Essen in Szene setzen – Teil 1 von 2

Southern Corn Fritters (Maisbratlinge)

In einem vor ein paar Wochen erschienenen Artikel über Essensfotografie spreche ich unter anderem an, daß Gerichte in Szene gesetzt werden wollen. Dazu bedarf es nicht viel, auch wenn man keinen Profi-Stylisten zur Verfügung hat oder sich keine Profi-Lampen leisten kann.

  1. Essen = Stillleben

Ziel der Essensfotografie ist ja, das Gericht besonders appetitlich aussehen zu lassen. Man sollte alle Einstellungen (Beleuchtung etc.) mit einem „Stellvertreter“ vornehmen, und dann am Schluß das eigentliche Gericht oder Getränk vor die Kamera holen. Wie bei einem normalen Stillleben empfiehlt es sich, die Komposition Stück für Stück aufzubauen und immer wieder im Sucher oder rückwärtigen Bildschirm zu kontrollieren, ob es „paßt“. Dazu kommen noch Dinge, die Essen eigen sind – welches Geschirr sollte man nehmen, wie Farben und Texturen komponieren..

Viele der folgenden Tipps finden sich im Internet, andere wirst Du durch Versuch und Versagen herausfinden, und am Anfang Fehler zu machen ist normal. Eine Auswahl:

  • Profifotos sind ein guter Ansatzpunkt für eigene Aufnahmen.

  • Es gilt auch hier der Grundsatz, daß einfache Kompositionen am effektvollsten sind: Sauerkirsch-Apfel-Pie

  • Das Tüpfelchen auf dem „i“ bilden Garnituren – Kräuter, Schokostreusel, Senf, Beeren – aber man sollte es damit nicht übertreiben. Als Garnitur kann man Dinge benutzen, die im Essen bereits enthalten sind (Erdbeertorte) oder etwas, das visuell das Gericht abrundet (Petersilie). PetersilieRahmkartoffeln

  • Der Mittelpunkt des Bildes ist das Essen, nicht der tolle Teller. Das bedeutet jedoch nicht, daß man nur weißes Geschirr benutzen sollte. Wenn die Farben in der Tischdecke die des Essens unterstützen, aber visuell durch den Teller von selbigem getrennt sind, gibt das ganze gut gemacht einen „Wow“-Effekt.

  • Suppe im Teller wirkt besser als Suppe in einer tiefen Schüssel, insbesondere, wenn die Suppe dunkel und undurchsichtig ist (man denke an Tomatensuppe).

  • Salzkartoffeln sollte man nicht voll durchkochen und kurz abschrecken, sonst werden sie außen schmierig.

  • Fleisch trocknet schnell aus, wenn es warm normaler Zimmerluft ausgesetzt wird. Man bestreicht es deshalb kurz vor dem Fotografieren mit etwas Pflanzenöl. Filet Mignon

  • In Milch getauchtes Essen – Cornflakes, Müesli etc. – wird schnell matschig. Profis ersetzen die Milch durch weißen Klebstoff und arrangieren die oberste Lage mit einer großen Pinzette.

  • Undurchsichtige, dunkle Flüssigkeiten – Kaffee, Tee – sind schwer zu fotografieren. Versuche es mit Gegenlicht, etwa bei Rotwein. In diesem Beispiel wurde mit verschiedener Beleuchtung bzw. Arrangements experimentiert:

    3 Tassen Kaffee

    Kaffee im Gegenlicht

  • Glas und andere glatten Oberflächen reflektieren ihre gesamte Umgebung, also auch Dich hinter der Kamera. Das läßt sich mit einem Lichtzelt minimieren.

  • Wenn Du für ein Foodblog fotografierst, nimm Aufnahmen mit in die Bilderreihe, die die Entstehung des Gerichtes zeigen. Als Beispiel kann man hier an Kuchen- oder Brotbäckerei denken: Laugenweck

Zum 2. Teil: Essen in Szene setzen – Teil 2 von 2. Hier wird erklärt, wie man sich beispielsweise ein Set für den Küchentisch bauen kann.

 

Mehr lesen

Leserfoto: Minimalistisches Landschaftsfoto – Farbe und Stimmung

17.1.2013, 3 KommentareLeserfoto:
Minimalistisches Landschaftsfoto – Farbe und Stimmung

Manchmal genügen zehn Sekunden.

Teil 2 von 2: Essen in Szene setzen

13.12.2012, 1 KommentareTeil 2 von 2:
Essen in Szene setzen

Im ersten Teil habe ich ein paar allgemeine Ausführungen zu Food Styling gemacht. Mit ein wenig Übung kann auch ein Anfänger schnell effektvolle Essensfotos aufnehmen.

Leserfoto: Schwarzweißporträt – Auf Einzelheiten achten

12.11.2012, 0 KommentareLeserfoto:
Schwarzweißporträt – Auf Einzelheiten achten

Wenn man sich die Zeit nehmen kann, sollte man auf alle Einzelheiten achten. Das kann der Unterschied zwischen einem guten Foto mit ein paar Problemen und einem exzellenten sein.

Teil 2 von 2: Essen in Szene setzen

13.12.2012, 1 KommentareTeil 2 von 2:
Essen in Szene setzen

Im ersten Teil habe ich ein paar allgemeine Ausführungen zu Food Styling gemacht. Mit ein wenig Übung kann auch ein Anfänger schnell effektvolle Essensfotos aufnehmen.

Einführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 3

19.7.2012, 2 KommentareEinführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 3

Im ersten Artikel über die Foodfotografie habe ich die wichtigsten Aspekte für dieses Thema aufgelistet. Nach Teil 2 hier nun noch der Rest mit detaillierten Ausführungen.

Einführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 2

17.7.2012, 3 KommentareEinführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 2

Im ersten Artikel über die Foodfotografie habe ich die wichtigsten Aspekte für dieses Thema aufgelistet. Hier nun Teil 2 mit detaillierten Ausführungen.

28.1.2013, 0 KommentareMichael Schmidt:
Lebensmittel

Für sein Langzeitprojekt Lebensmittel fotografierte Michael Schmidt über vier Jahre hinweg - ob in deutschen Großbäckereien, Norwegens Fischfarmen oder bei italienischen Apfelverarbeitern

Einführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 3

19.7.2012, 2 KommentareEinführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 3

Im ersten Artikel über die Foodfotografie habe ich die wichtigsten Aspekte für dieses Thema aufgelistet. Nach Teil 2 hier nun noch der Rest mit detaillierten Ausführungen.

Einführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 2

17.7.2012, 3 KommentareEinführung in Essensfotografie (Food Fotografie) und Food Styling / Teil 2

Im ersten Artikel über die Foodfotografie habe ich die wichtigsten Aspekte für dieses Thema aufgelistet. Hier nun Teil 2 mit detaillierten Ausführungen.

Leserfoto: Ländliche Portrait-Idylle

23.10.2012, 5 KommentareLeserfoto:
Ländliche Portrait-Idylle

Natürlichkeit und Bodenständigkeit sind Begriffe, welche wir mit dem Landleben verbinden und die auf diesem Foto auf den ersten Blick gut und auf den zweiten nur halb umgesetzt wurden.

Bildkritik: Landschafts-Schnappschuß: Regelbrüche bewußt einsetzen

4.6.2012, 7 KommentareBildkritik:
Landschafts-Schnappschuß:
Regelbrüche bewußt einsetzen

Die Krux mit Regelbrüchen ist, daß sie bewußt und gekonnt eingesetzt werden müssen, wenn sie eben genauso wirken sollen.

Schnappschuss statt Serie

17.5.2012, 1 KommentareSchnappschuss statt Serie

Serien sind wie Sahne auf der Torte. Eine gute Serie vermag es, dem gelungenen Einzelbild durch das Hinzustellen weiterer gelungener Einzelbilder einen roten Faden zu verleihen, der jedes Foto noch intensiver wirken lässt. Das setzt jedoch voraus, dass dieser "rote Faden" auf dem Bild inhaltlich oder kompositorisch erkennbar ist.

Leserfoto - Herbstidylle am Wegesrand: Nimm Dir die Zeit

3.9.2014, 1 KommentareLeserfoto - Herbstidylle am Wegesrand:
Nimm Dir die Zeit

Wenn die Zeit hat, sollte man die richtigen kompositionellen Entscheidungen bei der Aufnahme treffen, damit man Korrekturen in der Nachbearbeitung auf ein Minimum beschränken kann.

Leserfoto – Porträtschnappschuß mit Blitzlicht: Unbeabsichtigte Wirkung

27.8.2014, 1 KommentareLeserfoto – Porträtschnappschuß mit Blitzlicht:
Unbeabsichtigte Wirkung

Manchmal hat man Glück - doch auch unbeabsichtigt komische Schnappschüsse sollten vollständig nachbearbeitet werden.

11.3.2013, 0 KommentareFriederike von Rauch:
Allein im Museum

Wir wähnen uns in dunklen Katakomben, sind jedoch im Museum - ganz alleine, nur mit mit Friederike von Rauchs Fotografien.

11.5.2009, 2 KommentareKüchenarbeit:
Werbebild

Foodfotografie: Fehlende Würze

3.4.2008, 5 KommentareFoodfotografie:
Fehlende Würze

Spontane Küchenfotografie resultiert meist mehr in Stillleben denn in "Foodfotografie". Dabei sollte der erste Impuls - "wow, diese Farben" - kompromisslos umgesetzt werden. Alles andere verlangt mehr Planung - und Zeit.

