Schärfentiefe-Tutorial (2/4):
Harte und weiche Schärfe

Wie man mit der Blendenöffnung die Schärfentiefe beeinflusst – und worauf es zu achten gilt.

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (Maike Frisch;http://www.frisch-fotografie.de/categories/fotografien)

Bild 3: Porträtaufnahme bei 75 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/2,2 (© Maike Frisch)

Abhängigkeit von der Blendenöffnung
  • Große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl: Geringe Schärfentiefe
  • Kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl: Große Schärfentiefe

Der Zusammenhang zwischen Blendenöffnung und Schärfentiefe ist auch in heutigen Zeiten von Belichtungsautomatik und Autofokus noch weithin bekannt. Es ist insofern anzunehmen, daß es sich um die bekannteste der verschiedenen Gebundenheiten der Schärfentiefe handelt.

So wird man bei Fotografen auf dem Level engagierter Amateure, die sich um eine bewußte Bildgestaltung bemühen, ein Wissen voraussetzen dürfen, daß eine große Blendenöffnung bzw. kleine Blendenzahl eine geringe Schärfentiefe, eine kleine Blendenöffnung bzw. große Blendenzahl hingegen eine große Schärfentiefe nach sich zieht.

Hier ein kleines Rechenbeispiel, um Euch eine größenordnungsmäßige Vorstellung dieses Zusammenhangs zu geben: bei einer ‚Normalbrennweite‘ von 50 Millimeter am Kleinbildvollformat und einem Objektabstand von 5 Meter erstreckt sich die Schärfentiefe bei einer Blende f/2,8 über den recht schmalen Bereich von 4,29 bis 6,00 Meter, bei einer Blende f/22,0 hingegen über den weitläufigen Bereich von 2,17 Meter bis Unendlich.
Bild 4: Landschaftsaufnahme bei 28 mm kleinbildäquivalenter Brennweite und Blende f/16,0 (Brotzler;http://thomasbrotzler.de)

Diese Zahlen mögen verdeutlichen, welch enormes Gestaltungspotential wir Fotografen mit einer bedachten Aussteuerung der Schärfentiefe in der Hand haben. Bei Porträtaufnahmen etwa empfiehlt sich eine geringe Schärfentiefe, um den Abgebildeten gegenüber einem in weiche Unschärfe fallenden Hintergrund freizustellen und ihn so hervorzuheben (siehe Bild 3 bzw. Bildbesprechung).

Bei Landschaftsaufnahmen ist hingegen ist eine markante Schärfe im Vordergrund und weiche Schärfe im Hintergrund anzustreben (siehe Bild 4).

4 Antworten
  1. Tilman says:

    Hallo Thomas,

    „Hier ein kleines Rechenbeispiel“ Toll! Die Ergebnisse stimmen, aber wo ist sie denn die Rechnung? Freue mich schon auf die Fortsetzung :->

    Mit freundlichen Grüßen,
    Tilman

    Antworten

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