Uli Eberhardt

Uli Eberhardt, Jahrgang 1959, beschäftigt sich schon viele, viele Jahre mit der Kunst der Fotografie. Immer wieder gibt es neue, spannende Fotografinnen und Fotografen mit ihren Arbeiten zu entdecken, neue Entwicklungen zu verfolgen. Darüber schreibt er seit 2007 für fokussiert.com.

In der Freizeit arbeitet er an seinen eigenen Bildern und kennt sich mit Freud und Leid des fotografischen Handwerks deshalb bestens aus.

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Alle 532 Artikel von Uli Eberhardt auf fokussiert.com:

Gute Aussichten 2011/2012:
Der Schnitt als Verbindung

“Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie” präsentiert in der neuen Auswahl 2011/2012 sieben Preisträgerinnen und Preisträger. Der “Schnitt” in des Wortes vielfältiger Bedeutung erweist sich als verbindendes Element, so die Jury.

Die Jury hat diese Sieben aus 95 Einsendungen von 36 Institutionen ausgewählt, alles Hochschulen für Fotografie oder Kunstakademien. Die Auswahl will eine Zusammenschau dessen zeigen, was im letzten Jahr an junger Fotografie entstanden ist.

Sebastian Lang (HBK Braunschweig) beleuchtet in seiner seriellen Arbeit “Behaviour Scan” in dem von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als bundesdeutsche Norm eingestuften Dorf Haßloch in der Pfalz den vermeintlichen deutschen Durchschnitt.

Er offenbart dabei, wie Büro von Gute Aussichten mitteilt, verblüffende Details, die den gehegten Wunsch nach dem repräsentativen – und somit berechenbaren – Querschnitt der Gesellschaft ab absurdum und uns in eine fast gespenstische Realität führen.

Christian Karl Gerhartsreiter führte 30 Jahre lang u.a. als Clark Rockefeller in den USA ein Leben als Hochstapler, bis er im Jahr 2008 vom FBI entlarvt wurde.

Sara-Lena Maierhofer (FH Bielefeld) folgt in ihrem Zyklus “Dear Clark” seinen Spuren und erzählt in 66 Bildern und einem Objekt die Geschichte seines Lebens. Zugleich wagt sie eine phänomenologische Betrachtung der Gestalt des Hochstaplers, die zu kleinen Teilen in jedem von uns schlummert.

Kurzerhand durchschnitten hat Johannes Post (HfbK Hamburg) in “Inform”, was er und wir so am Leib tragen: Unsere Kleidung – die Uniform. 36 Bild-Querschnitte angeordnet in zwei großformatigen Tableaus mit je 18 Abbildungen zeigen unsere “zweite Haut”, wie wir sie noch nie gesehen haben – fotografisch-surreale, modische Schnittmuster einer ganz und gar neuen Art.

Den beiden großen zerstörerischen Einschnitten der Stadt Dresden – der Luftangriffe durch die Alliierten im Februar 1945 und der Jahrhundertflut vom August 2002 – ist Luise Schröder (HGB Leipzig) in “Arbeit am Mythos” auf den Grund gegangen. Künstlerische Antworten auf die Fragen, wie die Wahrnehmung von Geschichte entsteht, wie Erinnerungen konserviert werden und wo die Schnittstellen von Wahrheit und Mythos liegen könnten, erarbeitete Luise Schröder sich in sieben Archiv-Prints, einem Video und einer Zeitung.

Ganz dem Zufall verschrieb sich Miriam Schwedt (Kunstakademie Düsseldorf) in ihrer fünfteiligen, aus 20 Einzelmotiven bestehenden Arbeit ohne Titel. Die Schnittmenge ist dabei nicht nur die Verfremdung der Wirklichkeit, sondern auch jene Bildpoesie, die aus dem Herstellungsverfahren herrührt.

Um Abschnitte, Zuschnitte und irgendwann den Aufschnitt ganz anderer Art geht es Julia Unkel (FH Dortmund) in ihrer Arbeit “Im Angesicht”. Sie hat Schlachthöfe und Schlachtereien besucht und dokumentiert auf beinahe erschreckend klinisch-saubere Weise in elf Fotografien und einem Buch das blutige Geschäft der Fleischindustrie ohne jeglichen sichtbaren eigenen Kommentar.

Auf die Suche nach Schnittflächen bzw. Flächenschnitten hat sich Franziska Zacharias (HGB LEIPZIG) in ihrer Serie “Le Noire Familier” begeben. Mit Hilfe eines selbst gebauten Modells und der Fotografie erschafft sie fünf großformatige Bildräume, die sowohl als Räume wie auch als abstrakte Bilder gelesen werden können.

Die Initiatorin von “Gute Aussichten”, Josefine Raab, sagt über die diesjährige Auswahl aus der jungen deutschen Fotografie:

“In der wie immer mit Spannung erwarteten Sitzung konnten wir beobachten, dass sich die bereits im letzten Jahr hervorgetretene Tendenz, das Medium Fotografie ebenso experimentell wie spielerisch und ungezwungen einzusetzen, in diesem Jahr fortgesetzt hat. Das fotografische Erbe der Bild prägenden Schulen führt bei den Nachwuchsfotografen zu einer phantasievollen Erkundung und Erweiterung ihres Instrumentariums. Die Konstruktion von Bildern bleibt nach wie vor ein großes Thema, wobei die totale Inszenierung von Bildwelten mit den unterschiedlichsten Mitteln in den Vordergrund gerückt ist. Weiterhin virulent ist die Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Themen unserer Zeit und hat – zumindest vorläufig – die narrative Selbstbestimmungs- und Selbstverortungsthematik in den Hintergrund gedrängt.

