Telefotografie:
Bewusst freistellen

Die Telefotografie eröffnet dank reduzierter Schärfentiefe Gestaltungsoptionen, die sonst nur mit Offenblende möglich sind. Jetzt geht es aber darum, diese Option zur Freistellung des Motivs ganz bewusst zu nutzen.

Telefotografie eines persischen Seidenbaumes

Der Seidenbaum – Canon EOS 5D Mark III , 1/30s bei Blende 9 mit 235 mm Brennweite und ISO 100. © Jan-Michael Buckowitz

Jan-Michael Buckowitz aus Dittelsheim-Heßloch: Nach einem kurzen Regen diesen Zweig mit Tele fotografiert (Südkorea). Ein hier häufig vorkommender Baum.

Was wir hier sehen, darüber können wir ebenso diskutieren wie darüber, was wir hier sehen sollen: Du nennst das Bild „Mimosa Strigillosa“, was aber eine eher blumenartige Pflanze aus Nordamerika ist. Ich halte das hier für den persischen Seidenbaum, ebenfalls eine Mimosenart, aber eine der bäumigen Sorte. Um die Pflanzenbestimmung geht es aber hier weniger als um den Einsatz der Schärfentiefe.

Weiterlesen

Bewegung durch Composite:
Windspiel-Fotografie

Bewegung konnte bisher in der Fotografie entweder eingefroren oder verwischt werden – beides im gleichen Bild war nahezu unmöglich. Jetzt macht die digitale Kombination von Fotos – Composite – viel mehr möglich.

Composite-Blumenfotografie

Composite aus zwei Aufnahmen: Sony Alpha 7, 1/20s bei Blende 4.5 mit 64mm Brennweite und ISO 50, © Ralf Lehmann

Ralf Lehmann aus Dresden schreibt zu diesem Bild: Bewegung in einem Bild festzuhalten empfinde ich als besondere Herausforderung.
Hier hat mich stark wechselnder Wind dazu animiert, mehrere Aufnahmen vom gleichen Kamerastandpunkt zu kombinieren.
Die Bewegung wurde mit 1/25 belichtet. Dann musste ein Moment der Windstille abgewartet werden, um die scharf sichtbaren Blüten aufzunehmen. Diese wurden dann in Photoshop mit Hilfe von Ebenenmasken partiell über die Basisebene gelegt. Mit Blende 4 wollte ich dem Hintergrund seine Schärfe nehmen, trotzdem hat er wegen der leuchtenden Farben für mich eine wichtige Aufgabe im Bild. Am Ende wurde das Bild noch horizontal gespiegelt, obwohl auch die Original-Ausrichtung meiner Meinung nach ihren Reiz hat. Das ist sicherlich Geschmackssache.

Bewegung in der Fotografie: Geht das überhaupt? Klar geht’s, es ging schon immer, und es sorgt für spannende Fotos.

Weiterlesen

Winterfotografie:
Die Sonne im Eis

Manche Dinge sprechen in einem Foto ganz für sich selbst, ohne dass man dazu noch viel Aufhebens um das Drumherum macht.

Eischollen in einer Kuhtränke vor der Sonne

Kamera: Fujifilm X-T10 1/350s bei Blende 13 mit 50mm Brennweite und ISO 400 © Steffen Deimann

Steffen Deimann aus Aachen schreibt zu diesem Bild: Dieses Bild habe ich am 30.12.2016 gemacht bei einem Spaziergang durch das Brander Feld bei Aachen. Meine Absicht war, die wärmende Sonne und gegenüber das kalte Eis zu stellen, und dass doch beide gleichzeitig da sein können. Selbst die kleinen Eisschollen wirken auf besondere Weise schön und lassen den Sonnenschein sehr schön reflektieren.

Hm. Irgendwo in dieser Fotografie ist ein Bild. Aber wo nur…?

Weiterlesen

Fotografie schärfen:
Gegen falsch gesetzten Fokus hilft’s nicht

Wenn ein Foto unscharf ist, kann man es schärfer machen? Ja und nein. Eine leichte verwackelte Aufnahme kann heute vielleicht durchaus geschärft werden. Ein falscher Fokus dagegen ist ziemlich endgültig. Und bisweilen ist das gar nicht so wichtig.

Feuer am Himmel: Wolkenfotografie von Heiko Rau

NIKON D3000 1/125s bei f4.2 mit 62mm Brennweite und ISO 250 „..and fire in the sky…“ © Heiko Rau

Heiko Rau aus Hattenhofen: Neulich abends hat sich mir am Himmel diese Szene geboten. Die tiefstehende Sonne beleuchtete isolierte Wolkenfetzen unter der dunkleren Wolkendecke, sodass ein starker Kontrast entstand. Ich habe umgehen die Kamera hervorgeholt und drauflos fotografiert. Da ein ordentlicher Wind ging, musste alles schnell gehen und ich habe nicht einmal die Einstellungen überprüft. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass die Vollautomatik ausgewählt war.

Das Bild habe ich nachbearbeitet. Die Helligkeit habe ich weit heruntergenommen und die Sättigung leicht erhöht.

Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass das Bild – für meinen Eindruck – nur als Vorschaubild gut aussieht, spricht in recht kleiner Auflösung.

Weiterlesen

Tierfoto:
Das Picknick-Pferd

Für Tiere gilt als Fotomotiv das gleiche wie für Menschen: Am interessantesten sind sie, wenn man Ihre Gesicht sieht – und das heisst: Ihre Augen.

Pferdefoto im Gegenlicht

Picknickpferd – Nikon D5200, 1/320s bei Blende 4.8 mit 195mm Brennweite und ISO 500 © Patrick Geldmacher

Patrick Geldmacher aus Mühltal Ich habe mit meiner Frau ein Picknick in unserer wunderschönen hessischen Umgebung am Rande des Odenwaldes gemacht. Dabei nahm ich dieses Pferd auf, dass direkt neben unserem Picknick-Platz weidete.

Pferde im Gegenlicht sind ein dankbares Motiv, geschuldet der Mähne. Hier fehlt uns nur ein kleines bisschen mehr Gesicht…

Weiterlesen

Makro-Fotografie:
Spinne mit Auftritt

Eine Makro-Fotografie wie ein Still-Photo eines Horror-Films aus den Siebzigern: Die Tarantel, die nicht zu sehen ist, wirkt grade deshalb furchteinflössend schön.

Makrofoto einer Spinne, die auf einen Ast klettert

Makrofotografie mit grossem Auftritt. Canon EOS 6D , 1/60s bei Blende 4 mit 100mm Brennweite und ISO 250. © Johann Schreml

Johann Schreml aus Bad Wörishofen: In einer Ausstellung in München fotografiert. Eigentlich wollte ich die Spinne als ganzes fotografieren, doch dies war auf Grund der starken Reflektionen des Terrariumglases nicht möglich. So entstand nach langem Herumprobieren dann dieses, aber wie ich finde, spannenderes Fotos als das eigentlich geplante.

Man ist geneigt zu sagen: Glück gehabt. Aber das wird Deinem fotografischen Können wahrscheinlich nicht gerecht, denn die Qualität dieser Aufnahme scheint mir kaum ein Zufall.

Weiterlesen

Color-Key-Fotografie:
Die leuchtende Himbeere

Bilder wie dieses laden zum Spielen mit dem Color-Key-Effekt ein. Ich würde ihn aber immer ausschliesslich am Rechner und mit dem Raw-Material der Fotografie anwenden, niemals direkt in der Kamera.

Color-Key Aufnahme einer Himbeere

Color-Key-Himbeere Sony Alpha 6000, 1/250s bei Blende 5.6 mit 155mm Brennweite und ISO 2000 © Bernhard Ruhland

Bernhard Ruhland aus Eggstätt schreibt: das Bild „Himbeere“ entstand im Sommer 2016 in einem kleinen Waldgebiet. Das kräftige Sonnenlicht brachte die Himbeere zum leuchten und schuf in diesem Detailausschnitt eine tolle Stimmung. Aufnahmedaten: Alpha 6000, 1/250 s, Blende 5,6, 155 mm und ISO 2000 (das Foto wurde aus der Hand aufgenommen). Die Einstellung s/w und „selektive Farbe rot“ habe ich ebenfalls noch vor Ort vorgenommen. In PSE wurden dann einige kleinere Störstellen weggestempelt, sowie eine Tonwertkorrektur und ein Beschnitt vorgenommen. Hier allerdings musste ich von den klassischen Vorgaben (Drittelregel bzw. goldener Schnitt) abweichen, da ich neben der Himbeere auch das sonnenbeschienene Blätterdach drauf haben wollte. Ich habe mich daher entschieden, die Himbeere ins Zentrum einer Fibonaccispirale zu legen, um so den harmonischen Ansprüchen Rechnung zu tragen. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, ob der Leerraum links nicht zu dominant ist und die Lichtreflexe stören. Was haltet ihr davon, eure kritische Meinung interessiert mich!

Weiterlesen

Landschaft mit Schafen:
Smartphone-Fotoromantik

Eine gute Fotografie braucht nicht unbedingt eine hohe Auflösung. Bisweilen kann der „Weichzeichner“ einer Pixelreduktion sogar einen zusätzlichen Reiz ins Bild bringen.

iPhone-Foto: Schafe in grüner Landschaft

Schafe vor Grün iPhone 4S © Kerstin Hermelink

Kerstin Hermelink aus München schreibt: Diese Aufnahme habe ich im Sommer 2016 mit einem i-Phone im Northumberland National Park gemacht, in einer völlig menschenleeren Landschaft.

Smartphone (oder iPhone-)-Fotografie ist ja inzwischen, wenn man den Kursangeboten folgt, eine eigene fotografische Disziplin. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn die technischen Eigenschaften wie auch die ungewohnte Handhabung der Geräte verlangen in paar eigene Regeln, damit man das einfängt, was man gesehen hat. Hier ist ein wunderbares Bild gelungen, das trotz oder sogar wegen der geringen Auflösung bezaubert.

Weiterlesen

Tierfotografie:
Soaking up the Sun

Für angehende Tierfotografen sind Reptilien dankbare Modelle: Sie halten wenigstens zeitweise absolut still. Wie diese Echse in Arizona.

eidechse

Canon EOS 550D, EF70-300mm f/4-5.6 IS USM 160mm, 1/200s, f/10, ISO 100, © Jean-Claude Thelen

Jean-Claude Thelen aus Ottery St. Mary, UK: Ich habe diese Eidechse im Saguaro National Park in Arizona fotografiert, eins von den einzigen Tieren das mir Zeit gelassen hat mit den Kamera herum zuspielen. Ich sass ein paar Stunden im National Park um Tiere zu fotografieren und ich glaube dass diese meine beste Aufnahme ist.

 

Sie sind zwar blitzschnell, wenn sie laufen, aber wenn sie stillstehen, dann stehen sie STILL: Eid- und andere Echsen sind perfekt für Fotografinnen und Fotografen, die keine bewegten Ziele in den Fokus kriegen.

Weiterlesen

Orang Utan:
Ein Bild auf den Punkt bringen

Mit wenigen Schritten kann man in Lightroom ein gutes Ausgangsfoto extrem aufwerten. Bildschnitt, Kontraste und Lichtführung bringen das Bild auf den Punkt.

orangutan

Simon K aus Heusweiler schreibt zu diesem Bild: „Orang Utans sind sehr gefährdete Tiere. Mein Traum ist es einen in freier Wildbahn zu sehen. Leider war mir das bisher nur in Zoos möglich, doch dort sehe ich immer öfters eine Traurigkeit in ihren Augen.“

Du hast bei Deinem Foto ein gutes Auge gehabt und die Motiv-Situation des Orang Utans erkannt und im Bild festgehalten. Es scheint, dass der Orang Utan Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt, was meiner Meinung nach das existentielle an diesem Foto ist. Dass er einen traurigen Blick hat, finde ich eigentlich nicht.

Weiterlesen