Museum Teutloff:
Das Gesicht der Freiheit

Eine Ausstellung von Fotografien ausschließlich virtuell im Netz? Das Museum Teutloff zeigt, wie es gehen kann.

René Burri: Industrieminister Ernesto (Che) Guevara 1963

„Face of Freedom“ – das Gesicht der Freiheit – heißt das aktuelle Ausstellungsthema und die Bilder sind in (virtuellen) Räumen des Berliner Reichtstags zu erleben.

Die Bilder zu „Face of Freedom“ stammen aus der Sammlung Lutz Teutloff Photo + Video Collection. Sie umfasst mehr als tausend Werke von nahezu 300 Fotografen und Fotokünstlern aus über 30 Ländern. Mit dem Untertitel „The Contemporary Family of Man 1968 bis 2012“ , bezieht sich die Sammlung auf die historische Ausstellung „Family of Man“ von Edward Steichen (fokussiert.com: Hollywood-Licht). Sie ermöglicht einen sozialen, politischen, religiösen Blick auf den menschlichen Körper.

Liu Bolin: Hide in the City - 26, In Front of the Party's Flag

Die Ausstellungen (nach „Face of Freedom“ soll unter anderem folgen „The World of Tatoo“) werden in einem jeweils zum Thema passenden öffentlichen Gebäude gezeigt. Die erste Ausstellung: „The Face of Freedom“ findet virtuell im Deutschen Reichstag statt. Architekten scannten die wirklichen Orte und ließen sie virtuell als Ausstellungsräume auferstehen.

Adam Nadel: Ali Khalil Thejeil  Porter, 22 years old, Baghdad, Iraque 2005

Zusammengestellt wurde die politisch ambitionierte Foto- und Video Show „Face of Freedom“ von Prof. Klaus Honnef, dem bekannten Kunsthistoriker, Kunstkritiker und Kuratoren. Er schreibt dazu:

Die virtuelle Ausstellung „Das Gesicht der Freiheit“ im Reichstag zeigt Sieger im Kampf um die Freiheit. Vor allem aber dessen Opfer. Die Politikerin Aung San Suu Kyi steht symbolisch für den Kampf um politische Freiheit. Ebenso wie der verwundete namenlose Soldat (Adam Nadel) mit dem zerschundenen Gesicht. Muhammed Ali (Thomas Hoepker) für die individuelle Freiheit, dank physischer und geistiger Geschicklichkeit, Mut und Durchsetzungskraft. Ebenso wie der namenlose Chinese (Liu Bolin), der sich gegen eine totalitäre Ideologie behauptet. Ludwig Erhard (Yousuf Karsh), der legendäre deutsche Wirtschaftsminister, steht für einen sozial gebundenen Freiheitsbegriff. Der nicht minder legendäre Che Guevara (René Burri) auf der Gegenposition für den utopischen der permanenten Revolution.

Thomas Hoepker: Muhammad Ali's Fist

Und weiter:

Triumphale Bilder kommen nicht vor. Allenfalls sind es kleine Triumphe. Bilder des Glücks sind Ausnahmen. Und die Menschen darin sichtbar beschädigt (Nina Berman und Boris Mikhailov). Obwohl zahlreiche Verfassungen die Freiheit der Kunst garantieren, fehlt es nirgendwo an Versuchen, sie einzuschränken. In den totalitären Staaten dient die Kunst häufig als Waffe im Kampf um die Freiheit.

Yousuf Karsh: Dr. Ludwig Erhard, 60er Jahre

„Als ehemaliger Unternehmer, Galerist und Ausstellungsmacher arbeite ich nunmehr seit 1990 am Aufbau einer Sammlung zum Thema The Contemporary Family of Man“, schreibt der Sammler Lutz Teutloff. Mit dem virtuellen Museum will er seine Sammlung „auf höchst demokratischem und sozialem Wege“ weltweit der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Face of Freedom
Bis 28. Februar 2013
Museum Teutloff

Museum Teutloff

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