Infrarot-Fotografie:
Bilder einer unsichtbaren Welt

Mit Infrarot-Fotografie kann man eine Welt sichtbar machen, die normalerweise dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Doch wie sieht etwas aus, was man eigentlich nicht sehen kann?

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Vorgeschichte

Jeder Fotograf, der schon länger digital fotografiert, kennt vermutlich dieses Phänomen. Irgendwann kommt die Zeit, da man seine in die Jahre gekommene Kamera durch eine neue ersetzt. Leider leiden digitale Kameras unter dem gleichen Problem wie fast jegliche Unterhaltungselektronik: Sie verliert immens schnell an Wert. Eine einst teure Kamera bekommt man nur noch mit hohem Verlust verkaufen. Wenn überhaupt. Daher kaufe ich mein Equipment mittlerweile oft nur noch gebraucht, wie ich schon im Artikel zu G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) berichtet habe.

So kam es, dass ich meine Fujifilm X-E1 (Affiliate-Link) nicht verkauft habe, als ich sie durch eine andere Kamera ersetzt habe. Wie immer beim Horten hatte ich den Gedanken, dass man sie bestimmt irgendwann noch mal gebrauchen könnte. Normalerweise ist das Quatsch, doch in diesem Fall habe ich Recht behalten.

Irgendwann habe ich darüber nachgedacht, ob ich diese Kamera irgendwann noch mal nutzen würde. Ich war schon ziemlich sicher, dass das nicht der Fall sein würde. Es ist aber trotzdem eine sehr gute Kamera, kompakt und eine hervorragende Bildqualität. Eigentlich schade, dass sie nur noch im Schrank rumliegt. Ich habe immer wieder mal daran gedacht, und irgendwann hatte ich die Idee, sie auf Infrarot umrüsten zu lassen. Ich weiß, man kann sich auch [/amazonna B0179HTEYE]Infrarot-Filter vor die Linse schrauben,[/amazonna] aber das ist nicht das Gleiche. Der Nachteil dieses Umbaus ist, dass er sich nicht ohne hohen Aufwand rückgängig machen lässt. Aber da ich die Kamera im „normalen“ Modus eh nicht mehr nutzen würde, ist das kein Nachteil für mich. So erlebt dieses Gerät ein „zweites Leben“.

Infrarot-Aufahme in Schwarzweiß umgewandelt

Infrarot-Aufahme in Schwarzweiß umgewandelt

Da ich keinerlei Erfahrung im Umbau einer Kamera und eh keine Geduld für solch diffizile Arbeit habe, habe ich meine Kamera zu IRreCams geschickt. Das ging schnell und sehr unkompliziert. In wenigen Tagen hatte ich meine Kamera mit eingebauten 700 nm Infrarotfilter (den Filter kann man sich aussuchen) und den ursprünglich in der Kamera verbauten Sperrfilter in der Hand.

Surrealer Effekt mit Lensflares

Surrealer Effekt mit Lensflares

Was ist Infrarot?

Das menschliche Auge ist eingeschränkt in dem, was es wahrnehmen kann. Auf dem elektromagnetischen Spektrum sind das Wellenlängen von ca. 380 – 750 nm. Darunter befindet sich der ultraviolette und darüber der infrarote Bereich. Das Licht, das sich außerhalb dieses Bereichs liegt, ist für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar. Somit lässt mein 700 nm Filter alle Wellenlängen durch, die größer 700 nm sind. Also wird ein Großteil des sichtbaren Lichts geblockt. Im Gegensatz zum menschlichen Auge kann ein Kamera-Sensor die Wellenlängen außerhalb dieses Bereichs aber aufzeichnen, sofern kein Sperrfilter davor angebracht ist.
Vielleicht sollte ich noch kurz darauf hinweisen, dass man damit KEINE Wärmebildkamera bekommt. Dafür ist eine andere Technologie notwendig.

Klassische Farbgebung in der Infrarot-Fotografie

Klassische Farbgebung in der Infrarot-Fotografie

Wie sieht Infrarot aus?

Tja, das ist die große Frage. Man stelle sich vor, man sei von Geburt an blind. Wie würde man sich einzelne Farben vorstellen? Hätten zwei von Geburt an blinde Menschen die gleiche Vorstellung von der Farbe z.B. Grün? Sicher nicht.

So ähnlich verhält es sich mit Infrarot. Da es kein Mensch sehen kann, kann sich auch jeder Mensch eine andere Vorstellung davon machen. Alle bildgebenden Systeme, die Infrarot darstellen können, interpretieren das Licht und übersetzen es in ein Bild, das wir als Menschen begreifen bzw. sehen können. Das entspricht aber natürlich nicht dem, wie es in der Wirklichkeit ist.

Das ist einerseits frustrierend, aber anderseits gibt es dem Fotografen viel Freiheit, denn er kann das Bild farblich so interpretieren, wie es ihm gefällt. Es gibt da nicht den einen „richtigen“ Weg.

Infrarot-Streetfotografie

Infrarot-Streetfotografie

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht ganz einfach ist, in einem solchen Spektralbereich zu fotografieren. Man kennt das so ähnlich, wenn man mit einer analogen Kamera und einem Schwarzweiß-Film fotografiert. Als guter Schwarzweiß-Fotograf kann man irgendwann das Motiv schwarzweiß prävisualisieren und bekommt ein Gefühl dafür, ob das Motiv in Schwarzweiß wirkt. Das ist zwar nicht ganz so einfach, aber mit der Zeit bekommt man darin Erfahrung, weil sich die Farben mehr oder weniger immer gleich in Schwarzweiß verhalten, wenn man keine Farbfilter nutzt. Das ist bei der Infrarot-Fotografie nicht so.

Ein grünes Auto kann farblich und von der Luminanz her komplett anders aussehen als ein grünes Blatt. Das liegt am Chlorophyll, dem grünen Farbstoff im Blatt. Dieser Stoff reflektiert den infraroten Spektralbereich immens stark, so dass Pflanzen, bzw. deren grüne Teile, sehr hell bis weiß auf einem Infrarot-Foto raus kommen. Das grüne Auto hingegen kann ziemlich dunkel erscheinen.
Hinzu kommt, dass das Foto in der Regel noch zusätzlich elektronisch bearbeitet wird, um einen gewünschten Effekt zu erzielen (dazu später mehr).

Sonnenblumen in Infrarot

Sonnenblumen in Infrarot

So habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass sich Infrarot-Fotografie besonders gut für Landschaften und Architektur eignet. Meist aber auch nur, wenn man viel Sonnenlicht und überwiegend einen klaren Himmel zur Verfügung hat. Man kann die Bilder natürlich auch in Schwarzweiß konvertieren. Diese Bilder sind auch sehr charakteristisch, da meist sehr kontrastreich, mit oft sehr dunklem Himmel, dunklem Wasser, dafür aber sehr hellen Pflanzen oder Gebäuden.

Schlosspark in Infrarot mit etwas Photoshop Kung Fu

Schlosspark in Infrarot mit etwas Photoshop Kung Fu

Workflow
RAW-Datei direkt nach dem Import in Lightroom

RAW-Datei direkt nach dem Import in Lightroom

Meine X-E1 bietet Farbsimulationen für Schwarzweiß-Fotos, d.h. die Fotos kommen schon als schwarzweißes JPG direkt aus der Kamera. In Kombination mit dem Infrarot-Filter kommen schon sehr ansprechende schwarzweiße Bilder direkt aus der Kamera. Möchte man in Farbe fotografieren, ist es zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass man seine Bilder im RAW-Format aufnimmt. Der notwendige Weißabgleich lässt sich nämlich nicht direkt in der Kamera einstellen.

Weißabgleich für Infrarot

Weißabgleich für Infrarot

Man nimmt den RAW-Konverter seines Vertrauens (bei mir ist es Lightroom) und stellt den Weißabgleich auf ca. -2000 und -95. Man kann natürlich auch mit den Werten spielen, aber ungefähr in diesem Bereich bekommt man die besten Ergebnisse. Das Bild sieht nun gelblich aus.

Weißabgleich angewendet

Weißabgleich angewendet

Ein weiterer Schritt ist noch notwendig. Man muss die Kanäle für Rot und Blau tauschen. Das mache ich mit dem Kanalmixer in Photoshop. Dort den Kanal für Rot wählen, den Wert für Rot auf 0 und den Wert für Blau auf 100 setzen. Dann wählt man den Kanal für Blau und setzt dort Rot auf 100 und Blau auf 0.

Kanalmixer Rot

Kanalmixer Rot

Kanalmixer Blau

Kanalmixer Blau

Aber auch mit diesen Werten kann man spielen und schauen, was einem am besten gefällt. In einigen Bildern habe ich diesen Schritt sogar mehrfach gemacht, jeweils mit unterschiedlichen Werten. So kann ich einzelne Teile des Bildes farblich unterschiedlich darstellen. Natürlich kann man auch noch andere Änderungen am Bild vornehmen, denn wie oben schon erwähnt, man hat viel Freiheit.

Feriges Bild (Staub entfernt und Kontrast angehoben)

Feriges Bild (Staub entfernt und Kontrast angehoben)

Für die oben beschriebenen Schritte habe ich mir zwei Hilfen erstellt. In Lightroom habe ich mir ein Preset mit dem Weißabgleich erstellt. Für den Kanaltausch habe ich mir in Photoshop eine Aktion aufgezeichnet. Somit kann ich beide Schritte mit jeweils nur einem Klick durchführen.

Fazit

Als ich meiner Frau die ersten Bilder gezeigt habe, meinte sie nur: „Sehr schön. Aber solche Effekthascherei ist sonst nicht so dein Ding.“. Und damit hat sie Recht (sie kennt mich zu gut 😉 ). Faszinierend daran finde ich, dass wir Menschen Dinge nicht so sehen, wie sie wirklich sind. Man fängt an sich Gedanken über die menschliche Wahrnehmung und ihre Auswirkung Gedanken zu machen. Außerdem kann man so auf relativ einfache Art und Weise ziemlich surreal anmutende Bilder von Motiven machen, die sonst eher gewöhnlich sind. Und unter anderem das macht aus meiner Sicht einen guten Fotografen aus. Ein guter Fotograf kann das Interessante im Gewöhnlichen, das Schöne im Hässlichen sehen und extrahieren.

Für mich ist es eine s.g. Win-Win-Situation. Meine alte Kamera wird wieder genutzt, statt langsam zum Elektroschrott zu verkommen, und ich bekomme für mich neuartige Bilder.

Gänse in Infrarot-Schwarzweiß

Gänse in Infrarot-Schwarzweiß

12 Antworten
  1. dierk says:

    noch ein Panorama, dieses mit der Sony Nex-7 (APS-C) auf 720nm IR umgebaut. Dies war meine erste Kamera, die ich umbauen ließ und seit dem hat mich IR im Bann :-)
    Objektiv Zeiss Vario-Tessar FE 4/24-70 ZA OSS@24mm mit 1/200 Sek. bei f/8 und ISO 100 im Hochformat mit der Panoramafunktion der Kamera, so kommt es aus der Kamera mit etwas Standardbearbeitung an Kontrast, Helligkeit, Schärfe.

    Sony NEX-7 IR with Zeiss Vario-Tessar FE 4/24-70 ZA OSS, in came

    Antworten
    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann says:

      Ich finde die Schwarzweiß-Ergebnisse direkt aus der Kamera auch schon sehr ansprechend. Trotzdem dienen sie mir nur als Richtlinie. Ich bevorzuge die manuelle Konvertierung, weil ich da mehr Kontrolle über den Prozess habe und mit weniger Kompromissen leben muss.
      Sehr schönes Motiv übrigens.

    • dierk says:

      wenn man die Panoramafunktion der Kamera benutzt, macht diese nur JPG. Das wird sicher bei allen Kameras so sein.
      Sonst mache ich natürlich auch ausschließlich RAW. Dann mit Einzelbildern und stitchen. Bei Szenen mit Bewegung (z.B. Straße mit Autos oder Fußgängern) ist das auf jeden Fall besser, da man dann Doppelbilder eliminieren kann. Bei Panorama aus der Kamera ist das nicht möglich und man bekommt leicht Doppelbilder.

  2. dierk says:

    dies ist wieder ein gestitchtes Panorama,
    gemacht mit der Leica M Monochrom und 21mm und 720nm IR Filter
    natürlich wieder mit Stativ und 0,5 Sek. Belichtungszeit, wie an dem verwischten Kornfeld zu erkennen ist. ISO 320 ist bei der Monochrom die Standard ISO.

    Leica M Monochrom with Super-Elmar-M 21mm f/3.4 ASPH, IR filter

    Antworten
    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann says:

      Bei dem Bild finde ich die Bewegungsunschärfe des Getreides sehr vorteilhaft. Bringt eine gewisse Dynamik und zeigt, dass diese Landschaft „lebt“.

  3. dierk says:

    Hallo Darius,
    zu deinen Bildern möchte ich mich noch einmal äußern.
    Das Bild Objekt 2 finde ich einfach traumhaft! Ich finde es oft störend, wenn bei Street Fotos die Menschen von hinten zu sehen sind. Hier finde ich es aber sehr passend, besonders zu der mystischen IR Waldstimmung! Wenn die Frau mit dem Kinderwagen von vorne zu sehen wäre, hätte das Bild glaube ich eine ganz andere Wirkung.

    Was mir außerdem auffiel ist die erstaunliche Schärfe bis in die Ecken. Leider schreibst du nicht die Daten wie Objektiv, Brennweite, Blende und ISO dazu. Das hätte mich zum Vergleich mit meinen Bildern sehr interessiert. Vielleicht reagiert der besondere Sensor von Fuji auch noch anders auf IR.

    Ich möchte gerne noch zur Illustration meiner vorherigen Beschreibung einige Bilder anfügen.

    Es geht leider nur ein Bild pro Post, ich muss sie also wieder auf mehrere Posts verteilen.

    Hier ist ein gestitchtes Panorama aus der Nikon D70 mit Nikkor 24-120/4@45mm, 720nm IR Filter
    Es ist 2005 auf der Kanarischen Insel La Palma gemacht, auf der ich zu der Zeit gelebt habe. Rechts vorne ist ein Lavafeld aus feiner schwarzer Lava. Da kommen die hellen kleinen Kiefern natürlich besonders hervor. Leider liegt der Fokus auf dem Hintergrund und die Bäumchen sind recht unscharf.

    La Palma, stitch of 5 images

    Antworten
    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann says:

      Hallo Dierk,

      ich finde Menschen in solchen Bildern interessant, da sie Spannung in die Bilder bringen. Zum einen diese surreal anmutende Landschaft und dann etwas sehr Vertrautes, ein Mensch. Ein schöner Eye Catcher und ein Grund seine Wahrnehmung in Frage zu stellen.

      Exif-Daten des Bildes:
      Kamera: Fujifilm X-E1
      Objektiv: Fujinon XF 14mm f/2.8
      Blende: f/7.1
      Verschlusszeit: 1/100s
      ISO: 250

      Ich poste die Exif-Daten normalerweise nicht, weil sie zum einen in den Bildern selbst zu finden sind, und zum anderen eigentlich irrelevant sind.
      Als kleinen Tipp kann ich dir die AddOns „Exify“ für Firefox oder „Exif Viewer“ für Chrome empfehlen. Mit diesen AddOns reicht es mit der Maus über ein Bild im Browser zu fahren, und es werden einem die Exif-Daten des Bildes angezeigt, sofern welche vorhanden sind.

      Ich kann jetzt nicht sagen, ob die Schärfe von den Objektiven oder dem Sensor herrührt. Könnte aber auch sein, dass beim Umbau der Autofokus angepasst wurde.

      Bei deinem Bild könnte ich mir auch vorstellen, dass sich die Sträucher bewegt haben. Mir fallen aber auf dem Lava-Feld vertikale Streifen auf. Sieht wie ein Fehler beim Scannen aus.

    • dierk says:

      „Mir fallen aber auf dem Lava-Feld vertikale Streifen auf. Sieht wie ein Fehler beim Scannen aus.“

      Die Aufnahmen sind mit der Standard ISO der D70 von ISO 200 aufgenommen (kein Scan). Der Sensor von 2004 ist nicht vergleichbar mit den neueren Sensoren. Wie man sieht, rauscht der schon in den Schatten bei ISO 200 :-(
      Trotzdem war ich überglücklich damals über meine erste („bezahlbare“) DSLR.
      Wegen der mickrigen 6 MP habe ich sehr viele Bilder gestitcht, um druckbare Bilder zu bekommen.

      In meinen Bildern sind auch immer die EXIF enthalten. Danke für den Hinweis, aber bei den Bildern hier bekomme ich nie meinen EXIF viewer sondern mit der rechten Maus nur das Standardfenster von Firefox (in neuem Tab öffnen….). Deshalb kann ich auch kein Bild speichern und z.B. eine andere Bearbeitung ausprobieren :-(
      Das Gleiche auch mit dem Microsoft Browser, den ich zum Test mal benutzt habe.

    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann says:

      Ja, das ist so gewollt, dass man die Bilder nicht so einfach runterladen kann.
      Mit den von mir genannten Plugins für die Browser werden bei mir die Exif-Daten angezeigt, wenn ich mit dem Mauszeiger im Browser über die Bilder fahre.

    • dierk says:

      danke für die Info, Darius.
      Den Exify kannte ich noch nicht. Sind zwar nur die Basis Infos aber das reicht ja meistens.

  4. dierk says:

    Hallo Darius,
    das erste Bild und das 5. weiter unten gefallen mir sehr gut.
    IR in Farbe spricht mich nicht so sehr an, wenn diese Bilder in S/W wären, würden sie mir besonders gefallen :-)

    IR Fotografie ist auch für mich seit einigen Jahren zum festen Bestandteil meiner Fotos geworden. Deshalb möchte ich noch einiges zu deinen Ausführungen ergänzen.

    Ich habe in 2004 mit einer Nikon D70 angefangen, IR Fotos zu machen. Die D70 hat einen sehr schwachen IR Sperrfilter und ist deshalb ganz gut geeignet gewesen. Zu der Zeit hatten die DSLR noch kein Live View und der Fokus mit AF war deshalb sehr hilfreich oder eher notwendig. Damals hatte ich mir einen 720nm Filter gekauft. Da die D70 nur 6 MP hat, habe ich die meisten Bilder dann auch noch als Panorama gestitcht, um eine bessere Auflösung zu erhalten.

    Bei der Verwendung von externen Filtern auf normalen Kameras ist ein Stativ unerlässlich, da sehr lange Belichtungszeiten nötig werden.

    Zu den Objektiven.
    Die nächsten Versuche habe ich vor einigen Jahren mit der Leica M Monochrom gemacht, die sich als geeignet herausstellte – aber ebenfalls kein Live View hatte und dazu auch noch kein AF. Bei den alten Objektiven (wohl vor der Zoom-Zeit) gab es oft einen roten Strich auf der Entfernungsskala für IR, das ist heute kaum noch zu finden. Bei einer Kamera ohne AF und ohne Live View kann man als Faustregel die für die Entfernungseinstellung die Marke auf der Schärfentiefenskala nehmen, die 2 Blenden unter der maximalen Öffnung liegt. Das ging bei der Monochrom sehr gut. Auf jeden Fall ist gut abblenden angebracht.

    Man sollte bedenken, dass die Objektive nicht für diese Wellenlängen korrigiert sind und man besonders an den Rändern einige bis erhebliche Abstriche bei der Abbildungsleistung hinnehmen muss. Nur wenige Objektive wie die sehr teuren von Costal Optics bieten eine Korrektur von UV bis IR.

    Hotspots:
    viele Objektive erzeugen im Zentrum einen von der Blende abhängigen helleren Bereich, der Hotspot genannt wird. Der ist bei S/W einigermaßen zu beheben, bei Farbe soll es wohl schwieriger sein. Es gibt dazu im Web entsprechende Seiten, in denen man mehr darüber erfährt.

    welchen Umbau:
    Wie hier beschrieben ist der Umbau einer (alten oder gebrauchten) Kamera die beste Lösung, wenn man sich für IR begeistern kann. Dazu gibt es zwei Optionen. Man kann nur den IR Sperrfilter entfernen lassen und muss/kann dann durch externe Filter die Kamera sowohl für IR als auch für UV benutzen (letzteres ist für Blumen wohl ganz interessant). Das heißt aber, dass man für jedes Objektiv Filter braucht oder entsprechende Adapterringe. Die zweite Option ist die hier Beschriebene, der feste Einbau eines IR Filters. Da muss man sich allerdings vorher gut überlegen, für welche Wellenlänge man sich entscheidet. Ich habe auch 720nm genommen und kann dann immer noch mit einem externen Filter weiter auf z.B. 850nm gehen, d.h. stärkere Kontraste, schwarzer Himmel.

    Der große Vorteil bei einem Umbau:
    man kann wie mit einer normalen Kamera aus der Hand fotografieren. Ich habe den Eindruck, dass der Sensor sogar noch etwas empfindlicher als vorher ist.
    Zum „Beweis“ hänge ich ein Bild dran, dass ich vor ein paar Tagen gemacht habe.

    Auch kann man jetzt die Panoramafunktion der Kamera ohne Probleme auch für IR benutzen. Ein Beispiel hatte ich bei dem Waldbild gezeigt.
    Wie oben von Darius beschrieben, nehme ich auch immer in RAW auf, stelle bei der IR Kamera (jetzt die Sony A7R) zusätzlich JPG in S/W Modus ein. So kann ich das Bild schon vorher sehr gut in der Wirkung beurteilen (da ich ausschließlich IR in S/W mache). Die Farbe des Fokus Peaking stelle ich entsprechend auf rot.

    Bearbeitung:
    da ich nur S/W mache, habe ich mich noch nie um einen Weißabgleich gekümmert.
    Das beschriebene Verfahren mit dem Kanaltausch ist nur bei IR in Farbe erforderlich!
    Bei S/W kann man mit jedem Programm, das S/W kann (LR, PS, Nik Silver Efex…) die Bearbeitung ohne Probleme machen.

    Ich stelle immer wieder fest, dass ich Landschaften seit langer Zeit fast nur noch in IR mache. Die Ergebnisse sind einfach wie hier ja auch zu sehen anders und besonders. Die „normalen“ Landschaftsbilder in Farbe oder S/W habe ich zur genüge gemacht.

    VG
    dierk

    Voigtlander Heliar-Hyper Wide 10mm f/5.6 Aspherical on Sony A7R

    Antworten
    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann says:

      Hallo Dierk,

      danke für deine Ergänzungen.
      Ob Schwarzweiß oder in Farbe, das ist natürlich Geschmackssache. Ich wollte hier nur zeigen, was man so machen kann.

      Ich persönlich habe mich für diese Art vom Umbau entschieden, weil er die wenigste Arbeit macht. Man ist damit zwar nicht flexibel und muss eine Kamera „opfern“, dafür muss ich keine externen Filter und Adapterringe dabei haben und kann damit auch kurze Belichtungszeiten nutzen.

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