Winterfotografie:
Die Sonne im Eis

Manche Dinge sprechen in einem Foto ganz für sich selbst, ohne dass man dazu noch viel Aufhebens um das Drumherum macht.

Eischollen in einer Kuhtränke vor der Sonne

Kamera: Fujifilm X-T10 1/350s bei Blende 13 mit 50mm Brennweite und ISO 400 © Steffen Deimann

Steffen Deimann aus Aachen schreibt zu diesem Bild: Dieses Bild habe ich am 30.12.2016 gemacht bei einem Spaziergang durch das Brander Feld bei Aachen. Meine Absicht war, die wärmende Sonne und gegenüber das kalte Eis zu stellen, und dass doch beide gleichzeitig da sein können. Selbst die kleinen Eisschollen wirken auf besondere Weise schön und lassen den Sonnenschein sehr schön reflektieren.

Hm. Irgendwo in dieser Fotografie ist ein Bild. Aber wo nur…?

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Schneefoto:
Einfachheit schafft Wirkung

Fotografien können mit einer einfachen Komposition sehr wirksam sein. Sie müssen aber nicht. Jedenfalls ist die Komposition das wichtigste Element – und danach vielleicht die Bearbeitung des Inhalts.

Fotografie einer Schneelandschaft

Sony RX100 1/200s bei Blende 11 mit 25mm Brennweite und ISO 125. © Paula Lehmann

Paula Lehmann aus Freiburg: Dieses Winter-Bild ist am 21.1.2017 auf dem Schauinsland, Schwarzwald, bei einem langen Spaziergang im Schnee entstanden. Die Motivation bestand auch darin, schneebehangene Bäume zu fotografieren. Leider fand ich diese nicht vor. Daraufhin fand ich es reizvoll, einen einzelnen Baum in den Fokus zu setzen. Was mich an diesem Bild stört, ist der „durchgelaufene“ Schnee im Vordergrund. Kann man so etwas kaschieren?

Sony RX100 1/200s bei Blende 11 mit 25mm Brennweite und ISO 125

Natürlich kann man Bilder inhaltlich retuschieren – es gibt berühmte Leute, die sehr viel an ihren Bildern herumdoktern. Die Frage ist, ob wie sinnvoll oder angebracht das ist.

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Mondfotografie:
Über dem Kochelsee

Der Monduntergang ist einfacher zu fotografieren als der Aufgang. Allerdings sollte man das Reisetempo und die Helligkeit des Trabanten nicht unterschätzten.

LEICA SL (Typ 601) Aufnahmedaten: 60/1s bei Blende 16/1 mit 25/1mm Brennweite und ISO 100

LEICA SL (Typ 601) Aufnahmedaten: 60/1s bei Blende 16/1 mit 25/1mm Brennweite und ISO 100 © Joachim Hör

Joachim Hör aus Kutzenhausen: Das Foto wurde bei Monduntergang am Kochelsee aufgenommen, zu einer Zeit kurz vor Sonnenaufgang.
Durch den gewählten Zeitpunkt habe ich vermieden, dass es noch zu dunkel war und der Mond alles überstrahlte; der Dynamikumfang wurde so reduziert.

Der Mond lässt sich zu jeder Zeit gut fotografieren, weil er ein von der Sonne gut beleuchtetes Stück Stein ist. Das Problem in der Mondfotografie ist deswegen die Umgebung des Fotografen.

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Wetter-Schnappschuss:
Mittelerde in der Schweiz

In Sachen Fotomotive ist kaltes, feuchtes Wetter der Vorbote des Sommers: Ganz plötzlich wird die winterlich-karge Landschaft zum märchenhaften Panoptikum. Toller Kitsch überall!

