Artikel der Kategorie „Ansehen“ lesen

Perspektive Mensch:
Die Besucherin

Schon eine Veränderung des Aufnahmestandpunktes kann aus einem vorhersehbaren Foto ein außergewöhnliches machen.

Besucherin

Wolfgang Everding aus Bremen schreibt zu diesem Bild:

Innenaufnahme in einer leeren Kunsthalle (ohne Bilder) nach Abschluss des Umbaues. An dem Tag konnten Besucher sich die neue gestalteten Räume ansehen. Das Foto gehört zu meiner Serie „Menschen im Raum“.

Eine meiner Lieblingsübungen im Kunstunterricht war, Räume zu entwerfen. Malen oder Zeichnen kann ich nicht als Fähigkeit verbuchen, aber mit dem Lineal und Bleistift war ich immer unschlagbar. Der strengen Geometrie wegen habe ich mir Dein Foto auch ausgesucht. Es hat eigentlich alles, was ein gutes Bild ausmacht, und dabei könnte ich es belassen: „Wow, super Foto!“ Das wäre aber dann hier Facebook oder flickr, und so möchte ich Dir im einzelnen erklären, warum es mir gut gefällt. Weiterlesen

Buchrezension «Außen Wildnis Innen»:
Gemischte Gefühle

Allein der künstlerische Gedanke in diesem Buch genügt nicht, wenn seine Umsetzung in anderen nichts auslöst.

Cover

Cover

“Geheimnisvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.“

Johann Wolfgang von Goethe, „Faust, Der Tragödie erster Teil“, 1808

Ich habe dieses Faust-Zitat immer so interpretiert, daß man Natur aus dem Bauch heraus erfahren muß; analytisch funktioniert es nicht, insbesondere beim Fotografieren. Viele der bekanntesten Naturfotos lösen denn auch in einem ein Gefühl aus.

Ich will ganz ehrlich sein, mit diesen Bildern habe ich gehadert. Es ist nicht leicht, zu ihnen einen Zugang zu finden, und bis zuletzt habe ich damit gekämpft. Was Schwedes uns zeigt, ist ihre Version der Natur, aufgenommen über Jahre hinweg an Stellen, die sie selbst in der Nähe ihres Wohnorts entdeckt und immer wieder aufgesucht hat. Im Grunde genommen an sich ein interessanter Ansatz. Weiterlesen

Fotografen im Fokus:
Dierk Topp

In der Rubrik “Fotografen im Fokus” präsentiert fokussiert.com das Werk von bekannten und unbekannten Fotografen. Wer in die Auswahl kommen möchte, schickt uns eine Nachricht an mitmachen@fokussiert.com mit einem kurzen Überblick über sein Werk!

Fotografie ist für ihn nicht nur eine kreative, sondern auch eine technische Herausforderung. Seit über 60 Jahren erforscht er die Grenzen des Möglichen – mit herausragenden Ergebnissen.

Selbstporträt - (c) Dierk Topp

Selbstporträt – (c) Dierk Topp

Biografisches:

Name: Dierk Topp

Wohnort: Schleswig Holstein

Ich fotografiere seit: 1955 Weiterlesen

Foto in Lagen:
Besuchen Sie uns …

Ein Foto kann durch geschickte Überlagerung mehrerer Motive zu einem Augenschmaus werden.

dsc0701-ffmzeil

Marcus Leusch aus Mainz schreibt zu diesem Bild, das er unter dem Titel „Besuchen Sie uns…“ eingereicht hat:

„Frankfurt/Zeil/2014: Auf Rollbändern und in Hochgeschwindigkeitsaufzügen geht es heute zum „Platz an der Sonne“. Das Tageslicht diffundiert durch blank geputzte Oberflächen, Lichtspiele und Leuchtreklame inszenieren sich selbst, Lampenschirme schweben wie kleine Planeten durch den Raum. Der Horizont hat sich verabschiedet. Oben und unten sind eine Illusion des Marketings. Die Atemluft wird gefiltert und im Sommer darf man sich airconditoned wohl fühlen. Ein Kokon aus Stahl und Glas schließt sich stumm und alternativlos beim „Erlebniskauf“ um die Besucher. In der Mall riecht es wie Unrat nach der Politur des Käuflichen…“

Aufnahmedaten: Nikon D700 (Vollformat), Objektiv: 50 mm/2.8 bei Blende 5.6, Belichtungszeit: 1/80, ISO 800, Entwicklung in Lightroom/Photoshop, Kontraste angehoben …

Manche Fotos transzendieren so sehr die üblichen fotografischen Regeln und Vorstellungen, daß man es nur „freiform“ besprechen kann. Dieses ist so eines.

So, wie in Deutschland beispielsweise Kartoffelsalat auch heute noch ein typisches Essen für Picknicks oder Parties ist, gibt es in Amerika kulinarische Mitbringsel, die man fast schon erwarten kann, wenn man zu einem entsprechenden Anlaß irgendwo hinkommt. Eines davon ist der sogenannte „7 Layer Dip„, und so hergeholt die Assoziation jetzt auch sein mag, daran fühlte ich mich erinnert, als ich Dein Bild sah. (Der Dip besteht aus je einer Lage pürierte „mexikanische“ Bohnen, Sauerrahm, Guacamole, Salsa, fein geschnittener Salat, geriebener „mexikanischer“ Käse, fein geschnittene Tomaten; garniert wird er gerne mit Oliven. Aus der Schüssel geschaufelt wird er mittels Tacochips.) Weiterlesen

Fotografische Selbstzweifel:
Zerdenke Deine Bilder nicht

Was wohl die Kluge Else tun würde, wenn man ihr heutzutage eine Digitale Spiegelreflex-Kamera in die Hand drückte?

Fotografie © Sofie Dittmann

© Sofie Dittmann

Es ist schon eine Weile her, da habe ich darüber nachgedacht, eine Serie von Abstrakten bei einer namhaften Kunstfotografiezeitschrift in den USA einzureichen. Ich habe es mir hin- und herüberlegt, war kurz davor, sie abzuschicken, habe es dann schlußendlich doch nicht gemacht, weil ich mich selbst davon überzeugt hatte, das kapiert keiner, das bringt doch nichts, sie werden sie ablehnen. Kurz darauf haben sie einen Beitrag von jemandem veröffentlicht, der ähnliche Abstrakte fotografiert hatte. Anstatt die Fotografien einfach abzuschicken und die Leute die Entscheidung selbst treffen zu lassen, habe ich die Sache so lange zerdacht, bis jemand anderer zugeschlagen hat. Weiterlesen

Buchrezension «Otto»:
Wir sind dann mal weg

Fast 900.000 unglaubliche Kilometer haben Gunther und Christine Holtorf mit ihrem Mercedes Geländewagen der G-Klasse auf DER Weltreise überhaupt zurückgelegt. Das Fotobuch „Otto“ läßt uns daran teilhaben.

Cover

Cover

Schon seit Jahren habe ich die Angewohnheit, meinen Autos Namen zu geben. Wir hatten schon alles mögliche, von „Erlkönig“ bis „Midori“. Die abergläubische Hoffnung war stets, daß das Auto irgendwie länger lebt. Bei „Otto“ hat das funktioniert – 26 Jahre lang hat er Gunther und Christine Holtorf treu gedient. Das gleichnamige Buch illustriert ihre Reise in so ziemlich aller Herren Länder (mit nur wenigen Ausnahmen, die Sicherheitsmängeln geschuldet waren), und es war buchstäblich das, was Amerikaner „trip of a lifetime“ nennen, also die Reise ihres Lebens. Weiterlesen

Leserbilder in der Kritik:
Wähle Deinen Gewinn!

Die fokussiert-Kritiker küren ab sofort jeden Monat das interessanteste, beste oder schönste Bild aus den Einreichungen für die Leserbild-Kritik. Zu gewinnen gibt es aktuelle Fotobücher.

Einreichungen zur Besprechung erhalten wir jeden Monat viele: Darunter hat es Aufnahmen, die vielleicht nicht für eine Kritik geeignet sind oder ganz einfach so gut sind, dass wir gar nichts darüber zu sagen wagen… Es gibt auch Aufnahmen, die hervorragend ein Fallbeispiel illustrieren oder solche, die auf extrem spannende Art aus den Einreichungen herausragen. Ab sofort wollen wir Eure Bemühungen, uns solche Bilder zukommen zu lassen, honorieren: Weiterlesen

Fotografen im Fokus:
Niklas Möller

In der Rubrik “Fotografen im Fokus” präsentiert fokussiert.com das Werk von bekannten und unbekannten Fotografen. Wer in die Auswahl kommen möchte, schickt uns eine Nachricht an mitmachen@fokussiert.com mit einem kurzen Überblick über sein Werk!

Ein Weltenbummler, dessen großes Vorbild Steve McCurry ist.

Selbstporträt - (c) Niklas Möller

Selbstporträt – (c) Niklas Möller

Biografisches:

Name: Niklas Möller

Wohnort: Aachen, Deutschland

Ich fotografiere seit: 2007

Bevorzugte Ausrüstung/Medium: Früher Canon 50D, heute das spiegellose System von Olympus (OM-D E-M1 und PEN E-PL7)

Webseite: http://www.tripaphy.com Weiterlesen

Perpektive Blau-grün:
Nach oben gehalten

Bei Architekturabstrakten reicht es nicht, einfach die Kamera daraufzuhalten, nach dem Motto Abstrakt ist ja schließlich Abstrakt. Man sollte sich über den Auschnitt Gedanken machen.

IMG_5394

Walter Von Emden aus Eningen schreibt zu diesem Bild:

Aufgenommen Kunstmuseum Stuttgart. Nachbearbeitet in LR (Kamerakorrekturen, Schärfen, lichter runter, tiefen hoch) und nik filter.

Vor kurzem habe ich bereits anläßlich einer anderen Bildbesprechung erwähnt, daß Abstrakte nach außen hin einfach wirken, sie aber deshalb als Fotografiesparte umso schwieriger sind. Das illustriert für mich Dein Bild sehr gut. Weiterlesen

Tag der Lochkamera 2016:
Bild in der Box

Zurück zu den Anfängen: am 24. April 2016 war Worldwide Pinhole Photography Day, zu deutsch „Tag der Lochkamerafotografie“. Ein Erfahrungsbericht.

Rosen - Digitale Lochkamera - (c) Sofie Dittmann

Rosen – Digitale Lochkamera – (c) Sofie Dittmann

Die einfachste Art, eine Kamera zu konstruieren, ist die der „camera obscura“. Ein dunkler Raum irgendeiner Größe, eine Öffnung für das Licht, und auf der anderen Seite eine Projektionsfläche. Ist die Projektionsfläche ein Stück lichtempfindliches Papier – voilà, eine Lochkamera. Mehr braucht man nicht. In der Digitalen Neuzeit hört sich das an, als würden Höhlenmenschen im Licht einer primitiven Fackel auf Felswände malen, denn weiter weg von einer 20-Megapixel-Kamera geht es fast nicht. Es ist aber auch eine Gegenbewegung, eine Nische der Fotografie, die sich nicht nur hartnäckig über die Jahre gehalten hat, sie findet auch immer mehr Anhänger, die zurück zu den Wurzeln wollen. Weiterlesen