Leserfoto:
Die Frau mit dem weißen Pelz

Nicht sonderlich originell, aber immer wieder schön anzusehen: Frau mit Pelz. Nur auf die vielen Feinheiten kommt es jetzt an.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Maximilian Weddigen).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Maximilian Weddigen).

Kommentar des Fotografen:

Ein Shooting im Allgäu mit einem tollen Modell. Es war eines der letzten Bilder des Tages, aus ca 40cm Entfernung mit aufgestecktem Speedlight 43. Die Augen wollte ich bei diesem Bild besonders zur Geltung bringen, da sie wirklich sehr blau sind und es durch den Blitz stark verstärkt wurde. Auch das lächeln finde ich sehr gut, da die strahlend weißen Zähne den Farbverlauf im Bild gut unterstützen. Was mich etwas an dem Bild stört ist der Jackenansatz unterm Kinn, aber das wollte ich nicht beschneiden. Einige Fotografen meinten, das Bild sei zu hell geraten, andere finden es sehr gelungen.
Was denkt ihr?

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Maximilian Weddigen:

Ein Portrait einer lachenden jungen Frau in einem weißen Pelzmantel? Wirklich originell ist das Motiv nicht, wie diese drei fast identisch aussehenden Bilder beweisen. (http://us.fotolia.com/id/28507792 http://de.fotolia.com/id/37146430 http://us.fotolia.com/id/28861149). Aber ich muss zugeben, dass ich es trotzdem für ein sehr dankbares Motiv halte und wenn die Augen dann noch blau und das Lächeln zauberhaft ist, gibt es keinen Grund, es nicht festzuhalten.

Besonders aber weil die Konkurrenz auf diesem Gebiet groß ist, gilt es hier, sehr sauber und bewusst zu arbeiten. Dazu gehört zum einen, die Schärfe punktgenau auf die Augen zu legen, was bei Blende 1.4 keine leichte Übung ist. Bei der kleinen Bildgröße kann ich es leider nicht genau überprüfen, aber die Pelzhärchen an der rechten Wange scheinen paar Millimeter vor dem Auge am schärfsten zu sein.

Den störenden dunklen Jackenansatz unter dem Kinn hat der Fotograf schon erkannt. Anscheinend leider erst nach dem Fotografieren, denn es wäre ein Leichtes gewesen, das Model zu bitten, entweder den Pelz etwas weiter zuzuziehen, die Jacke kurz zu öffnen, wenn darunter ein helleres Kleidungsstück gewesen wäre oder von einem der anderen Anwesenden einen weißen Schal oder notfalls auch einfach ein T-Shirt um den Hals zu legen. Nachträglich bliebe noch die Möglichkeit, die Jacke per Bildbearbeitung etwas aufzuhellen, um den Kontrast zu mildern.

Wie die anderen Fotografen finde ich aber auch, dass das Bild etwas zu hell ist. Mich stört weniger der überstrahlte Pelz als die Zähne und der Mund. Die Zähne sind durch den Blitz so weiß geworden, dass sie ihre Zeichnung verloren haben und der Mund ist so hell, dass die Unterlippe fast konturlos in die Haut übergeht. Beides wäre aber vielleicht mit einer behutsamen Doppelbelichtung des RAW-Ausgangsbildes noch nachträglich möglich, wenn denn in diesem Format fotografiert wurde.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Ein Kommentar

  1. Vielen Dank, Robert, für die Kritik.

    Aufgenommen wurde im RAW-Format. Die Bildgrösse ist durch die Uploadbedingungen der Seite leider beschränkt.

    Unter dem Mantel hatte sie etwas grünes an. Waren nur zu zweit unterwegs. Sie musste davor auch ganz schön frieren. War eines der letzten Fotos des Tages.

    Als Hobbyfotograf muss ich auch erst noch meine Auge für den Moment schulen. Ich fotografiere seit September letzten Jahres, das Bild ist glaube ich von November, also relativ am Anfang entstanden.

    Ihr gefällt es, das ist das, was für mich zählt. Aber heute würde ich, bedingt durch mehr Erfahrung, auch einiges anders machen. Nicht zwingend an der Nachbearbeitung, da muss jeder seinen Stil finden, aber bei der Vorbereitung des Bildes.

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