Bei Bellinzona

iPhone 7 Plus 1/1250s bei Blende 14/5 mit 33/5mm – © Dirk Hunstein

Dirk Hunstein aus Wiesbaden: Das „immer-dabei-iPhone“ hat mir einen, wie ich denke, interessanten „Schnappschuss“ ermöglicht. Schnappschuss deshalb, weil ich gar nicht mit dem Ziel zu fotografieren unterwegs war, sondern beruflich. Drum hatte ich auch keinen „richtigen“ Fotoapparat dabei. Beim Absteigen vom Castelgrande (eine der drei Weltkulturerbe-Burgen von Bellinzona im Tessin) stach mir dieser Blick in die Augen. Nebel, Rauhreif und etwas Schnee machten schon das Originalfoto zu einem mystischen Bild. Im Photoshop musste ich lediglich ein bisschen an den Farben und den tonalen Kontrasten drehen – und schon entstand ein Bild, das meiner Meinung fast ein Gemälde aus Mittelerde sein könnte. Den Bildausschnitt konnte ich leider nicht ändern, weil nur an dieser Stelle, an der das Foto entstand, ein freier Blick auf die gegenüberliegende Bergseite möglich war (sonst hätte ich versucht, die Kirche im Vordergrund etwas mehr nach links zu schaffen, um die Kirchturmspitze genau in den goldenen Schnitt zu platzieren). Aber ist es jetzt noch ein Foto? Das Original kann ich gerne nachliefern, damit man sieht, dass wirklich nicht viel mit dem Bild passiert ist.

Jetzt bin ich aber mal gespannt. Ja, spielt es denn eine Rolle, ob das noch ein Foto ist oder nicht?

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Handy-Fotografie:
Morgendämmerung

Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Heute ist das häufig das Smartphone. Dank diesem Umstand lohnt es sich auch mal, beim Joggen eine Fotopause einzulegen.

Saamsung-Waldfoto

Samsung Galaxy S7 1/33s bei Blende 2.2 mit 4.8mm Brennweite und ISO 40 © Ulla Zimmermann

Ulla Zimmermann aus Eynatten Belgien schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist mit meinem Samsung S7 aufgenommen bei einem Morgenlauf. Die Steine sind die sogenannten Zyklopensteine…im belgischen Wald, nahe der deutschen Grenze zu Aachen

Es bietet sich ein tolles Motiv, der Moment ist flüchtig, und ich habe eine Kamera dabei: Früher kam es zu oft vor, dass der letzte Punkt nicht zutraf. Heute lohnt es sich, mal einen Stopp einzulegen und mit dem Smartphone eine richtig gute Fotografie zu machen.

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Fotografie aus dem Ballon:
Viel und wenig

Kann man Weite ausdrücken und zugleich viel in ein Bild packen? Diese Fotografie einer Ballonfahrt über der Wüste versucht exakt das.

© Jürgen Meier Namibia, Fotografie aus dem Ballon

Nikon D200 1/250s bei Blende 11 mit 18mm Brennweite und ISO 200 © Jürgen Meier

Jürgen Meier aus São Paulo schreibt zu diesem Bild: Das Bild nahm ich 2014 in Namibia (Sossusvlei) auf. Zum einen wollte ich die Weite der Landschaft einfangen. Deshalb habe ich das Bild auch etwas beschnitten. Zum anderen auf die dortigen Feenkreise hinweisen , sowie auch auf mein „Transportmittel“. ich weiss, viel auf einmal – war ein Versuch.

Muss eine Fotografie eindeutig sein, kann sie mehr als ein Motiv liefern? Oder tut sie das vielleicht gar nicht?  In diesem Bild ist wenig zu sehen, aber das wenige ist so aufgeteilt in der Komposition, dass Du selber findest, es ist schon fast zuviel.

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Golfplatz-Foto:
Wo ist der Spieler?

Nachdem man Golfplätze nur schwer als Landschaft klassieren kann, sie aber durchaus harmonische Ausblicke bieten, hilft ein Spieler im Bild, der Szene gerecht zu werden und dem vielen Grün einen Spannungs- und Kontrastpunkt zu geben.

Rauhreif-Fotografie Golfplatz

Golfplatz im Rauhreif © Max Riedl

Max Riedl aus Gergkirchen schreibt zu diesem Bild: Trotz winterlicher Verhältnisse hatten wir eine schöne Golfrunde an diesem Wintertag.

Das glaube ich! Gute Handschuhe an beiden Händen vorausgesetzt. Golfplätze, namentlich Parkland-Anlagen, bieten als die englischen Parks (mit Hindernissen), die sie sind, immer wieder faszinierende Pseudo-Landschaftsansichten. Pseudo deshalb, weil englische Parks eine natürliche Landschaft imitieren: Die Harmonie darin stammt von Menschenhand.

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Fotokritik Wildes Wasser:
Extremer Kontrast

Der Gegensatz von totaler Stille und Bewegung in einer Landschaftsaufnahme: Hier geht jemand hart an die Grenzen.

