Artikel der Kategorie „Ansehen“ lesen

Buchrezension «Ohne Kamera»:
Über Scanography hinaus

Das Fotobuch „Ohne Kamera“ führt uns in eine eigene visuelle Sphäre irgendwo zwischen digitalem Kupferstich und Scanography. Es zeigt das Werk des Scanner-Fotografen Walter Spagerer.

Cover - (c) Walter Spagerer

Cover – (c) Walter Spagerer

Ich habe hier und da über die Jahre versucht, mit meinem Scanner Kunst zu produzieren. Es kam auch ab und an mal etwas Brauchbares dabei heraus, aber häufig sahen die Ergebnisse aus, als hätte ich etwas irgendwie kopiert. Spagerers Buch hat diesen Bemühungen neues Leben eingehaucht, denn er stellt eindrücklich da, was mit einem Scanner alles möglich ist. Weiterlesen

Leser-Fotobuchprojekt «Doppelt Gesehen»:
Gnadenfrist bis Sonntagabend

Für unser juriertes Leser-Fotobuchprojekt erweitern wir die Anmeldefrist bis zum 3. Juli 2016: So haben die Beschäftigten unter Euch Gelegenheit, am Wochenende nach ihrem besten Bild zu kramen.

Doppelt gesehen - irgendwie. © PS

Doppelt gesehen – irgendwie. © PS

Eigentlich wäre seit Mitternacht Schluss. Das Wochenende steht aber vor der Tür und damit die beste Zeit, nach dem ultimativen Bild zum Thema „Doppelt Gesehen“ zu suchen – und wir hätten gerne Eure Meisterwerke. Wer sich noch nicht schlüssig ist, was er/sie schicken soll, ob das ausgesuchte Foto passt, kriegt noch ein paar Stunden Gelegenheit, uns etwas zu schicken. Zerdenkt das Ganze nicht – wenn Ihr es gut findet, finden wir es höchstwahrscheinlich auch gut.

Also, jetzt mitmachen!


Habt Ihr Fotos, die Ihr zu „Doppelt Gesehen“ einreichen wollt? Schickt sie uns!

DAS gibt es zu gewinnen: Weiterlesen

Datenpanne:
Bitte nochmals hochladen!

Wer uns seit April eine Fotografie zur Kritik hochgeladen hat, möge den Vorgang wiederholen… leider hat unser Tool gestreikt.

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Das Problem auf dem Schnabel nicht gesehen. © MrLewis

Asche auf mein Haupt: Was ich, ohne genaues Hinsehen, für einen drastischen Einbruch bei der Einreichung von Fotos für die Bildkritik gehalten habe, entpuppt sich als Datenbank-Panne. Tatsächlich sind die Uploads seit Mitte April nur noch sporadisch bis zu uns durchgedrungen – die Einsender der Beiträge haben aber dennoch eine Bestätigung erhalten!

Das heisst, wir haben zwar die Bilder bei uns, aber wir wissen nicht, von wem sie kamen, wir kennen weder Kategorie noch Titel etc. (das gilt nur für die Bildkritik, nicht für das Fotobuchprojekt). Für den dummen Fehler bitten wir um Entschuldigung. Er hat Folgen:  Weiterlesen

Ken Schles/Jeffrey Silverthorne/Miron Zownir:
Und wenn wir das heute machten?

Fotografien vom Rande der Gesellschaft – oder mitten aus ihr heraus. In Tabubrüchen, die früher skandalträchtig und heute allenfalls noch anrührig sind, zeigt das Haus der Photographie in Hamburg. Die Ausstellung wirft für mich auch Fragen nach dem Wert von Bildern auf.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai - 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Miron Zownir, Moskau, 1995. Aus der Ausstellung KEN SCHLES/JEFFREY SILVERTHORNE/MIRON ZOWNIR, 5. Mai – 7. August 2016 im Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg.

Die Fotos sind weder schön noch ansprechend. Viele sind allenfalls berührend, wenn auch vielleicht auf eine ungewohnt unangenehme Art: Kunst ist, was bewegt. Jeffrey Silverthorne, der in den Deichtorhallen in Hamburg mit einer Serie Fotos aus dem Leichenschauhaus vertreten ist, sagt irgendwo im Audioguide:

„Fotos, die schön sind, aber nichts aussagen – das ist doch nicht mehr als ‚fashion‘. „

Und an einer anderen Stelle regt er sich in einem Interview sinngemäss darüber auf, dass er früher als Fotograf an der mexikanischen Grenze frei hin- und her pendeln und die Grenzbeamten bei Arbeit und Freizeit begleiten konnte, während man heute zwar die wildesten Fetischparties ablichten, aber bei den Grenzorganen nicht einmal mehr mit einer Sondergenehmigung fotografieren dürfe: Hier werde das Privateste, was es gibt, problemlos öffentlich, dort werde gleichzeitig das Öffentlichste, was passieren könnte, von der Berichterstattung ausgeschlossen.

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Purismus oder Zukunft:
Wenn man zu sehr am Althergebrachten hängt

Neue Entwicklungen auf einem totgeglaubten Gebiet lassen dieses wiederauferstehen – aber nicht notwendigerweise in derselben Form. Das muss nicht schlecht sein.

My Favorite RV #4 - (c) Sofie Dittmann

My Favorite RV #4 – (c) Sofie Dittmann

Vor ein paar Wochen habe ich voller Enthusiasmus in der (mit Impossible nicht offiziell zusammenhängenden) Facebook-Gruppe, die sich den neuen Entwicklungen von Sofortbildfilm von Impossible Project verschrieben hat, Fotos eingestellt, die allesamt digital fotografiert und auf dem Instant Lab auf Color 600 beta abgezogen worden waren. Die Resultate hatten meine Erwartungen übertroffen, und wenn auch der neue Farbfilm in der entgültigen Version online gemischte Bewertungen bekommt – ich fand diese Bilder einfach klasse. Weiterlesen

Leser-Fotobuchprojekt «Doppelt Gesehen»:
Nur noch ZWEI Wochen!

Für unser juriertes Leser-Fotobuchprojekt suchen wir derzeit Einreichungen, die für Euch das Thema „Doppelt Gesehen“ beschreiben, also Aufnahmen, in denen die Zahl Zwei eine Rolle spielt.

grafik_fotobuch2wochen

Am 30. Juni 2016 läuft die Einreichungsfrist für unser Leser-Fotobuchprojekt aus! Wir haben bereits einige interessante Bilder von Euch bekommen – wer sich noch nicht schlüssig ist, was er/sie schicken soll, ob das ausgesuchte Foto passt und so weiter, hat noch knapp vier Wochen die Gelegenheit, uns etwas zu schicken. Zerdenkt das Ganze nicht – wenn Ihr es gut findet, finden wir es höchstwahrscheinlich auch gut.

Also, jetzt mitmachen!


Habt Ihr Fotos, die Ihr zu „Doppelt Gesehen“ einreichen wollt? Schickt sie uns!

DAS gibt es zu gewinnen:

buchpreise

Zu knapper Bildausschnitt:
„Burgen-Romantik“

Einen knappen Bildausschnitt zu wählen, ist grundsätzlich richtig – wenn man so nichts „amputiert“.

img_8630-burg

Karsten Zolk aus Düren schreibt zu diesem Bild:

Tv 1/250, Av 10,0, ISO 125, 24,0 mm

Auch die heimische Landschaft bietet schöne Aussichten.
Durch die Schwarzweisskonvertierung gewinnt das Motiv eine graphische Klarheit, die an alte Kupferstich-Darstellungen erinnert.

Eine Freundin meinerseits bemerkte einmal, die Deutschen würden sich im Ausland – im Sinne von typischen Urlaubsländern – besser auskennen als daheim. Bei mir stimmte das leider auch; ich bin im Ausland mehr unterwegs gewesen als in Deutschland. Dein Foto zeigt, dass das ein Fehler ist, denn die heimische Landschaft bietet in der Tat viele schöne Motive. Weiterlesen

Buchrezension «New York Sleeps»:
Augenschmaus in Schwarzweiß

Den urbanen Raum von Menschen optisch zu „befreien“ mag vielleicht nicht neu sein, aber wenn die Idee mit besonderer Ausrüstung und Film umgesetzt wird, entstehen dennoch faszinierende Fotos, die einen in ihren Bann ziehen. Eine eigentlich totfotografierte Stadt plus ein von anderen auch umgesetztes Konzept vereinen sich in den Bildern Christopher Thomas‘ so zu Motiven, derer man nicht nur nicht müde wird, man möchte sie sammeln.

