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Bachlauf-Foto:
Das Motiv isolieren

Landschaftsfotografie bietet viele Nischen für spannende Detailansichten – es muss nicht immer das Tal von vorne bis hinten sein. Gerade bei Wasserläufen ist wesentlich, dass sich der Fotograf für ein Motiv entscheidet.

Kamera: Canon EOS 600D Aufnahmedaten: 25/10s bei Blende 11/1 mit 104/1mm Brennweite und ISO 100

Canon EOS 600D, 2.5s bei Blende 11 mit 104mm Brennweite und ISO 100.

Fabian Rose aus Bingen: Diese Fot ist in unserem Urlaub im Harz entstanden. Es zeigt die Ilse etwas anders. Dies war mit der erste Versuch Bilder mit längerer Verschlusszeit und Stativ zu machen.

Ein Ausschnitt aus einem Bachverlauf zeigt diese Farbaufnahme. Der Fotograf scheint im Gewässer drin zu stehen und hat das Bächlein  aufwärts der Flussrichtung fotografiert. Ungefähr in der horizontalen Mitte der Aufnahme fliesst der Bach übher eine kleine Schwelle aus mehreren Steinen, von denen zwei mit herbstlich-buntem Laub bedeckt sind. Die Belichtungszeit hat das Wasser zu weissen Vorhängen verwischt. In den ruhigen Wasserpartien spiegelt sich ein eigenartig hellgrünes Licht.

Glückwunsch zu Deinem ersten Wasser-Stativ-Langzeit-Bild. Es ist durchaus gelungen und lädt zum Anschauen ein. Die Schwelle in der Bildmitte schafft Rhythmus , und die fein verästelten Flussstufen sorgen für Dynamik.

Technisch gesehen hast Du Dich für klassische Einstellungen in der Landschafts-Detailfotografie entschieden: mittlere Blende für durchgehende Schärfe, etwas längere Brennweite, um das Gewässer zusammenzuziehen und tiefe ISO für eine Langzeit-Belichtung. An diesen Diengen ist nichts auszusetzen, allerdings hätte ich mich für eine etwas längere Belichtungszeit (und damit für eine noch kleinere Blende oder einen Neutralgrau-Filter (Affiliate-Link)) entschieden: Der feine Schaum auf dem Auslauf des „Wasserfalls“ im Bildvordergrund ist irgendwo zwischen den Zeiten hängengeblieben. Er ist nicht wirklich sichtbar, aber auch nicht verschwunden – 2.5 Sekunden reichen dafür nicht aus.

Ebenfalls überprüfen würde ich den Weissabgleich: Hier scheint mir das Grün doch etwas zu intensiv, auch wenn ein frühlingshaftes Blätterdach in der prallen Sonne wahrscheinlich ungefähr diesen Farbton auf den Boden bringt. Lightroom hat bei mir in der Anpassung des Weisstons auf das Wasser dann doch ein etwas wärmeres Licht angenommen.

Weissabgleich des Bachfotos etwas wärmer

Weissabgleich des Bachfotos etwas wärmer

Noch eine handwerkliche Grösse, die ich überprüfenswert finde, ist die Lage des Bildausschnitts, respektive die Neigung des Bodens. Denn auch wenn es bei Wasser ausser bei Seen oder dem Meer mit einem geraden Horizont nicht ganz einfach ist – es gibt, und grade bei fallendem Wasser, Hinweise auf die Lage des virtuellen Horizonts. Dein Bild halte ich für rund fünf Grad nach links gekippt. Das ist nicht absolut eindeutig feststellbar, aber es gibt Indizien.  So geht fallendes Wasser auch in einem Fluss oder einem Bach relativ schnell aus der Flussrichtung in den freien Fall – und damit in eine exakt senkrechte Falllinie – über. Das heisst, dass die geraden Linien unterhalb jedes „Wasserfall-Bogens“ in der Stufe hier im Lot stehen müssten, und demnach, dass der kleine Bogen, den wir genau von vorne sehen, exakt senkrecht stehen muss.