Bei “Gute Aussichten” gibt es keine Siegertreppchen, kein Preisgeld, keine Rangliste, sondern einfach “nur” Gewinnerinnen und Gewinner. Die Ausstellung mit deren Arbeiten tourt jetzt durch ganz Deutschland und auch ins Ausland.

Den Auftakt macht das Museum für Fotografie in Berlin, wo die Bilder bis 29. Januar 2012 zu sehen sein werden. Danach geht’s unter anderem nach Washington DC, nach Innsbruck, nach Hamburg, Straßburg oder Köln. Alle Infos dazu und Bilder der Preisträger finden sich auf der Website von “Gute Aussichten”.

Gute Aussichten
Museum für Fotografie Berlin

Vivian Maier:
Fotografieren war ihre Passion

Sie arbeitete als Kindermädchen und Fotografieren war ihre Passion – Vivian Maier. Nach ihrem Tod erst wurden ihre Negative entdeckt.

100’000 Aufnahmen hat Vivian Maier hinterlassen, teils noch nicht einmal entwickelt. Entdeckt wurden sie in vielen Kisten – bei einer Zwangsversteigerung.

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Joachim Schmid:
Die Fotos anderer Leute

Joachim Schmid nimmt sich aus der unendlichen Bilderflut die Fotos anderer Leute und setzt sie neu zusammen. So entstehen Muster und Zusammenhänge.

“Other People’s Photographs” sind Amateurbilder aus verschiedensten Bereichen unseres Netzlebens. Gesammelt und geordnet ergeben sich neue Beobachtungen und Einsichten.

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4. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg:
Bilder der Menschheit

Bilder der Menschheit: Nichts weniger hat sich das 4. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg vorgenommen.

Bis zum 6. November werden an sieben Ausstellungsorten 56 Künstler aus 32 Ländern ausgestellt. Titel des Fotofestivals 2011: “The Eye is a lonely Hunter: Images of Humankind” – das Auge ist ein einsamer Jäger, Bilder der Menschheit.

Eine “perspektivenreiche Expedition ins Reich des Menschen im Zeitalter der Globalisierung” will das 4. Fotofestival sein. Es gliedert sich in fünf thematische Kategorien, die an jeweils einem der Ausstellungsorte präsentiert werden: » weiterlesen

Beatrice Apel/Renate Niebler:
Konzentrationslager Flossenbürg

Das Konzentrationslager Flossenbürg: Die beiden Fotografinnen Beatrice Apel und Renate Niebler zeigen uns den Ort des Schreckens und die Überlebenden, so wie sie “im Hier und Jetzt” sind.

“In uns der Ort” – so heißt die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Der Ort ist mit den Menschen, die den Schrecken erleiden mussten, untrennbar verbunden.

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Bieler Fototage:
Der Zahn der Zeit

Die Bieler Fototage feiern dieses Jahr ihren 15. Geburtstag. Und wenn das auch noch nicht so sehr alt ist, so lautet das Thema dieses Mal doch: ” Le temps fait son oeuvre (der Zahn der Zeit)”.

Das Programm der Bieler Fototage will die Erfahrung der Zeit aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Formen sichtbar machen – noch bis zum 25. September.

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Annett Gröschner/Arwed Messmer:
Die frühe Berliner Mauer

Ein wahrer Schatz aus ehemaligen DDR-Archiven: Panoramafotografien der frühen Berliner Mauer. Annett Gröschner und Arwed Messmer haben sie aufbereitet.

Wir sehen: Die frühe Mauer war durchsichtig, noch nicht überall massiv, provisorisch mit Stacheldraht oder Zäunen abgegrenzt. Zum fünfzigsten Jahrestag des Mauerbaus sehen wir die Bilder in Berlin.

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Sybille Bergemann:
Die Polaroids

Sybille Bergemann hat neben ihren Auftragsfotografien viel mit Polaroids gearbeitet. Es sind Unikate “vom Rand der Welt”, wie sie selbst bekannte.

Polaroids sehen, kaum haben sie Konturen angenommen, schon so aus, als seien sie vor Jahren bereits fotografiert worden. Diese Spannung zwischen dem “Jetzt” und dem “Vergangenen” finden wir in Sybille Bergemanns “Sofortbildern”, die erstmals zu sehen sind.
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Gregory Crewdson:
Amerikanischer Alptraum

Leere Straßen, verfallene Häuser, sprachlose Menschen in namenlosen Vorstädten: Gregory Crewdson inszeniert einen amerikanischen Alptraum.


“In a Lonely Place” heißt die aktuelle Ausstellung in Berlin. Mysteriös, kalt und beklemmend erscheinen uns diese einsamen Orte in Crewdsons Bildern. » weiterlesen

Blumenfotografie:
Schönheit und Vergänglichkeit

Schönheit und Vergänglichkeit, Liebe und Tod: Blumen spielen in der zeitgenössischen Fotografien als Motiv nach wie vor eine große Rolle.

Wie unterschiedlich Fotografinnen und Fotografen das Thema dabei angehen, können wir uns aktuell in einer Übersichtsausstellung in Berlin ansehen.

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