Wetter-Schnappschuss:
Mittelerde in der Schweiz

In Sachen Fotomotive ist kaltes, feuchtes Wetter der Vorbote des Sommers: Ganz plötzlich wird die winterlich-karge Landschaft zum märchenhaften Panoptikum. Toller Kitsch überall!

Bei Bellinzona

iPhone 7 Plus 1/1250s bei Blende 14/5 mit 33/5mm – © Dirk Hunstein

Dirk Hunstein aus Wiesbaden: Das „immer-dabei-iPhone“ hat mir einen, wie ich denke, interessanten „Schnappschuss“ ermöglicht. Schnappschuss deshalb, weil ich gar nicht mit dem Ziel zu fotografieren unterwegs war, sondern beruflich. Drum hatte ich auch keinen „richtigen“ Fotoapparat dabei. Beim Absteigen vom Castelgrande (eine der drei Weltkulturerbe-Burgen von Bellinzona im Tessin) stach mir dieser Blick in die Augen. Nebel, Rauhreif und etwas Schnee machten schon das Originalfoto zu einem mystischen Bild. Im Photoshop musste ich lediglich ein bisschen an den Farben und den tonalen Kontrasten drehen – und schon entstand ein Bild, das meiner Meinung fast ein Gemälde aus Mittelerde sein könnte. Den Bildausschnitt konnte ich leider nicht ändern, weil nur an dieser Stelle, an der das Foto entstand, ein freier Blick auf die gegenüberliegende Bergseite möglich war (sonst hätte ich versucht, die Kirche im Vordergrund etwas mehr nach links zu schaffen, um die Kirchturmspitze genau in den goldenen Schnitt zu platzieren). Aber ist es jetzt noch ein Foto? Das Original kann ich gerne nachliefern, damit man sieht, dass wirklich nicht viel mit dem Bild passiert ist.

Jetzt bin ich aber mal gespannt. Ja, spielt es denn eine Rolle, ob das noch ein Foto ist oder nicht?

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Fotografisches Stillleben:
Die Klosterküche

Die gegenständliche Fotografie soll entweder etwas dokumentieren oder Emotionen auslösen oder transportieren. Ein Stillleben versucht das eine über das andere zu erreichen.  Das gelingt hier aus simplen Gründen nicht.

Canon EOS 5D Mark III Aufnahmedaten: 1/10s bei Blende 28/10 mit 46/1mm Brennweite und ISO 5000

Küche, Santa Catalina Kloster, Arequipa, Peru. Canon EOS 5D Mark III 1/10s bei Blende 2.8 mit 46mm Brennweite und ISO 5000. © Benjamin Koenig

 

Benjamin Koenig aus Remchingen schreibt zu diesem Bild: Das Bild entstand im September letzten Jahres in Arequipa, Peru. Eine Küche im Kloster Santa Catalina. Ich weiß nicht genau warum, aber wenn ich die ca. 2000 Bilder der Peru Reise ansehe bleibe ich hier immer hängen. Für mich hat dieses Bild etwas absolut besonderes.

Ein angenehmes, warmes Bild,  das Gemächlichkeit, Nostalgie und Langsamkeit ausdrückt. Allerdings verstehe ich nicht, in welchem Zusammenhang. Und das ist fatal.

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Falscher Weissabgleich:
Fehler sind keine Kunst

Ein falscher Weissabgleich stört den Eindruck fast immer. Fehler werden erst zur Kunst, wenn sie bewusst eingesetzt werden.

Stadtansicht in Blaustich

Panasonic Lumix DMC-FZ150 mit 1/1000s bei Blende 5 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Wolfram Witzel aus Pfinztal: im Rahmen einer Foto-Exkursion entstand dieses Foto. Fasziniert und zugleich erschreckt hat mich die Monotonie moderner Architektur, dort wohnen tatsächlich Menschen. Bei der Aufnahme habe ich leider nicht bemerkt, dass ich den Weißabgleich der Kamera auf „Kunstlicht“ eingestellt hatte (Anfänger ;-) ). Bei der Betrachtung am Bildschirm finde ich aber, dass die „Kälte“ der Wohnbebauung gerade verstärkt wird.

Grade eben habe ich noch erklärt, mit der Farbe könne man nicht falsch liegen, wenn man eine Absicht verfolge. Und jetzt das: Ein Farbstich via Weissabgleich geht gar nicht.

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Geschichten im Kopf:
Keine Kritik nötig

Ein Bild wirkt nicht durch tot-optimierte Tonwerte und Farben mit schärfsten Konturen inhaltsloser Fotos, sondern dadurch, dass seine Bilder eine Geschichte erzählen.

Ohne eine Spur von Reue verließ Frau Emma den Tatort!

Ohne eine Spur von Reue verließ Frau Emma den Tatort!

Franz Schmied aus Ottensheim schreibt zu diesem Bild: „war baden!“

Eingereicht unter der Rubrik „Bildjournalismus“, stach mir dieses Bild unter einer breiten Masse von Fotos ins Auge, ohne dass ich auf den  Namen des Autors geschaut hätte.

Ein typischer „Franz“, dachte ich, als ich das Bild sah! Franz kenne ihn schon seit ein paar Jahren aus den sozialen Medien, wie facebook und der fotocommunity, habe ihm aber leider persönlich noch nie gegenübergestanden.

Was bedeutet „typisch“? Franz Schmied, wir berichteten schon mal über ihn und seine Bilder, prägt eine deutliche Handschrift (symbolisch gemeint). So deutlich, dass seine Bilder aus der Masse von Bildern hervorstechen und erkannt werden. Sein Wiedererkennungsfaktor ist hoch! Weiterlesen

Zwischen Abstrakt und Montage:
Movimento

Wenn man sich für digitale Kunst als Bearbeitungsweg entscheidet, sollte man diese Entscheidung auch durchziehen.

abstrakt tänzer

ina tänzer aus messines schreibt zu diesem Bild:

Die Struktur und Risse auf einer alten Mauer im portugiesischen Alentejo haben mich gereizt, das Foto aufzunehmen. Ich habe es mit einem Foto unterlegt, das ich von einem Flamencotänzer aufgenommen habe, da ich mich an Bewegung und Tanz erinnert fühlte.

Kamera: ILCE-7 Aufnahmedaten: 1/100s bei Blende 45/10 mit 340/10mm Brennweite und ISO 1250

Es ist immer schwierig, sich zu den künstlerischen Entscheidungen anderer zu äußern, denn jeder sieht ein Bild anders, interpretiert es anders, hätte etwas anderes damit gemacht. Das hier ist so eines. Weiterlesen

Leserfoto:
Abstrakt-fotografische Ausdruckssprache

Sehr gerne stelle ich Euch heute ein weiteres Beispiel aus einer interessanten Serie fotografischer Abstraktion vor.

Ausgangsbild

Leser Dirk Wenzel aus dem sachsen-anhaltinischen Mansfeld hat uns das obige Bild unter dem Titel „auf der Suche …” in der Kategorie ‚Digitale Kunst‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „ohne Worte … Menschen im Raum auf einer Treppe … ”. Über Ausrüstung und Aufnahmedaten liegen uns diesmal keine Informationen vor.

  Dirk Wenzel: 'Körpersprache'Ein weiteres Bild dieser sehr interessanten Serie findet sich nebenstehend, wir hatten es hier im November 2013 besprochen und lebhaft diskutiert.

Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente.
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Farbenfrohes Ellis Island:
Tiefer Griff in die Trickkiste

Nachbearbeitung extrem…

(c) Allen Hintermann NIKON D40 Belichtungszeit: 1/320s - ISO: 200 Blende: f/9, Brennweite: 48mm

Ellis Island ist eine Insel vor New York. Sie diente sie als Galgeninsel, Internierungslager oder Auffangstation für Migranten. Heute ist es ein Museum und Touristenmagnet zusammen mit der Freiheitsstatue. Mit den knalligen Farben und der Unschärfe der Stadt im Hintergrund wollte ich die frohe Seite der Insel zeigen und wie sie sich von der Stadt abheben.

 

Ja, wo soll ich hier anfangen. Mein Sohn und ich waren 2012 im April das letzte Mal in New York und haben anläßlich dessen auch Ellis Island besucht. Es gibt auf ganz Ellis Island meines Erachtens nichts, was ich als ihre „frohe Seite“ bezeichnen könnte. Weiterlesen

Leserfoto:
Stellung und Bewegung im Raum

Eine interessante, experimentelle Arbeit

Ausgangsbild

Unser Leser Dirk Wenzel aus dem sachsen-anhaltinischen Mansfeld hat uns das obige Bild unter dem Titel „systemische Familienaufstellung” in der Kategorie ‚Digitale Kunst‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „wer stellt sich wo auf … ? und wer nimmt eine scheinbare Verbindung durch sein Bewegungsrichtung zu wem auf … ? … oder die Frage aller Fragen … wer will einfach nicht ??? eine Szene aus Paris an einem sonnigen Tag Menschen laufen über einen großen Platz und es ergeben sich ‚Laufmuster‘ …”

Über Ausrüstungsdetails und Aufnahmedaten liegen uns diesmal keine Informationen vor.

Betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen

„Sonnengruss“:
Weniger ist mehr

Ein witziges Foto, das ich aber ansonsten viel zu überarbeitet finde.

(c) Christine Frick

Panasonic DMC-G1 Belichtungszeit: 1/60, ISO: 125 Blende: f/14 7mm (c) Christine Frick

Am Lago Maggiore bin ich auf dem Bootssteg gewesen mit meinem kleinen Rehpinscher, der sich natürlich langweilte, weil ich die schöne Landschaft fotografierte. Als ich mich umdrehte sah ich meinen Hund in dieser Pose und schon drückte ich ab.

Es lohnt sich immer, beim Fotografieren zurück, zur Seite, oder ansonsten in Richtungen zu schauen, die man vorher nicht in Erwägung gezogen hat. Das ergibt nicht nur besondere Perspektiven, sondern wie hier auch besondere Motive. Wie oft schon habe ich das, was ich visuell an einem Ort suchte, erst gefunden, als ich mich im Weggehen nochmal spontan in eine andere Richtung gedreht oder nach oben geschaut habe. Weiterlesen

Leserfoto:
An der Grenze zur Malerei

Eine bewußt mit Unschärfe und starker Farbigkeit arbeitende, fast impressionistisch wirkende Arbeit möchte ich Euch in der heutigen Bildbesprechung vorstellen.

Ausgangsbild

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Unser Leser Dirk Wenzel aus dem sachsen-anhaltinischen Mansfeld hat uns das obige Bild unter dem Titel „Körpersprache” in der Kategorie ‚Digitale Kunst‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Körpersprache … und den Rest denke ich mir…”

Über Ausrüstungsdetails und Aufnahmedaten liegen keine Informationen vor.

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Von einigen Bildbesprechungen her ist uns Dirk mit anmutigen Street- und Porträtbildern (oft schwarzweiß, bisweilen mit sparsamer Farbgebung) bekannt. Hier beschreitet er mit Unschärfe und geradezu überschäumender Farbigkeit ganz neue, experimentelle Wege. Doch betrachten wir zunächst wieder die grundsätzlichen Bildelemente. Weiterlesen