Falllinie des Wassers

Falllinie des Wassers

Wenn man diese fünf Grad korrigiert, kommt dies dabei raus:

Wasserfalllinie, korrigiert

Das geht aber zulasten einiger Teile des Bildes, wie immer, wenn man etwas gerade stellen muss:

Ausschnittwinkel

Fünf Grad nach rechts gekippt: Es fallen Bildanteile weg.

Bis jetzt haben wir die Aufnahme also neu beweisst und geradegekippt, aber das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn das wichtigste an der Aufnahme ist die Komposition.

Die ist hier eindeutig auf die drei Steine in der Schwelle des Baches ausgerichtet – aber sie macht sie nicht wirklich und konsequent zum Motiv. Das Problem: an den Rändern franst die Aufnahme aus, es gibt viele Ablenkungen und Kleinigkeiten wie die Ästchen unten rechts oder das tote Stück Holz oben links, die den ganzen Eindruck etwas struppig machen und von der zentralen Bildkomponente ablenken.

Ich habe gelernt, in Detail-Landschaftsaufnahmen zuerst herauszufinden, was mein Motiv ist: In Deinem Fall hier wohl die Schwelle mit den drei Steinen. Danach geht es daran, dieses Motiv aus allen möglichen Blickwinkeln zu betrachten, alle Standorte zu überprüfen und zu sehen, wie es am besten zur Geltung gebracht werden kann. Dabei, sagen meine Lehrer wie Gary Hart, ist besonders wichtig, dass der Rahmen der Komposition keine „Lecks“ hat: Dass nichts in die Aufteilung des Bildes hinein- oder zu harsch hinausragt.

Die drei Steine der Schwell im Bildzentrum sind das Motiv. Sie sollten so gut wie möglich freigestellt werden.

Die drei Steine der Schwell im Bildzentrum sind das Motiv. Sie sollten so gut wie möglich freigestellt werden.

Das ist allerdings der letzte Schritt in der Komposition; zuerst muss die Position gefunden werden, die das Motiv isoliert oder in einen Kontext setzt, die auf jeden Fall am nächsten an das heranreicht, was Du fotografiert haben willst, und dabei am wenigsten Kompromisse eingeht. Fotografie ist auch hier oft die Kunst der Reduktion, auch wenn man bisweilen loslassen und sich von etwas verabschieden muss, was man im Hintergrund des Bildes für einen Gewinn hält. Es lohnt sich übrigens immer, das schon vor Ort und bei der Komposition zu machen und nicht darauf zu vertrauen, dass man aus den x-Megapixeln zu Hause das eigentliche Bild dann schon herauscroppen kann.

Ich hatte ein lehrreiches Erlebnis in  einem Workshop auf Hawaii (mit besagtem Gary Hart) an einem Wasserfall. Mir gefielen die vom Umgebungslicht zum Leuchten gebrachten Farne neben dem Wasserfall, und ich begann, mich immer stärker mit dem Grün zu befassen und das Weiss und Blau des fallenden Wassers nur noch als Kontrast zu nutzen. Nach sicher zwanzig Minuten herumprobieren war mir langsam auch klar geworden, dass die kleinen, braunen Lianen neben dem Farn und die rundblättrigen Pflanzen, die dazwischen wuchsen, das Bild ergaben, das mich interessierte, und es entstand diese Aufnahme, in welcher der Wasserfall zwar vorkommt und unverkennbar ist, aber das Augenmerk auf mein Motiv und die von der Natur so spannend angeordneten Linien gelenkt wird.

Wasserfall: In dieser Fotografie wurde das ursprüngliche Hauptmotiv zum Kontrast degradiert. Die Linien der Lianen greifen die Fallinien des Wassers auf, die leuchtenden grünen Pflanzen setzen grosse Akzente und kleine Punkte. © Peter Sennhauser

Ich will damit sagen, dass das eigentliche Bild (oder Dutzende guter Bilder) vielfach in der Ansicht drin steckt, die man vor sich hat, aber nicht unbedingt gleich die Ansicht ist. Man muss sich zuerst damit beschäftigen, die verschiedenen Schichten und Teilmotive aufdecken und auseinandernehmen, bis man schliesslich erkennt, was es war, was einem am ursprünglichen Überblick so fasziniert hat.

