Mondfotografie:
Nike und der Trabant

Aber, aber. Composite-Bilder mit dem Mond sind ein No-Go, Franz. Wo doch so schon jedes Mond-Bild als „Photoshop! Photoshop!“ verschrieen wird…

1/15s bei 1600 ISO mit 34mm und Blende 4 - © Franz Schmied

1/15s bei 1600 ISO mit 34mm und Blende 4 – © Franz Schmied

Franz Schmied aus Ottensheim: Heute war der Mond am grössten. Ihn zu fotografieren war ja leicht, aber einen guten Vordergrund zu finden war etwas schwieriger.
Die Nike war dann ideal. Allerdings war der Mond viel zu hell, wenn bei der Nike die Belichtung stimmte, also den Mond noch einmal mit einem 500stel und Blende 11…

Man soll nicht päpstlicher sein als der Papst – aber einen Supermond ins Bild zu klonen, tsss.

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Milchstraße:
Blick nach oben

Das Fotografieren des Sternenhimmels ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Bei deren technischer Bewältigung sollte man jedoch kompositorische Überlegungen nicht aus dem Blick verlieren.

Südtiroler Bergstraße @ Fabian Suffel

Südtiroler Bergstraße @ Fabian Suffel

Unser Leser Fabian Suffel aus Stuttgart hat das obige Bild in der Kategorie Landschaft zur Besprechung eingereicht. Er schreibt hierzu:

„Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit der Nachtfotografie und wollte daher schon recht lange die Milchstraße ablichten. Nach mehreren Versuchen bei mir in der Gegend musste ich einsehen, dass dieses Unterfangen wohl leider aufgrund der Lichtverschmutzung nicht so realisierbar war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nachdem ich nun für ein paar Tage in Südtirol war, nutze ich die Chance und fuhr auf einen kleinen Pass hinauf. Dort war es dann endlich dunkel genug, um ein solches Ergebnis erzielen zu können.“

Zum Einsatz kam die digitale Kleinbildkamera Canon EOS 6D mit einem starken Weitwinkel von 14 mm Brennweite. Die Belichtung erfolgte über 20 Sekunden bei einer Empfindlichkeit von ISO 5000 und Blende 3.2. Fabian bat um eine schwerpunktmäßige Besprechung des Bildes im Hinblick auf die Komposition und Nachbearbeitung. Weiterlesen

Zeitungschaos:
Die Kälte der Stadt

Ein Blickfang und technische Perfektion ergeben noch keine Fotografie. Hier allerdings funktioniert die Kombination in einem unheimlichen Zusammenspiel mit der menschenfeindlichen Szenerie.

Nacht in Zürich, Zeitungen auf der Strasse. Canon 700D, f/16, ISO800, 35mm, 5 Sekunden, ISO 800, © Thomas Schiefke

Canon 700D, f/16, ISO800, 35mm, 5 Sekunden, ISO 800, © Thomas Schiefke

Thomas Schiefke aus Zürich: Ich beschäftige mich erst seit diesem Jahr mit der Fotografie und das Bild kam bei meiner ersten Night Session mit Stativ raus. Ich schlenderte mitten in der Nacht durch Zürich und dabei ist mir dieses Zeitungs-Chaos in der sonst sehr sauberen Stadt aufgefallen. Als ich mich positioniert hatte kam auch gleich eine Reinigungskraft der Stadt und fing an die Zeitungen wegzufegen, man sieht die leichte Unschärfe unten links. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem Bild und würde gerne eine Expertenmeinung dazu hören.

Diese Fotografie hat meinen Blick sofort wegen ihrer Schärfe und zugleich dem verwischten Verkehr im Hintergrund erfasst. Sie ist technisch sehr gut gemacht und damit so kühl wie der Chromstahl der Haltestellen-Infrastruktur hier.

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Schrill und spannend:
Schwankende Gestalten

Mit Sonderausrüstung wie dem Lensbaby kann man spannende Motive weiter verfremden. Während dabei vielfach übertrieben wird, ist der Effekt hier zurückhaltend und Bildverstärkend eingesetzt.

Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert - wohl recht weit offen

Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert – wohl recht weit offen

H. Ullrich aus Marienthal: Das Bild ist an einem diesig-feuchten Winterabend an einer Haupverkehrsader in Mainz entstanden. Die Lichter der Straße wurden diffus in der feuchten Luft zu einer mystischen unwirklichen Welt gestreut. Das Lensbaby sweet 35 Objektiv tat das übrige. Ein Stativ hatte ich mal wieder nicht dabei, also habe ich mich für mehr Stabilität mit der Schulter an die Fassadenfront gepresst und die Spiegelung in der Fensterfläche gleich ins Bild mit aufgenommen… (Sony Alpha 57, Lensbaby Sweet 35, ISO 800, 1/5 sec, Blendenwert nicht gespeichert – wohl recht weit offen)

Was ich hier besonders toll finde? Dass man der Aufnahme nicht sofort anmerkt, dass sie mit einem Lensbaby (Affiliate-Link) geschossen wurde! Weiterlesen

Gasse in Carona:
Virtuelle Räume

Das Spiel mit Flächen und Strukturen führt oft in die Abstraktion. Wenn es sich mit bildhafter Darstellung mischt, wird die Geschichte besonders interessant. Hier entsteht sozusagen ein gekrümmter Raum…

Gasse in Carona, TI, Schweiz. Aufgenommen auf Farb-Diafilm, gescannt und in Photoshop bearbeitet. © Hans Georg Sandforth

Gasse in Carona, TI, Schweiz. Aufgenommen auf Farb-Diafilm, gescannt und in Photoshop bearbeitet. © Hans Georg Sandforth

Hans Georg Sandforth aus Rietberg: „Gasse in einem Tessiner Bergdorf“. Das Bild wurde mit einer Nikon FM2 auf Farbdiafilm aufgenommen, später gescannt, in Photoshop bearbeitet und in SW konvertiert. Gereizt hat mich am Motiv die Komposition der Formen und strukturierten Flächen.

Die meisten hier kennen wohl den Künstler M.C. Escher.  Er hat sein Publikum im letzten Jahrhundert mit Zeichnungen fasziniert, die vielfach von optischen Täuschungen, (Affiliate-Link) geometrischen Spielereien und der Mischung aus Foto-Realismus und Abstraktion geprägt waren. Du hast sozusagen das fotografische Pendant zu Eschers Grafik der „unmöglichen Konstruktionen“ geschaffen – sehr interessante Stilrichtung! Weiterlesen

Das Sternenboot:
Lichtschreiben mit Phantasie

Lightwriting funktioniert mit Langzeit-Belichtungen in der Nacht. Und Sternspuren erzeugt man auch so ab. Warum also nicht beides kombinieren?

Lightwriting-Fotografie das Boot MIa

DAs Boot Mia. Canon EOS 5D Mark III 30s bei Blende 2.8 mit 24mm Brennweite und ISO 800

Florian Beyer aus Altdöbern schreibt: Das Foto ist eine Lightwritingaufnahme, kombiniert mit Sternenspuren. Die blauen Lichter deuten Wellen an, in denen das Boot Mia in See sticht. Hierbei handelt es sich um einen Aussichtspunkt am zukünftigen Cottbuser Ostsee. Zukünftig, weil hier bis vor kurzem noch ein Tagebau im Betrieb war. Die angedeuteten Wellen in Verbindung mit den Sternenspuren sollen bereits einen Blick auf die Zukunft der Landschaft geben.

Ich habe nachgefragt: Erstens konnte ich nicht glauben, dass die Lichtschreiberei (Affiliate-Link) in dieser Fotografie parallel zur Langzeitbelichtung der Sterne (Affiliate-Link) stattgefunden hat. Und zweitens habe ich nicht gewusst, wie man die nach hinten auslaufenden Sternspuren überhaupt erzielt.  Weiterlesen

Amsterdam:
Amstel bei Nacht

Dominierender Vordergrund kann von Vorteil sein.

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Mathias Ondraczek aus Brilon schreibt zu diesem Bild:

„Hallo mein Name ist Mathias und ich habe dieses Foto in Amsterdam geschossen an der Amstel (August 2014).

