Leserfoto:
Schweden machen nicht nur schräge Werbung …

Die Gunst der “Blauen Stunde“ nutzen und ein perfektes Bild erstellen, ist scheinbar nicht so einfach.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Bennewitz).

Kommentar des Fotografen:

Dieses alte, nur spärlich beleuchtete Fabrikgebäude sah ich in Nyköping, Schweden, direkt hinter einer Stromschnelle. Die recht lang gewählte Belichtungszeit erschuf dabei den faszinierenden Anblick des Wassers.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Florian Bennewitz:

Der Sommer in Schweden bietet jede Menge Motive, abseits der Natur mit glasklaren oder rostbraunen Seen, Wäldern, Hügeln und Elchen kann auch architektonische Kleinode und historische Kulturdenkmäler entdecken und ablichten.

Florian hat ein solches entdeckt und erkannt wann diesem Gebäude wohl die grösste Magie innewohnt. Ich weiss nicht ob er schon tagsüber das Haus gesehen hatte und sich dachte, dass es beleucht oder leicht angestrahlt wird. Manchmal entdeckt man ja beim spazieren gehen Scheinwerfer oder Ähnliches was darauf hindeutet, deswegen sollte man als Fotografierender immer mit offenen Augen durch die Welt gehen. Auf jeden Fall ist der Zeitpunkt gut gewählt worden. Die „Blaue Stunde“ in der sich Tageslicht und Kunstlicht die Waage halten ist gerade für solche, wenn auch spärlich beleuchtete Gebäude ideal zu fotografieren, noch dazu wenn sich fliessendes Wasser mit im Bild befindet. Durch die Belichtungszeit von fünf Sekunden erschuf Florian ein Bild in dem wir wirklich erkennen, dass das Wasser mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fliesst und doch bleibt noch etwas von der interessanten Spiegelung des Fabrikgebäudes und der Laternen im glatten Teil des Wassers erhalten. Hier hätte ich mir evtl. noch etwas mehr gewünscht, kenne aber die örtlichen Gegebenheiten nicht, ob diese Standortwahl überhaupt möglich gewesen wäre.

Schade ist, dass nur so wenige Lichter in den Fenstern angeschaltet sind, gerade in der oberen Reihe des Theaters könnte etwas mehr Kunstlicht dem Bild noch einen zusätzlichen Spannungspunkt bringen. Da sich ein den von uns aus rechten Fenster allerdings der Himmel spiegelt und somit nicht nur „schwarze Löcher“ im Haus sind, ist das Ganze nur halb so wild.

Nicht zu verzeihen ist allerdings das nicht gerade aufgenommene Ganze oder wenigstens später gerade gerichtete.

Ich habe relativ einfach in „Lightroom“ das Bild gerade gestellt und mehr nicht, so sollte es sich für eine Architekturaufnahme gehören und als solche sehe ich die Fotografie Florians.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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