Das geradegestellte und etwas aufgewärmte Bild.

Das geradegestellte und etwas aufgewärmte Bild.

Dein Bild ist ein gutes Beispiel, denn Du hast das Auge gehabt, die Szene zu erkennen, aber vielleicht nicht die Geduld, die Erfahrung oder den Wunsch, daran lange genug zu arbeiten, um das Motiv zu isolieren.  Versuchs mal, es lohnt sich.

Tutorial Panorama-Fotografie (3/4):
Zusammenfügen, was zusammengehört

Die digitale Verarbeitung einer Serie von Fotografien zum Panorama kann mit sehr teurer oder mit frei verfügbarer Software bewerkstelligt werden. DIe Korrekturfähigkeiten der Software variiert allerdings stark.

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Ein klassisches Gipfelpanorama vom Großen Widderstein im Allgäu, Brennweite 38 mm. © Dietrich Kunze

Wenn die Belichtung, Fokussierung und Brennweiteneinstellung der Bilder korrekt angewendet worden sind, bleibt eigentlich nur noch der Feinschliff übrig, in dem die Weißabgleichwerte der Bilder harmonisiert und eventuelle Änderungen an Kontrasten, Tonwertkurven u.ä. vorgenommen werden. Deren Parameter sollten bei allen Bildern identisch sein.

Nun folgt endlich die Erstellung des Panoramas aus den Einzelbildern. Dazu benötigt man Software, die genau dieses Ergebnis liefert. Diese Programme werden häufig „Stitchprogramme“ oder „Stitchsoftware“ genannt (stitch – zusammenfügen, zusammenflicken etc.).

Software kann Fehler verzeihen

Es gibt zum einen Freeware aus dem Internet wie autostitch oder Hugin, die so etwas können oder kostenpflichtige Programme wie PanoramaStudio oder PTGUI (dies sind natürlich nur Beispiele, es gibt viel mehr Angebote). Wieviel oder ob man dafür Geld ausgeben will, muss entschieden werden. Es macht hier relativ wenig Sinn, die Vor- oder Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten einzeln darzustellen. Wenn man das erste Mal sich mit diesem Thema beschäftigt, kann man ohne weiteres erstmal mit kostenlosen Programmen oder mit Testversionen der Bezahl-Software in die Panorama-Welt hineinschnuppern.

Es kommt allerdings sehr schnell der Punkt, wo man feststellt, dass fehlerhaftes Bildmaterial (verschiedene Neigungswinkel der Kamera bei einzelnen Aufnahmen, schiefe Bilder, verschieden helle Aufnahmen) von unterschiedlichen Programmen unterschiedlich behandelt werden – das eine präsentiert ein Gesamtergebnis mit deutlichen Stitchfehlern ohne weitere Korrekturmöglichkeiten, ein anderes erlaubt Eingriffe über die sogenannten „Kontrollpunkte“ oder lässt die Einzelbilder untereinander neu ausrichten oder erlaubt nachträgliche Korrektur der Helligkeit der Einzelbilder etc.

Am Anfang sollte man schon mit fehlerhaftem Bildmaterial rechnen. Will man dann die Flinte nicht gleich ins Korn werfen, ist es nicht verkehrt, mit Testversionen anspruchsvollerer Programme auszuprobieren, was noch zu retten ist. Und nebenbei lernt man dadurch ganz praktisch dazu, wo die meisten Fehler bei der Panoramafotografie gemacht werden und bis zu welchem Grad diese im Nachhinein mit Programmen wieder ausgebügelt werden können.

Bei allen Unterschieden führen die meisten Stitch-Programme mindestens zwei Arbeitsgänge durch – erst werden nach Vorgabe die Einzelbilder ausgewählt und geladen und danach versucht das Programm, daraus ein neues digitales Bild zusammenzufügen.

Das erste Ergebnis eines geglückten Stitchings ist ein digitales Bild, das die Gesamtsicht der Einzelbilder ohne Brüche, sichtbare Übergänge und dergleichen darstellt: Es scheint, als wäre es als ein einziges Bild fotografiert worden. Normalerweise sind die oberen und unteren Ränder leicht versetzt oder gewellt – sie können mit dem letzten Arbeitsgang der Panorama-Software zu einem rechteckigen Endprodukt beschnitten werden.

Diese Art der Präsentation macht keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Blickwinkeln bis hin zu 360°, es kommt immer ein „flaches“ Bild heraus, das sich mehr oder weniger in die Breite ausdehnt.

Rundumsicht

Gerade aber für die komplette Rundumsicht bietet sich eine andere, sehr attraktive Variante der Präsentation an – manche Panorama-Software bietet zusätzlich die Möglichkeit, ein interaktives Rundumpanorama zu erstellen. Dieses ist dann in der Regel über einen Webbrowser aufrufbar, lässt den Betrachter mit Mausklicks und/oder Steuerungs-Buttons durch die komplette Rundumsicht wandern, herein- oder herauszoomen, nach oben oder nach unten schauen oder auch den kompletten „Rundgang“ langsam selbsttätig durchlaufen lassen etc. etc.

Für das Internet ist dies natürlich eine ausgezeichnete Präsentationsmöglichkeit.  Ein Beispiel dafür auf der Websitewww.weitesgebirge.de.

Im Vergleich dazu ein „flaches“ Panorama (es fehlen nur wenige Grad zu 360°)

Volle Auflösung!

Wichtig: bei der interaktiven Präsentation sollte das erstellte Panorama mit der vollen Auflösung der Einzelbilder erstellt werden, damit man dann im Browser an jeder beliebigen Stelle ganz nah heranzoomen kann, was ja gerade den Charme dieser Darstellungsweise ausmacht. Beim flachen rechteckigen 2D-Panoramen kann man ruhig auf die benötigte Auflösung von z.B. 1080 Pixel in der Höhe o.ä. verkleinern.

Schwan im Wind:
Aus der Not eine Tugend machen

Störende Hintergründe sind häufig nicht vermeidbar, besonders, wenn es sich um Tierfotos handelt. Man kann aber aus der Not eine Tugend machen.

wiebke-susanne2

Wiebke-Susanne Homann aus schreibt zu diesem Bild:

Der Schwan saß bei eisiger Kälte am Teich. Ich finde er wirkt fast melancholisch, der Flügel schützend über dem Kopf. Ich habe das Bild quadratisch beschnitten, um der Form des Tieres besser gerecht zu werden. Mit geringer Tiefenschärfe habe ich versucht, die dahinter liegende Ente etwas verschwinden zu lassen, ein heller Schatten ist aber leider immer noch zu sehen.

Viele von uns haben dieses Foto in Erinnerung, das vor nicht allzu langer Zeit die Runden durch die sozialen Medien machte. Eine Person im Schnee füttert Vögel im Wasser. Ein Schwarzweißfoto, das praktisch perfekt wirkt. Der Aufnahmewinkel, die Nachbearbeitung – einfach rundherum gelungen. Und all diese anderen Bilder, zum Teil im Zoo aufgenommen. (Affiliate-Link) Unter anderem hier vorgestellt von unserem Autor Carsten Schröder. Tieraufnahme ist also nicht gleich Tieraufnahme. Weiterlesen

Laub mit Tropfen:
Herbst in Draufsicht

In der Landschaft lassen sich faszinierende Details auf immer wieder neue Art fotografisch inszenieren. Ein wesentliches Gestaltungsinstrument ist dabei der Blickwinkel: Die Kamera kann ja auch anders „gucken“ als der Betrachter.

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Regentropfen auf Laub Coolpix P510 Aufnahmedaten: 1/40s bei Blende 3 mit 4.3mm Brennweite und ISO 100

Lukas Roth aus Karlsruhe schreibt: Ich war im Herbst in der Pfalz wandern und es hatte vorher sehr lange geregnet, so dass alles ziemlich nass war. Es gab fast keine Motive, die mir gefallen hatten und ich war fast schon am Ende meiner Tour, als mir bewusst wurde, dass ich die ganze Zeit die Tropfen auf dem Laub vergessen hatte. Also schoss ich das Bild und daheim, bei der Betrachtung der Bilder, fiel mir auf, dass diese Bild (für mich) perfekt den Herbst ausdrückt. Auf flickr war das Bild dann auch relativ beliebt und ich wollte jetzt einfach mal die Meinung von Profis wie euch dazu einholen :)

Das ist in der Tat ein kräftiges Bild: Herbst, das sagen schon die Farben, dann die Blätter, dann der Regen oder Tau. Gut gesehen!

