731 Artikel in der Kategorie Ansehen auf fokussiert.com.

«İstanbulum»:
Eine vorsichtige Annäherung

«İstanbulum» ist ein persönlicher, leiser Bildband, dessen Vorzüge sich erst auf den zweiten, geruhsamen Blick erschließen. Wer «İstanbulum» ansieht, braucht Zeit – genauso wie es Zeit braucht, um Istanbul, den Handlungsort dieses Bildbandes, zu entdecken. Zeit, die sich auszahlt.

«İstanbulum» heißt so viel wie «Mein Istanbul». Und dieses persönliche Istanbul zeigt die mehrfach ausgezeichnete Fotografin Andrea Künzig. Sie lebt und arbeitet in der Metropole am Bosporus und hält das Leben der Menschen abseits der ausgetretenen Touristenpfaden in einfachen Fotografien fest. Jene geschichtsträchtige und immer noch geheimnisvolle Stadt, die an der Nahtstelle zwischen Okzident und Orient, zwischen Europa und Asien liegt. Ein schillernder Fleck, dem sich Andrea Künzig fotografisch behutsam nähert – und dabei interessante Einblicke gewährt. » weiterlesen

Paolo Woods/Serge Michel:
Der wirkliche Iran

Wie leben die Menschen im Iran wirklich – ungeachtet aller Vorurteile? Das wollten Paolo Woods und Serge Michel mit ihrer Arbeit “Land des Lachens – Land der Tränen” herausfinden.

In 45 Einzelporträts haben der Fotograf Woods und der Journalist Michel ein Puzzle dieser Kulturnation mit dem Image eines “Schurkenstaates” geschaffen. Ihr Buch vereint Bilder und Interviews. Die Fotos sind aktuell in Köln ausgestellt.

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Fotografen A-Z:
Einladung zu einer Entdeckungsreise

Sie suchen für einen Liebhaber der Fotografie ein Weihnachtsgeschenk? Dann muss ein Buch in jedem Fall in die engere Wahl kommen: «Fotografen A-Z» (Taschen Verlag) von Hans-Michael Koetzle. Denn dieser gewichtige Band präsentiert auf 444 Seiten 400 Fotografen des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Über- und Einblick, der an der Oberfläche kratzt und in die Tiefe weist.

«Fotografen A-Z» ist ein Who‘s Who der zeitgenössischen Fotografie. Alle großen, stil- und debattenprägenden Fotografen sind hier vertreten; aus allen Bereichen: Mode, Werbung, Journalismus, Fotokunst, Wissenschaft, Sport, Landschaft, Architektur, Portrait und Akt.

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«Schöne Akte»:
Blick in eine versunkene Welt

Der Bildband «Schöne Akte» (Das Neue Berlin) zeigt – als Nachfolgeband von «Schön nackt» – erneut Beispiele von Aktfotografie aus der DDR. Insgesamt sind 170 schwarz-weiß Aufnahmen von 24 Fotografen zu sehen, die vor allem einen Blick in eine untergegangene Welt gewähren.

«Mit Freunden über die Welt zu philosophieren, sich Geschichten zu erzählen und die Zukunft zu erträumen – das war ein Stück angenehmer, anregender Alltag in der DDR. Nacktheit war Teil des Lebensgefühls und bedeutete Freiheit, Ungezwungenheit und Selbstbestimmtheit», schreibt Herausgeber Hans-Jürgen Korn in seinem Vorwort. Und gegen Ende ergänzt er: «Aktfotografie in der DDR war kein Aufreger, sondern Anreger für Geist, Seele und Herz – erotischer Genuss, der nicht als Anzüglichkeit missverstanden wurde. Wie das Nacktbaden und der FKK-Strand gehörte sie zum ungezwungenen ostdeutschen Alltag.»

«Schöne Akte - Fotografien aus der DDR»
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Deutscher Fotobuchpreis 2012:
Neues Lesefutter für Fotofans

Neues Lesefutter für Fotofans: Der Deutsche Fotobuchpreis 2012 ist an 23 Bücher verliehen worden – an Bildbände und Sachbücher, an zeitgenössische Fotografen und an Klassiker-Ausgaben.

