Safari-Tierfotografie in Afrika:
Bildkomposition unter Hochspannung

Fotografien als Trophäen von Grosswild-Safaris sind beliebt. Welche Kamera-Ausrüstung man mitnehmen soll, wie man zu Motiven kommt und was in Afrika abgesehen von den wilden Tieren anders ist als in Berlin, das erklärt eine kostenlose PDF-Broschüre des Tierfotografen Werner Schmäing.

Eine Gruppe Löwen, fotografiert im Morgengrauen mit dem 300mm Teleobjektiv. © Wwerner Schmäing

Eine Gruppe Löwen, fotografiert im Morgengrauen mit dem 300mm Teleobjektiv. © Werner Schmäing

Fotografieren wir nur aus dem Auto heraus? Oder muss ich als Tierfotograf auf Safari Tarnkleidung tragen? Welche Filter braucht man für das Licht in Afrika? Wie kommt man zu den besten Motiven? Fragen, die der Tierfotograf Werner Schmäing in einer rund 50seitigen und schön bebilderten e-Broschüre beantwortet.

Wer nächstens nach Afrika auf Fotosafari geht, sollte sich dieses kleine Werk zuerst ansehen ( Schmäing hat grossformatige Tierkalender im Angebot (Affiliate-Link)) oder einen Leitfaden für die Safari-Fotografie oder aber ein Buch über Tierfotografie wie das hochgelobte Werk von Uwe Skrzypczak «Wildlife Fotografie in der Serengeti», das es leider nur noch als Taschenbuch in Englisch gibt, anschaffen.

Als erster Schritt für Reisende, welche nicht ausschliesslich fotografieren, sich aber doch recht gut vorbereiten wollen, ist das E-Book von Schmäing ein Einstieg:

Genau hinsehen und Hinhören: Safari-Fotobuch von © Werner Schmäing.

Genau hinsehen und Hinhören: Safari-Fotobuch von © Werner Schmäing.

Es behandelt nicht nur kurz und bündig die ideale Ausrüstung und gibt durchaus sinnvolle Tipps für Anschaffungen (vielleicht zum Beispiel einen Telekonverter für das gute 2.8-200er Objektiv anschaffen statt gleich Tausende Euro für das x00mm 2.8 Ausgeben, etwa) und räumt auf mit Klischees wie der Tarnkleidung, die man anhaben würde. Andererseits erzählt er ein paar Geschichten über eigene Erlebnisse, die sich sehr gut lesen.

Die Bestellung einer Premium-Bildbesprechung ist die Garantie, dass Deine Fotografie binnen fünf Tagen von uns besprochen wird. Du erhältst die Kritik ausserdem als ansprechend formatiertes PDF zugesandt. Jetzt anfordern!

Schmäing beschreibt, wie die typische Safari mit Touristen ungefähr abläuft und gibt Tipps, wie man mit einem guten Guide am frühen Morgen auch zu weniger typischen Fotos kommt.  Er sagt ausserdem, was wirklich anders ist in Afrika:

Die Sonne geht sehr schnell auf und fällt fast wie ein Stein vom Himmel. Der Zeitrahmen für entsprechende Fotos, wie im vorherigen Kapitel beschrieben, fällt also sehr eng aus. Das bedeutet meist ein sehr hartes Licht, welches den gesamten Tag über vorherrscht. […] Da in Kenia überwiegend gute Lichtverhältnisse vorherrschen, sind lichtstarke Objektive nicht zwingend notwendig. Der Vorteil kommt jedoch bei schlechtem Wetter oder eben in den kurzen Zeiten der Morgen- und Abenddämmerung zum Tragen.

Hinweise zur Gestaltung mit der Blende: Löwe und Beute oder Reiher im Schärfenbereich?

Hinweise zur Gestaltung mit der Blende: Löwe und Beute oder Reiher im Schärfenbereich?

Schmäing sagt auch, dass hier Tiere in freier Wildbahn fotografiert werden, und das heisst, dass es manchmal nicht klappt oder dass man Zeuge von Dingen wird, die nicht ganz so einfach zu verdauen sind: Beispielsweise die Geschichte zweier männlicher Löwen, die ein fremdes Rudel bedrängen und schliesslich die dortigen Jungtiere umbringen.

Sie sind in der Natur, in der Wildnis, und diese müssen Sie akzeptieren. Das heißt natürlich, dass Sie sich ruhig verhalten müssen, keine überhasteten Bewegungen machen dürfen, sondern einfach nur beobachten und fotografieren. So schwer es fallen mag: Der Erfolg, gute Fotos zu machen, hängt auch von der eigenen Disziplin ab. So kann es passieren, dass sich Tiere gegen Sie wenden, sogar aggressiv werden können und in Angriffsstellung gehen.

Der Lokale Guide (in diesem Falle ein Massai, der selber ein hervorragender Fotograf ist) weiss, wo die besten Motive sind.

Der Lokale Guide (in diesem Falle ein Massai, der selber ein hervorragender Fotograf ist) weiss, wo die besten Motive sind.

Es ist davon auszugehen, dass man auf diese Umstände vor Ort und von Guides immer wieder aufmerksam gemacht wird – aber es schadet nichts, das auch mal im Vornherein zu hören und es sich bewusst zu machen. Seit ich in Kalifornien Zeuge war, wie Dutzende von Touristen in einem Nationalpark eine Bärenmutter mit zwei Jungen am Strassenrand auf der Jagd nach Handy-Fotos (!) regelrecht eingekesselt haben,  traue ich Menschen jede Dummheit zu. Schmäing spricht deshalb Punkte an, die wahrscheinlich nicht viele Menschen überhaupt erleben werden, über die man sich aber bewusst sein sollte.

Weniger als seine Reise- und Fotografietipps gefallen mir seine Hinweise zur Bildbearbeitung. Sätze wie

Ein einfacher Effekt ist es, ein Foto in schwarz-weiß zu erstellen. Mit wenigen Mausklicks kommen Sie so zu einem Ergebnis, welches oftmals eine bessere Wirkung als das Original in Farbe hat.

sind mir zu vereinfachend. Das sollte auch nicht in einem e-Book stehen, von dem klar ist, dass es nur einen ersten Überblick geben kann. Sinnvoller und auf Erfahrung basierend sind Hinweise wie der, dass RAW-Aufnahmen die Korrektur von groben Fehlern später möglich machen oder der, dass das Fotografieren im manuellen Modus für Laien nicht ratsam ist, weil sich die Situation derart schnell ändern kann, dass ein Automatik-Modus wie der Zeitautomat (Fotografin wählt Blende, Kamera die Zeit)  sinnvoll ist. Angesichts der Tierwelt und der Aufmerksamkeit erheischenden Umgebung, sagt Schmäing, ist man sehr schnell nur noch unter Hochspannung am Komponieren von Bildern im Sucher.

Alles in allem ein beachtenswerter und schön gemachter kurzer Einstieg in die Safari-Tierfotografie. Für mich würde er als Vorbereitung nicht ausreichen. Aber für Reisende, die nur eine Kurze Safari im Rahmen einer grösseren Reise machen oder die nicht die ganze Aufmerksamkeit auf ihre Tierfotografie setzen würden, passt das e-Book fürs erste.

Das Safari-Fotografie-e-Book ist hier kostenlos erhältlich.

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4 Antworten
    • Peter Sennhauser says:

      Vielen Dank. In meinem Kopf war die Auswahl zwischen „Reiher“ und „Geier“, und ich dachte mir: Wenn’s falsch ist, wirste schon korrigiert. Et Voilà! ;-)

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  1. […] fortgeschritten schlechten Lichtsituation das Maximum herauszuholen. Das ist das Schicksal, das Safarifotografen noch mehr als Profis trifft, die drei Monate Zeit haben für das eine […]

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