Fotoausrüstung:
Festbrennweiten vs. Zoomobjektive – Ein praxisnaher Vergleich bei 35 mm Brennweite (1)

Der heutige erste Teil umfaßt die Einleitung und Methodik der Untersuchung.

Einleitung

Leichte Weitwinkelobjektive im Bereich von 35 mm kleinbildäquivalenter Brennweite sind äußerst vielseitig einsetzbar – am Vollformat (wie z. B. bei der Canon EOS 5D Mark II oder bei der Nikon D700 und D800) bei Landschaft, Architektur und Reportage / Street; am verkürzten bzw. „gecropten“ Format der kleineren Spiegelreflexkameras als faktische Normalbrennweite von 50 mm, was in etwa unserem natürlichen Blickwinkel entspricht.

Dies schien mir Grund genug, diesen Brennweitenbereich einmal einer vergleichenden Untersuchung zu unterziehen. Von besonderem Interesse war dabei die Frage, inwieweit die unbestreitbaren Vorteile größerer Flexibilität und leichterer Handhabbarkeit der Zoomobjektive durch schlechtere Abbildungsleistung und Bildfehler wie etwa Vignettierung, Verzeichnung und Farbsäume erkauft werden.

Die Auswahl der Objektive (siehe unten) ist natürlich eine subjektive, da ich in der Landschafts- und Architekturfotografie oft mit Canon-Ausrüstung arbeite und in Streetsituationen gerne auch das Lensbaby verwende. Vielleicht kann Euch der Artikel aber ermuntern, die eigene Ausrüstung in ähnlicher Weise zu überprüfen, um die Stärken und Schwächen Eurer Objektive besser kennen zu lernen.

Methodik

Zum Vergleich herangezogen wurden zwei Festbrennweiten (das Zeiss Distagon T* 2/35 ZE sowie das Lensbaby Composer Pro mit Sweet 35 Optik) und zwei Zoomobjektive (das Canon EF 17-40 f/4.0 L USM sowie das Canon EF 24-105 f/4.0 IS L USM), die allesamt den Bereich von 35 mm Brennweite einschließen.

Aufgenommen wurde mit der Canon EOS 5D Mark II im RAW-Format, platziert auf einem Manfrotto Stativ MA 055 XPROB Pro mit Manfrotto MA 405 Getriebeneiger Pro-Digital, bei manueller Fokussierung im maximal vergrößerten Live-View-Modus, Spiegelvorauslösung, zeitverzögerter Fernauslösung und kamerafernen Lichtquellen. Da Blende 8 laut Testseiten wie photozone.de oder traumflieger.de sowohl bei den beiden Canonobjektiven wie auch dem Zeissobjektiv an den Bereich des Abbildungsoptimums heranreicht, wurde diese zur besseren Vergleichbarkeit durchgängig verwendet.

Die Entwicklung der Bilder erfolgte mit Adobe Camera Raw 6.1 als Bestandteil von Adobe Photoshop CS5. Zum Ausgleich des eingesetzten Tiefpass-Filters (Anti-Aliasing) erfolgte eine Grundschärfung von 50/1/50/0. Die weiteren Parameter der RAW-Entwicklung waren neutral eingestellt (keine Tonwertverschiebungen, keine Rauschminderung, keine Vignettierungs- und Verzeichnungskorrektur etc.).

Die Vergleichsergebnisse (wie im Bericht beschrieben) wurden mittels Sichtprüfung am unkomprimierten Übersichtsbild bzw. in der 100%- oder 200%-Vergrößerung des Monitors erhoben. Nicht durchgeführt wurde hingegen eine Vermessung bzw. Quantifizierung der Ergebnisse, hierzu kann bei Interesse auf die aussagekräftigen Untersuchungen der erwähnten Testseiten verwiesen werden.

Für Zwecke der hiesigen Darstellung erfolgte eine Verkleinerung der Bilder auf eine Größe von 951 Pixeln auf der langen und 679 Pixeln auf der kurzen Seite und eine minimale Kompression im JPG-Format. Die so erstellten Dateien enthalten freilich nur noch etwa 2% der Bildinformationen des RAW-Formats bzw. etwa 0.3% des 16-Bit-TIFF-Formats, so daß sich die Details hier leider nicht in vollem Umfang wiedergeben lassen.

Soweit im ersten Teil. Der folgende zweite Teil umfaßt die Ergebnisse der Untersuchung.

3 Antworten
  1. Franz Wolf says:

    Es ist sicher für die Laborratten interessant, ob ein Bild an den Rändern diese oder jene Auffälligkeit besitzt oder ob es hier minimal abweicht usw.
    Warum sieht man bei solchen Berichten nicht Vergleichsbilder, mit deren Hilfe sich der Ahnungslose selber orientieren kann? Das würde kilometerweise Papier und Worte sparen.

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