Schwan im Wind:
Aus der Not eine Tugend machen

Störende Hintergründe sind häufig nicht vermeidbar, besonders, wenn es sich um Tierfotos handelt. Man kann aber aus der Not eine Tugend machen.

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Wiebke-Susanne Homann aus schreibt zu diesem Bild:

Der Schwan saß bei eisiger Kälte am Teich. Ich finde er wirkt fast melancholisch, der Flügel schützend über dem Kopf. Ich habe das Bild quadratisch beschnitten, um der Form des Tieres besser gerecht zu werden. Mit geringer Tiefenschärfe habe ich versucht, die dahinter liegende Ente etwas verschwinden zu lassen, ein heller Schatten ist aber leider immer noch zu sehen.

Viele von uns haben dieses Foto in Erinnerung, das vor nicht allzu langer Zeit die Runden durch die sozialen Medien machte. Eine Person im Schnee füttert Vögel im Wasser. Ein Schwarzweißfoto, das praktisch perfekt wirkt. Der Aufnahmewinkel, die Nachbearbeitung – einfach rundherum gelungen. Und all diese anderen Bilder, zum Teil im Zoo aufgenommen. (Affiliate-Link) Unter anderem hier vorgestellt von unserem Autor Carsten Schröder. Tieraufnahme ist also nicht gleich Tieraufnahme.

Du hast uns hier das Bild eines Schwans eingeschickt, der sich entweder irgendwie putzt oder vor dem Wind schützt. Sein Flügel ist vor seinen Kopf geschlagen, das ganze in runden Linien. Du schreibst, Du habest versucht, die Enten hinter dem Schwan etwas verschwinden zu lassen, und dem will ich mich hier verstärkt widmen.

Das erste, was ich daraufhin gemacht habe, war, den Hintergrund wieder aufzuhellen. Das sähe dann etwa so aus:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Das gibt mir und anderen etwa den Eindruck, wie das Bild ursprünglich aussah. Und ja, hinter dem Schwan liegen Enten. Aber Du hast den Schwan gut freigestellt, er dominiert die Aufnahme – die Enten stören mich aufgehellt überhaupt nicht. Ich habe das Bild auch so verändert, dass der Hintergrund praktisch ins Schwarze absumpft. Das funktioniert nicht für mich, denn jetzt sticht der Schwan unnatürlich aus der Szene heraus. Aber auch in der von Dir eingereichten Version sieht man die Enten noch relativ gut – warum sie also wegzaubern, wenn es letztlich nichts bringt?

Die fokussiert.com-Bildkritik ist die Besprechung einer von Leserseite eingesandten Fotografie. Sie zeigt Tipps und Tricks zu Technik, Komposition und Nachbearbeitung. Sie wollen dabei sein? Reichen Sie Ihre Fotografie ein. Oder buchen Sie eine private Kritik.

Ich persönlich würde das Foto so beibehalten, mit Enten und allem. Sie bilden genug Hintergrund, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Die schöne Pose des Schwans sticht auch so heraus.

Was Du allerdings versuchen kannst, ist, das Bild in Schwarzweiß umzuwandeln:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Auch mit den Enten im Hintergrund, und insbesondere in Schwarzweiß, hast Du den Schwan in seiner interessanten Pose genug in Szene gesetzt, dass es nicht mehr notwendig ist, den Hintergrund künstlich abzudunkeln. Was ist Eure Meinung?

1 Antwort
  1. Carsten Schröder
    Carsten Schröder says:

    Der Schwan in dieser Haltung ist ein starkes Tierbild. Ich würde trotzdem, evtl. durch eine leichte Vignette bei dem gezeigten SW-Bild, den Blick etwas mehr auf den Schwan lenken.

    Antworten

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