Leserfoto:
Architektonischer Schnappschuß – Geometrischer Gesamteindruck

Großstädte bieten viele Möglichkeiten, gute Motive zu finden. Es gilt jedoch, sich im Gewirr des Gesamteindrucks auf einen Ausschnitt zu konzentrieren, der optisch in sich abgeschlossen ist.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Dengler).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Dengler).

Kommentar des Fotografen:

Zwischen dem Hauptbahnhof und der Messe in Frankfurt am Main befinden sich einige interessante Bürogebäude. Dieses ausgewählte architektonische Meisterwerk sticht durch sein schönes gepflegtes und kontrastreiches Gelände heraus: eine Brücke über ein kleines Wasserbecken, das von Uferbewuchs eingegrenzt und durch kleine Fontänen verschönert wird. Im Vordergrund befindet sich eine künstlerische Skulptur als Tor, das auf dem Weg vor dem massiven und klassischen Bankengebäude liegt.

Technische Informationen:
Canon EOS 600D Kit Lense [18-55mm]
ISO 100 | 18mm | F/5,0 | 1/640sek

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Matthias Dengler:

Dein Bild zeigt, daß man mit seiner Kamera wie auf einer Leinwand komponieren kann, wenn man sich nur die Zeit nimmt. Viele Fotos, in Großstädten aufgenommen, bieten ein Wirrwarr an Linien und Flächen, Formen und Farben. Diese wirken oft willkürlich, wie ja die Stadt im wahren Leben auch, und es ist meistens schwierig, in dem Wust zu erkennen, was eigentlich fotografiert werden sollte.

Du hast hier Einheit in der Vielfalt eingefangen. Der Gesamteindruck Deines Fotos ist strikt geometrisch, spielt gekonnt mit geschwungenen Linien im Vordergrund und Parallelen im Hintergrund. Die Skulptur vorne rechts ist zwar fast zu dominant, um “nur” einen Vordergrund zu bilden, rahmt aber nicht nur Teile des Bildes ein, sondern ist visuell durch das Geländer mit den Gebäuden dahinter verbunden.

Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, daß die Farben blaß wirken. Wenn Du mitten am Tag fotografierst, leuchten die Farben nicht so stark, wie am Abend kurz vor Sonnenuntergang, oder früh am Morgen, kurz nach Sonnenaufgang. Ich hätte also hier die Farben in der Aufnahme etwas verstärkt.

Weiterhin hätte ich den Sonnenfleck oben links entfernt. Sonnenflecke können als Stilmittel eingesetzt werden. Dann muß man sie jedoch so im Bild haben, daß genug von ihnen vorhanden sind, und so im Foto angeordnet, daß sie sich visuell einfügen. Der einzelne Fleck ist hier lediglich ein Überbleibsel der Spiegelung der Sonne im Objektiv, begründet im Kamerawinkel. Er wirkt störend und wäre leicht zu beheben gewesen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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11 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese tolle Rückmeldung.
    Im Nachhinein betrachtet gebe ich dir auch völlig Recht in Bezug auf das störende einfallende Sonnenlicht.
    Jedoch meintest du, es sei einfach, dieses Licht zu entfernen. Ich würde es bestimmt hin bekommen, müsste jedoch ziemlich viel rumprobieren mit dem Selektionstool. Wie dürest du bei der Entfernung des Sonnenlichts vorgehen?

    • Solltest du nur den kleinen Blendenfleck, den man in der Vollansicht sieht, meinen, ist meine vorherige Frage hinlänglich. (Kopierstempel)

    • Ja, nur der Blendenfleck. Das Sonnenlicht stoert mich hier nicht so sehr wie die Tatsache, dass die Farben dadurch ausbleichen. Zur “Goldenen Stunde” waere das natuerlich ein anderes Foto geworden, aber irgendwie passen die Schlagschatten zur geometrischen Komposition.

