Tutorial Posterisation (1/2):
Hilfsmittel der Bildanalyse

Wenn die Zahl der Farben eines Originalbilds reduziert wird, spricht man vom Posterisationseffekt. Er kann zu verschiedenen zwecken bewusst eingesetzt werden.

Bild 1: Ursprungs- und Ausgabebild im VergleichDer Begriff ‚Posterisation‚ bedeutet, daß die Vielzahl der Farb- und Tonwerte im Ursprungsbild eine Beschränkung erfährt und in solch reduzierter Form im Ausgabebild in Erscheinung tritt.

Das nebenstehende Bild zeigt ein Beispiel.

Links findet sich das Ursprungsbild mit dem vollständigen, rechts das Ausgabebild mit einem eingeschränkten Satz an Farb- und Tonwerten. Die Posterisation wirkt kontrastreicher und dramatischer, allerdings auf Kosten des Farb- und Tonwertreichtums des Originals.

Die Beschränkung kann gewünscht erfolgen (etwa im Sinne einer künstlerischen Anmutung, bei der Umwandlung in ein GIF-Bild, als Ausgangspunkt der Vektorisierung oder als Umwandlungsform bei der Posterherstellung, von woher der Name ja rührt), oder eben ungewünscht (etwa als Artefakt der Fotografie im Aufnahme- oder Bearbeitungsstadium, dann auch als ‚Banding‘ bezeichnet und im nachstehenden Bild 2 illustriert).

Bild 2: Banding in Abhängigkeit von der Farbtiefe (Quelle: Wikipedia)Sofern geplant, läßt sich je nach Verwendung auch die Anzahl der verbleibenden Farb- und Tonwertstufen einstellen. Das nachstehende Bild 3 zeigt die Einstellungsmöglichkeit bei der GIF-Umwandlung.

Die Posterisation – also die Beschränkung der verfügbaren Bildinformationen – ist aber kein rein technischer Vorgang.

Wir können diesen Effekt mit unseren eigenen Augen simulieren, indem wir diese für einen Augenblick zu Schlitzen verengen. Wir überlisten damit sowohl die Akkomodation unserer Linse wie auch die Helligkeitsanpassung unserer Netzhaut.

Bild 3: GIF-UmwandlungUnser ‚körpereigenes HDR-Programm‘ (welches im Rahmen der in Sekundenbruchteilen erfolgenden Bildabtastung schattige Partien aufhellt und helle Partien abdunkelt, um ein ausgewogenes Bild zu sehen) ist damit gleichsam außer Kraft gesetzt.

Dies ist übrigens – am Rande bemerkt – auch ein guter Trick, um vor Ort eine Vorstellung davon zu bekommen, wie die Kamera (die über solche Anpassungsmöglichkeiten nicht verfügt) ‚die Szene sieht‘.

Und so ersparen wir uns auch die Enttäuschung, wenn die spätere Aufnahme nicht dem vor Ort Gesehenen entspricht.

Soweit für heute zur Herleitung des Begriffs und der landläufigen Verwendung. Im nächstwöchigen zweiten Teil möchte ich der Frage nachgehen, ob und wie man die Beschränkung der Bildinformationen als Hilfsmittel der Bildanalyse einsetzen kann.

5 Antworten

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  1. […] Mauer des Torbogens. Einziger Kritikpunkt: Am unteren Rand des Torbogens gibt es eine Tendenz zur Posterisation, das Schwarz erzeugt dort einen Saum. Der liesse sich vielleicht mit einer leichten Anhebung der […]

  2. […] die Graustufen-Übergänge im Himmel an den vignettierten Stellen: Hier sorgt die Umwandlung in Graustufen für ein erkennbares Banding. Es kann auch gut sein, dass der Effekt durch ein zu starkes Nachschärfen noch erhöht wurde, und […]

  3. […] Veranschaulichung habe ich zum Hilfsmittel der Posterisation gegriffen (siehe hierzu ggf. mein einschlägiges Tutorial). Die Einschränkung der Ton- und Farbwerte mag die dominierende Elemente verdeutlichen, wie hier […]

  4. […] Maßgeblich hierfür ist die vor dem Fotografen stehende Sonne, deren Licht gerade so durch die Fahne gefiltert wird. Durch diese Lichtfülle entsteht auch ein interessanter bzw. grafisch anmutender Posterisationseffekt. […]

  5. […] und die verschiedenen Arten des Bildauslesens im Vordergrund. 1. Einführung in das Thema, Tutorial: Posterisation als ergänzendes Hilfsmittel der Bildanalyse (1) Tutorial: Waldfotografie (1) Tutorial: Schärfentiefe (1) Tutorial: Das digitale […]

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