Zu den prämierten Klassikern zählen Ausgaben von Lyonel Feininger oder W. Eugene Smith, bei den Zeitgenossen sind es Michael Wolf oder Wolfgang Tillmans. “Fine Art Printing für Fotografen” ist eines der ausgezeichneten Sachbücher, “Eyes on Paris” ein weiteres.
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Amazonen:
Lebenskraft pur

Der Bildband «Amazonen – Das Brustkrebsprojekt von Uta Melle» (Kehrer Verlag) ist eine Wucht. Fotografisch wie inhaltlich. Ein Buch, das schonungslos eine Seite des Lebens präsentiert, die oft genug verdrängt wird.

Es ist ein offenes, ein engagiertes, ein ehrliches Buch. «Amazonen» zwingt zum Hinschauen auf diese, im ersten Moment verstörenden, Bilder. Sukzessive ziehen die Fotos und die Texte Mann und Frau in ihren Bann, bis zum Schluss die Lebensfreude und Lebenskraft der dargestellten Frauen jeglichen optischen Makel beiseite schieben, nebensächlich, unkenntlich machen. Am Ende bleibt eine auf Selbstbewusstsein basierende Schönheit und Erotik, die jede auf Hochglanz polierte und retuschierte Busen- und Po-Erotik als das offenbart, was sie ist: eine langweilige Chimäre.

«Amazonen - Das Brustkrebsprojekt von Uta Melle»
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Gute Aussichten 2011/2012:
Der Schnitt als Verbindung

“Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie” präsentiert in der neuen Auswahl 2011/2012 sieben Preisträgerinnen und Preisträger. Der “Schnitt” in des Wortes vielfältiger Bedeutung erweist sich als verbindendes Element, so die Jury.

Die Jury hat diese Sieben aus 95 Einsendungen von 36 Institutionen ausgewählt, alles Hochschulen für Fotografie oder Kunstakademien. Die Auswahl will eine Zusammenschau dessen zeigen, was im letzten Jahr an junger Fotografie entstanden ist.

Sebastian Lang (HBK Braunschweig) beleuchtet in seiner seriellen Arbeit “Behaviour Scan” in dem von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als bundesdeutsche Norm eingestuften Dorf Haßloch in der Pfalz den vermeintlichen deutschen Durchschnitt.

Er offenbart dabei, wie Büro von Gute Aussichten mitteilt, verblüffende Details, die den gehegten Wunsch nach dem repräsentativen – und somit berechenbaren – Querschnitt der Gesellschaft ab absurdum und uns in eine fast gespenstische Realität führen.

Christian Karl Gerhartsreiter führte 30 Jahre lang u.a. als Clark Rockefeller in den USA ein Leben als Hochstapler, bis er im Jahr 2008 vom FBI entlarvt wurde.

Sara-Lena Maierhofer (FH Bielefeld) folgt in ihrem Zyklus “Dear Clark” seinen Spuren und erzählt in 66 Bildern und einem Objekt die Geschichte seines Lebens. Zugleich wagt sie eine phänomenologische Betrachtung der Gestalt des Hochstaplers, die zu kleinen Teilen in jedem von uns schlummert.

Kurzerhand durchschnitten hat Johannes Post (HfbK Hamburg) in “Inform”, was er und wir so am Leib tragen: Unsere Kleidung – die Uniform. 36 Bild-Querschnitte angeordnet in zwei großformatigen Tableaus mit je 18 Abbildungen zeigen unsere “zweite Haut”, wie wir sie noch nie gesehen haben – fotografisch-surreale, modische Schnittmuster einer ganz und gar neuen Art.

Den beiden großen zerstörerischen Einschnitten der Stadt Dresden – der Luftangriffe durch die Alliierten im Februar 1945 und der Jahrhundertflut vom August 2002 – ist Luise Schröder (HGB Leipzig) in “Arbeit am Mythos” auf den Grund gegangen. Künstlerische Antworten auf die Fragen, wie die Wahrnehmung von Geschichte entsteht, wie Erinnerungen konserviert werden und wo die Schnittstellen von Wahrheit und Mythos liegen könnten, erarbeitete Luise Schröder sich in sieben Archiv-Prints, einem Video und einer Zeitung.

Ganz dem Zufall verschrieb sich Miriam Schwedt (Kunstakademie Düsseldorf) in ihrer fünfteiligen, aus 20 Einzelmotiven bestehenden Arbeit ohne Titel. Die Schnittmenge ist dabei nicht nur die Verfremdung der Wirklichkeit, sondern auch jene Bildpoesie, die aus dem Herstellungsverfahren herrührt.

Um Abschnitte, Zuschnitte und irgendwann den Aufschnitt ganz anderer Art geht es Julia Unkel (FH Dortmund) in ihrer Arbeit “Im Angesicht”. Sie hat Schlachthöfe und Schlachtereien besucht und dokumentiert auf beinahe erschreckend klinisch-saubere Weise in elf Fotografien und einem Buch das blutige Geschäft der Fleischindustrie ohne jeglichen sichtbaren eigenen Kommentar.

Auf die Suche nach Schnittflächen bzw. Flächenschnitten hat sich Franziska Zacharias (HGB LEIPZIG) in ihrer Serie “Le Noire Familier” begeben. Mit Hilfe eines selbst gebauten Modells und der Fotografie erschafft sie fünf großformatige Bildräume, die sowohl als Räume wie auch als abstrakte Bilder gelesen werden können.

Die Initiatorin von “Gute Aussichten”, Josefine Raab, sagt über die diesjährige Auswahl aus der jungen deutschen Fotografie:

“In der wie immer mit Spannung erwarteten Sitzung konnten wir beobachten, dass sich die bereits im letzten Jahr hervorgetretene Tendenz, das Medium Fotografie ebenso experimentell wie spielerisch und ungezwungen einzusetzen, in diesem Jahr fortgesetzt hat. Das fotografische Erbe der Bild prägenden Schulen führt bei den Nachwuchsfotografen zu einer phantasievollen Erkundung und Erweiterung ihres Instrumentariums. Die Konstruktion von Bildern bleibt nach wie vor ein großes Thema, wobei die totale Inszenierung von Bildwelten mit den unterschiedlichsten Mitteln in den Vordergrund gerückt ist. Weiterhin virulent ist die Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Themen unserer Zeit und hat – zumindest vorläufig – die narrative Selbstbestimmungs- und Selbstverortungsthematik in den Hintergrund gedrängt.

Bei “Gute Aussichten” gibt es keine Siegertreppchen, kein Preisgeld, keine Rangliste, sondern einfach “nur” Gewinnerinnen und Gewinner. Die Ausstellung mit deren Arbeiten tourt jetzt durch ganz Deutschland und auch ins Ausland.

Den Auftakt macht das Museum für Fotografie in Berlin, wo die Bilder bis 29. Januar 2012 zu sehen sein werden. Danach geht’s unter anderem nach Washington DC, nach Innsbruck, nach Hamburg, Straßburg oder Köln. Alle Infos dazu und Bilder der Preisträger finden sich auf der Website von “Gute Aussichten”.

Gute Aussichten
Museum für Fotografie Berlin

Vivian Maier:
Fotografieren war ihre Passion

Sie arbeitete als Kindermädchen und Fotografieren war ihre Passion – Vivian Maier. Nach ihrem Tod erst wurden ihre Negative entdeckt.

100’000 Aufnahmen hat Vivian Maier hinterlassen, teils noch nicht einmal entwickelt. Entdeckt wurden sie in vielen Kisten – bei einer Zwangsversteigerung.

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Joachim Schmid:
Die Fotos anderer Leute

Joachim Schmid nimmt sich aus der unendlichen Bilderflut die Fotos anderer Leute und setzt sie neu zusammen. So entstehen Muster und Zusammenhänge.

“Other People’s Photographs” sind Amateurbilder aus verschiedensten Bereichen unseres Netzlebens. Gesammelt und geordnet ergeben sich neue Beobachtungen und Einsichten.

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Mona Kuhn:
Behutsame, intime Akte

Aktfotografie kann so schön, so ruhig und so intim sein – ohne jemals in die Nähe von Pornografie zu kommen. Mona Kuhn ist mit «Bordeaux Series» so ein Bildband gelungen. Ein Band, in dem die Nacktheit wieder das ist, was es immer war: das natürliche Kleid des Menschen und kein Mittel, um Skandale und Aufmerksamkeit zu provozieren.

102 Seiten hat dieser wunderbar gemachte Bildband. Schon die Aussenhülle dieses quadratischen, edlen Buches wird dem Titel gerecht: Sie fühlt sich an wie mit Stoff bespannt. Und im Inneren finden sich dann ebenso schöne, edle Aktaufnahmen, die eher Portraits denn Figurenstudien sind. Das Ergebnis ist ein sehr persönliches, feinfühliges Fotobuch mit einer sehr poetischen Bildsprache.

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