Deine Farbfotografie zeigt ein Eichenblatt in einer bodendeckenden Schicht von rotgefärbten Buchenlaub. Die Blätter sind augenscheinlich nass, wie an Glanzspuren an einigen Ecken erkennbar ist. Auf dem Eichenblatt haben sich zahlreiche Tau- oder Regentropfen gesammelt. Durch die Lichtbrechung der Oberflächenspannung stechen einige von ihnen in der oberen Blatthälfte als heller Blickfang heraus.

Als bunte Illustration zum Thema Herbst ist an diesem Bild fast nichts herumzumäkeln. Weiterlesen

Buchrezension «Ohne Kamera»:
Über Scanography hinaus

Das Fotobuch „Ohne Kamera“ führt uns in eine eigene visuelle Sphäre irgendwo zwischen digitalem Kupferstich und Scanography. Es zeigt das Werk des Scanner-Fotografen Walter Spagerer.

Cover - (c) Walter Spagerer

Cover – (c) Walter Spagerer

Ich habe hier und da über die Jahre versucht, mit meinem Scanner Kunst zu produzieren. Es kam auch ab und an mal etwas Brauchbares dabei heraus, aber häufig sahen die Ergebnisse aus, als hätte ich etwas irgendwie kopiert. Spagerers Buch hat diesen Bemühungen neues Leben eingehaucht, denn er stellt eindrücklich da, was mit einem Scanner alles möglich ist. Weiterlesen

Leser-Fotobuchprojekt «Doppelt Gesehen»:
Gnadenfrist bis Sonntagabend

Für unser juriertes Leser-Fotobuchprojekt erweitern wir die Anmeldefrist bis zum 3. Juli 2016: So haben die Beschäftigten unter Euch Gelegenheit, am Wochenende nach ihrem besten Bild zu kramen.

Doppelt gesehen - irgendwie. © PS

Doppelt gesehen – irgendwie. © PS

Eigentlich wäre seit Mitternacht Schluss. Das Wochenende steht aber vor der Tür und damit die beste Zeit, nach dem ultimativen Bild zum Thema „Doppelt Gesehen“ zu suchen – und wir hätten gerne Eure Meisterwerke. Wer sich noch nicht schlüssig ist, was er/sie schicken soll, ob das ausgesuchte Foto passt, kriegt noch ein paar Stunden Gelegenheit, uns etwas zu schicken. Zerdenkt das Ganze nicht – wenn Ihr es gut findet, finden wir es höchstwahrscheinlich auch gut.

Also, jetzt mitmachen!


Habt Ihr Fotos, die Ihr zu „Doppelt Gesehen“ einreichen wollt? Schickt sie uns!

DAS gibt es zu gewinnen:

buchpreise

Datenpanne:
Bitte nochmals hochladen!

Wer uns seit April eine Fotografie zur Kritik hochgeladen hat, möge den Vorgang wiederholen… leider hat unser Tool gestreikt.

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Asche auf mein Haupt: Was ich, ohne genaues Hinsehen, für einen drastischen Einbruch bei der Einreichung von Fotos für die Bildkritik gehalten habe, entpuppt sich als Datenbank-Panne. Tatsächlich sind die Uploads seit Mitte April nur noch sporadisch bis zu uns durchgedrungen – die Einsender der Beiträge haben aber dennoch eine Bestätigung erhalten!

Das heisst, wir haben zwar die Bilder bei uns, aber wir wissen nicht, von wem sie kamen, wir kennen weder Kategorie noch Titel etc. (das gilt nur für die Bildkritik, nicht für das Fotobuchprojekt). Für den dummen Fehler bitten wir um Entschuldigung. Er hat Folgen:  Weiterlesen

Ken Schles/Jeffrey Silverthorne/Miron Zownir:
Und wenn wir das heute machten?

