Teufelsmauer-HDR:
Warum soviel Aufwand?

Ein grossartiges Landschaftsmotiv wird fotografisch  mit erweitertem Kontrastumfang nicht unbedingt besser. Im Gegenteil: bisweilen wird der gute Eindruck durch Artefakte zerstört.

teufelsmauerhdr

Canon EOS 1100D, 1/40 s, F/3.5, 18mm, 100ISO © Tino Zeidler

Tino Zeidler aus Quedlinburg schreibt zu diesem Bild: Motiv bildet hier eine Sandsteinformation aus dem Harzvorland, die „Teufelsmauer“. Aufgenommen zum Sonnenuntergang kurz vor der blauen Stunde. Entstanden ist das Bild als eine HDR-Belichtungsreihe aus 6 Bildern über einen Zeitraum von ca 5 Minuten. Die Tonwerte wurden speziell auf diesen mythischen/sagenumwobenen Ort abgestimmt.

Als begeisterter Landschaftsfotograf finde ich Deine Aufnahme auf den ersten Blick bemerkenswert. Ich hätte ein paar Verbesserungs… ähm. Und dann sehe ich die Artefakte und die Farbsäume und frage mich: Was ist denn hier passiert? Weiterlesen

Von drinnen nach draussen:
Kontrastbarriere

Der Blick von einem schattigen in einen sonnengefluteten Raum bietet fotografisch höchste Herausforderungen: Der Kontrastumfang ist zu hoch für den Sensor. Ein bisschen Tricksen, HDR, ein Blitz oder RAW helfen weiter.

Blick aus der Scheune nach draussen

Von drinnen nach draussen: Olympus E-M10 Mark II 1/640s bei Blende 4/1 mit 15mm Brennweite und ISO 200, © Carsten Krebs

Carsten Krebs aus Berlin schreibt zu diesem Bild: Das Bild bei uns in der Scheune entstanden und beschreibt für mich ganz gut den Sommer. Das Heu in der dunklen Scheune und der heiße Sommer mit dem Rasensprenger draussen vor der Tür. Allgemein finde ich sehr häufig den Kontrast zwischen draussen und drinnen sehr interessant, wenn man durch eine (alte) Tür oder Fenster hinausschaut. In der Regel gelingt es mir aber nicht dieses in einem Bild auch umzusetzen. In diesem Fall hatte ich jedoch das Gefühl, dass es einigermaßen geklappt hat.

Du bist da einem der grundlegenden Probleme der Frage nach dem Kontrastumfang auf der Spur. Tatsächlich ist kaum etwas so schwierig, wie vernünftige Fotos aus einem dunklen Raum ins Helle hinaus oder umgekehrt zu schiessen. Fangen wir vorne an: Weiterlesen

Leserfoto:
Wuchtige Gebirgslandschaft

Um ein eindrucksvolles Motiv, aber auch um subtile HDR-Artefakte geht es in der heutigen Bildbesprechung.

Ausgangsbild

Unser Leser Nils Schultze-Scharnhorst aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Zebrastreifen Piz Boè” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht.

Er schreibt dazu: „Dieses Foto entstand im September während einer Alpenüberquerung (München-Venedig). Ich war zu dieser Uhrzeit (18:15) der Letzte auf dem Piz Boè und die Atmosphäre hat mich überwältigt. Reizvoll finde ich die ‚Zebrastreifen‘ durch die Windverwehungen als auch die Lichtsituation. Um dem Bild mehr Kontrast zu geben, habe ich eine Belichtungsreihe mit Stativ geschossen und diese dann zu einem HDR zusammengefügt. Was mir an dem Bild fehlt, ist ein klarer Weitblick der in der Realität etwas besser war und die Detailgenauigkeit. Weiterlesen

Leserfoto – «Ain’t No Grave»:
Inspiration und Ausführung

Die Nachbearbeitung ist entscheidend dafür, wie ein Bild auf andere wirkt.

(c) Ekhard Eitel

Dornum (Ostfriesland), die Sammlung ausrangierter Grabkreuze unter der Friedhofslinde erinnert mich an einen Song. „There ain’t no grave can hold my body down“, von Johnny Cash.
Wunderbares Licht! Werde versuchen die Modulation von Licht und Schatten in einer Belichtungsreihe festzuhalten.
Über meinen Kopfhörer läuft „Ain´t no grave“.
Kameradaten: Sony SLT-A-77V; ISO 100; 35 mm; f/6,3; 1/200 sec; plus 2 EV/minus 2 EV. Die Bildbearbeitung erfolgt mit Lightroom, HDR Efex Pro und Photoshop. Um einen weicheren Look zu erzielen, kopiere ich ganz zum Schluß die fertige Ebene und bearbeite diese mit dem Gaußschen Weichzeichner bei etwa 25px und reduziere anschließend bei dieser Ebenenkopie die Deckkraft auf etwa 20%.
(Edit: Bei der Auswahl der Bildkategorie im Formular tue ich mir schwer. Vermisse HDR.)

Der von Dir angesprochene Johnny Cash Song ist eines meiner Lieblingslieder seinerseits, unter anderem, weil er es mit leicht brüchiger Stimme singt – er klingt, als säße ihm der Tod bereits im Nacken. Soweit ich weiß, hat er das Lied sehr kurz vor seinem Tod 2003 aufgenommen, es wurde allerdings erst ein paar Jahre später mit anderen auf einem posthum veröffentlichten Album („American VI: Ain’t No Grave“) auf den Markt gebracht. Insofern eine naheliegende Inspiration für den Titel Deines Bildes. Weiterlesen

Leserfoto – Hamburger Rathaus bei Nacht in HDR:
Effekt und Details

Man sollte, wenn man sich die Zeit nehmen kann, auf Kleinigkeiten achten.

(c) Borg Enders

Als ich meine Nikon D300s vor einigen Jahren gekauft hatte, wollte ich natürlich auch die neuen Kamerafeatures ausprobieren.
Hier mein erster Versuch an einem HDR.
Aufgenommen hatte ich 9 Bilder mit einem Belichtungsunterschied von jeweils +1/3 mit der Belichtungsreihenfunktion.
Diese Bilder wurden dann damals in Adobe Photoshop Elements zusammengefügt.
Leider ist dieses erste HDR auch eins der wenigen HDR Bilder, die mir gelungen sind.
Was denkt ihr? Braucht man 9 Bilder für ein gutes HDR oder anders was sind Tipps, um gute (nicht überzogene) HDRs hinzubekommen?

Vielen Dank schon mal!

HDR-Bilder („High Dynamic Range“) sind ein andauerndes Thema hier bei fokussiert. Wir haben Tutorien darüber veröffentlicht, Kritiken geschrieben, und mit unseren Lesern angeregt diskutiert. Unterm Strich ist HDR Geschmackssache, und seit sie in Mode kam, ist sie eine dieser Bearbeitungsmöglichkeiten, die jeder schon mal irgendwie ausprobiert hat, oder ausprobieren wollte. Wenn sie gut gemacht sind, haben sie einen gewissen „Wow“-Effekt. Wenn sie schlecht gemacht sind, bestechen sie auf negative Art durch überzogene Farben und Aureolen.

Zunächst einmal zu Deiner Frage, wieviele Fotos für ein gutes HDR eigentlich erforderlich sind: auch, wenn Deine Kamera eine Belichtungsreihe von neun Bildern in +/- 1/3 Schritten aufnehmen kann, benötigst Du so viele nicht. Fünf Aufnahmen im Abstand von +/-1 reichen vollkommen. Du kannst es selbst ausprobieren – das menschliche Auge kann diese Feinheiten fast nicht unterscheiden. Ich selbst habe festgestellt, daß es sogar manchmal komplett ausreicht, eine einzige RAW-Datei zu duplizieren und via Photomatix in ein Pseudo-HDR zu verwandeln. Der Effekt wird nicht ganz so stark, aber es fällt kaum auf. Weiterlesen

Leserfoto – Winterfarbenzauber:
Der letzte Touch ist wichtig

HDR oder „high dynamic range“ sind eine Herausforderung an Fotografen, von der Aufnahmereihe bis zum fertigen Produkt.

(c) Dennis Werkes

Das Foto habe ich in Düsseldorf von meinem Arbeitsplatz aus aufgenommen und zeigt den Rheinturm. Es ist eine HDR Aufnahme aus 3 Einzelbelichtungen, die ich während des Sonnenaufgangs gemacht habe. Interessant finde ich den sanften Farbverlauf und die Tatsache, dass der Sonnenaufgang entgegen der Vermutung, die das Bild entstehen lässt, auf der gegenüberliegenden Seite des Bildausschnitts stattfindet – meinem Rücken zugewendet sozusagen. Unabhängig der vielen sehr unterschiedlichen Diskussionen über HDR Aufnahmen gefallen mir diese einfach ganz besonders und übe mich daher mehr und mehr darin diese Methode angemessen einzusetzen. Mit dieser Aufnahme fühle ich mich auf dem Weg dorthin einen Schritt näher gekommen und bin nun interessiert an Meinungen anderer. Die Fotografie betreibe ich übrigens als Hobby zum kreativen, rein gefühlsgesteuerten Ausgleich entgegen dem Alltags- und Berufsleben.

 

HDR oder „high dynamic range“ sind eine Herausforderung an Fotografen, von der Aufnahmereihe bis zum fertigen Produkt. Sie funktionieren, so wie hier, am besten mit statischen Objekten, denn die Bewegungen im Bild schlagen sich sonst als Schlieren und andere Artefakte nieder. Gut gemachte HDR geben eine „Überwirklichkeit“ wieder, denn da sich die Tonwerte im mittleren Bereich ansiedeln und keine extremen Dunkel- oder Hellwerte vorhanden sind, hätte das Foto so normalerweise nicht entstehen können. Wenn sie gut gemacht sind, haben sie für mich einen gewissen visuellen Reiz.

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