Leserfoto:
Spontanes Baby-Portrait

Bei Babyfotos braucht man als Fotograf meist keine Angst zu haben, das Ergebnis könnte nicht schön werden. Aber scharf sollte das Bild trotzdem an der richtigen Stelle sein.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fritz Rene).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fritz Rene).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild zeigt meinen 2 Wochen alten Neffen. An diesem Tag hatte ich ihn das erste Mal gesehen und musste diesen Augenblick sofort festhalten.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Fritz Rene:

Manche Dinge brauchen Zeit. Landschaftsfotografen stehen teilweise mehrere Stunden an einem Ort, nur um auf das richtige Wetter zu warten. Aber auch als Portfätfotograf muss manchmal auf die richtige Mimik oder den passenden Augenblick gewartet werden.

Bei diesem Babyfoto scheint der richtige Moment gegeben zu sein: Das kleine Baby lächelt niedlich mit geschlossenen Augen. Grob betrachtet ein schönes Bild, wobei ich an anderer Stelle auch schon angemerkt habe, dass es aufgrund des Kindchenschemas sehr schwer wäre, ein unschönes Bild einzufangen.

Schaut man etwas genauer hin, merkt man jedoch, dass das Wichtigste im Bild, das strahlende Babygesicht, unscharf ist. Die Schärfe liegt – großzügig betrachtet – eher auf dem Reißverschluss unten rechts im Bild.

Hier gehört es eben auch dazu, nicht nur den besten Moment abzupassen, sondern sich auch die Zeit zu nehmen, die Schärfe sorgfältig zu prüfen, damit das Foto einen würdigen Platz im Fotoalbum erhalten kann. Wenn der Fotograf gerade dabei ist, hätte er auch das Jäckchen etwas wegrücken können, damit mehr vom Gesicht zu sehen ist.

Weil der Gesichtsausdruck aber wirklich allzu goldig ist, plädiere ich an dieser Stelle trotz der fotografische Grundregeln und wegen der familären Momente dazu, lieber schnell einmal mehr auf den Auslöser zu drücken, um eben auch solche flüchtigen Mimiken festzuhalten und dann in Ruhe einen zweiten Versuch zu wagen, wo Schärfe, Belichtung und Bildausschnitt ebenfalls stimmen.

Von technischer Seite wäre auch eine geringere Blendenzahl (z.B. 3,5 oder 4) statt der benutzten Blende 7 empfehlenswert gewesen, damit die unwichtigen Elemente wie Jacke oder Decke dezenter im Hintergrund verschwimmen. Damit wäre auch eine Reduzierung des ISO-Wertes auf ISO 100 möglich, um weniger Rauschen und etwas mehr Details im Bild zu haben.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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