Leserfoto:
Minimalistisches Landschaftsfoto – Mehr Farbintensität

Die einfachsten Kompositionen sind oft die besten. Manchmal können Landschaftsfotos so schon fast abstrakt wirken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Astrid Lohr).

Kommentar des Fotografen:

Ich liebe minimalistische Bilder, da sie dem Betrachter sehr viel Freiheit zur Interpretation und Assoziation lassen.“Baum auf Hügel 2″ heisst von mir aus: da stossen die warmen Farben des Spätsommers mit den bedrohlichen Formen und Farben eines nahenden Unwetters zusammen, und einer steht und hält stand: dem Unwetter, den Jahreszeiten: der Baum.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Astrid Lohr:

Die Zusammenfassung oben sagt es am besten, aber da ich noch ein paar Worte mehr schreiben muß, hier die ausführliche Fassung.

Vielfach sind die einfachsten Kompositionen effektvoller als komplizierte. Nicht notwendigerweise, weil der Ottonormalbetrachter mit komplizierten Kompositionen nicht klarkäme, sondern weil sich das Auge auf das Wesentliche konzentrieren kann. Es gilt dann aber auch, die Aufnahme wirklich hundertprozentig durchzudenken, denn JEDER Fehler fällt sofort auf. Das hast Du hier getan.

(Nur zur Anmerkung, im Kritikerbereich war noch eine andere Version dieser Aufnahme zu sehen, die im Panoramaformat gehalten und bei der der Baum nach rechts verschoben war. Ich halte die vorliegende Version für besser komponiert.)

Dein Bild besticht hier durch Einfachheit, und wenn ich mir auch den Baum fast größer gewünscht hätte, ist mir natürlich klar, daß das nicht möglich war, ohne von den Streifenformationen am unteren Rand etwas abzuschneiden. Und da durch diese das Foto erst „entsteht“, ist es so, wie es ist, schon fast abstrakt in seinem Gesamtcharakter. Der Baum befindet sich direkt im Goldenen Punkt, wie Du auch die Horizontallinie direkt in den Goldenen Schnitt gelegt hast.

Ein einziger Kritikpunkt bleibt jedoch bestehen, und das sind für mich die blassen Farben. Ich habe mir das Foto auf verschiedenen Bildschirmen angesehen, und sie sind und bleiben für mich zu blaß. Das hätte in irgendeinem Nachbearbeitungsprogramm leicht behoben werden können, und etwa so ausgesehen:

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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3 Antworten
  1. Leif says:

    Die Ansicht, dass die Farben zu intensivieren seien, kann ich absolut nicht teilen. Es entspricht dem Zeitgeschmack, ordentlich an den Sättigungsreglern oder der Farbkurve zu ziehen, das trägt aber hier meiner Meinung nach zum tollen Bild wenig mehr bei als einen Kitsch-Faktor einzuführen. Was dem Bild gut tun würde, ist eine vorsichtige Kontraststeigerung auf dem L-Kanal, vorrangig in der oberen Hälfte des Histogramms. Damit reduziert man den leicht flauen Eindruck in den Wolken und erzielt eine Dramatisierung ohne Farbkitsch.

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  2. Uwe S. says:

    Man kann den Baum größer abbilden und gleichzeitig die Streifen im Vordergrund beibehalten. Dazu muss man ein gutes Stück zurück gehen und die Brennweite vergrößern. Durch den verkleinerten Bildwinkel wirken entfernte Objekte nun im Vergleich zum Vordergrund größer.

    Jedoch ist es fraglich, ob das ein besseres Bild geworden wären, da bei längerer Brennweite die oberen Wolken nicht mehr aufs Bild gekommen wären. Versuch macht klug.

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