Blickfang setzen:
Abstraktion, nachbearbeitet

Das Auge des Betrachters geht immer zum hellsten Punkt des Bildes. Wenn dies aber nicht das eigentliche Motiv ist, kann dies eventuell problematisch sein.

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Olympus E-M5MarkII, 1/60s bei Blende 7,1 mit 15 mm Brennweite und ISO 200. © Kirsten Heinrich

Kirsten Heinrich aus Weinheim hat uns das Bild „Heute geschlossen“ mit folgendem Kommentar eingereicht: Schräg mache ich gerne. Mit Architektur habe ich meine Probleme, selten gelingen mir Bilder, die mich zufriedenstellen. Dieses hier mochte ich sofort – auch ohne Beschäftigung mit Rodtschenko.

Über Rotschenko steht bei Wikipedia: „Vom Dadaismus beeinflusst, gelangte Rodtschenko (Affiliate-Link) über die Fotomontage zur Fotografie, wobei er bald zu einem wichtigen Vertreter der russischen Konstruktivisten wurde. Er wurde besonders durch seine ungewöhnlichen Perspektiven bekannt, aber auch durch die starke abstrakt-grafische Wirkung seiner Aufnahmen.“

Da kann ich mit dir gehen, dass du bei deiner Aufnahme etwas Abstraktes geschaffen hast. Die Linienführung gefällt mir, gerade auch weil das Auge des Betrachters durchs Bild gelenkt wird. Die schräge Haltung der Kamera bringt Spannung in das Foto und unterstützt die Linienführung.

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Linienführung

Linienführung

Mein Blick geht aber immer gezielt zum sehr hellen Himmel. Man sagt, dass das Auge immer zu den hellsten Stellen eines Bildes gelenkt wird.

Ich weiß, dass nicht jeder damit einverstanden ist dein Bild dahin zu bringen den Fokus auf dem abstrakten Teil des Gebäudes hängenbleiben zu lassen. Doch wenn ich etwas nicht versuche, weiß ich auch nicht was rauskommt!.

Ohne aufwändige Bearbeitung möchte ich den Himmel abzudunkeln. Mein bevorzugtes Arbeitsmittel ist adobes Lightroom. Es geht aber auch der RAW-Konverter von Photoshop und viele andere Bildbearbeitungsprogramme. Ich entscheide mich meistens für Lightroom, da es in kurzer Zeit, ohne das Bild zu „zerstören“, zum Ziel führt.

Zunächst habe ich versucht die Lichter abzudunkeln und die dunklen Bildteile etwas aufzuhellen.

Regler Lightroom

Regler Lightroom

Grundeinstellungen angewendet - zu wenig Abdunkelung

Grundeinstellungen angewendet – zu wenig Abdunkelung

Doch das führte nicht zu „meinem“ Ziel.

Also male ich mit dem Pinselwerkzeug (eingeschaltete Maskierung) den Himmel aus und dunkle ihn mit Hilfe des Belichtungsreglers ab.

Himmel abdunkeln - Maske

Himmel abdunkeln – Maske

Himmel abgedunkelt

Himmel abgedunkelt

Das Gebäude maskiere ich anschließend und  klare es mit den unten gezeigten Einstellungen auf. Den „Dunst entfernen“-Filtereffekt gibt es zur Zeit leider nur in der Lightroom CC-Version.

03-gebaeude-aufklaren

Mein Lieblingswerkzeug „Radial Filter“ nutze ich sehr oft, um Bilder auf den Punkt zu bringen. Hier lege ich eine leichte, augenscheinlich unauffällige Vignette mit den Einstellungen wie unten gezeigt im Bild an. Der zentrale Blickpunkt des Motivs wird außen minimal abgedunkelt und die Klarheit etwas erhöht.

Vignette

Vignette

Bild fertig bearbeitet

Bild fertig bearbeitet

Fertig! Jetzt habe ich einen klaren Blickpunkt im Bild, auf den das Auge des Betrachters gelenkt wird.

Eindeutig ein anderes Bild als das Ausgangsbild, aber welches „besser“ gefällt oder nicht, müsst ihr als Betrachter entscheiden.

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  1. […] Fotografie „heute geschlossen“ dagegen hat schon eine Kritik erfahren – sie konnte mit der beeindruckenden Schwarz-Weiss-Aufnahme den dritten Platz […]

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