Margaret Bourke-White:
Das Auge ihrer Zeit

Mit dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird: Das war Margaret Bourke-Whites „unstillbarer Wunsch“ und sie sah sich als „Auge der Zeit“.

Margaret Bourke-White: Ein Paar zieht einen mit drei Kindern und Proviant beladenen Handkarren, Deutschland, April 1945 Margaret Bourke-White war eine der ersten Frauen, die in die männlich dominierte Welt der Fotoreporter eindrang. Sie schoss das Titelfoto der allerersten Life-Ausgabe.

Margaret Bourke-White (1904-1971) war in der männlichen Welt der Fotografen Amerikas ein Medienstar, wie zur aktuellen Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau mitgeteilt wird. Ihr Porträt in Fliegermontur während eines Bombereinsatzes, die Kamera lächelnd in der linken Hand, war ein beliebtes Motiv bei den Soldaten. Margaret Bourke-White musste für ihre Karriere stets kämpfen. Von verschlossenen Türen ließ sie sich nicht beeindrucken. Das Titelfoto der ersten Life-Ausgabe vom November 1936 stammte von ihr und der Einfachheit halber hatte sie auch gleich die Geschichte dazu geschrieben.
Margaret Bourke-White: Russischer Arbeiter auf dem Generatorengehäuse des Dnjeprostroj-Wasserkraftwerks, Sowjetunion Saporischschja (heute Ukraine), ca. 1930 Ihre Bilder zeugen von ihrem „unstillbaren Wunsch dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird“, wie sie es selbst formulierte. Bourke-White wollte das „Auge der Zeit“ sein. Für das Life-Magazin, damals eines der bekanntesten und ambitioniertesten Magazine für Fotojournalismus, bereiste sie die ganze Welt. Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Sie reiste nach Russland als der erste Fünfjahresplan umgesetzt wurde, sie dokumentierte die Dürrekatastrophen 1934 in den USA, die deutsche Invasion in Russland im Jahr 1941und das Bombardement der Alliierten auf Deutschland. Als Auftragsarbeit für die Zeitschrift Life hielt sie im Sommer 1945 die zerstörten deutschen Städte fest. Bourke-White war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Mockau vor Ort. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt.

Margaret Bourke-White: Porträt von Stalins Mutter, Ekaterina Dzhugashvili (1858 – 1937) Tiflis,1931 Ihre Bilder zierten oft die Titelseiten der Magazine Fortune und Life, für die sie jahrelang arbeitete. Manchmal stand sie selbst in den Schlagzeilen, als etwa das Magazin Life am 22. Januar 1943 ihren Bericht über den Luftangriff auf den Flugplatz El Aouina in Tunis – den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der Deutschen für den Nachschub von Truppen aus Sizilien – unter dem Titel „Life’s Bourke-White goes Bombing“ veröffentlichte. Ihre Bilder stehen für diese Epoche.

Margaret Bourke-White: US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882 – 1945) mit seiner Frau Eleanor im Auto auf seinem Anwesen in Warm Springs, Georgia , 1. November 1938 Die Berliner Ausstellung präsentiert 154 Aufnahmen, Briefe und Zeitschriften. Den Schwerpunkt bilden Bourke-Whites Arbeiten, die in den Dreißiger- und Vierziger-Jahren in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Deutschland, England und Italien entstanden sind. Zudem werden die für Bourke-White charakteristischen Fotografien gezeigt, wie jene, die sie im Auftrag von Eastern Airlines und der Chrysler Corporation aufnahm. Im Dokumentationsteil sind einige ihrer Wort-Bild-Strecken der Fotomagazine Fortune und Life zu sehen sowie Auszüge ihrer Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur wie Winston Churchill oder der Malerin Georgia O’Keeffe.

Bei Wikipedia erfahren wir mehr über Margaret Bourke-White. Zur Ausstellung erschien der Katalog Moments of History (Affiliate-Link) im Verlag La Fabrica, Madrid. Die Museumsausgabe ist mit 29 Euro günstiger zu haben.

Margaret Bourke-White: Fotografien 1930 – 1945
Bis 14. April
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, D-10963 Berlin
+49 (0)30 254 86 – 0, post@gropiusbau.de
Geöffnet Mittwoch bis Montag 10 – 19 Uhr, dienstags geschlossen

Margaret Bourke-White bei Wikipedia
Martin-Gropius-Bau Berlin

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