Landschaftsfotografie mit wildem Bach

Sony Alpha 7 2 Aufnahmedaten: 173s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 50 © Ralf Lehmann

Ralf Lehmann aus Dresden schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist im vergangenen Sommer in Island entstanden (Hochland, in der Nähe der Bergkette „Kerlingarfjöll“), 173 Sekunden Belichtungszeit. Normalerweise wähle ich bei solch wilden Wasserfällen viel kürzere Belichtungszeiten, um die Bewegung nur ein wenig verwischen zu lassen. Hier kam aber zum Wasser ein in warmen Farben beleuchteter Himmel, so dass ich mich entschloss, auch den Zug der Wolken einzufangen. Hatte mir bei der gewählten Zeit sogar noch mehr sichtbare Wolkenbewegung erhofft. Das sedimentreiche Wasser ist nun sehr stark verwischt, was die hohe Durchflussmenge sichtbar macht. Habe versucht, eine spannende Blickführung zu finden, die Blume im Vordergrund setzt einen kleinen Farbpunkt in die sonst karge Landschaft.

Fast glaubt man, das Wasser in dieser Landschaftsfotografie bewege sich tatsächlich. Der Kontrast zwischen den scharfkantigen, knallhart fokussierten Felsen zu dem samtweichen Wasser und den wie Federn dahintreibenden Wolken könnte nicht stärker wirken. Weiterlesen

Schleierwolken:
Statist Himmel als Star

Herr im Himmel – warum nicht mal die Nebensache zum eigentlichen Motiv machen? Das geht auch in der Landschaftsfotografie. Wie diese Fotografie eines Himmels mit Schleierwolken zeigt, ziemlich gut.

schleierwolken an blauem Himmel, Landschaftsfotografie

Schleierwolken – Olympus OMD EM5, 9mm Weitwinkelobjektiv, Blende 7,1, 1/100 sec © Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt aus Illingen: Ein interessanter Himmel hat mich gereizt eine Aufnahme zu machen. Ich hab mir dabei Gedanken gemacht in welchem Umfeld ich ihn fotografiere und diesen asymmetrischen Ausschnitt gewählt. Mir gefällt das ganz gut, hätte jetzt aber auch von „neutraler Seite“ eine Rückmeldung was ich bei Ausschnitt und Bearbeitung doch noch hätte besser machen können. Aufgenommen habe ich das Bild mit einer Olympus OMD EM5 (Affiliate-Link), 9mm Weitwinkelobjektiv, Blende 7,1, 1/100 sec

Der Himmel: In der Landschaftsfotografie häufig ein wichtiger Statist, der nicht zu langweilig sein darf, aber auch nicht die Hauptrolle spielt. Das darf man aber durchaus ändern. Du hast es hier erfolgreich getan. Ich würde allerdings ein Wort für Deine Statisten einlegen.

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Kliff:
Abgebildet

Details, Farbe und Kontrast müssen in einer Komposition in irgendeiner Form zusammenspielen. Sonst sind sie einfach da, machen aber zusammen kein Bild.

Praia do Gunga in Alagoas © Suso Kraut ISO 200, Blende f/2.0, Korrektur 2/3, Belichtungszeit 1/850s

Praia do Gunga in Alagoas © Suso Kraut ISO 200, Blende f/2.0, Korrektur 2/3, Belichtungszeit 1/850s

Suso Kraut aus Berlin schreibt zu diesem Bild: Das Photo wurde an der Felsenküste am Praia do Gunga in Alagoas, südlich von Maceió in Brasilien aufgenommen. Es ging mir um die Farben, den Detailreichtum und die Kontraste.

Verwendet wurde eine Fuji X-E1 mit dem Fujinon 35mm f/1.4 Objektiv. Die weiteren Daten sind ISO 200, Blende f/2.0, Korrektur 2/3, Belichtungszeit 1/850s. Wahrscheinlich ist das Bild es einen Tick überbelichtet. Gibt es Verbesserungsvorschläge ?

Du fragst, was man an diesem Bild besser machen könnte – das hängt, wie eigentlich immer in der Fotografie, von der Absicht ab, was es bewirken soll. Wenn es Dir um die technisch korrekte Erfassung von Farben, Kontrasten und Details ging, wie Du schreibst, ist die Aufgabe erfüllt. Wenn es noch dazu ein Landschaftsbild sein will, das emotional etwas bewegt, eher nicht. Warum?

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