Beelitzer Heilstätten:
Der „Motivgier“ widerstehen

Ein Motivierungsbeitrag statt einer Bildbesprechung: Warum man sich eine Chance auf ein wirklich tolles Bild nicht durch „Motivgier“ vergeben sollte.

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie. Sony Alpha 58 Aufnahmedaten: 1/20s bei Blende 6.3 mit 18mm Brennweite und ISO 400, © Thomas Noack

Thomas Noack aus Chemnitz: Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, mich in der ehemaligen Chirurgie der Beelitzer Heilstätten für eine Stunde frei zu bewegen um Fotos zu machen. Da das Gebäude sehr groß und verwinkelt ist, ist eine Stunde ziemlich knapp, und ich habe natürlich versucht in kürzester Zeit so viele Aufnahmen zu machen, wie möglich. Ich hoffe mir ist es trotzdem gelungen, die Atmosphäre einzufangen, auch wenn nicht jede der Aufnahmen dem Profistandard entsprechen.
Auf jeden Fall ein Besuch wert. Es lohnt sich.

Wir leben in Zeiten, in denen nichts mehr unfotografiert bleibt. Kein Konzert, an dem nicht allen Aufnahmeverboten zum Trotz hunderte von Smartphones mitfilmen, kein Ausflug, von dem nicht Dutzende von Eindrücken auf Facebook und zwei vermeintlich künstlerische Aufnahmen auf Instagram landen. Hier deshalb mal ein Plädoyer für die intensivere Form der Fotografie.

Wir sehen in dieser harten Schwarz-Weiss-Aufnahme eine Fensterreihe, blicken innen in einer dunklen Halle oder einem Flur entlang. Vier grosse, helle Fensteröffnungen mit nach ihnen offen stehenden Doppelflügeln schaffen in dem Bild ein Netz von Flächen und Linien, das sich als Keil von der linken Bildhälfte nach rechts zieht. Ganz rechts hinten ist noch ein kleines Licht im Flur erkennbar, wo wahrscheinlich weitere Fenster oder Türen offen stehenden in diesem offenbar verlassenen Gebäude.

Gemäss den Exif-Daten hast Du in den berüchtigen Beelitzer Heilstätten eine Lange Belichtungszeit von einer Zwanzigstel Sekunde angewandt, was die Aussenwelt deutlich überbelichtet hat, aber dem Innenraum in aller Dunkelheit noch Zeichnung verleiht. Bei 400 ISO und Blende 6.3 gehe ich davon aus, dass Du die Aufnahme mit einem Stativ geschossen hast. Rein vom Kontrastumfang hätte sich dieses Bild vielleicht für ein HDR geeignet, wenn man denn auf diese Technik steht oder wenn der Aussenanblick, der jetzt ganz dem Weiss geopfert wurde, etwas hergäbe, das sich zu fotografieren lohnt.

beelitz aaufgehellt

Die gleiche Urbex-Fotografie, mit 2.5 Blendenwerten aufgehellt.

Die fokussiert.com-Bildkritik ist die Besprechung einer von Leserseite eingesandten Fotografie. Sie zeigt Tipps und Tricks zu Technik, Komposition und Nachbearbeitung. Sie wollen dabei sein? Reichen Sie Ihre Fotografie ein. Oder buchen Sie eine private Kritik.

Der Stil hier könnte der Urbex zugegerechnet werden, der „Urban Exploration“ (Affiliate-Link),  der Motivjagd in städtischen und zivilisatorisch erschlossenen, aber verlassenen Gebieten, die in eine Art Ruinen-Landschaftsfotografie übergeht.

Oder wenn Du die Zeit dafür gehabt hättest. Denn damit gehe ich über zum Plädoyer: Ich finde diese Aufnahme recht gelungen, ansprechend auch in der harten Umsetzung und grafisch ein spannender Blickfang. Aber Deine Beschreibung der Umstände, wie sie entstanden ist, liess mich stutzen: Du hast was versucht? Möglichst viele Aufnahmen zu machen? Wieso das denn?

Das Resultat bei solchen Übungen kann nur eines von zweien sein: Entweder, Du hast lauter mittelmässige, weil in der Eile unsorgfältig geschossene Fotografien. Oder Du hast einen Zufallstreffer dabei, der wirklich in fast allen (und meistens sind es dabei eben nur fast alle) Belangen stimmig ist und (fast) vollständig überzeugt.

Dem steht die Vorgehensweise des typischen Landschafts- oder Architekturfotografen gegenüber, die beide Ihr Motiv zuerst auskundschaften, von allen Seiten und unter verschiedenen Lichtverhältnissen besuchen und so gewissermassen ausrecherchieren. Die Chance, so zu einem aussergewöhnlichen Bild zu kommen, scheint mir logischerweise zu steigen – wobei man zugleich auf viele andere Bilder, die allerdings naturgemäss alle zweitklassig sind, verzichtet.

Motivgier vermeiden

So auch hier: Wenn es Dein Ziel war, zu einer Art Foto-Doku der Beelitzer Heilstätten zu kommen weil, sagen wir, Du eine einfache Reportage bebildern willst oder weil Du das als Vorrecherche für ein eigentliches Shooting ansiehst, macht der Eilgang mit schnellen Schüssen in die Gänge durchaus Sinn.

Wenn es Dir aber um einen „Keeper“, um eines der Bilder ging, das man im eigenen Portfolio für ein typisches und gelungenes Werk aufbewahren und vorzeigen können will, würde ich bei solchen Kurzbesuchen ein anderes Vorgehen vorschlagen. Es bestünde darin, auf dem Rundgang das erste wirklich überzeugende Motiv als das zu nehmen und damit die verbleibende Zeit zu verbringen: Andere Blickwinkel, andere Kompositionen, andere Belichtungen ausprobieren, Ausschnitte studieren, etc.

Urbex, Chirurgie Beelitz, © Thomas Noack

Urbex, Chirurgie Beelitz, © Thomas Noack

Du zeigst mit einigen Aufnahmen aus Deiner Serie gleich selber, dass Du selbst in Deinem zeitlichen Druck exakt das versucht hast: Diese beiden Aufnahmen zeigen das gleiche Motiv und sind total verschieden. Ich halte das erste übrigens für eine starke, aber eben auch oft gesehene Varaiante. Deshalb habe ich für das Hauptbild die Fensterreihe ausgewählt: die ist spannend und wirkt nicht so abgenutzt wie der verlassene Stuhl.

Urbex mit Graffito Chirurgie Beelitz, © Thomas Noack

Urbex mit Graffito Chirurgie Beelitz, © Thomas Noack

Der Einzigartigkeit der Gelegenheit wirst Du mit der Konzentration auf eine Aufnahme und dem Verzicht auf die „Motivgier“immer noch gerecht, vielleicht mehr noch als wenn Du versuchst, alles gesehen und im Vorbeigehen auch einiges davon abgelichtet zu haben.

Sollte Dir in der intensiveren Methode ein Bild wirklich gelungen sein, dann hast Du nicht nur ein spannendes Motiv würdig fotografiert, sondern dabei wahrscheinlich auch noch sehr viel über Fotografie gelernt.

16 Antworten
  1. anke says:

    Zum Thema “ Motivgier “ hätte ich noch folgende Anmerkung. Ich kenne die Situation der Motivgier ebenfalls. Meine Bewertung ist jedoch eine andere.
    Wenn eine Location mich interessiert, beziehungsweise richtig fesselt, dann mache auch ich den “ Fehler “ ( zu ) viele Fotos zu machen. Aber das umgekehrte wäre für mich das größere Ärgernis . Angenommen ich wäre an einem Ort den ich so schnell nicht wieder aufsuchen könnte und ich würde mich durch längere Vorbereitung selbst daran hindern ein bisschen mehr zu fotografieren, würde ich mich hinterher ärgern. Die größere Auswahl an Fotos ist doch auch ein großer Schatz. Und die Gier zu fotografieren ist gleichzeitig auch ein Ausdruck von Begeisterung .
    Natürlich verstehe ich die Argumentation und Thematik der Gier nach vielen Fotos auch als eventuell “ unbedachtes drauflosknipsen „, auf der anderen Seite könnte ein übermäßig geplantes Foto auch eher etwas steril wirken, denke ich.

    Bei einer sinnvollen Selektion, die eine größere Menge von Fotos reduziert, sowie einer stimmigen Nachbearbeitung ist dann hoffentlich wieder alles im Lot.

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  2. Thomas Hendel says:

    Zum Thema „Motivgier“ muss man in diesem speziellen Fall aber wissen, dass man in Beelitz einen Termin machen muss. Oder man hat das Glück und kommt noch in so eine ca. einstündige Führung mit rein, während man die Familie auf den Baumkronenpfad schickt :-) – der sich aber auch lohnt!
    Wenn man erst alles auskundschaften will, um dann später in den Gebäuden „richtige“ Fotos in Ruhe zu machen, dann muss man schauen, dass man in einen längeren Workshop noch reinkommt.
    Das ist alles schwierig, wenn man nicht gerade „um die Ecke“ wohnt. Und Chemnitz ist nun wirklich nicht „um die Ecke“ :-)

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  3. dierk
    dierk says:

    Ich habe ein Problem mit der „Motivgier“
    Wenn ich meine Fotoaugen aufsetze (wie meistens), dann sehe ich überall Motive. Das hat nichts mit Gier zu tun, bestenfalls mit dem Wunsch, all diese Bilder nicht nur im Kopf sondern auch als Bild zu haben – ist das Gier? Wenn ich keine Kamera dabei hatte, sagte meine Frau oft, dann sieh es dir doch einfach an – wenn man fotografiert, kann man das glaube ich nicht so einfach. Wenn man malt, so wie sie, dann sicher schon.

    @Thomas,
    das weicher bearbeitete Bild von dir ist für mich auch noch nicht so richtig die Lösung. Vielleicht hättest du näher an die Wand gehen können und die kaputten Fenster stärker in den Vordergrund nehmen können. So richtig kann ich mich mit dem Motiv nicht anfreunden. Eine kürzere Brennweite und rechts etwas mehr von dem Raum mit Schmutz und Gerümpel?

    „Mit dem Kontrast gebe ich dir recht. Der ist schon sehr hart.
    Mir gefiel das immer recht gut. Ist aber auch mal gut zu wissen, was die breite Masse und Profis drüber denken und, dass es eben nicht soooo gefällt.“

    Ich denke, du solltest dich nicht so sehr nach der Meinung anderer richten (aber deshalb ist es je hier :-) ) sondern für dich entscheiden, ob das Bild dir so gefällt. Einzig zählt, ob du es so gut findest – es sei denn, dass du nicht recht weisst, was dich an deinem Bild noch stört.

    HDR ist nicht damit zu verwechseln, was oft mit schrecklich überzogenen Farben gezeigt wird (gib mal bei flickr HDR ein, fast alles in dieser grausigen Art!), sondern einfach eine Belichtungsreihe, die die Dynamik des Sensors erweitert. Ich nehme meistens 3 Aufnahmen mit 1,5 oder 2 Blenden Abstand.
    Versuche es mal, du wirst neue Möglichkeiten entdecken!

    Im Anhang eine Aufnahme aus 1/8, 1/15 und 1/30 Sek.
    HDR bemerkt man nur, wenn man bedenkt, dass die Helligkeitsunterschiede für eine normale Aufnahme zu gross sind.

    VG
    dierk

    Gut Trenthorst, Scheswig-Holstein

    Antworten
    • Peter Sennhauser says:

      Naja, die „Motivgier“ war hier eine Erfindung meinerseits, um die Hektik zu beschreiben, die einen überfällt, wenn man plötzlich von Motiven um geben ist und weiss, dass man wenig Zeit hat: Dann würde ich dafür plädieren, das Beste aus ein paar Motiven zu machen, statt den Kopf zu verlieren. Das ist die Kurzversion meines Plädoyers…

  4. dierk
    dierk says:

    Thomas,
    das erste Bild ist mir auch viel zu kontrastreich und das 2. Bild von Peter bearbeitet ist mir zu flau. In beiden Fällen sind die Lichter einfach zu sehr überstrahlt. Das ist ein Motiv, dass unbedingt für HDR als Belichtungsreihe aufgenommen werden sollte um nicht zu sagen muss. Bei den modernen Kameras mit 5 bis 10 Bildern pro Sekunde ist das auch aus der Hand überhaupt kein Problem. Ich mache oft zur Sicherheit braketing, benutze aber bei dem neuen Sensor der A7RII oft doch dann nur eine Aufnahme. Bei diesem Motiv ist aber wohl jeder Sensor überfordert. Prophylaktisch eine Belichtungsreihe zu machen ist digital ja heute kein Problem und man ist auf der sicheren Seite.

    In der HDR Bearbeitung hat man dann immer noch die Freiheit, die Kontraste nach Wunsch und Eindruck einzustellen und ggf. Höhen oder Tiefen absaufen zu lassen. Ich mache immer ein sehr weiches 16bit TIF und erzeuge den Kontrast in LR oder PS und/oder Nik Silver Efex.

    „vom Kontrastumfang hätte sich dieses Bild vielleicht für ein HDR geeignet, wenn man denn auf diese Technik steht “
    das sehe ich wie gesagt nicht so. Wenn man HDR sieht, wie bei diesen vielen schrecklichen Bildern, die unter HDR gezeigt werden, ist das für mich nur Effekthascherei.

    Diese Motive sind sicher sehr reizvoll, aber leider gibt es in meiner Umgebung nichts derartiges. Alles schrecklich sauber und aufgeräumt :-)

    Die beiden Bilder mit Stuhl gefallen mir ausgesprochen gut! Der Kontrast der oberen mit Fenster passt für mich perfekt, auch mit der Vignette.

    Motivgier:
    ich sehe um mich herum ständig Bilder (Motive), „Motivgier“ würde ich es nicht nennen. Und wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, mache ich meistens viele Aufnahmen und bin oft überrascht, wie viele „keeper“ dabei sind (oder ich bin zu wenig kritisch bei meinen Bildern). Dazu kommt, dass ich meistens auch nur 30 – 60 Minuten Zeit habe und versuche, in der Zeit so viel wie möglich mitzunehmen.

    Eine gute Übung ist, wenn man mit Mittelformat oder sogar mit Großformat arbeitet, das entschleunigt erheblich. Und wenn man nur einige 4×5 Kassetten dabei hat, schleicht man sicher lange um das Motiv herum, bis man sich zum Foto entscheidet.

    Im Anhang eine Aufnahme von ca 1983 mit der Nikon FA und 35mm Shift aufgenommen, natürlich mit Stativ.
    Lägerdorf bei Itzehoe, Schleswig-Holstein
    VG
    dierk

    Nikon FA with 35mm tilt/shift

    Antworten
    • Thomas Noack says:

      @dierk
      Beim Fotografieren habe ich schon mein Augenmerkt mehr auf die Fenster gerichtet, weil ich da schon wusste, dass ich eigentlich nicht zeigen will, was hinter den Fenster ist.
      Ich habe mir eben nochmal die Rohdaten angeschaut. Die hätten es grundsätzlich schon zugelassen, das Überstrahlen zu minimieren und den Blick in den Hof zu zeigen.
      Mit dem Kontrast gebe ich dir recht. Der ist schon sehr hart.
      Mir gefiel das immer recht gut. Ist aber auch mal gut zu wissen, was die breite Masse und Profis drüber denken und, dass es eben nicht soooo gefällt.
      Nur so kann man draus lernen und ich muss noch viel lernen.
      Ich bin da wahrscheinlich durch mein Beruf auch etwas beeinflusst… :)
      Ich habe bei der Aufnahme nochmal den Kontrast etwas herunter genommen und hänge das Bild mal an.

      Mit HDR habe ich mich noch nicht weiter beschäftigt. Das steht aber auf meiner Liste. :)

      Vielen Dank für dein Kompliment zu den Bildern mit dem Stuhl.

      Beelitz

    • Stefan Jeschke says:

      Meine Aussage/Antwort bezieht sich jetzt eher auf Thomas‘ Antwort als auf Dierk, aber die Verschachtelungstiefe im Antwortbaum geht leider nicht ueber 1 hinaus..

      Ich denke es wuerde enorm helfen, dass Du/wir uns zuerst ueber das Anliegen/den Sinn/die Aussage obigen Fotos klar werden (und das kann fuer jeden durchaus etwas anderes sein), bevor wir darueber diskutieren, ob wir Kontraste aendern, HDR machen, oder es sonstwie veraendern. Ich meine das ganz woertlich. Einige hierzu relevante Fragen die ich einfach mal in den Raum stellen moechte:
      1. Was ist die generelle Aussage des Bildes? Welche Bildwirkung soll es hervorrufen?
      2. Warum hast Du die Fenster komplett ausbrennen lassen, um nicht zu zeigen, was draussen ist? Bzw. warum ist das „draussen“ hier nicht zeigenswert?
      3. Warum gefallen Dir harte Kontraste bzw. welche Wirkung rufen sie (bei Dir) hervor? Passt das fuer dieses Bild?

      Ein kleines Beispiel hierzu: wenn du moeglichst viele Details des verrottenden Gebaeudes zeigen wolltest, haettest du den Kontrast wohl nicht so raufgeregelt (Peter hatte ihn zurueckgenommen, insofern sehen wir, was uns bei Deiner Interpretation alles entging). Dieser hohe Kontrast gibt dem Bild jedoch einen gewissen Grundge-Look, welcher die duestere/moderige Stimmung eventuell ganz gut unterstuetzt. Hieran siehst Du, dass nur an diesem einen Parameter sehr viel haengt, die Sache ist also aeusserst komplex. Und genau deshalb muss man sich zuerst klar werden, was man erreichen will bevor man Aenderungen geziehlt vornimmt, um eben die herauskristallisierte Aussage zu unterstuetzen.

      In diesem Zusammenhang faellt mir die „Vision is better“-Serie von David DuChemin ein (seine Buecher sind uebrigens auch sehr empfehlenswert), und hier insb. Episode02 und 03. Dabei geht er auf das von mir oben skizzierte im Detail ein waehrend er in Lightroom seine Bilder editiert. Ich hoffe dieser Ansatz hilft Dir bei Deinen Fragen weiter bzw. bringt Dich dazu, die wichtig(st)en Fragen zu stellen.

      Viele Gruesse,
      Stefan

  5. Christian Fehse says:

    Wie immer kann man alles negativ oder positiv betrachten. Viel Zeit ist natürlich Klasse, aber das ist oft nur ein frommer Wunsch. Jetzt kann man sagen, okay dann gucke ich nur. Macht aber glaube ich niemand. Auch das „richtige“ Licht ist meistens doch nicht länger als ne knappe Stunde, so wie man es gerne hätte.
    Ich neige mittlerweile dazu, auch in kurzer Zeit konzentriert „viele“ Bilder zu machen. Sicher sind das dann eher Reportageaufnahmen als klassische Landschaft- oder Architekturbilder. Man ist voll konzentriert und fokussiert sich auf den Eindruck des Moments. Ich sehe das sehr positiv.

    Diese Bilder sind in einer knappen Stunde entstanden. Dabei habe ich sechs Filme bei ISO 1600 belichtet, einfach um schnell aus der Hand fotografieren zu können. Für mich war wichtig, das einzufangen was ich gesehen habe. Auch weil ich dort hin wahrscheinlich nicht wieder so schnell hinkomme:

    http://www.lomography.de/homes/cfehse/albums/2112344-kolmannskop-namibia-on-bw-03-2016

    Antworten
    • dierk
      dierk says:

      bin ganz deiner Meinung, Christian.
      Wenn man seine Fotoaugen anschaltet und sich ganz auf die Motive konzentriert, entstehen (natürlich mit genug Erfahrung und Beherrschung des Werkzeugs) in kurzer Zeit die richtigen und visualisierten Bilder.

      Deine Bilder von Namibia sind super!!
      Und die Serie „Inside an old Storage Building“ ebenso.
      VG
      dierk

    • Christian Fehse says:

      Das Storage Building da mußte es auch schnell gehen – aber aus einem anderen Grund. *gg*

  6. Thomas says:

    @Tilman

    Vielen Dank dir. :)
    Freue mich, wenn die Bilder gefallen.

    Ich habe mich auch schon all zu oft geärgert, dass ich mir für ein bestimmtest Motiv nicht mehr Zeit genommen habe.
    Peter hat schon recht, was er über die Motivgier sagt.
    Ich denke aber das ist immer einer Abwägung der jeweiligen Situation.
    Ich hab dort viel fotografiert. Einige Ergebnisse sind gut, andere nicht so gut. Das hat man immer.
    Ich denke jedoch, dass noch paar gute Bilder dabei sind und ich mich sooooo doof nicht angestellt habe.
    Auch wenn sicherlich hier und da man hätte was anders machen können.

    Ich hatte vorhin schon ein Kommentar geschrieben und noch ein paar Sachen erläutert.
    Er scheint noch nicht freigeschalten zu sein. :(

    Einen schönen Tag euch allen. :)

    Antworten
  7. Stefan Jeschke says:

    Ich kann zu Peters Ausfuehrungen nur „Amen!“ sagen.
    Auch ich habe manchmal diese Motivgier, gerade wenn die Zeit knapp wird: noch schnell einen hoffentlich tollen Schnappschuss machen.. klappen tut das genau _nie_. Fuer mich bemerke ich ganz klar, dass eine Beschaeftigung in der Tiefe (= viel Zeit zum Nachdenken fuer ein Foto nehmen) mich insgesamt (zumindest langsam) voranbringt, waerend das Fotografieren nach dem Giesskannenprinzip nur meine Festplatte fuellt.
    Trotzdem werde ich warscheinlich auch in Zukunft ab und zu dieser sinnlosen Motivgier erliegen, ich kann so schlecht aus meiner Haut.. ;-)

    Viele Gruesse,
    Stefan

    Antworten
  8. Tilman says:

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deinen Bildern, Thomas. Mir gefallen sie gut, und auch wenn Du in Eile warst, sieht man dass es keine Schnappschüsse sind, sondern dass Du sehr wohl auf die Komposition geachtet hast. Auf der anderen Seite möchte ich aber auch Peter zu seinem Artikel beglückwünschen. Was Du schreibst, entspricht genau meiner eigenen Erfahrung… fotografieren braucht Zeit. Ich vergesse das leider auch viel zu oft und ärgere mich dann hinterher.

    Antworten
  9. Thomas Noack says:

    Guten Morgen. :)

    Danke für die Kritik meines Bildes. :)

    2-3 Sachen möchte ich dazu noch sagen.
    Zuerst einmal zur Motivgier.
    Ja, wieso eigentlichen!?
    Mir bietet sich leider nicht so häufig die Möglichkeit dort hin zu fahren.
    Eine Stunde in einem mehrere tausend qm großen Gebäude über 3 Etagen inkl. Keller ist wirklich sehr sehr knapp.
    Es gibt viel zu entdecken und da kommt dann vielleicht der Übereifer durch.
    Das muss ich sicherlich noch lernen, anders vorzugehen.
    Nichts desto trotz habe ich versucht, jedes Motiv optimal einzufangen, aus unterschiedlichen Perpektiven und mit verschiedenen Werten belichtet.

    Alle entstandenen Aufnahmen sind frei hand fotografiert. Sprich ohne Stativ.

    Ich fotografiere ausschließlich in RAW und bearbeite diese nach.
    Belichtung, Kontrast, ggf. Farbkorrekturen, Ausschnitt etc. Alles was dazu gehört.
    Ich mag Bilder mit starken Kontrasten.
    Die Rohdaten des Bildes hätten es hergegeben, auch zu zeigen, was hinter den Fenstern ist.
    Doch darauf kam es mir nicht an.
    Alle Bilder sind absichtlich genau so bearbeitet, wie ich es mir vorstelle und mir gefällt.
    Mir kam es darauf an, was andere, besser gesagt Profis über meine Aufnahmen denken und wie sie sie einschätzen.
    Denn gerade als Anfänger, als den ich mich immer noch bezeichne, ist es schwierig selbst einzuschätzen, da das Feedback von Profis fehlt.
    Man befindet sich ständig in der Lernphase und es gibt immer neue Sachen zu lernen.
    Ich denke gerade bei der Arbeit mit Rohdaten gibt es zig verschiedene Möglichkeiten, diese zu bearbeiten, bestimmte Sachen herauszuarbeiten usw.
    Da kommt es immer auf die Interpretation des Fotografen an und das macht es gerade spannend wie ich finde.

    Ich hätte noch viel mehr Aufnahmen, doch leider kann man nur 3 pro Woche einreichen.

    Nochmals vielen Dank für die Kritik meines Bildes.
    Gerade die angesprochene „Motivgier“ nehme ich mir sehr an und werde in Zukunft an deine Worte denken, dass ich noch gründlicher bei meinen Fotografien vorgehen kann.

    Gruß
    Tom

    Antworten
    • Peter Sennhauser says:

      Damit wir uns richtig verstehen, Thomas: Die Bilder sind ausserordentlich gut, und noch dazu in der Serie, die Du geschossen hast – Anfänger bist Du demnach sicher nicht. Aber wenn Du anhand solch toller Motive vor allem etwas lernen und nicht Trophäen oder eben die schnelle Reportage machen willst, für den Fall ist mein Vorschlag mit der Beschränkung auf ein, zwei Motive und die Beschäftigung mit den Varianten gemeint.

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