Bildbearbeitung:
Das Werkzeug ‚Tiefen/Lichter‘ (3)

Ein ‚kleines, aber feines Werkzeug‘ zur Bildbearbeitung in Photoshop möchte ich Euch in diesem vierteiligen Tutorial vorstellen.

Überblick (bereits erschienene Teile sind verlinkt)
1. Einleitung
2. Aufbau
3. Beispiele
4. Grenzen
5. Vergleich
6. Fazit
Bisherige Tutorials des Autors

 

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3. Beispiele

Nach dem etwas theorielastigen zweiten Abschnitt soll es nun um die konkrete Anwendungsmöglichkeiten des Werkzeugs gehen. Ich habe dazu einige Beispiele aus früheren Bildbesprechungen ausgewählt und in drei typischen Szenarien angeordnet.

Szenario 1: Verstärkung der Prägnanz

AusgangsbildDas nebenstehende Bild zeigt die Arbeit „Like a Movie Scene“ unseres Lesers Sebastian Milczanowski (zur Bildbesprechung).

Unbenommen der beeindruckenden Simulation von Raumtiefe und Bewegung und der ausgewogenen Belichtung wirkte das Bild etwas flau. So schlug ich vor, dem Bild noch etwas mehr Prägnanz zu geben.

ÜberarbeitungDie nebenstehende Überarbeitung zeigt nun das Ergebnis einer Anhebung des Mitteltonkontrasts um zehn Einheiten. Zusätzlich wurde das Bild mit einer Gradationskurve etwas aufgehellt. Zu einer Farbverzerrung kam es dadurch nicht, so daß keine entsprechende Korrektur vorgenommen werden mußte.

 
AusgangsbildDas nebenstehende Bild zeigt die Arbeit „Passbild biometrisch“ unseres Lesers Marcus Leusch (zur Bildbesprechung).

Eine gewisse Vagheit der Darstellung steht dem Bildinhalt – der eine quasi invertierte Welt aufzeigt – zweifelsohne gut an, doch könnten nach meinem Dafürhalten einige Details prägnanter dargestellt werden, um die Bildgeschichte für den Betrachter noch besser zu verdeutlichen.

 

 
ÜberarbeitungIn diesem Sinn kam bei der nebenstehenden Überarbeitung ebenfalls eine Anhebung des Mitteltonkontrasts um zehn Einheiten zur Anwendung. Zusätzlich wurde das Gesicht der durcheilenden Frau lokal etwas abgewedelt.

 

 

 

 
Szenario 2: Öffnung der Schatten

AusgangsbildDas nebenstehende Bild zeigt die Arbeit „Berliner Momente“ unseres Lesers Mathias Ondraczek (zur Bildbesprechung).

Hier waren es vor allem die weithin geschlossenen Schatten, welche die vorhandenen Details unkenntlich machten und so die Darstellung der eigentlichen Bildgeschichte behinderten.

ÜberarbeitungDie nebenstehende Überarbeitung zeigt neben der perspektivischen Korrektur das Ergebnis einer Öffnung der Schatten um 50 Prozent.

 

 

 
AusgangsbildDas nebenstehende Bild zeigt die Arbeit „Vor dem Auftritt“ unseres Lesers Marcus Leusch (zur Bildbesprechung).

Auch hier konnte das Bild nach meinem Dafürhalten durch die geschlossenen Schatten und die insgesamt düstere Anmutung nicht optimal zur Geltung kommen.

 

 

 
ÜberarbeitungDie nebenstehende Überarbeitung zeigt das Ergebnis einer Öffnung der Schatten um 30 Prozent. Einzelne Bildteile (insbesondere das ‚Tutu‘ der Protagonistin) wurde darüber hinaus noch abgewedelt, um als Details besser erkennbar zu werden.

 

 

 

Szenario 3: Rücknahme der Lichter
AusgangsbildDas nebenstehende Bild zeigt die Arbeit „Es fehlt der Beistelltisch …“ unseres Lesers Dirk Wenzel (zur Bildbesprechung).

Im Gegensatz zu den vorstehenden Arbeiten bereitete hier insbesondere das verwaschene und überbelichtete Mauerwerk Kummer.

 
ÜberarbeitungDie nebenstehende Überarbeitung zeigt das Ergebnis einer Rücknahme der Lichter um 5 Prozent und einer Anhebung des Mitteltonkontrasts um 5 Einheiten. Das Mauerwerk gerade im Bereich des Bogens zeichnet sich nun in seiner Struktur deutlich besser ab, auch ist die Figur gegenüber dem Hintergrund besser abgegrenzt.

 

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Soweit zu den praktischen Anwendungsbeispielen. Im abschließenden vierten Teil möchte ich noch die Grenzen dieses Werkzeugs aufzeigen und einen Vergleich zu anderen Werkzeugen ziehen.

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