Zürich:
Das war die Eröffnung der World Press Photo Ausstellung

Gestern wurde die World Press Photo Ausstellung in Zürich eröffnet. Die Interviews mit den geladenen Gästen waren aufschlussreich, inspirierend und sehr bewegend.

WORLD PRESS PHOTO OF THE YEAR 2012, WORLD PRESS PHOTO CONTEST 2013, WORLD PRESS PHOTO WETTBEWERB 2013, WPP 2013,

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Micha Bruinvels von World Press Photo eröffnete persönlich die Ausstellung im Papiersaal in Zürich. Nicht nur ihm ist es ein Anliegen, mittels Bildern dem Rest der Welt zu zeigen, was dort passiert, wo wir etwas genauer hinsehen sollten. Über die Bedeutung des Bildes philosophierte Arnold Hottinger, der lange Zeit Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung war und selbst im Nahen Osten lebte. Er erzählte auch vom Umgang der NZZ mit Bildern und wie es war, als der Chefredaktor deren Einsatz ganz verweigerte. Eine Fotografie würde nicht die Informationen geben können, welche ein Text zu vermitteln vermag. Diese Aussage unterstützte Hottinger, merkte aber an, dass ein Bild eben doch der Initiator sei, welcher Gefühle auslöse. Und erst der Text dazu die wichtigen Informationen liefere.

Sehr bewegende Momente entstanden, als der Sieger des World Press Photo Awards Paul Hansen erzählte, wie das Bild entstand. Noch heute scheint er mit den Tränen zu kämpfen, wenn er an dieses tragische Einzelschicksal denkt, wie es sie in Gaza viel zu viele gibt. Da war dieser Trauerzug, Männer, die zwei tote Kinder durch die Strassen trugen. Und sie liefen und liefen und schienen immer weiter zu marschieren. Als die Reporter sich bei den Dorfbewohnern nach den Grund erkundigten, erfuhren sie folgende Geschichte: Es ist üblich, dass die Trauergemeinde einmal durch das Dorf zieht, sich anschliessend in das Haus der Verstorbenen zurückzieht, um im kleinen Rahmen Abschied zu nehmen und sich dann erst zu Moschee für die Beisetzung begibt. Diese Trauergemeinde musste aber immer weiterziehen, weil das Haus der Familie durch die Bombe ebenfalls zerstört wurde.

Wir haben das Bild als Initiator, das uns den Schmerz in den Gesichtern der Angehörigen zeigt und wir kennen nun die tragische Geschichte, wie sie sich an diesem Tag im November 2012 ereignete.

Die Ausstellung ist noch bis am 26. Mai 2013 im Folium – Alte Sihlpapierfabrik, Sihlcity Zürich zu besichtigen.

Öffunungszeiten
Mo-So 11-19 Uhr, Fr 11-21 Uhr
Auffahrt und Pfingsten geöffnet

 

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