Vietnamesischer Tempel: Zuviel Symmetrie - oder zuwenig?

25.5.2012, 10 KommentareVietnamesischer Tempel:
Zuviel Symmetrie - oder zuwenig?

Wenn man ein Motiv in perfekter Symmetrie aufnimmt, sollte diese eben auch perfekt sein. Die Frage ist aber, ob Symmetrie von vorneherein die richtige Entscheidung war.

Simone Nieweg: Garten- und Ackerbau

30.4.2012, 0 KommentareSimone Nieweg:
Garten- und Ackerbau

Simone Nieweg ist eine weniger bekannte Vertreterin der Düsseldorfer Schule. Vielleicht, weil sie sich stillen Landschaften widmet - der Garten- und Ackerbaukultur des Menschen.

Blumenfoto: Stengel im Fokus

26.4.2012, 8 KommentareBlumenfoto:
Stengel im Fokus

Blumenfotografie mal anders: Statt immer nur von oben auf die Blüte zu zielen, kann auch die Fokussierung auf eher weniger beachtete Pflanzenteile wie den Stengel reizvolle Fotos ergeben.

Margaret Bourke-White: Das Auge ihrer Zeit

12.2.2013, 0 KommentareMargaret Bourke-White:
Das Auge ihrer Zeit

Mit dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird: Das war Margaret Bourke-Whites "unstillbarer Wunsch" und sie sah sich als "Auge der Zeit".

Tim Walker: Poesie aus dem Kleiderschrank

30.1.2013, 0 KommentareTim Walker:
Poesie aus dem Kleiderschrank

Gastautor und Fotograf George Eberle stellt uns in unserer Rubrik "Fotografen im Fokus" seinen Lieblingsfotografen vor. Er schreibt über sein Vorbild: "Wenn man sich die Bilder von Tim Walker ansieht, will man glauben, er sei im Wunderland gross geworden, habe schon als Baby die Phantasie mit dem grossen Löffel gefüttert bekommen und etwas zu viel vom Zaubertrank getrunken."

Leserfoto: Wegweiser in Schwarzweiß – Und jetzt was?

29.8.2012, 8 KommentareLeserfoto:
Wegweiser in Schwarzweiß – Und jetzt was?

Manchmal kommen auch einfache Kompositionen "einfach nicht rüber".

Laurenz Berges: Aufgegebene Lebensräume

7.1.2013, 1 KommentareLaurenz Berges:
Aufgegebene Lebensräume

Laurenz Berges Fotografien sind menschenleer. Sie zeigen aufgegebene Lebensräume, verlassene Welten.

26.9.2012, 4 KommentareFotografische Komposition - Teil 1 von 3:
Darauf ist bei der Bildgestaltung zu achten

Komposition, kompositionelle Regeln und Stilrichtungen haben sich über die Jahrhunderte hinweg grundsätzlich geändert, sind geformt und gebrochen worden. Die folgenden Ausführungen sind daher auch nicht als historische Abhandlung gedacht, sondern als kurzer Überblick über wichtige Gesichtspunkte fotografischer Komposition.

20.6.2012, 2 KommentareAmerikanische Fotografie:
Die (beinahe) ganze Geschichte

Wer sich von modernen Klassikern der amerikanischen Fotografie gerne inspirieren lässt, findet in diesem Sommer in München sein Zentrum. Dort wird (beinahe) die ganze Geschichte seit den Sechzigern vorgestellt.

Leserfoto: Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

5.2.2013, 2 KommentareLeserfoto:
Ein tot fotografiertes Motiv im spannenden Zusammenhang

Formen und Farben vermitteln ein Gefühl für die Natur und das auch in einer Stadt

Leserfoto: Haustierfotografie – Hund um High Noon

27.11.2012, 8 KommentareLeserfoto:
Haustierfotografie – Hund um High Noon

"Schlechte" Lichtverhältnisse sind nicht immer von Nachteil.

Porträt auf Bahngleisen: Gemütlich?

12.6.2012, 5 KommentarePorträt auf Bahngleisen:
Gemütlich?

Wenn man ein Porträt inszeniert, sollte diese Inszenierung in sich Sinn machen.

Ein Kommentar

  1. Das sind schon mal gute Tips für den Anfang muss ich sagen. Was ich am aller wichtigsten finde ist die richtige Lichteinstellung und das richtige Blitzlicht dazu. Am besten eins bei dem man die Intensität steuern kann.

Ein Pingback

  1. [...] PfannekuchenIm ersten Teil habe ich ein paar allgemeine Ausführungen zu Food Styling gemacht. Mit ein wenig [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen.

* Pflichtfelder