  2. Erstmal steht das linke Hochhaus schief. Das rechte Hochhaus neigt sich entgegen, ein Grundproblem bei Architekturfotos – stürzende Linien. Kommt hier insofern zum Tragen, da die Kontur des rechten Hochhauses durch die Skulptur verschleiert wird. Die über den goldenen Schnitt fast bis zur Mitte das Bild zerfächert. Genauso verschleiert sie das halbe Hochhaus, hinter der Kirche. Hinter den Bäumen versteckt sich eine historische Reihenhausreihe im Gegensatz zu den modernen Hochhäusern. Was ist nun eigentlich das Motiv? Brücke, Skulptur oder Teich? Wohin soll das Auge wandern? Dem Geländer entlang um die Skulptur beinahe in den Boden?
    Für mich zeigt das Foto einen Ort, wo ich sein will – um Fotos zu machen. Sei es unter der Skulptur, die vielleicht den Himmel über den Hochhäusern einrahmen könnte. Oder den Höhenunterschied zwischen “Leuchtturm” und Hochhaus als Motiv von weiter drinnen im Bild. Oder die Brücke mit Skulptur die den Teich seitlich einrahmt und das Auge am Hochhaus vorbei in das Bild führt.
    Mir ist bewusst, das da meist Laternen Mülltonnen, Autos, usw im Weg sind, aber der jetzigen Komposition kann ich wenig abgewinnen.

    • Ich habe die Kritik ja auch deshalb mit “architektonischer Schnappschuß” und nicht “Architekturfoto” betitelt. Denn Du hast recht, im eigentlichen Sinn ist es kein Architekturfoto. Allerdings wirkt es für mich durch den geometrischen Gesamteindruck.

    • Mein Kommentar war nicht als Kritik an der Kritik gedacht. Es gibt viele Zugänge zu einem Bild.
      Mein Eindruck war hier, das der Fotograf vor lauter Kontrasten das offensichtliche übersehen hat. Und spontan ( Irrtum nicht ausgeschlossen) tippe ich aufgrund der Ausrüstung auf einen ambitionierten Fotoeinsteiger. Da finde ich naheliegende Anregungen auch passend, die du/ihr als Profis manchmal als selbstverständlich empfindet.

    • Ich habe Deinen Kommentar auch nicht als “Kritik an der Kritik” verstanden. Und selbst wenn er das wäre, wäre er trotzdem legitim. Ich bin an Diskussionen interessiert, nicht daran, immer recht zu haben. Das Problem bei Kritiken hier ist u.a. Platz – wieviel schreibt man, und worüber. Meine Meinung ist meine Meinung, und Du hast Recht, Deine eigene zu haben. Die ich übrigens sehr interessant fand.

  3. Um all den Spekulationen um mein Motiv ein Ende zu setzen: Ich wollte versuchen, möglichst viele Linien zu nutzen, d.h. den goldenen Schnitt die Diagonalen die in das Bild hineinführen (Geländer, Wasser mit Fontänen) und einfach versuchen, verschiedene Bildelemente gegeneinander auszuspielen bzw. ineinander münden zu lassen, in einem möglichst stimmigen geometrischen Gesamteindruck.

  4. Eine Anmerkung, wollte ich nach dieser langen Zeit dennoch einmal loswerden:
    Vom Equipment auf die Qualität eines Fotografen zu schließen, finde ich in keiner Weise gerechtfertigt, da ich einige Personen kenne, die sich zuerst gutes Equipment zulegen und dann der Überzeugung sind, dadurch automatisch gute Bilder zu produzieren. Dabei ist es das Know-How, die Kreativität und das Wissen des Fotografen, die hauptsächlich über die Qualität eines Fotos entscheiden.
    Daher, “ambitioniert” bin ich, aber kein Einsteiger, da ich mittlerweile seit 7 Jahren fotografiere. Es gibt ja auch moderne Software, die gröbste Verzeichnungen und andere Objektivmängel ausreichend behebt, sodass man auch mit geringem Budget gute Bilder erzielen kann.Teures Equipment entscheidet also nicht über die Qualität des Fotografen oder des Fotos an sich.

    • Ich weiß nicht, wer hier wo vom Equipment auf die Qualität schloß, aber generell hast Du recht: erst einmal braucht man ein Auge; die Kamera ist schließlich “nur” ein Werkzeug. Das sei allerdings dahingestellt – die richtige Kamera in den Händen der richtigen Person, und heraus kommen regelrechte Meisterwerke. Warum? Weil der-/diejenige sein/ihr Werkzeug zu beherrschen gelernt hat. Das kann aber eben eine Holga oder eine Canon 5D II sein.

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