Fotografien vom Rande der Gesellschaft – oder mitten aus ihr heraus. In Tabubrüchen, die früher skandalträchtig und heute allenfalls noch anrührig sind, zeigt das Haus der Photographie in Hamburg. Die Ausstellung wirft für mich auch Fragen nach dem Wert von Bildern auf.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai - 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai – 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Die Fotos sind weder schön noch ansprechend. Viele sind allenfalls berührend, wenn auch vielleicht auf eine ungewohnt unangenehme Art: Kunst ist, was bewegt. Jeffrey Silverthorne, der in den Deichtorhallen in Hamburg mit einer Serie Fotos aus dem Leichenschauhaus vertreten ist, sagt irgendwo im Audioguide:

„Fotos, die schön sind, aber nichts aussagen – das ist doch nicht mehr als ‚fashion‘. „

Und an einer anderen Stelle regt er sich in einem Interview sinngemäss darüber auf, dass er früher als Fotograf an der mexikanischen Grenze frei hin- und her pendeln und die Grenzbeamten bei Arbeit und Freizeit begleiten konnte, während man heute zwar die wildesten Fetischparties ablichten, aber bei den Grenzorganen nicht einmal mehr mit einer Sondergenehmigung fotografieren dürfe: Hier werde das Privateste, was es gibt, problemlos öffentlich, dort werde gleichzeitig das Öffentlichste, was passieren könnte, von der Berichterstattung ausgeschlossen.

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Purismus oder Zukunft:
Wenn man zu sehr am Althergebrachten hängt

Neue Entwicklungen auf einem totgeglaubten Gebiet lassen dieses wiederauferstehen – aber nicht notwendigerweise in derselben Form. Das muss nicht schlecht sein.

My Favorite RV #4 - (c) Sofie Dittmann

My Favorite RV #4 – (c) Sofie Dittmann

Vor ein paar Wochen habe ich voller Enthusiasmus in der (mit Impossible nicht offiziell zusammenhängenden) Facebook-Gruppe, die sich den neuen Entwicklungen von Sofortbildfilm von Impossible Project verschrieben hat, Fotos eingestellt, die allesamt digital fotografiert und auf dem Instant Lab auf Color 600 beta abgezogen worden waren. Die Resultate hatten meine Erwartungen übertroffen, und wenn auch der neue Farbfilm in der entgültigen Version online gemischte Bewertungen bekommt – ich fand diese Bilder einfach klasse. Weiterlesen

Surfing in High Key:
„Eyes burning, salt on your lips“

Nachbearbeitung ist immer die Entscheidung des Fotografen, und wenn dieser sich für High Key entscheidet, kann aus einem Bild etwas ganz anderes werden.

2014_eyes-burning_maxmauthner

Max Mauthner aus Graz schreibt zu diesem Bild:

Dieses Foto entstand im September 2014 an der Südwestküste Frankreichs. Die zwei Surfer im Vordergrund sowie die weiteren Personen im Hintergrund ergaben für mich ein sehr gutes Fotomotiv. Jedoch war ich zu diesem Zeitpunkt mit der Lichtsituation und mit den Farben nicht zufrieden. Erst zu Hause im Rahmen der Nachbearbeitung und nach Umwandlung in ein Schwarzweißfoto entsprach das Foto meinen Vorstellungen. Nach langem Herumspielen mit Kontrast und Helligkeit entstand für mich mein Lieblingsfoto dieses Surf-Trips.

Canon 600D, ISO 100, 55mm, f / 5.6, 1/1000 Sek.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier das Buch „Surfing“ von Jim Heimann rezensiert, das auch der Hauptpreis für das beste Foto ist, das uns zu unserem Leser-Fotobuch-Projekt „Doppelt Gesehen“ eingereicht wird. Surfing ist mittlerweile mehr als nur ein Sport, es ist ein Kulturphänomen, und in bestimmer Weise schon fast ein Kult – es bedeutet, cool und frei zu sein, und für manche füllt es ihr Leben vollkommen aus. Weiterlesen