist jedoch auch komplett mittig angeordnet, und das wirkt statisch. Diese Statik kann natürlich als Stilelement eingesetzt werden, doch ich denke, das ist hier nicht erfolgt. Du hast den Pfosten gesehen und ihn einfach so mittig abgelichtet. Die mittige Anordnung wirkt hier für mich nicht gewollt, und sie wirkt hier für mich nicht unterstützend.

Die Bildaussage ist für mich allerdings gravierender. Denn ich weiß zugegebenermaßen nicht, was ich mit diesem Motiv anfangen soll. Ich werde hier auf eine Gasleitung im Boden hingewiesen. Man sieht diese Schilder überall, auch in Umgebungen wie diesen. “Gut, da ist eine Gasleitung,” denke ich. Und ziehe weiter.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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8 Kommentare

  1. Ein typisches Foto für Goethes Spruch: “Man sieht nur, was man weiß!”

    Die sogenannte Gasleitung transportiert gleichzeitig Wasser- und Sauerstoff und dies in einem wohldosierten Verhältnis.

    “Der Pfosten ist jedoch auch komplett mittig angeordnet, und das wirkt statisch.” stimmt, der Pfosten ist hoffentlich statisch!

    • Gut, Gasleitung, was auch immer – my bad, ist trotzdem langweilig und macht das Foto nicht besser. Das zweite Zitat bezieht sich auf Komposition, Du warst aber scheinbar so mit Sarkasmus beschäftigt, daß das nicht auffiel.

  2. Ich habe mich gefragt, ob die Bildkomposition einen beispiellosen Tabubruch darstellt. Tut sie nicht. Mittels Bildersuche fand ich ein zweites Beispiel.

    • Ich sagte nichts von beispiellosem Tabubruch, nur etwas darueber, dass mittig grundsaetzlich statisch wirkt. Die mittige Anordnung in Deinem Beispiel ist aber eine ganz andere Aufnahme, anderes Genre, anders fotografiert?? Das Modell steht auf einer Mauer, zur Seite gewandt, durch ihre Pose kommt Dynamik ins Bild.

  3. Ich glaube nicht, dass die mittige Anordnung in der horizontalen wahllos geschah. Die Anordnung der Hügelkette im Hintergrund und die exakte Anordnung des Pfostens und der Schilder davor erscheint mir nicht zufällig.

    ps : der link auf die webseite des bildautors enthält einen usernamen, beim klick warnt mich mein browser vor phishingsiten.

    • Ich sage eigentlich nur, dass fuer mich die horizontal mittige Anordnung hier nicht, wie in Uwes Beispiel, Stilmittel ist. Viele Leute neigen dazu, ein einzelnes Motiv genau in die Mitte zu nehmen. Bei manchen Bildern funktioniert das, bei anderen nicht. Und ob es wirkt, liegt am Ende am Betrachter.

  4. Schaut Euch mal das Portfolio Christopher auf seiner Webseite an. Er arbeitet wunderbar grafisch und die mittige Komposition ist sicher nicht Zufall, sondern sondern gewollt, und gut gelungen. Gut, dass manch einer sich die Muehe macht und fuer eine simple Wasserleitung stehen bleibt. Was mich ein bisschen stoert ist das Gefuehl, es haette noch einen Schritt nach links gebraucht, um frontal vor der Schild zu stehen.

  5. Hallo alle zusammen! Es freut mich zu sehen das mein Foto recht interessiert diskutiert wird. Darum hab ich Lust, etwas dazu zu sagen.

    Das Bild entstand auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Was man auf ihm nicht sieht, ist, das dieses Schild wirklich weit und breit der einzige Gegenstand war. Es war also auffällig. Allerdings hatte ich Probleme, das Bild für mich interessant zu gestalten. Ich habe eine ganze Weile probiert und eine recht große Anzahl an Versuchen produziert. Die Entscheidung, den Pfosten mit Schild mittig anzuordnen, war am Ende eine ganz bewusste. Und zwar, wie auch Oliver oben schrieb, wegen der Hügelkette im Hintergrund. Diese verstärkt die Weite des Feldes und macht, zumindest für mich, deutlich, dass weit und breit nichts weiter ist.

    Der Link zu meiner Website oben ist tatsächlich falsch. Er ist mit meiner Emailadresse verlinkt. Vielleicht kann das noch geändert werden :).

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