Bildbearbeitung:
Lensbaby-Look (1)

Der sogenannte ‘Lensbaby- oder Tilt-Shift-Look’ erfreut sich einer gewissen Beliebtheit – Grund genug, Euch in einem zweiteiligen Tutorial unserer Reihe ‘Bildbearbeitung’ die Erstellungsmöglichkeiten mit Photoshop-Mitteln vorzustellen.

Einleitung
Methoden
Methoden (weiter)
Fazit

 
Einleitung

Der Name dieses ‘Looks’ rührt von den Lensbaby- und Tilt-Shift-Objektiven her, deren Bildergebnisse quasi auf Softwareebene simuliert werden. Ein Charakteristikum solcher Bilder sind ungewöhnliche, also von der Seherwartung deutlich abweichende Schärfeverläufe. Bei den Lensbaby-Objektiven (wie in meinem Tutorial zu dieser Objektivart schon beschrieben) ist dies gewöhnlich ein ‘Schärfepunkt bzw. -ring’, der sich aus der Mischung einer ’Schärfedehnung nach Scheimpflug’ und einer extrem kalottenförmiger Bildfeldwölbung ergibt; bei den einschlägigen Tilt-Shift-Objektiven resultiert ein ‘Schärfekeil’ durch die ’Schärfedehnung nach Scheimpflug’.

Passable Gründe, auf solche Möglichkeiten der Software zurückzugreifen, können sein …

  • ein Zurückschrecken vor der nicht ganz einfachen Bedienung eines Lensbaby-Objektivs
  • ein Zurückschrecken vor dem gemeinhin stolzen Preis von echten Tilt-Shift-Objektiven
  • ein über die Möglichkeiten der genannten Objektive hinausreichender Gestaltungswunsch im Sinne einer noch auf Fotovorlagen beruhenden ‘Digital Art’

Ausgangsbild

Ausgangsbild

Für die Beispielbearbeitung habe ich aus meinem Landschaftsportfolio das Bild ‘Auenwald im Kreuzbachtal bei Großglattbach’ ausgewählt. In den Fokus wurde dabei jener Weidestumpf gesetzt, der dem Betrachter wie ein Fabelwesen entgegentritt.

Mich interessierte in diesem Zusammenhang, ob und inwiefern die hier vorgestellten Techniken die Bildwirkung verändern bzw. überhöhen. Bildet Euch hierzu ruhig eine eigene Meinung. Ob ich selbst solche Überarbeitungen für ernsthafte Verwendungen (Ausstellungen, Publikationen) in Betracht ziehen würde, will ich am Ende des zweiten Teils gerne noch verraten.

Methoden

Gaußscher Weichzeichner mit Ausradieren

Gaußscher Weichzeichner mit Ausradieren

Gaußscher Weichzeichner mit Ausradieren

Die einfachste der hier vorgestellten Methoden, doch vom Ergebnis her nicht unbedingt die überzeugendste. Die Technik entspricht dem gebräuchlichen ‘Absoften’ des Himmels oder der Hintergründe in der klassischen Bildbearbeitung.

Man dupliziere die Ausgangsebene (Strg+J) und füge auf der neu erstellten Bearbeitungsebene über das Menü ‘Filter’, Untermenü ‘Weichzeichnungsfilter’ den ‘Gaußschen Weichzeichner’ wohldosiert und gemäß dem angestrebten Ergebnis ein – ein Radius von 3 Pixel sollte es schon sein, damit ein Effekt sichtbar wird; ab 30 Pixel verschwimmen die Strukturen.

Im nächsten Schritt wählen wir den ‘Radierer’ mit weicher Kante (Härte 0%) sowie einer geeigneten Größe und Deckkraft aus. Hinsichtlich der Deckkraft empfehle ich, eher mit geringen Werten von 10% bis 20% zu arbeiten und die bildwichtigen Elemente, deren Schärfe so zurückgeholt werden soll, in mehreren Durchgängen zu bearbeiten – die Übergänge werden dadurch harmonischer.

Soweit im heutigen ersten Teil dieses Tutorial. Im folgenden zweiten Teil werden weitere Methoden vorgestellt und ein Fazit gezogen.

 

2 Kommentare

  1. Hallo Thomas,

    Bitte: Wie kann ich die Bilder hier “ordentlich” zoomen? Wenn ich drauf klicke, erscheinen sie mir im Overlay mit bestenfalls 150% der Größe im Blog. Wenn mein Bildschirm größer wäre, würden sie sicher ein Stück größer. Ich kann faktisch keinen Unterschied zwischen beiden Bildern finden. Ein Radius von 3 Pixeln im Original sind auf meinem Monitor vermutlich 0,…nichts an Pixeln.

    Viele Grüße
    Frank

    • Hallo Frank, kurze Gegenfrage zunächst: welchen Browser und welche Monitorauflösung in Zoll und Pixeln verwendet Du?

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  1. […] doch lest selbst … im heutigen ersten Teil geht es um Funktionsweise und Varianten. Einleitung, Bildbearbeitung: Lensbaby-Look (1) Der sogenannte ‘Lensbaby- oder Tilt-Shift-Look’ erfreut sich einer gewissen Beliebtheit – […]

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