Food-Fotografie:
Wuchtiges Spaghetti-Stilleben

Wer in der Küche mit Lebensmittel und Kamera herumspielt und dabei ein paar Regeln beachtet, dem gelingen vielleicht so eingängige Bilder wie das von Uwe Rapp. Es ist gut ausgeleuchtet und setzt auf Komplementärfarben.

Spaghettiblume EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm, © Uwe Rapp

Spaghettiblume EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm, © Uwe Rapp

«Da zu einem Spaghetti-Essen nur minimale Vorbereitungszeit nötig ist, habe ich die Wartezeit bis zum Eintreffen der Gäste spontan mit ‚Food-Fotografie‘ überbrückt. Als Beleuchtung diente die Glühlampe über dem Küchentisch, für den schwarzen Hintergrund zur Betonung der Farben habe ich einen Fotokarton eingesetzt. Die Spaghetti in einem Glas aufgefächert, mit Kirschtomaten und Basilikum garniert. Fotografiert mit EOS 1100D und Kitobjektiv EF-S 18-55 mm. In Bezug zum aktuellen Tutorial interessiert mich die Meinung des Profis zur Bildwirkung bei Verwendung des Farbkreises von ’10-17 Uhr‘.»

Uwe zeigt uns hier eine rundum saubere und gelungene Arbeit. Die Komposition ist eingängig im Sinne ‚des im Quadrat sitzenden Kreises, der auf die Mitte zuführenden Linien und des im Bild- und Motivmittelpunkt changierenden Elemente‘.

Daß Letztere nicht exakt mittig angeordnet sind und der linke sowie rechte Bildrand vielleicht ‚etwas zu angestoßen‘ wirkt, soll dem guten Eindruck keinen Abbruch tun.

Sehr gefällig ist auch die Lichtsetzung, offensichtlich von schräg oben unter Vermeidung von Schlagschatten auf dem Motiv. Das weiche und warme Licht der Glühbirne stellt die dargestellten Elemente sehr atmosphärisch und zugleich mit klarer Struktur dar. Der Verzicht auf hartes und frontales Blitzlicht ist insofern gerechtfertigt.

Die Belichtung ist gleichsam ausgewogen, im Bereich der bildwichtigen Elemente (also jene ohne den Hintergrund) liegen keine Tonwertabbrüche im Sinne zulaufender Schatten oder ausbrennender Lichter vor.

Uwe fragte in seiner Bildbeschreibung noch nach der Farbwirkung. Er bezog sich dabei auf den ‚Farbkreis nach Itten‘, welchen ich im zweiten Teil des Tutorials ‚Spannungsbögen in der Fotografie‘ vorgestellt hatte. Nun, durch die Verwendung des hochwirksamen ‚Komplementärkonstrasts von Grün und Rot‘ im Bildzentrum entsteht nach meinem Dafürhalten eine sehr wuchtige und eingängige Wirkung. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang auch, daß das umgebende Gelb deutlich gebrochener (also weniger rein) ist und dem erwähnten Farbspiel in der Mitte keine Konkurrenz macht.

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