An diesem Abend war der Mond so hell und ich habe mich gleich verliebt in das gesamt bild (lichter,mond und der Breuckenpfeiler am rande des bildes.“

Wir waren vor Jahren einmal in Amsterdam. Die Grachten und der Fluß sind etwas ganz Besonderes, und nachts haben die Wasserwege etwas besonders Magisches an sich, das man nie vergißt. Das hast Du hier meines Erachtens gut eingefangen. Glückwunsch zu diesem Schnappschuß. EXIF-Daten waren leider keine vorhanden, also will ich mich auschließlich auf die Komposition konzentrieren. Weiterlesen

Einstieg in die Nachtfotografie:
Linz, taghell

Nachtfotografie ist dank der Digitalisierung zum grossartigen fotografischen Spielfeld geworden: Einstellbare Empfindlichkeit des «Films» und sofortige Resultate ermöglichen es, zu experimentieren. Hier hat Jakob einen ersten Versuch gemacht.

Linznacht

Linz bei Nacht, Canon EOS 60D, © Jakob Staltner

 

Ich bin 17 Jahre alt und habe ein Bild von Linz in der Nacht aufgenommen. Jakob Staltner

Eine Stadt, erstrahlend in den nächtlichen Leuchtzeichen unserer Zivilisation, liegt in dieser Farbfotografie im Vordergrund. Rauchschwaden mit starker Bewegungsverzeichnung deuten auf eine längere Belichtungszeit hin; der rabenschwarze Nachthimmel, der das Bild fast mittig horizontal teilt, ist durchsetzt mit einen Sternen , die bereits deutliche Sternschweife tragen.

Unsere Kameras werden immer lichtempfindlicher:

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Leserfoto – «Paris en pleine nuit»:
Etwas mehr Nacht bitte

(c) Nicolas Zenz

Eigentlich beginnt doch jeder Urlaub gleich. Streit mit der Freundin, ob das Stativ nun mitkommt oder nicht. Ich habe mich durchgesetzt, das Stativ im Gepäck, leider auch das Versprechen es bei der Stadtbesichtigung zuhause zu lassen (=100% der Zeit). Was macht der kreative Fotograf? Er fotographiert aus dem Hotelfenster bei Nacht. So ist dieses Foto also entstanden.

Mir gefällt es gut, der Freundin (vielleicht aus Trotz, weil ich sie damals aufgeweckt habe?) nicht besonders. Nun fände ich eine professionelle Meinung zu dem Bild interessant. Was könnte man verbessern? Wenn man sich zu lange selbst mit einem Bild beschäftigt, wird man einfach betriebsblind.

Fotodaten:
Sony NEX-C3, Daten: 60mm; F22; 20 Sek. Verschlusszeit; ISO 200

LG Nicolas

Paris ist eine dieser Städte, die einen nicht mehr losläßt, wenn man mal da war. Mir war es nur einmal vergönnt, und ich rede heute noch drüber. Du hast uns einen Schnappschuß eingereicht, der die Stadt bei Nacht zeigt. Zu sehen ist der Fluß, Straßenlichter reihen sich wie Perlen durchs Bild. Weiterlesen

Leserfoto – „New Orleans River Walk“:
Farbstimmung und Komposition

Bei manchen Bildern macht die starke Farbstimmung die Aufnahme, wenn auch anderes nicht ganz stimmt.

(c) Borg Enders

Nachtaufnahme des Missisippi und der River Walk Promenade in New Orleans.
Mich sprach dieses Bild insbesondere durch seine starken Violett/Blau-Töne an.

Unlängst wurde auf fokussiert Dein Foto der Brooklyn Bridge bei Nacht besprochen – zufällig auch von mir. Wir sehen eben nicht, wer das Bild gemacht hat, bis wir es ausgewählt haben. Meines Erachtens ist es für den Lerneffekt unterm Strich auch egal, von wem die Aufnahme stammt.

Jedenfalls ist es dieses Mal ein Bild des Riverwalk in New Orleans – Du scheinst sehr reisefreudig zu sein. Wenn man eine Weile in den USA ist, und nichts vom Land gesehen hat, macht man etwas falsch (obwohl ich viele Expats kenne, die ihren Urlaub fast ausschließlich in ihrem Ursprungsland verbringen).

Du hast den Riverwalk bei Dämmerung fotografiert. Es ist noch nicht ganz dunkel, der Himmel leuchtet noch blau, fast violett. Dieses Blau spiegelt sich im Mississippi, wie auch die orange leuchtenden Lichter der Brücke und der Gebäude. Der Riverwalk selbst ist nicht zu sehen, obwohl er auf die Gebäude rechts zuführt und Du von ihm aus fotografiert hast. Weiterlesen