«Color»:
Vom Kampf der Farbe um Anerkennung

Eigentlich ist sie selbstverständlich: die Farbe. Unsere Welt ist farbig. Wir sehen farbig. Gemalt wird – meist – farbig. Dennoch: In der Fotografie muss(te) sie schon sehr kämpfen, um sich gegen die Welt in Schwarz-Weiß zu behaupten. Die Berliner CWC Gallery präsentiert vom 15. September bis zum 1. Dezember eine Fotoausstellung, die nur ein Thema hat: «Color» – Farbe also.

[textad]

Über 100 Photographien wurden zusammengetragen, um die verschiedensten Positionen der künstlerischen Farbphotographie zu präsentieren. Darunter sind Werke von Edward Steichen, Jeanloup Sieff, Helmut Newton, William Eggleston, Stephen Shore, Jeff Koons bis hin zu Nadav Kander, Robert Polidori oder Martin Schoeller.


In den 1930er Jahren kam die Farbphotographie erstmals auf – und fand vor allem in der Mode- und Werbephotographie erste Abnehmer. Dennoch dauerte es bis in die 1970er-Jahre, ehe sich die Farbphotographie als eigene Kunstform etablieren konnte. Wegweisend war hier William Egglestons Ausstellung im Museum of Modern Art im Jahr 1976. «Farbe wurde nicht nur vom Künstler, Motiv und Betrachter begrüßt, sie wurde obligatorisch. Der Avantgardist Eggleston beeinflusste die internationale zeitgenössische Photographie maßgeblich und inspirierte zahlreiche Photographen nachhaltig, darunter Stephen Shore, der mit seinen vorsätzlich schnappschussartigen Photographien von ländlichen Gebieten und amerikanischen Kleinstädten berühmt wurde», so die Galerie CWC.

Die Ausstellung «Color» spürt dieser Entwicklung nach. Sie zeigt, wie bekannte und prominente Photographen die Farbe für und in ihrem Schaffen nutzten. Daneben präsentiert die Ausstellung auch Arbeiten junger zeitgenössischer Künstler. Wie Farbe in ihrem dezentesten aber zugleich eindringlichsten Einsatz Bildinhalte skizzieren, Stimmung erzeugen und Bildsprache prägen kann, zeigen ausgewählte Werke von Künstlern wie Jean-Baptiste Huynh oder Nadav Kander.

Darüber hinaus präsentiert die CWC GALLERY erstmals einige Werke von Martin Schoeller, die außerhalb seiner berühmten seriellen Porträtphotographie entstanden sind, darunter eine stimmungsvolle und gleichermaßen cineastische Photographie des Filmregisseurs Quentin Tarantino. Ebenso vertreten sind Arbeiten von Luciano Castelli, der als einer der Hauptvertreter der Künstlergruppe »Neue Wilde« gilt und unter anderem bereits im Museum of Modern Art in New York und auf der Documenta IX in Kassel gezeigt wurde.

[photos title=“«Color» – die Farbe als eigenes Stilmittel“]

Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung «Color»
Anderson & Low, Tina Berning & Michelangelo Di Battista, Thomas Billhardt, Luciano Castelli, Michel Comte, William Eggleston, Nan Goldin, Burkhard von Harder, Thomas Hoepker, Jean-Baptiste Huynh, Russell James, Nadav Kander, Jeff Koons, Neil Leifer, Jean-François Lepage, Chris Levine, Ralph Mecke, Guido Mocafico, Helmut Newton, Herbert Pfennig, Robert Polidori, Bettina Rheims, Frank Rothe, Thomas Ruff, Steve Schapiro, Martin Schoeller, Stephen Shore, Jeanloup Sieff, Edward Steichen, Sam Taylor-Wood, Ellen von Unwerth, Albert Watson.

«Color»
15. September – 1. Dezember 2012
CWC GALLERY, Auguststraße 11–13, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 11–19 Uhr

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *