Tutorial Streetfotografie (1/7):
Ein verwirrendes Thema

Gedanken zu einem schwierigen und auch umstrittenen Thema. Ein siebenteiliges Aufbaututorial mit 25 Bildbeispielen und Illustrationen.

Die Verwirrung fängt, wenn man so will, bereits beim Begriff an: wohl mag sich hierzulande die Bezeichnung ‚Streetfotografie‘ etabliert haben, eigentlich ist sie aber eine Chimäre aus der deutschsprachigen ‚Straßenfotografie‘ und der englischsprachigen ’street photography‘.

Die Faszination der Streetfotografie ist unbestritten, doch scheint sich diese in ihrem Wesen und ihrer Wirkung nicht leicht in Worte bringen zu lassen. Der von Henri Cartier-Bresson (1908 bis 2004) verwendete Begriff des ´instant décisif´, ´decisive moment´ bzw. ´entscheidenden Augenblicks´ bietet hierzu, wie ich meine, weiterhin eine gute Brücke, doch keine letztgültige Klärung. Es resultieren daraus weitere Fragen, etwa jene, was denn nun in einem bestimmten Augenblick entscheidend sein solle.

Abb. 1: ´Ohne Titel´ (Quelle: Sofie Dittmann, undatiert)Viele Antworten sind hier denkbar und jeder sich ernsthaft mit diesem Thema beschäftigende Fotograf wird wohl seine ganz eigene Formulierung finden müssen. Auch unsere Autorin Sofie Dittmann hatte sich in ihrer ´Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie´ (siehe dazu auch Abbildung 1) an einer Definition versucht. So schrieb sie im August 2012: „Street Fotografie oder Straßenfotografie ist eine Art Dokumentarfotografie, die eine Zen-ähnliche Vertrautheit mit den dargestellten Motiven verrät, auf die der Fotograf an öffentlichen Plätzen, wie etwa Straßen, Parks oder Einkaufszentren, instinktiv reagiert hat. Dabei steht nicht technische Perfektion im Vordergrund, sondern es gilt, die Szene so festzuhalten, daß das Foto das Wesentliche von Ort und Zeit wiedergibt.“

Solch eine Bindung der Streetfotografie an Stadtlandschaften läßt sich leichthin nachvollziehen, desgleichen ein meditativer Ansatz im Sinne eines ´suche nicht, und Du wirst finden´, mithin also ein ´gefühlsbetontes und sinnesgeschärftes Flanierens durch die vorgefundene Szenerie´. Ansonsten neige ich selbst zu einer anderen Auffassung dahingehend, daß es bei der Streetfotografie weder um reine Dokumentation oder Porträtierung geht und daß auch die aufnahmetechnischen und kompositorisch-dramaturgischen Aspekte nicht allzu sehr vernachlässigt werden dürfen. Stattdessen geht es (positiv formuliert) um die ´mit einer gewissen Gestaltungshöhe einhergehende Auswahl und Verdichtung einer spontanen Straßenszene, die Herausnahme des Gesehenen aus der Profanität des Alltags und die Übersetzung in Richtung einer die Situation und den Augenblick überdauernden Bildaussage´.

Abb. 2: ´Vater und Tochter im touristischen Carcassonne´ (Quelle: Eigenes Portfolio, 2009)Dies möchte ich gerne anhand meines Bildes ´Vater und Tochter im touristischen Carcassonne´ (siehe dazu auch Abbildung 2) erläutern.
In dieser Szene fand ich also ganz verschiedene Spannungsbögen erwähnt und Elemente verdichtet: jene besondere Innigkeit und gemeinsame Versunkenheit der Abgebildeten vor dem Hintergrund historischer Mauern, der Einnahme eines Picknicks und der Lektüre eines Führers; des weiteren die quasi stillstehende Zeit, in der Vater und Tochter so unbedingt verbunden sind, so daß sie wie in einer Kapsel der Vertrautheit gegen alles Äußere gefeit wirken; der touristische Kontext findet sich in diesem Zusammenhang nicht explizit erwähnt, sondern wird in der Umgebung und im Tun der Abgebildeten nur angedeutet.

Soweit mein Beitrag zu einer Begriffsbestimmung der Streetfotografie. Nun soll es aber in diesem Tutorial schwerpunktmäßig um bekannte Fallstricke und alternative Lösungsansätze gehen, und darauf möchte ich nun in den folgenden Abschnitten näher eingehen.

 

20 Antworten
    • Thomas Brotzler says:

      … womit wir wieder beim Thema „Henne und Ei“ wären. Für die Aufzucht der „Küken“ bräuchte es dann halt tunlichst auch die „Wärmelampe aus dem Hause Non olet“ …

  1. Thomas Brotzler says:

    Liebe Leute …

    Nun will ich auch noch etwas sagen, ohne daß dies das Schlußwort zu diesem Abschnitt sein muß. Die Diskussion war sehr lebendig und verwies auf viele offene Fragen der Streetfotografie (etwa Einfühlung versus Anmaßung) und auch darüber hinaus (Verhältnis zwischen Persönlichkeit und Werk des Schaffenden).

    Ich bin jetzt nicht auf alle Aspekte der Diskussion eingegangen, da in den folgenden Abschnitten noch manches im Detail aufgegriffen wird und dann auch weiter diskutiert werden kann.

    Wir dürfen davon ausgehen, daß die Zuständigen bei WEKA (dem neuen Träger) recht aufmerksam das hiesige Geschehen verfolgen (so auch Diskussionen wie diese) und sich Gedanken hinsichtlich eines konstruktiven Fortbestehens von FOKUSSIERT machen.

    Thomas

    Antworten
  2. ThomasD says:

    Street, ich nutze hier mal die Kurzform, ist doch auch ein kommunikatives Problem. Was nutzt die beste Geschichte wenn der Betrachter sie nicht versteht, erkennt, nacherleben kann. Ein Fotograf der seine Arbeit erklären muss, wird i.d.R. bald aufhören dieses Genre zu bedienen und sich im besten Falle anderen Szenarien zuwenden. In jedem Falle sollte der Fotograf sich sehr bewusst darüber sein, das nur Er bei dem fotografierten Szenario anwesend war und die Betrachter nicht – Wenn er den möchte, das seine Geschichte tatsächlich verstanden werden soll.

    Zum Anderen ist da auch der Betrachter der, sehr menschlich, viele persönliche Dinge miteinander verknüpft, und danach Beurteilungen abgibt – Seine Entscheidungen fällt. Was auch immer das „Für“ oder „Wider“ war/ist, wie werten. Niemand ist frei davon. Mehr oder weniger fundiert, tun wie es alle.

    Imho gibt es wenig wirklich interessante Street. Leider scheint es in der Mehrzahl nur phantasielose Schnappschüsse oder an Nötigung (Übergriffigkeit) grenzende Ablichtungen zu geben, da Street vermeintlich so einfach ist. Es ist an uns zu beweisen, dass dem nicht so ist.

    In dem Sinne freue ich mich auf die weiteren Tutorials und eine angeregte, fundierte Diskussion zum Thema.

    Antworten
  3. Carsten says:

    Passend zum Thema möchte ich hier noch auf den nicht mehr ganz aktuellen Spiegel von letzter Woche hinweisen, in dem ein zwei Seiten Artikel den rechtlichen Rahmen der Strassenfotografie beleuchtete und die wichtgen Fragen rausarbeitete. Leider finde ich die Antwort auf eine Situation, in der jeder jederzeit mit seinem Handy ‚Strassenfotografie‘ und andere Fotografie ohne Einwillung der Fotografierten
    ins Internet stellen kann, noch nicht differenziert genug. Kunst ist geschützt (und braucht diesen Schutz!), aber nicht der plumpe Gaffer – wie solllen wir dem Herr werden. Eine Frage, die duch Polemik alleine nicht zu klären sein wird. In keine Richtung.

    Warum verwendest Du Thomas nicht auch den Begriff /Straßenfotografie/, bei der verdenglischten Version stellen sich mir die Nackenhaare auf.

    Viele Grüße,
    Carsten

    Antworten
  4. Antoine says:

    Was wären alle diese Bilder wenn der Künstler nicht schon vorher berühmt gewesen wäre?

    Und nicht jeder Knipser, der anderen auflauert, ist mit den großen Namen in einem Satz zu nennen. ( wenn zwei das Gleiche tun…. ).

    Gruß
    Antoine

    Antworten
    • Marcus Leusch says:

      @ Antoine

      

Umgekehrt: Bilder können bedeutend werden, wenn sie ein denkend und fühlend begabter Mensch geschaffen hat (berühmt oder nicht). Siehe: der spät entdeckte 
Van Gogh, zu Lebzeiten nicht gerade ein „Shooting Star“ ;–))
      Da finden wir die „Schaffenshöhe“! Es ist immer die Frage, wie kostbar diese Bilder „für uns“ als 
Betrachter und mit einiger Berechtigung auch für die Nachwelt sind. Erst kommt der Mensch und sein Werk, ganz zuletzt das, was man so „Berühmtheit“ schimpft und worauf wir immer schielen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. …

      
„ … wenn zwei das Gleiche tun… “

      
Gewiss, nicht jedes „Street“, das sich so nennt, ist auch eines. Und die „Knipser“ sind nicht nur unter den Amateuren Legion.

      
Aber: Um ein gutes Foto zu schaffen, muss man kein „großer“ (Street-)Fotograf sein. Ich glaube sogar, dass mit die besten Aufnahmen von vollkommen unbekannten Fotografinnen und Fotografen gemacht werden. Siehe: die spät und bloß zufällig entdeckte Vivian Maier :-)) … Manchmal ist es auch eine Gnade, nicht bekannt zu sein, 
und trotzdem für sich selbst etwas Bedeutsames zuwege gebracht zu haben ;-)) Denn darauf kommt es doch eigentlich an. Deswegen muss man anderen auch nicht gleich heimtückisch „auflauern“ wie der Dieb aus „Emil und die Detektive“.

      Letzter Gruß zu diesem Thema
      Marcus

  5. Christian Fehse says:

    Aus meiner Sicht bräuchte man keine eigene Definition für Streetfotografie. Ich bin da einfach gestrickt: transportiert ein Bild 1 bis n Gefühle = interessant. Wenn nicht = weniger interessant. Sind die Gefühle für viele Menschen spürbar = Chance für Kunst. Wenn nicht = eher private Kunst.
    Street ist für mich „nur“ eine andere Arbeitsweise mit der die Bilder entstehen. Der Prozeß im Kopf ist eher der gleiche.

    @Stefan
    Das mit der mangelnden „Schöpfungshöhe“ ist keine Sache, die der Streetfotografie vorbehalten ist. Wenn der Wald, die Küste, die Skyline oder der Vogel reden könnte, würden sie sich wahrscheinlich genauso über die „erbeutete“ Abbildung ihrerselbst beschweren.

    Antworten
    • Thomas Brotzler says:

      Christian: „Aus meiner Sicht bräuchte man keine eigene Definition für Streetfotografie.

      Ich denke doch. Es wäre auch schade, hierbei auf eine eigene Vision zu verzichten.

      Je weiter Ihr Euch mit der Fotografie in eine künstlerische Richtung bewegt bzw. die Fotografie als ein Ausdruckmedium der eigenen Sichtweise und Empfindungen versteht, desto mehr werden Eure Bilder letztlich nach dem zugrundeliegenden „wer, wie und warum“ und desto weniger am schlichten „was“ bemessen.

      Anders ausgedrückt rückt auf solchem Weg die Person des Fotografen und dessen Absicht zunehmend in den Vordergrund.

    • Christian Fehse says:

      Jetzt mal etwas abseits des eigentlichen Themas gefragt: steht im Endeffekt der Künstler mehr im Mittelpunkt des Interesses, als das was er macht? Ist dann die „Kunst“ beim „betrachten“ untrennbar mit dem Künstler verbunden? Muß ich viel von Picasso wissen, um Guernica würdigen zu können?…

    • Christian Fehse says:

      Hi Marcus,

      okay ich verstehe – wobei meine Frage(n) gar nicht sarkastisch gemeint wären. *gg*

      Liebe Grüße,

      Christian

  6. Stefan says:

    @Marcus
    Ich finde, das hast Du sehr schön beschrieben. Genau diese – ich möchte es mal „Schöpfungshöhe“ nennen – fehlt mir nur sehr oft gerade bei der Streetfotografie. Viel zu oft beschränkt sie sich auf das Abbilden zufällig erbeuteter Augenblicke ohne tiefere Aussage. Aber vielleicht greifen wir Thomas auch ein wenig vor ;-)

    Antworten
  7. Marcus Leusch says:

    Eine Fotografie ohne Erkenntnisinteresse wird immer ausdruckslos und bedeutungslos bleiben. So ist es in der Portraitfotografie, und so ist es auch grundsätzlich bei der Streetfotografie, in der es für mich nie darum geht, in Ermangelung anderer Möglichkeiten (Familienmitglieder) Leute in passenden oder unpassenden Situationen abzufotografieren. Sie ist in ihrer besten Spielart vielmehr das Ergebnis einer genauen Beobachtungsgabe, die sich Menschen und ihren jeweiligen Lebenszusammenhängen zuwendet. Insofern bewegt sich ein gutes „Street“ auch immer auf der Höhe der Zeit, in der ein Fotograf seine Eindrücke gewinnt. Diese können dokumentarisch und gleichermaßen zeitlos sein, indem sie etwas Allgemeinmenschliches (Trauer, Wut, Angst, Verzweiflung, Freude, Einsamkeit, Gemeinschaft, Elend, Armut, Reichtum, Glück, auch die schlichte Schönheit oder Stimmung eines bestimmten Augenblicks etc. pp. ) in einer besonderen zeitbedingten Alltagssituation zum Ausdruck bringen. Es kommt wahrscheinlich auf den Charakter des Fotografen bzw. auf sein (auftragsbedingtes) Erkenntnisinteresse an, welcher Anteil hier letztlich überwiegt.

    
Wer so fotografiert, handelt nicht planlos und „sammelt“ Belanglosigkeiten. Wer so fotografiert, verfügt über genügend fotografische (vielleicht auch künstlerische) Erfahrung, um eine klare Vorstellung von einem „guten Foto“ zu haben, das dem massenindustriell verordneten Bilderwahn (Film, Fernsehen, Illustrierte etc.) widersteht.

    In einer geschwätzigen Zeit (Facebook & Co.), die sich weitgehend bloß noch im Fragmentarischen bewegt und in recht oberflächlichen Sensationen verliert, öffnen uns solche Fotografien mitunter die Möglichkeit, im Zufälligen Zusammenhängendes zu erkennen: Mit ihnen lassen sich Geschichten erzählen und Stimmungen festhalten, die über den Tag hinaus Bestand haben können. – Ein erheblicher Anteil unseres Wissens über vergangene Zeiten wird durch solche Fotografien ja im wahrsten Sinne des Wortes erst handgreiflich und sinnlich erfahrbar. Ich erinnere hier nur an die drei großen B‘s unter den französischen Fotografen: Brassai, C.-Bresson und Boubat, die uns mehr über ihre Zeit und ihre „Gestimmtheit“„erzählen“, als jeder einschlägige Zeitungsartikel … 


    Freue mich schon auf die kommenden Folgen
dieses Tutorials – mit herzlichen Grüßen an Thomas und Sofie …

    Marcus



    Antworten
    • Antoine says:

      Guten Tag Marcus,

      Ich habe Deinen Post leider nicht verstanden. Magst Du mir den noch einmal erklären. Nicht nur aber insbesondere das mit dem „Erkenntnisinteresse“?

      Gruß
      Antoine

    • Marcus Leusch says:

      Hallo Antoine,
      
oh, hab ich mich da so undeutlich ausgedrückt? Sorry für meinen
„schlechten Schreibstil“ ;-))

Nun, (hoffentlich) einfacher: Jeder, der ernsthaft fotografiert, hat sich wahrscheinlich schon einmal die Frage gestellt, warum er das eigentlich macht und mit welchem Ziel? 
(Ich meine jetzt nicht den Sinn und Zweck von Familienbildern, Selfies & Co.)
Ein guter Portraitfotograf wird zum Beispiel nicht bloß ein nettes Bild von seinem Model machen, sondern möchte gewiss auch etwas über den Menschen vor seiner Kamera erfahren. Dieses „Erkenntnisinteresse“ am „Objekt“ (Mensch) wird sich auch in seinem Foto wiederfinden lassen. Ein exzellentes Beispiel hierfür sind etwa die Portraitfotografien von Yousuf Karsh (Infos und Bilder via Google), die nicht nur wegen ihrer technischen Perfektion so brillant sind, sondern weil sie uns die Persönlichkeiten in einer geradezu psychologischen Tiefe ergreifend nahe bringen. Wir sehen hier also immer mehr als die
bloß oberflächliche Abbildung einer Person. Wir „sehen“ sie vielmehr mit den Augen des Fotografen in einem ganz neuen „Licht“, weil er sein „Objekt der Begierde“ mit vielen Fragen eingefangen hat.

      Nicht anders verhält es sich aus meiner persönlichen Sicht mit der Streetfotografie. Die Straße, der öffentliche Raum als große Theaterbühne, auf der die Protagonisten kleine und große Tragödien oder Komödien aufführen, mag uns manchmal wunderbar, rätselhaft oder einfach nur schön erscheinen, sodass wir uns vielleicht die Frage stellen, was uns eigentlich an bestimmten Szenen, die wir beobachten können, reizt oder sogar innerlich ergreift. Wir machen ein Foto, tragen es nach hause und stellen vielleicht bei genauer Betrachtung fest, dass uns diese oder jene Aufnahme kleine Geschichten erzählt, die uns dieses Alltagstheater etwas klarer sehen lassen. Und: Diese Fotos „sprechen“ vielleicht deswegen mehr als andere, weil wir ein besonderes Interesse für diese oder jene Begebenheit aufgebracht haben. Wir wollten etwas über unseren „Gegenstand“ erfahren“ 
(Erkenntnisinteresse), wir hatten Fragen an dieses Wunderbare, Rätselhafte und Schöne – und vor allem: Was hat dies alles mit uns selbst zu tun? Warum „betrifft“ es mich? 



      Ich hoffe, diese Erklärung bringt Dir etwas Klarheit. Leider bin ich kein Freund von Dreiwortsätzen (Subjekt-Prädikat-Objekt). Mir fehlt einfach vollkommen die Gabe,
 mich kurz zu fassen ;-)



      Gruß
      Marcus

  8. Thomas Brotzler says:

    ‚Streetfotografie‘ ist ein oft heiß diskutiertes Thema, wie sich auch schon in den ersten, engagierten Kommentaren andeutet.

    Die Interpretierbarkeit einer Szene, um auf Brigittes Kommentar einzugehen, spricht nicht gegen die im Bild verwobene Geschichte. Im Gegenteil erscheint das allzu schnell Auslesbare, das Offensichtliche bisweilen fade. Das Beispielbild habe ich bisher zumeist ohne Ortsangabe ausgestellt. Es braucht diese eigentlich nicht. Wahrscheinlich ist die Geschichte ohne diese sogar stärker …

    Antoine scheint sehr voreingenommen zu sein gegenüber der Streetfotografie. Ich teile seine Skepsis, sofern es um Demaskierung oder gar Rüpelhaftigkeit geht, wie es in den Arbeiten etwa von Bruce Gilden durchscheint. Der Zweck dieses Tutorials ist es ja letztlich, mögliche Wege zu einer ‚behutsamen Streetfotografie‘ aufzuzeigen.

    So stay tuned :o) …
    Thomas

    Antworten
  9. Antoine says:

    Was ist denn eigentlich diese Streetfotografie? Ein Vorwand unter dem man seinen unfreiwilligen Modells erklärt, dass man sich um dessen Wünsche nich schert, falls man als „Künstler“ mal beim heimlichen knipsen erwischt wird? Nebenbei bringt man hierbei noch den Rest der Leute gegen die anderen Fotografierenden auf, um dann in der überwiegenden Mehrheit nichtssagende, austauschbare Allerweltsbildchen herumzeigen zu können?
    Wer das tun will, der soll m. M. nach seine eigenen Bekannten und Verwandten stalken, da kann er vor der Reaktion nicht weglaufen, der ach so hippe „Streetfotographer“.

    Antworten
    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann says:

      Da Thomas mich schon zitiert, und wir den Shitstorm vor Jahren schon hatten, hier meine 2 Cents, wie wir Amerikaner das nennen.

      Du hast natürlich das Recht, hier einfach so mit einer Armbewegung Cartier-Bresson, Levitt und all die anderen vom Tisch zu wischen, die das Genre schon vor Jahrzehnten definiert haben. Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied zwischen den von Dir erwähnten Allerweltsbildchen und dem, was wirkliche Streetfotografie ausmacht. Wenn Du den noch nicht gefunden hast, kann ich Dir gerne ein paar Quellen nennen.

  10. Brigitte Giani says:

    Ich bin eigentlich überrascht über den Begriff ‚Streetfotografie‘. Ich nenne es Schnappschuß. Das Beispielfoto ist nicht besonders kennzeichnend. Das touristischeCarcassonne kommt nicht zum Ausdruck. Die Szene könnte überall sein.

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *