Keine Fragen offen:
Verlassene Farm

Ein gelungenes Bild einer Farm im Abendlicht auf Island. Komposition, Belichtung und technische Umsetzung sind stimmig – und die Absicht des Fotografen, wurde sie erreicht? Wir wissen es nicht.

Farm in Island © Bernard Ksiazek

Bernard Ksiazek aus Gießen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Verlassene Farm” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht.

24mm, 1/30sek, f/9, Iso 500 … Diese Aufnahme gelang mir im Winter auf Island. Weit ab von der Zivilisation entdeckte ich in der Ferne diese verlassene und runtergekommene Farm bei diesem grandiosen Sonnenaufgang. Dieses Bild zeigt die große Weite islands wo überall einzigartige Fotomotive zu entdecken sind.

Ich kann mich diesmal etwas kürzer fassen:

Bernards Bild zeigt mit dem im Goldenen Schnitt von rechts unten liegenden Gehöft, dem auf dem Kopf stehenden und nach rechts verdrehten Dreieck aus Himmelsleuchten, Häuser und Schneeflächen, der eingängigen Blickführung von links unten nach rechts oben sowie der ausgewogenen Belichtung und zarten Farbgebung eine insgesamt sehr gelungene Landschaftsaufnahme.

Doch ist da noch etwas anderes, was Bernard, der sich auf seiner Homepage als Lehramtsstudent zu erkennen gibt, womöglich nachvollziehen kann: auch wir verfolgen hier einen didaktischen Zweck, wollen aufzeigen, wie Fotografien ‚funktionieren‘. Und dazu ist es durchaus hilfreich, wenn die Besucher dem Fotografen etwas ‚über die Schulter schauen‘ können, wenn sie etwas ‚über sein Ringen mit dem Motiv‘, seine Überlegungen und möglichen Zweifel erfahren.

Kurzum: wie soll man Antworten finden, wenn gar keine Fragen gestellt werden?


Anmerkung der Redaktion: Thomas Brotzler arbeitet nicht mehr aktiv für fokussiert.com, aber er hat einige fertige Kritiken hinterlassen. Die möchten wir Euch nicht vorenthalten; eine Diskussion kann jedenfalls entstehen, und Thomas ist als Gast immer wieder zugegen.

2 Antworten
  1. Lorenz says:

    Durch die nach oben geneigte Kamera treten bei den Gebäuden stürzende Linien auf. Das kann nicht immer vermieden werden, gerade wenn die gewünschte Komposition (viel Himmel) die Kameraneigung vorgibt. Dadurch aber, dass sich in diesem Bild die Gebäude auf die rechte Bildhälfte konzentrieren, wirkt der Horizont insgesamt nach links gekippt (auch wenn er es nicht wirklich ist). Besonders das höchste Gebäude (Siloturm) trägt zu diesem Eindruck bei. Für mich nimmt das dem Bild etwas von der Ruhe, die es ansonsten ausstrahlt, aber das muss ja nicht jedem so gehen.

    Was mich mehr stört, ist, dass die nachträgliche Aufhellung der Gebäude ziemlich auffällig ist. Entweder wurde unsorgfältig manuell abgewedelt oder – was ich vermute – eine HDR-Automatik angewendet, die den typischen Halo-Effekt hinterliess.

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  2. Christian Fehse says:

    Cooles Bild. Alles richtig gemacht: guter Standpunkt, tolle Farben, spektakuläre Wolken, leicht zu schauen für den Betrachter – hat gute Chancen in der FC oder bei 500px gut bis sehr gut anzukommen, oder? Also weiter zu nächsten Bild… *gg*
    (das Bild ist natürlich wirklich gut!)

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