Zurück in die Zukunft:
Der Vietnam-Look
Was hat sich am fotografischen Prozess durch die neue Technik geändert? Betrachtungen anlässlich einer Ausrüstungs-Kleinmesse.

Ein ganzes Jahr lang dokumentierte er 1993 das religiöse Leben Berlins in klassischem Schwarzweiss, forschte in Pakistan und machte sich im gleichen Jahr selbstständig. Um das Jahr 1996 entdeckte er die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung, gab die Schwarzweissfotografie auf und wurde 1999 mit einem Kodak Pixel Award für seine Panoramafotografie ausgezeichnet.

Es folgten Jahre intensiver Auftragsfotografie. 2001 wurde Horst Kløver Mitglied der Fotografenagentur laif in Köln, die heute sein Archiv verwaltet. Zu seinen Kunden zählten und zählen die Magazine Stern, Merian, Brand Eins, Time (USA), GQ, Brigitte/BYM (Brigitte Young Miss) und Der Spiegel. Er fotografierte Werbung und Geschäftsberichte im Auftrag der KNSK Hamburg, Publicis Berlin und weiterer renommierter Agenturen.

Freie fotografische Projekte und ein Gaststudium an der Münchner Filmakademie hielten seine Sinne auch im größten professionellen Stress wach. Auf Reisen und am Rande von Aufträgen entstanden Arbeiten, die ihm mehr am Herzen liegen als all die geschliffenen Bilder, mit denen er sein Brot verdient. Auszeichnungen beim Epson Portrait Award 2004 und Canon ProFashional Award 2005 belohnten seine Anstrengungen, immer wieder nach neuen Sichtweisen zu suchen. Die Bilder auf dieser Seite entstammen den Serien “Ein Tag in Paris” aus dem Jahr 2004 und “Der rote Faden” 2006. Das inszenierte Einzelbild trägt den Titel “Nouvelle Vague” und ist eine Hommage an den (französischen) Film, der ihn sehr beeinflusst hat.
2006 war das Jahr, in dem Horst Kløver sich entschied, die Fotografie wieder etwas genauer vor außen zu betrachten. Er gründete eine Galerie, die bis 2008 unter dem Namen Photeur Fotografie aus Mittel- und Osteuropa präsentierte und wurde Autor und Kurator. Er wird regelmäßig auf internationale Festivals als Portfolio Reviewer eingeladen. Zu seinen Auftraggebern zählen die Avenso AG (Lumas Editionsgalerien, Whitewall), der Bund der ungarischen Fotokünstler und Publikationen wie Photonews und Fototv.Horsts persönliches Blog ist unter photeurblog.de zu finden.
Er selber kann via Mailadresse
erreicht werden.
Alle 9 Artikel von Horst Kløver auf fokussiert.com:

