Tierfoto:
Das Picknick-Pferd

Für Tiere gilt als Fotomotiv das gleiche wie für Menschen: Am interessantesten sind sie, wenn man Ihre Gesicht sieht – und das heisst: Ihre Augen.

Pferdefoto im Gegenlicht

Picknickpferd – Nikon D5200, 1/320s bei Blende 4.8 mit 195mm Brennweite und ISO 500 © Patrick Geldmacher

Patrick Geldmacher aus Mühltal Ich habe mit meiner Frau ein Picknick in unserer wunderschönen hessischen Umgebung am Rande des Odenwaldes gemacht. Dabei nahm ich dieses Pferd auf, dass direkt neben unserem Picknick-Platz weidete.

Pferde im Gegenlicht sind ein dankbares Motiv, geschuldet der Mähne. Hier fehlt uns nur ein kleines bisschen mehr Gesicht…

Wir sehen in dieser Farbfotografie das Schulterportrait eines weissen Ponys, das in einer fetten Wiese weidet. Das Pferd steht im Gegenlicht (Affiliate-Link) und wird entlang der Mähne und des Halses von der offenbar untergehenden Sonne golden gesäumt. Im Vordergrund der Fotografie ragen einige ebenfalls von der Sonne durch das Licht hervorgehobene Gräser in die Aufnahme.

Dies ist eine gut belichtete Aufnahme wenn man bedenkt, dass die Kamera nicht wusste, was Du fotografierst: Es ist Dir gut gelungen, die Schattenseite des Pferds korrekt zu belichten, so dass es nicht zu einem Scherenschnitt wird. Die Lange Brennweite dürfte die Blende beschränkt haben, die noch weiter offen hätte sein dürfen, aber dann musstest Du wohl mit der höheren Empfindlichkeit nach korrigieren, um zum richtigen Belichtungswert zu kommen – grundsätzlich gut gemacht.

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt

Die Komposition setzt den Kopf des Pferdes ins Bildzentrum, was man machen kann, aber nicht unbedingt muss: Zwar sollte das Tier in der rechten Bildhälfte durchaus noch etwas Raum haben, aber hier hätte es sich zugleich angeboten, mehr von der Schulterpartie und vom Vorderbein in den Ausschnitt zu rücken.

Die fokussiert.com-Bildkritik ist die Besprechung einer von Leserseite eingesandten Fotografie. Sie zeigt Tipps und Tricks zu Technik, Komposition und Nachbearbeitung. Sie wollen dabei sein? Reichen Sie Ihre Fotografie ein. Oder buchen Sie eine private Kritik.

Mich stören aber vor allem zwei Dinge, die Du bei der Aufnahme hast erkennen müssen und leicht hättest verbessern können: Zwar ist es für die Tiefe im Bild sehr wirksam, unscharfe Gräser im Vordergrund zu haben die auch Teile des Motivs verdecken dürfen. Das schafft den Eindruck einer tiefen Perspektive wie derjenigen eines Raubtieres, das sich anschleicht, und es bringt viel Tiefe in die Tele-Aufnahme. Dabei würde ich aber darauf achten, dass nicht ein Grashalm oder ein Blütenstand genau in der Übergangszone zwischen Schärfe und Unschärfe just vor dem wichtigsten Teil des Motivs in die Komposition ragt. Das ist hier der Fall.

Problemzonen im Bild

Problemzonen im Bild

Der zweite Punkt ist, dass ich das Gesicht des Pferdchens ahne, aber nicht sehe. Denn der wesentlichste Teil eines Gesichts, das uns Menschen sehr interessiert, ist der Blick, sprich wenigstens ein Auge des Gegenübers.

Nachdem davon auszugehen ist, dass das Pferdchen sich von Dir nicht weiter stören liess, aber auch nicht vollkommen unbewegt am Grasen war denke ich, es hätte sich gelohnt, ein paar Meter nach links zu robben oder auf eine Bewegung des Tiers zu warten, bis das Gesicht besser zu sehen und der Grashalm nicht mehr direkt im Blickfeld war. Natürlich nur, wenn Deine Frau Dir Deine abschweifende Aufmerksamkeit nicht übel nahm.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *