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Schwan im Wind:
Aus der Not eine Tugend machen

Störende Hintergründe sind häufig nicht vermeidbar, besonders, wenn es sich um Tierfotos handelt. Man kann aber aus der Not eine Tugend machen.

wiebke-susanne2

Wiebke-Susanne Homann aus schreibt zu diesem Bild:

Der Schwan saß bei eisiger Kälte am Teich. Ich finde er wirkt fast melancholisch, der Flügel schützend über dem Kopf. Ich habe das Bild quadratisch beschnitten, um der Form des Tieres besser gerecht zu werden. Mit geringer Tiefenschärfe habe ich versucht, die dahinter liegende Ente etwas verschwinden zu lassen, ein heller Schatten ist aber leider immer noch zu sehen.

Viele von uns haben dieses Foto in Erinnerung, das vor nicht allzu langer Zeit die Runden durch die sozialen Medien machte. Eine Person im Schnee füttert Vögel im Wasser. Ein Schwarzweißfoto, das praktisch perfekt wirkt. Der Aufnahmewinkel, die Nachbearbeitung – einfach rundherum gelungen. Und all diese anderen Bilder, zum Teil im Zoo aufgenommen. (Affiliate-Link) Unter anderem hier vorgestellt von unserem Autor Carsten Schröder. Tieraufnahme ist also nicht gleich Tieraufnahme. Weiterlesen

Laub mit Tropfen:
Herbst in Draufsicht

In der Landschaft lassen sich faszinierende Details auf immer wieder neue Art fotografisch inszenieren. Ein wesentliches Gestaltungsinstrument ist dabei der Blickwinkel: Die Kamera kann ja auch anders „gucken“ als der Betrachter.

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Lukas Roth aus Karlsruhe schreibt: Ich war im Herbst in der Pfalz wandern und es hatte vorher sehr lange geregnet, so dass alles ziemlich nass war. Es gab fast keine Motive, die mir gefallen hatten und ich war fast schon am Ende meiner Tour, als mir bewusst wurde, dass ich die ganze Zeit die Tropfen auf dem Laub vergessen hatte. Also schoss ich das Bild und daheim, bei der Betrachtung der Bilder, fiel mir auf, dass diese Bild (für mich) perfekt den Herbst ausdrückt. Auf flickr war das Bild dann auch relativ beliebt und ich wollte jetzt einfach mal die Meinung von Profis wie euch dazu einholen :)

Das ist in der Tat ein kräftiges Bild: Herbst, das sagen schon die Farben, dann die Blätter, dann der Regen oder Tau. Gut gesehen!

Deine Farbfotografie zeigt ein Eichenblatt in einer bodendeckenden Schicht von rotgefärbten Buchenlaub. Die Blätter sind augenscheinlich nass, wie an Glanzspuren an einigen Ecken erkennbar ist. Auf dem Eichenblatt haben sich zahlreiche Tau- oder Regentropfen gesammelt. Durch die Lichtbrechung der Oberflächenspannung stechen einige von ihnen in der oberen Blatthälfte als heller Blickfang heraus.

Als bunte Illustration zum Thema Herbst ist an diesem Bild fast nichts herumzumäkeln. Weiterlesen

Buchrezension «Ohne Kamera»:
Über Scanography hinaus

Das Fotobuch „Ohne Kamera“ führt uns in eine eigene visuelle Sphäre irgendwo zwischen digitalem Kupferstich und Scanography. Es zeigt das Werk des Scanner-Fotografen Walter Spagerer.

Cover - (c) Walter Spagerer

Cover – (c) Walter Spagerer

Ich habe hier und da über die Jahre versucht, mit meinem Scanner Kunst zu produzieren. Es kam auch ab und an mal etwas Brauchbares dabei heraus, aber häufig sahen die Ergebnisse aus, als hätte ich etwas irgendwie kopiert. Spagerers Buch hat diesen Bemühungen neues Leben eingehaucht, denn er stellt eindrücklich da, was mit einem Scanner alles möglich ist. Weiterlesen

Leser-Fotobuchprojekt «Doppelt Gesehen»:
Gnadenfrist bis Sonntagabend

Für unser juriertes Leser-Fotobuchprojekt erweitern wir die Anmeldefrist bis zum 3. Juli 2016: So haben die Beschäftigten unter Euch Gelegenheit, am Wochenende nach ihrem besten Bild zu kramen.

Doppelt gesehen - irgendwie. © PS

Doppelt gesehen – irgendwie. © PS

Eigentlich wäre seit Mitternacht Schluss. Das Wochenende steht aber vor der Tür und damit die beste Zeit, nach dem ultimativen Bild zum Thema „Doppelt Gesehen“ zu suchen – und wir hätten gerne Eure Meisterwerke. Wer sich noch nicht schlüssig ist, was er/sie schicken soll, ob das ausgesuchte Foto passt, kriegt noch ein paar Stunden Gelegenheit, uns etwas zu schicken. Zerdenkt das Ganze nicht – wenn Ihr es gut findet, finden wir es höchstwahrscheinlich auch gut.

Also, jetzt mitmachen!


Habt Ihr Fotos, die Ihr zu „Doppelt Gesehen“ einreichen wollt? Schickt sie uns!

DAS gibt es zu gewinnen:

buchpreise

Datenpanne:
Bitte nochmals hochladen!

Wer uns seit April eine Fotografie zur Kritik hochgeladen hat, möge den Vorgang wiederholen… leider hat unser Tool gestreikt.

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Asche auf mein Haupt: Was ich, ohne genaues Hinsehen, für einen drastischen Einbruch bei der Einreichung von Fotos für die Bildkritik gehalten habe, entpuppt sich als Datenbank-Panne. Tatsächlich sind die Uploads seit Mitte April nur noch sporadisch bis zu uns durchgedrungen – die Einsender der Beiträge haben aber dennoch eine Bestätigung erhalten!

Das heisst, wir haben zwar die Bilder bei uns, aber wir wissen nicht, von wem sie kamen, wir kennen weder Kategorie noch Titel etc. (das gilt nur für die Bildkritik, nicht für das Fotobuchprojekt). Für den dummen Fehler bitten wir um Entschuldigung. Er hat Folgen:  Weiterlesen

Ken Schles/Jeffrey Silverthorne/Miron Zownir:
Und wenn wir das heute machten?

Fotografien vom Rande der Gesellschaft – oder mitten aus ihr heraus. In Tabubrüchen, die früher skandalträchtig und heute allenfalls noch anrührig sind, zeigt das Haus der Photographie in Hamburg. Die Ausstellung wirft für mich auch Fragen nach dem Wert von Bildern auf.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai - 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai – 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Die Fotos sind weder schön noch ansprechend. Viele sind allenfalls berührend, wenn auch vielleicht auf eine ungewohnt unangenehme Art: Kunst ist, was bewegt. Jeffrey Silverthorne, der in den Deichtorhallen in Hamburg mit einer Serie Fotos aus dem Leichenschauhaus vertreten ist, sagt irgendwo im Audioguide:

„Fotos, die schön sind, aber nichts aussagen – das ist doch nicht mehr als ‚fashion‘. „

Und an einer anderen Stelle regt er sich in einem Interview sinngemäss darüber auf, dass er früher als Fotograf an der mexikanischen Grenze frei hin- und her pendeln und die Grenzbeamten bei Arbeit und Freizeit begleiten konnte, während man heute zwar die wildesten Fetischparties ablichten, aber bei den Grenzorganen nicht einmal mehr mit einer Sondergenehmigung fotografieren dürfe: Hier werde das Privateste, was es gibt, problemlos öffentlich, dort werde gleichzeitig das Öffentlichste, was passieren könnte, von der Berichterstattung ausgeschlossen.

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Purismus oder Zukunft:
Wenn man zu sehr am Althergebrachten hängt

Neue Entwicklungen auf einem totgeglaubten Gebiet lassen dieses wiederauferstehen – aber nicht notwendigerweise in derselben Form. Das muss nicht schlecht sein.

My Favorite RV #4 - (c) Sofie Dittmann

My Favorite RV #4 – (c) Sofie Dittmann

Vor ein paar Wochen habe ich voller Enthusiasmus in der (mit Impossible nicht offiziell zusammenhängenden) Facebook-Gruppe, die sich den neuen Entwicklungen von Sofortbildfilm von Impossible Project verschrieben hat, Fotos eingestellt, die allesamt digital fotografiert und auf dem Instant Lab auf Color 600 beta abgezogen worden waren. Die Resultate hatten meine Erwartungen übertroffen, und wenn auch der neue Farbfilm in der entgültigen Version online gemischte Bewertungen bekommt – ich fand diese Bilder einfach klasse. Weiterlesen

Surfing in High Key:
„Eyes burning, salt on your lips“

Nachbearbeitung ist immer die Entscheidung des Fotografen, und wenn dieser sich für High Key entscheidet, kann aus einem Bild etwas ganz anderes werden.

2014_eyes-burning_maxmauthner

Max Mauthner aus Graz schreibt zu diesem Bild:

Dieses Foto entstand im September 2014 an der Südwestküste Frankreichs. Die zwei Surfer im Vordergrund sowie die weiteren Personen im Hintergrund ergaben für mich ein sehr gutes Fotomotiv. Jedoch war ich zu diesem Zeitpunkt mit der Lichtsituation und mit den Farben nicht zufrieden. Erst zu Hause im Rahmen der Nachbearbeitung und nach Umwandlung in ein Schwarzweißfoto entsprach das Foto meinen Vorstellungen. Nach langem Herumspielen mit Kontrast und Helligkeit entstand für mich mein Lieblingsfoto dieses Surf-Trips.

Canon 600D, ISO 100, 55mm, f / 5.6, 1/1000 Sek.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier das Buch „Surfing“ von Jim Heimann rezensiert, das auch der Hauptpreis für das beste Foto ist, das uns zu unserem Leser-Fotobuch-Projekt „Doppelt Gesehen“ eingereicht wird. Surfing ist mittlerweile mehr als nur ein Sport, es ist ein Kulturphänomen, und in bestimmer Weise schon fast ein Kult – es bedeutet, cool und frei zu sein, und für manche füllt es ihr Leben vollkommen aus. Weiterlesen

Leser-Fotobuchprojekt «Doppelt Gesehen»:
Nur noch ZWEI Wochen!

Für unser juriertes Leser-Fotobuchprojekt suchen wir derzeit Einreichungen, die für Euch das Thema „Doppelt Gesehen“ beschreiben, also Aufnahmen, in denen die Zahl Zwei eine Rolle spielt.

grafik_fotobuch2wochen

Am 30. Juni 2016 läuft die Einreichungsfrist für unser Leser-Fotobuchprojekt aus! Wir haben bereits einige interessante Bilder von Euch bekommen – wer sich noch nicht schlüssig ist, was er/sie schicken soll, ob das ausgesuchte Foto passt und so weiter, hat noch knapp vier Wochen die Gelegenheit, uns etwas zu schicken. Zerdenkt das Ganze nicht – wenn Ihr es gut findet, finden wir es höchstwahrscheinlich auch gut.

Also, jetzt mitmachen!


Habt Ihr Fotos, die Ihr zu „Doppelt Gesehen“ einreichen wollt? Schickt sie uns!

DAS gibt es zu gewinnen:

buchpreise

Zu knapper Bildausschnitt:
„Burgen-Romantik“

Einen knappen Bildausschnitt zu wählen, ist grundsätzlich richtig – wenn man so nichts „amputiert“.

img_8630-burg

Karsten Zolk aus Düren schreibt zu diesem Bild:

Tv 1/250, Av 10,0, ISO 125, 24,0 mm

Auch die heimische Landschaft bietet schöne Aussichten.
Durch die Schwarzweisskonvertierung gewinnt das Motiv eine graphische Klarheit, die an alte Kupferstich-Darstellungen erinnert.

Eine Freundin meinerseits bemerkte einmal, die Deutschen würden sich im Ausland – im Sinne von typischen Urlaubsländern – besser auskennen als daheim. Bei mir stimmte das leider auch; ich bin im Ausland mehr unterwegs gewesen als in Deutschland. Dein Foto zeigt, dass das ein Fehler ist, denn die heimische Landschaft bietet in der Tat viele schöne Motive. Weiterlesen