Die erste bezahlbare Digitalkamera, die ich benutzte, kam vor zehn Jahren auf den Markt – die Nikon D1. Was hatte sich verändert? Ernsthaft fotografieren konnte man mit der D1 nicht, die Auflösung reichte höchstens für Experimente, wie zusammengesetzte QuickTime VR Panoramen, bei denen der Aufwand des Scannens der vielen einzelnen Aufnahmen vom Kleinbildfilm sehr groß war. Also ein kleiner Fortschritt für die Bildproduktion damals und eine Explosion heute: Die Menge der geschossenen und digital veröffentlichten Bilder hat sich im letzten Jahrzehnt vervielfacht.
Kommentar des Fotografen:
Aufgenommen habe ich das Bild abends am Alexanderplatz in Berlin; Es ist aus der Hand mit einer Brennweite von 20mm aufgenommen. Ursprünglich wollte ich noch mehr von der Treppe zeigen, habe mich dann später aber doch für einen quadratischen Beschnitt entschieden; So “fehlt” etwa die Hälfte des ursprünglichen Bildes. Die aufgrund des Aufnahmewinkels stürzenden Linien habe ich ebenfalls nachträglich korrigiert. Gereizt hat mich an dieser Szene die Tristheit des Plattenbaus, die dennoch durch die unterschiedlichen Fenster und die beiden fast vorsichtig aufgehängten, farbigen Flaggen unterbrochen wurde. Diese sind wohl noch Überbleibsel der Fußball-Europameisterschaft gewesen.
Profi Horst Kloever meint zum Bild von Markus Mayer:
Nein, ich möchte nicht in die Diskussion über die deutschen Fahnen im öffentlichen Raum einsteigen, die ich mir auf deinem flickr stream durchgelesen habe. Dein Bild ist gut – super ist, dass es eine solche Kontroverse auslösen kann. Was mir nicht gefallen hat, ist wie das Bild unter vielen, vielen belanglosen Schnappschüssen dort untergeht. » weiterlesen
Wieder ein Portrait meines Modells (und Freundin) – diesmal mit dem Versuch, durch Blitzeinsatz (2. Verschlussvorhang) einen Bewegungseffekt zu erzielen. Das Resultat ist ein atemberaubendes, dynamisches Portrait aus einer Kombination aus Effekt und extremen Ausdruck. Das Bild habe ich minimal mit Lightroom bearbeitet um einen weicheren Teint zu erhalten und die Sättigung etwas zurückzunehmen.
Profi Horst Kloever meint zum Bild von S.F:
Zuallererst: Das Bild ist eine Wucht, um mal einen Begriff meiner Jugend anzubringen. Abgesehen von ein paar technischen Details halte ich es für ein sehr gelungenes und wirkungsvolles Kompliment an die Schönheit deiner Freundin.
Kommentar des Fotografen:
Dies Bild entstand bei einer Reihe von Fotoaufnahmen in gemütlicher Langeweilerunde mit Freunden.
Profi Horst Kloever meint zum Bild von Steve Splittgerber:
Vom fotografischen Standpunkt ist dieses Bild keine Provokation. Es erreicht in keinem Fall die Intensität deiner anderen theatralischen Inszenierungen, von denen eine in der Bildkritik eines Kollegen schon gefeiert wurde. Es wurden sogar der Kultfilm Apocalypse Now und in einem Kommentar Brad Pitt als Vorbilder zitiert.
Und jetzt willst du dich gleichzeitig mit der Blue Man Group und dem legendären Pariser Porträtstudio Harcourt in den Ring begeben…
Kommentar des Fotografen:
Eine Glasfaserlampe im Stil der 60er/70er-Jahre, direkt von oben fotografiert. Die Lampe sollte nicht sofort erkennbar sein, aber auch nicht völlig abstrakt wirken. Ich benötigte diverse Versuche für Belichtung (4s) und eine interessante Bewegung der Glasfasern. Die ganze Lampe sollte ruhig wie eine Galaxie wirken. Dennoch sollte in einigen Teilen dieses Universums auch Bewegung herrschen. Die Nachbearbeitung (in Aperture 2.0) beschränkt sich auf Beschnitt und Blaufärbung.
Profi Horst Kloever meint zum Bild von Michael Görmann:
Du bist einem Ereignis visuell ganz nahe gekommen, an dessen Darstellung und Erklärung heute hunderte Forscher fieberhaft arbeiten – dem Urknall. Der einfallsreiche Fotograf greift nicht zu den Sternen, sondern nimmt eine modische Glasfaserlampe, um einige Grundannahmen der heutigen Astrophysik sehr plastisch darzustellen.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt die Figur des Eros auf dem Brunnen der Thermen von Kallithea, Rhodos. Es handelt sich hier um einen Ausschnitt des Originals. Das Motiv reizte mich aufgrund des einfallenden Lichts, welches der Statue “Leben” einzuhauchen scheint. Auch die Bilddiagonale, die von links unten (der Hand mit den gespreizten Fingern vor dem hellen runden Fenster) bis nach rechts oben zum Kopf führt (dem Punkt, wo der Blick zur Ruhe kommen soll) fand ich sehr attraktiv.
Kommentar des Fotografen:
Beim Testen eines neuen Blitzes entstanden.
Profi Horst Kløver meint zum Bild von Bela Beier:
Da hat der neue Blitz aber ganz schön reingehauen. Man kann auch sanfter mit einer Lady umgehen, gerade, wenn es um Hauttöne geht… Pose und Bildidee sind im Grunde sehr interessant, das Model scheint für ein erotisches Porträt, eine Aktaufnahme geeignet.
Auch an Gegenlicht ist an sich nichts auszusetzen, nur musst du es mit einer weichen Aufhellung von vorne auffangen:
Kommentar des Fotografen:
Buchdruckpresse: Dingler´sche Kniehebelpresse, 1828, Zweibrücke. Die Presse wird immer noch von Künstlern benutzt. Ich bin selbst gelernter Buchdrucker und gelernter Maschinenschlosser, und ich war einfach von der Schönheit der Mechanik fasziniert. Ich habe Fotos von der ganzen Presse gemacht, aber dann gefiel mir das Foto mit den wichtigsten mechanischen Details am besten.
Profi Horst Kloever meint zum Bild von Reinhard Schnetzer:
Viele Profis stehen oft vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe, technische Apparaturen, ihre Eigenarten und Funktionen in Bildern lebendig werden zu lassen oder diese aus einer scheinbar chaotischen Umgebung optisch “herauszuschälen”.
Deine Aufnahme leistet hier schon beachtliches: