Minimalistische Landschaft in Island:
„Black Stone“

Bei einem stark minimalistisch komponierten Landschaftsfoto sollte der Horizont nicht ohne Grund kippen, denn das fällt sofort auf.

Fuji X100S - f/11 - 20 s - ISO 100 - +0.7 step - 23 mm - Zeitautomatik - (c) Pascal Schubert

Fuji X100S – f/11 – 20 s – ISO 100 – +0.7 step – 23 mm – Zeitautomatik – (c) Pascal Schubert

Pascal Schubert aus München schreibt zu diesem Bild:

Das Bild ist im Juli 2015 in Island am Strand von Vik entstanden. Ich habe das Bild mit meiner X100s und einem ND1000 Filter gemacht. Die ISO lag bei 100 und die Belichtungszeit bei 20 Sekunden bei einer Blende von 11. Die Struktur des Felsen hat mich gleich angesprochen und wollte mit der langen Belichtung dem Felsen noch etwas magisches geben in dem das Wasser wie Nebel wirkt. Nachträglich habe ich noch den Ausschnitt etwas geändert.

Zu sehen ist eine minimalistische Strandlandschaft mit starkem Kontrast. Links ein schwarzer Vulkanfelsen und Strand, rechts Meer und Himmel. Das Bild lebt von den unterschiedlichen Tonwerten von (fast) schwarz bis (fast) weiß, wie auch von den verschiedenen Texturen im Foto. Ein schönes, klassisches Kunstfoto, bei dem nicht mehr viel fehlt.

Legt man ein Kompositionsraster darüber, sieht man, daß alles ganz leicht sowohl aus dem Goldenen Schnitt, als auch der Drittelregel heraus verschoben ist:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Das funktioniert hier für mich, denn strikt nach dem Regelwerk wäre es ein langweiliges Bild geworden; es kommt etwas mehr Dynamik in ein ansonsten statisches Foto.

Wie oft von mir angesprochen muß jedoch bei einer so spartanisch komponierten Aufnahme alles hundertprozentig stimmen, weil jeder Fehler sofort auffällt. So auch hier. Man sieht, auch ohne Hilfsgerade, daß der Horizont nach rechts kippt:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Weiterhin wirkt der Felsen links zum Bildrand auf derselben Seite hin unscharf, was aber an der mir vorliegenden Auflösung liegen kann.

Last but not least würde ich den Kontrast im Foto noch etwas mehr herauskitzeln, um dem schwarzen Felsen und Strand wenn nicht ein Weiß, dann doch ein helleres Grau im Wasser entgegenzusetzen. Auch wirkt der Himmel verglichen mit den Felsen eher flach, zeigt aber Ansätze von dunkleren Wolken. Die habe ich nicht so sehr ausgearbeitet, jedoch insgesamt den Kontrast in den helleren Flächen erhöht und über dem Himmel einen leichten Grauverlaufsfilter simuliert.

Mit korrigiertem Horizont und etwas mehr Kontrastumfang jenseits des Felsens/Strandes kommt dann das hier dabei heraus:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Ich finde, so hat das ganze etwas mehr Pepp und ich würde mir einen Druck dieses Fotos durchaus an die Wand hängen.

1 Antwort
  1. Pascal says:

    Vielen Dank für die Bildkritik. Das hier der Horizont nicht ganz gerade ist hätte ich so gar nicht bemerkt. Auch der Tipp mit Kontrast gefällt mir sehr gut. Es macht immer wieder Sinn seine Bilder mit anderen zu besprechen, ganz nach dem Motto 4 Augen sehen mehr als 2. Ich werde die Ratschläge für die nächsten Bilder sicherlich im Hinterkopf behalten.

    Antworten

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