Brooklyn Bridge - (c) Christopher Thomas

Brooklyn Bridge – (c) Christopher Thomas

„I want to wake up in a city
That never sleeps“

~ Frank Sinatra, „New York, New York“

Jeder, der schon einmal in New York City war, weiß, daß diese Stadt tatsächlich irgendwie nie zur Ruhe kommt. Der Verkehr hört nie auf, und wenn einen nach einer langen Nacht morgens um 3 Uhr noch einmal der Hunger packt, findet man irgendwo irgendein Geschäft, das offen hat. Weiterlesen

Fenster zum Feld:
Zweck bestimmt Nachbearbeitung

Es ist zwar richtig, aus dem Bauch heraus auf eine Szene fotografisch zu reagieren. Dennoch sollte das Ergebnis auch dem Betrachter etwas sagen. Der Zweck, zu dem eine Aufnahme gemacht wurde, und die daraus folgende Nachbearbeitung bestimmen das Ergebnis mit.

Panasonic DMC-GF5 - f/2.5 - 1/800 s - 14 mm - ISO 160

Panasonic DMC-GF5 – f/2.5 – 1/800 s – 14 mm – ISO 160

Tilman Brembs aus Berlin schreibt zu diesem Bild:

Hallo, habe dieses Bild im April gemacht. Ich würde mich über eine Bildkritik von Euch freuen. Bin großer Fan eures Formates.
Viele Grüße aus Berlin
Tilman

„Man sollte immer eine Kamera dabeihaben.“ – der Grund für diesen Ausspruch ist, dass man so spontan auf Motive reagieren kann, die einem über Weg laufen. Oder umgekehrt. Jedenfalls ist es nicht verkehrt, aus dem Bauch heraus zu fotografieren und sich dann hinterher damit auseinanderzusetzen, was man eingefangen hat. Hier war das ein Feld, das Du durch ein Badezimmerfenster hindurch aufgenommen hast. Weiterlesen

Ausdrucksstarkes Frauenporträt:
Ein Gesicht wie eine Geschichte

Wenn ein Foto den Betrachter so in den Bann zieht, dass er Mängel darüber vergisst, ist man als Fotograf am Ziel.

myanmar-elderly-pa-o-woman-portrait

Matthias Kleinmanns aus Hofheim schreibt zu diesem Bild:

Das Foto entstand auf einem Markt in einem Bergdorf in Myanmar. Bei der abgebildeten Person handelt es sich um eine Angehörige der ethnischen Gruppe Pa-O. Aufgenommen wurde das Foto mit eine Sony A7R ( ILCE-7R ) (Affiliate-Link) mit dem 90mm Voigtländer Objektiv Apo Lanthar (Blende 4.0, ca. 1/250 sek), verbunden mit einem Metabones Adapter .

Für Fotos dieser Art streife ich gerne stundenlang über Märkte in Regionen, in denen kulturelle Besonderheiten, wie landestypische Kleidung, Frisuren, Tattoos, oder ähnliches zu sehen sind. Hierbei achte ich heute zuerst auf die Lichtsituation, danach auf eine infrage kommende Person. Viele Jahre Erfahrung haben mich gelehrt, wie ich eine Kontaktaufnahme erreiche, ohne die Person zu erschrecken oder zu vergraulen. Unabdingbar für mich ist eine angenehme ungezwungene Atmophäre, die nicht zu einer Ablehnung des Fotos oder erstarrten Pose führt.

Eine freundliche Gestik und ruhig gesprochene Worte, sprachlich bedingt, oft auch unverstanden, helfen die oft anfängliche Scheu zu nehmen. Es ist nicht immer einfach die lockere Pose zu halten, da ich oft nicht mit Autofokus fokussiere, sondern mit der Einstellupe, um sicherzustellen, dass die Augen extrem scharf abgebildet werden.

Den bei diesem Foto abgeschnittenen Kopf und die nur teilweise dargestellte Hand habe ich toleriert, um den Kopf in einer bildbestimmenden Größe zu halten. Auf die Lichtpunkte oben rechts hätte ich gerne verzichtet, wollte sie aber auch nicht mittels Photoshop übertünchen.

M.E. wichtige Bildelemente sind der Bambusstamm und der Schal in satten Rottönen, die mir bezüglich Rahmung des Kopfes und Quantitäts-Kontrast sehr willkommen waren.

Als Fotografin habe ich den in den Medien vorherrschenden Jugend- und Schönheitswahn noch nie verstanden. Es ist für mich persönlich motivisch interessanter, Gesichter abzubilden, in denen das Leben der jeweiligen Person buchstäblich geschrieben steht. Nicht, dass Schönheit und Perfektion nicht fotografierenswert wären – sie sind eben nicht meins. Weiterlesen